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Die Erfindung betrifft einen Klemmkeil zum Bergsteigen mit zwei miteinander gelenkig verbundenen, gegeneinander verschwenkbaren, nach seinem Einsetzen in einen Riss unter Seilbelastung an die Risswände anpressbaren Klemmelementen und einem die Klemmelemente im unbelasteten Zustand im Riss fixierenden beaufschlagenden Organ, beispielsweise einer Feder.
Klemmkeile herkömmlicher, nicht verstellbarer Bauart müssen in zahlreichen Breitenabstufungen hergestellt werden. Ein Sortiment für Risse jeder Breite wird ziemlich umfangreich, schwer und teuer. In den letzten Jahren wurden deshalb verstellbare Klemmkeile entwickelt.
Einer dieser Klemmkeile besteht aus zwei ineinandergesteckten Rohren und einem quer durch diese durchgesteckten Splint. Er hat folgende Nachteile : Er ist nicht stufenlos verstellbar, besonders bei einhändiger Verstellung nur umständlich zu handhaben, nur für breite Risse geeignet, hat eine geringe Festigkeit, und als formschlüssiger Klemmkeil hält er nur in Rissen, die sich in der Lastrichtung verengen.
Ein lösbarer Spreizanker ist in der AT-PS Nr. 350452 beschrieben. Er besteht aus zwei seitlich ausgebogenen, durch eine Achse miteinander verbundenen zweiarmigen Hebeln, deren vordere Enden in Fels- oder Eishohlräume gesteckt und durch eine die rückwärtigen Enden einschliessende Seilschlinge aufgespreizt und verklemmt werden können. Er hat folgende Nachteile : Bedingt durch seine langen, seitlich ausgebogenen Bedienungsarme, kann er in der Regel nicht weit ins Rissinnere eingeführt werden. Damit verbunden sind die Gefahren, von den Rissrändern abzurutschen, aus Querrissen auszubrechen, aus Schrägrissen herausgedreht zu werden und aus Längsrissen durch seitliche Bewegungen - etwa beim Seilnachziehen - schrittweise herauszuwandern. Gemessen an der Rissbreite, ist der Spreizanker relativ lang.
Ausführungen für breite Risse wären deshalb gross, sperrig und schwer.
Andere Klemmkeile sind in der FR-PS Nr. 2. 396. 562 beschrieben. Die erste Art besteht aus einer Blockmutter und einzelnen Blöcken, die auf ihr gleiten. Solche Einrichtungen haben folgende Nachteile : Der Verstellbereich der Klemmkeilbreite ist auch bei Anwendung grosser Keilwinkel gering. Die verwendeten, für Klemmkeile relativ grossen Keilwinkel erschweren das dauerhafte Verklemmen im Riss. In Rissen, die sich nur schwach oder gar nicht verengen, hängen diese Klemmkeile nur an ihren oberen Kanten. In Rissen, die sich in der Lastrichtung erweitern-bei Querrissen häufig-halten sie nicht. Die Breitenverstellung durch Auswechseln der Blöcke ist für die Praxis zu umständlich.
Bei der zweiten Art sind die seitlichen Blöcke durch ein Scharniergelenk miteinander verbunden und mit einem Schraubmechanismus verstellbar. Diese Klemmkeile haben folgende Nachtei- le : Formschlüssig eingesetzt - mit der Lastschlingenöse in der Rissmitte - hängen sie mit wachsender Rissbreite zunehmend an ihren oberen Kanten. Der Einsatz als kraftschlüssiger Klemmkeil - mit der Öse neben einer der Risswände - ist aus geometrischen Gründen nur innerhalb eines kleinen Verstellbereiches möglich. In Rissen, die sich in der Lastrichtung erweitern-bei Querrissen häufig - sind diese Klemmkeile unsicher. Ihre Handhabung ist umständlich, das Gelenk ist eine systembedingte Schwachstelle, und für schmälere Risse sind sie deshalb nicht geeignet.
Ein weiterer verstellbarer Klemmkeil ist schliesslich in der DE-OS 2824654 beschrieben. Er besteht aus einer Tragstange, an der die Belastung durch das Seil angreift, einer am seillastfernen Ende der Tragstange angebrachten Spindel, auf dieser drehbar befestigten, nach beiden Seiten hin verschwenkbaren Exzentern, einigen Federn, die das Gerät im unbelasteten Zustand im Riss fixieren, und den erforderlichen Bedienungselementen. An einem Klemmkeil dieser Art wurden folgende Nachteile festgestellt : Der Verstellbereich der Klemmkeilbreite ist nicht sehr gross.
Die Mitnahme nach Gebrauch ist nicht immer gewährleistet, weil der Klemmkeil dazu neigt, bei Seilbewegungen in den Riss hineinzuwandern und ausser Reichweite zu gelangen, weil zum Lösen ein gewisser Spielraum am Rissgrund erforderlich ist, der von Anfang an zu knapp bemessen, oder beim Hineinwandern verlorengegangen sein kann, und weil der Klemmkeil nach stärkeren Belastungen nur schwer aus dem Riss zu entfernen ist. Gerät er beim Wandern in eine breitere Stelle im Riss, wo die Exzenter ganz expandieren können, ändern sich-vom Bergsteiger unbemerkt-die statischen Verhältnisse am Klemmkeil, und die Belastung geht in die schwachen Endanschläge der Exzenter, die einen Sturz nicht aufhalten können.
In Rissen, die sich in der Lastrichtung erweitern, ist das Risiko des Durchschlagen der Spindel vom Bergsteiger nur schwer zu beurteilen.
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Die Sprengkraft dieses Klemmkeiles-jener seitliche Anpressdruck, der den Riss zu zerstören trach- tet-nimmt im Gegensatz zu Klemmkeilen üblicher Bauart mit zunehmender Felsrauhigkeit nicht ab.
Sehr wesentliche Nachteile liegen schliesslich im konstruktiven Aufwand und im Preis.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung, einen stufenlos verstellbaren Klemmkeil zu schaffen, der sich für Risse jeder Art eignet, aber konstruktiv einfach ist.
Gekennzeichnet ist ein erfindungsgemässer Klemmkeil dadurch, dass er ein seillastfernes und ein seillastnäheres Klemmelement aufweist, dass seitlich des Gelenks, in der vom Gelenk zu den gelenkferneren Enden der Klemmelemente hinweisenden Richtung vom Gelenk entfernt, eine an einem der Klemmelemente befestigte, beide Klemmelemente miteinander verbindende, mindestens einmal in die Gegenrichtung umgelenkte Lastschlinge vorgesehen ist, durch welche der Klemmkeil nach sei- nem Einsetzen in einen Riss durch Zusammenziehen der Klemmelemente gelenkseitig an die eine und schlingenseitig an die andere Risswand anpressbar ist, und dass das Gelenk zwischen der die Klemm- elemente miteinander verbindenden Lastschlinge und den gelenknäheren Enden der Klemmelemente oder an diesen Enden selbst angeordnet ist.
Die Klemmelemente können durch ein elastisches Organ gelenkig miteinander verbunden sein, beispielsweise durch ein Gummischnur, das sie im Gelenkbereich aneinanderzieht. Es erspart jede reale Schwenkachse und übernimmt gleichzeitig die Aufgabe, den unbelasteten Klemmkeil durch Anpressen der Klemmelemente an die Risswände im Riss zu fixieren.
Bei dieser Ausführungsform können die gegeneinander gerichteten Flächen der Klemmelemente im Gelenkbereich in einer vom gegenüberliegenden Klemmelement fortweisenden Richtung abgewinkelt sein. Diese Formgebung hat den Zweck, bei grösseren Unebenheiten in der gelenkseitigen Risswand und weit auseinandergeschwenkten Klemmelementen ein Abrutschen der Gelenkflächen voneinander zu verhindern.
Die Klemmelemente können als zur Richtung ihrer Schwenkachse parallele Platten ausgebildet sein.
Der erfindungsgemässe Klemmkeil zum Bergsteigen erweist sich als praktisches, vielseitig verwendbares Hilfsmittel im Gelände jedes Schwierigkeitsgrades und hat folgende Vorteile :
Er ist einfach, leicht herstellbar und billig, in geschlossenem Zustand platzsparend mitzuführen und nicht sperrig, im Verhältnis zur Rissbreite klein und leicht, und deshalb nicht nur für schmälere, sondern auch für breite Risse geeignet.
Seine Breite ist stufenlos, rasch und einfach verstellbar, und der grosse Verstellbereich der Breite senkt die erforderliche Stückzahl, was zu einer Gewichtsersparnis und zu einer besseren Übersicht über die umgehängte Ausrüstung führt. Der erfindungsgemässe Klemmkeil eignet sich für Risse jeder Art, hält in jeder Lage, kann auch tief im Riss verankert werden, und lässt sich-bedingt durch die weite Verschwenkbarkeit der Klemmelemente - auch durch Engstelle zwischen den Risswänden in schwerer zugängliche Positionen einführen. Die'Gleichgewichtsbedingung für exzentrische Klemmkeile ist optisch leicht zu kontrollieren. Da der erfindungsgemässe Klemmkeil also universell verwendbar und einfach zu handhaben ist, ermöglicht er eine schnelle Herstellung von Selbst- und Zwischensicherungen ohne ein langes Probieren und Suchen.
Sein Gelenk ist wenig beansprucht, und normalerweise wird er noch nicht versagen, wenn sich ein Achsbruch ereignen sollte. Seine Breite stellt sich selbsttätig nach, wenn die Risswände etwas nachgeben sollten. Seine Sprengkraft nimmt mit steigender Felsrauhigkeit ab. Er wandert nicht beim Seilnachziehen tiefer in den Riss hinein und ist auch nach starken Belastungen in der Regel leicht wieder mitzunehmen, auch wenn er bis zum Rissgrund eingeführt wurde.
In den Zeichnungen ist eine beispielsweise Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes dargestellt. Es zeigen : Fig. 1 einen erfindungsgemässen Klemmkeil zum Bergsteigen in Seitenansicht gesehen, Fig. 2 den Klemmkeil zum Bergsteigen aus Fig. 1 in der Draufsicht gesehen.
Der in den Zeichnungen dargestellte erfindungsgemässe Klemmkeil besitzt zwei gleich aussehende, plattenförmige Klemmelemente --1. 2--, ein seillastfernes --1-- und ein seillastnäheres --2--, die im Bereich eines ihrer Enden-3, 4-durch eine Kernmantel-Gummischnur --5-- ge-
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übernimmt auch die Aufgabe, den Klemmkeil im unbelasteten Zustand durch Zusammenziehen der Klemmelemente --1, 2-- im Riss zu fixieren.
Seitlich des Gelenks, in der vom Gelenk zu den gelenkferneren Enden --7, 8-- der Klemmelemente --1, 2-- hinweisenden Richtung vom Gelenk entfernt, ist eine am seillastnäheren Klemmelement --2-- befestigte und am seillastfernen --1-- in die Gegenrichtung umgelenkte Lastschlinge --9-- angeordnet, durch welche der Klemmkeil nach seinem Einsetzen in einen Riss durch Zusammenziehen der Klemmelemente --1, 2-- gelenkseitig an die eine und schlingenseitig an die andere Risswand anpressbar ist.
Die gegeneinandergerichteten Flä- chen --10. 11-- der Klemmelemente --1, 2-- sind im Gelenkbereich in einer vom gegenüberliegenden Klemmelement --2, 1-- fortweisenden Richtung abgewinkelt, um bei grösseren Felsunebenheiten und weit auseinandergeschwenkten Klemmelementen --1. 2-- ein Abrutschen der Gelenkflächen voneinander zu verhindern. Die schlingenseitige Verschmälerung der Klemmelemente --1, 2-- (s. Fig. 2) hat den Zweck, in Rissen, die sich quer zur Belastungsrichtung erweitern, ein Wackeln oder Kippen des Klemmkeils zu verhindern.
Zum Einsetzen des erfindungsgemässen Klemmkeils in einen Riss werden die Klemmelemente --1, 2-- entgegen dem Zug der Gummischnur-5-- auseinandergeschwenkt und derart zwischen die Risswände eingeschoben, dass ihre gelenkseitigen Enden --3, 4-- der einen und ihre schlingenseitigen Enden-7, 8-der ändern Risswand zugewendet sind. Durch die Spannkraft der Gummischnur --5-- werden die Klemmelemente --1. 2-- nach ihrem Loslassen an die Risswände angepresst und in ihrer Lage festgehalten. Wird der Klemmkeil in der Folge durch Zug an der Lastschlin- ge --9-- belastet. werden die Klemmelemente --1. 2-- durch die umgelenkte Lastschlinge --9-- noch weiter zusammengezogen und umso stärker an die Risswände angepresst, je höher die Belastung ausfällt.
Um den Klemmkeil nach dem Gebrauch zu entfernen, wird er durch Auseinanderschwenken der Klemmelemente --1. 2-- gelöst und aus dem Riss herausgezogen. PATENTANSPRÜCHE :
1. Klemmkeil zum Bergsteigen mit zwei miteinander gelenkig verbundenen, gegeneinander verschwenkbaren, nach seinem Einsetzen in einen Riss unter Seilbelastung an die Risswände anpressbaren Klemmelementen und einem die Klemmelemente im unbelasteten Zustand im Riss fixierenden beaufschlagenden Organ, beispielsweise einer Feder, dadurch gekennzeichnet, dass er ein seillastfernes (1) und ein seillastnäheres Klemmelement (2) aufweist, das seitlich des Gelenks, in der vom Gelenk zu den gelenkferneren Enden (7, 8) der Klemmelemente (1, 2) hinweisenden Richtung vom Gelenk entfernt, eine an einem der Klemmelemente (2) befestigte, beide Klemmelemente (1,
2) miteinander verbindende, mindestens einmal in die Gegenrichtung umgelenkte Lastschlinge (9) vor-
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an diesen Enden (3,4) selbst angeordnet ist.