CH255096A - Verfahren zum Reinigen von rohem Acrylonitril. - Google Patents
Verfahren zum Reinigen von rohem Acrylonitril.Info
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Description
Verfahren zum Reinigen von rohem Acrylonitril. Gegenstand der Erfindung ist ein Verfah ren zum Reinigen von rohem Acrylonitril durch Entfernen von Acetylenpolymeren aus denselben.
Rohes Acrylonitril, wie es zurzeit herge stellt; wird, kann Verunreinigungen des Aee- tv lenpoly mertypus, wie z. B. Divinylacetylen iuid dessen Isomer, Äthinylbutadien, enthal ten, welche Siedepunkte aufweisen,
welche demjenigen des reinen Acrylonitrils nahelie- gen. Aus diesem Grunde ist die Entfernung der Verunreinigungen solcher Art durch frak tionierte Destillation äusserst schwierig.
Es ist jedoch ausserordentlich wichtig, dass (lie.se Verunreinigungen beseitigt werden, da .sie die Unbeständigkeit des Acrylonitrils und 1'olvmerisierung desselben begiinstigen. Die @Uwesenheit solcher Verunreinigungen im N'itril kann leicht durch den Lichtbrechungs- index und durch ein Senken der Dichte fest- ncstellt werden.
1)ivinylacetylen besitzt einen Siedepunkt %,on 83,5" C bei 76(l mm, einen Lichtbrechungs- index von 1,5047 und eine Dichte von 0,7759 bei 20 C. Die physikalischen Werte des Ätliinylbutadiens sind im wesentlichen denen des Divinylaeetylens ähnlich. Das Acrylo- nitril besitzt einen Siedepunkt von 77,5 C bei 760 min, einen Lichtbrechungsindex von 1.3915 und eine Dichte von 0,8062 bei 20 C.
Ziel der Erfindung ist somit. die Schaf fung einer einfachen und bequemen Methode zur Beseitigung von Verunreinigungen der obgenaunten Art aus rohem Acrylonitril. Er- findLingSgemäss werden diese Verunreinigun gen dadurch entfernt, dass rohes Acrylonitril reit einer solchen Menge Schwefelsäure be handelt wird, welche genügt, um mit den Acetylenpolymerverunreinigungen zu reagie ren, jedoch nicht genügt, um mit einer nen nenswerten Menge Acrylonitril zu reagieren.
Das so gewonnene Acrylonitril kann ge- wünschtenfalls fraktioniert destilliert werden. Nach der erfindungsgemässen Säurebehand lung kann das Reaktionsgemisch vorzugsweise mit Ammoniak neutralisiert werden. Das Acrylonitril kann hierauf von den ausgefäll ten festen Bestandteilen durch Dekantieren oder Filtrieren getrennt und zur Erreichung eines reinen Produktes destilliert werden.
Man kann auch andere Basen als Ammo niak zur Neutralisation des Reaktionsgemi sches verwenden. 'Wird das Neutralisations- mittel in wässriger Lösung zugesetzt, so trennt sich das Reaktionsgemisch in zwei Schichten, nämlich in eine. wässrige Schicht und die Acrylonitrilsehieht, worauf die letztere durch Dekantieren beseitigt und fraktioniert destil liert werden kann.
Die prinzipiellen Variablen in der Schwe- felsäurebehandlung des rohen Acrylonitrils sind die relative Menge und Konzentration der Säure, Temperatur und Kontaktdauer. Die reinigende Wirkung der Säure kann sich nach Massgabe der Erhöhung der Konzentra tion bis zu 100 % erhöhen. Eine höhere Kon- zentration als<B>100%</B> ist nicht zu empfehlen, da die Säure rasch mit dem Acrylonitril rea giert.
Selbstverständlich bedarf es bei An wendung einer verdünnteren Säure höherer Temperaturen und einer längeren Kontakt dauer. Temperaturen von über 50 C sind nicht empfehlenswert, .da das Nitril in diesem Falle zu rasch von der Säure angegriffen wird.
Die ISIenge der im rohen Acrylonitril fest stellbaren Acetylenpolymeren übersteigt sel ten 10 % und beträgt im allgemeinen 2 % oder weniger. Bei der Behandlung von eine be trächtliche Menge Verunreinigungen enthal tendem, rohem Acrylonitril soll die Schwefel säure sehr langsam und unter Rühren zu gesetzt werden, um ein übermässiges Erwär men zu vermeiden.
Die Erfindung .sei ausführlich an Hand der folgenden Beispiele erläutert.
Beispiel <I>1:</I> Die Menge Schwefelsäure, welche erfor derlich war, um mit dem Divinylacetylen in 100 cm' rohem, trockenem Acrylonitril (Licht- brechungSindex 1,3912 bei 25 C), enthaltend annähernd 1,7 Gewichtsprozent Acetylenpoly mer, zu reagieren, wurde als 2 am' 100 % ige Säure berechnet. Diese Menge wird langsam unter Rühren bei Zimmertemperatur dem rohen Acrylonitril zugesetzt.
Nach einstün digem Stehen wird das dunkel gefärbte Cre- inisch durch Einleiten von Ammoniakgas neu tralisiert. Das ausgefällte Material wird durch Filtrieren entfernt. Das Filtrat wird hierauf unter Rückfluss erhitzt, um überschüssiges Ammoniak abzutreiben, und hernach destil liert, wobei man Acrylonitril vom Siedepunkt 77,5 C bei 760 mm und mit einem Lichtbre- chungsindex von 1;3892 bei 25 C erhält.
Beispiel <I>2:</I> 100 cm' trockenes, rohes Acrylonitril (Lichtbrechungsindex 1,3912 bei 25 C), ent haltend zirka 1,7 Gewichtsprozent Divinyl- acetylen, werden in einem Dreihalakolben, der mit einem Thermometer, einem Rührer und einem Kühler versehen ist, auf 45 C erhitzt. Hierauf trägt man langsam unter Rühren 2 ein' 100%ige Schwefelsäure ein.
Das Reaktionsgemisch wird während einer halben Stunde bei 40-45 C stehengelassen, hierauf gekühlt, mit Ammoniak neutralisiert und zur Entfernung des ausgefällten Mate rials filtriert. Das Filtrat wird unter Rück fluss erhitzt zwecks Abtrennens von über sehüssigem Ammoniak und destilliert. Das Destillat weist einen Siedepunkt von 77,5 C und einen Lichtbrechungsindex von 1,3892 bei 250 C auf, was darauf schliessen lässt, dass das Divinylacetylen vollständig entfernt ist.
<I>Beispiel 3:</I> 200 cm' rohes Acrylonitril (Lichtbre- ehungsindex 1,3965 bei 25 C), enthaltend annähernd 6,4% Acetylenpolymere, werden in einem Reaktionsgefäss des in Beispiel 2 verwendeten Typus gerührt und auf 30 bis 35 C erwärmt. Hierauf versetzt man mit 26 cm' 1-00%ige Schwefelsäure innerhalb einer Stunde. Das Reaktionsgemisch wird dunkel gefärbt, und ein Teil des Schwefel säure-Acetylenpolymer-Produktes scheidet sich als viskoses, teeriges Material aus.
Nach dem Stehenlassen während einer Stunde bei zirka 35 C wird das Gemisch gekühlt und mit einer Ammoniumhydroxydlösung neutra lisiert. Dabei bilden sich zwei Schichten. wobei die eine aus Acrylonitril und die andere aus einer wässrigen Schicht besteht. Das Acrylonitril wird abdekantiert und frak tioniert destilliert, wobei ein Produkt, mit einem Lichtbrechungsindex von 1,3893 bei 25 C entsteht.
Das hier beschriebene Verfahren ist von praktischer Bedeutung, da auf diese Weise ein Handelsprodukt von hohem Reinheits grad erhalten wird.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Beseitigung von Acetylen polymerverunreinigungen aus rohem Acrylo- nitril, dadurch gekennzeichnet, dass rohes Acrylonitril mit einer solchen Menge Schwe felsäure behandelt wird, welche genügt, um mit den Acetylenpolymerverunreinigungen zu reagieren, jedoch nicht genügt, um mit einer nennenswerten Menge Acrylonitril zu reagieren.LTN TERAN SPRüCHE 1. Verfahren, nach Patentanspruch, da durch g;elkennzeichnet, da.ss zur Trennung der Reaktionsprodukte das Reaktionsgemisch iieulralisiert wird. ?. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Neutralisation gasförmiges Ammo niak verwendet wird. 3.Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, ilass zur Neutralisation eine wässrige Ammo- tiialkliiaung verwendet wird. -1. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass eine annähernd l@l(? ?ige Schwefelsäure verwendet wird. 5. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Schwefel säurebehandlung bei annähernd 50 C nicht übersteigenden Temperaturen durchgeführt. wird. G.Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Schwefelsäure langsam und unter Rühren dem rohen Acrylo- nitril zugesetzt wird. 7. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass zur Erzielung eines reinen Produktes das gewonnene Acrylo- nitril fraktioniert destilliert wird. B.Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet., dass man rohes Acrylo- nitril, welches als Verunreinigungen Divinyl- acetylen und Äthinylbutadien enthält, be handelt.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
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|---|---|---|---|
| CH255096D CH255096A (de) | 1942-12-01 | 1946-01-11 | Verfahren zum Reinigen von rohem Acrylonitril. |
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|---|---|
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Cited By (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1003207B (de) * | 1953-03-25 | 1957-02-28 | Derives De I Acetylene Soc Ind | Verfahren zur Reinigung von nieder-polymere Acetylenverbindungen enthaltendem Acrylsaeurenitril |
| DE1013280B (de) * | 1954-05-19 | 1957-08-08 | Derives De L Acetylene Soc Ind | Verfahren zur Reinigung von Rohacrylsaeurenitril von den die Polymerisation stoerenden Dienverbindungen |
| DE1094736B (de) * | 1957-02-13 | 1960-12-15 | Knapsack Ag | Verfahren zum Reinigen von Acrylsaeurenitril |
| DE1116215B (de) * | 1955-05-19 | 1961-11-02 | Monsanto Chemicals | Verfahren zur Reinigung von geringe Mengen Methylvinylketon enthaltendem Acrylsaeurenitril |
| DE1134066B (de) * | 1951-12-29 | 1962-08-02 | Stockholms Superfosfat Fab Ab | Verfahren zur Reinigung von Divinylacetylen enthaltendem Rohacrylsaeurenitril durch azeotrope Destillation |
-
1946
- 1946-01-11 CH CH255096D patent/CH255096A/de unknown
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1134066B (de) * | 1951-12-29 | 1962-08-02 | Stockholms Superfosfat Fab Ab | Verfahren zur Reinigung von Divinylacetylen enthaltendem Rohacrylsaeurenitril durch azeotrope Destillation |
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