AT370410B - Verfahren zur herstellung eines neuen geradkettigen tetradecapeptids - Google Patents

Verfahren zur herstellung eines neuen geradkettigen tetradecapeptids

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Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



   Somatostatin, das auch als die Somatotropinfreisetzung inhibierender Faktor bekannt ist, ist ein Tetradecapeptid der Formel 
 EMI1.1 
 
 EMI1.2 
 ist die einer Inhibierung der Sekretion von Wachstumshormon (GH), das auch als Somatotropin bekannt ist, vergleiche P. Brazeau, W. Vale, R.   Burgus,   N. Ling, M. Butcher, J. Rivier, und R. 



  Guillemin, Science, Bd. 179, S. 77 (1973). 



   Ausserdem finden sich in US-PS Nr. 3, 904, 594 natürliches Somatostatin und eine allgemeine Klasse von andern Verbindungen mit der Dodecapeptidsequenz der Positionen 3 bis 14 des natürlichen Hormons. 



   Ausserdem ist über die der Einfachheit halber als   D-Ala 1 -Somatostatin   bezeichnete Verbindung von Ferland et al. in Molecular and Cellular Endocrinology, Bd. 4, S. 79-88 (1976) berichtet wor- 
 EMI1.3 
 bei der in-vivo-Inhibierung der Magensäuresekretion nur halb so wirksam wie natürliches Somatostatin. Die Verbindung   D-VaI1 -Somatostatin   (Formel   (I))   unterscheidet sich von   D-Alal-Somatostatin   durch den Ersatz von zwei Wasserstoffen durch Methylgruppen.

   Wenn man hinsichtlich der pharmakologischen Wirksamkeit von D-Val l-Somatostatin überhaupt eine Erwartung anstellen könnte, dann würde man annehmen, dass seine Wirksamkeit der von   D-Ala 1 -Somatostatin   ähnlich ist ; es würde somit als in-vivo-Inhibitor der   Magensäuresekretion   weniger wirksam sein als das natürliche Hormon. Überraschenderweise zeigt D-Val l-Somatostatin jedoch eine Wirksamkeit, die etwas grösser ist als die des natürlichen Hormons. Dieser Befund zeigt die Unvorhersehbarkeit des Verhaltens von D-Vall-Somatostatin im Vergleich mit strukturell nahestehenden bekannten Verbindungen. 



   Die Erfindung bezieht sich auf die Herstellung eines neuen, geradkettigen, als Zwischenprodukt verwendbaren Tetradecapeptids der Formel 
H-D-Val-Gly-L-Cys-L-Lys-L-Asn-L-Phe-L-Phe-   L-Trp-L-Lys-L-Thr-L-Phe-L-Thr-L-Ser-L-Cys-OH. (III)   
Bei diesem Verfahren geht man von einem Tetradecapeptid der allgemeinen Formel 
R-D-Val-Gly-L-Cys   (Rt)-L-Lys (R )-L-Asn-L-  
Phe-L-Phe-L-Trp   (Rs)-L-Lys (R )-L-Thr (R )- (II)  
L-Phe-L-Thr   (R,)-L-Ser (R,)-L-Cys (Rt)-X   aus, worin bedeuten : 
 EMI1.4 
 R2 Wasserstoff oder eine E-Aminoschutzgruppe,   R   und R4 Wasserstoff oder Hydroxylschutzgruppen, Rs Wasserstoff oder eine Formylgruppe und 
 EMI1.5 
 
 EMI1.6 
 (.)/'wobei, wenn X eine Hydroxylgruppe ist, Reine a -Aminoschutzgruppe ist. 



   Ein bevorzugtes Tetradecapeptid der allgemeinen Formel (II) ist folgendes : 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 
 EMI2.1 
 
 EMI2.2 
 der allgemeinen Formel (II) mit einer Säure, insbesondere mit einer starken Säure, umsetzt. 



   Die vorstehenden, die Ausgangsprodukte definierenden Formeln enthalten Schutzgruppen für Amino-,   Hydroxy-und Thio- (sulfhydryl)-funktionen.   Die Merkmale der hier definierten Schutzgruppen sind doppelte : zum einen verhindert die Schutzgruppe, dass eine reaktionsfähige Gruppe, die in einem bestimmten Molekül vorliegt, eine Umsetzung eingeht, während das Molekül Bedingungen unterworfen wird, die zu einer Veränderung oder Zerstörung der andernfalls aktiven Gruppe führen könnten. Zum andern ist die Schutzgruppe so beschaffen, dass sie sich ohne weiteres unter Wiederherstellung der ursprünglich aktiven Gruppe unter Bedingungen entfernen lässt, die andere Teile des Moleküls nicht in Mitleidenschaft ziehen.

   Für diese Zwecke,   d. h.   für den Schutz von Amino-, Hydroxy- und Thiogruppen, brauchbare Gruppen sind allgemein bekannt und jedem Fachmann geläufig. Der ausführlichen Beschreibung von Verfahren, wie solche Gruppen zu verwenden sind, sind voluminöse Werke gewidmet worden. Eines davon ist Protective Groups in Organic Chemistry,   J. F. W. McOmie,   Herausgeber, Plenum Press, New York, 1973. 



   In den obigen, die Ausgangsprodukte definierenden Formeln bedeutet R ein a-Aminowasserstoffatom oer eine a-Aminoschutzgruppe. Die für R in Betracht kommenden a-Aminoschutzgruppen sind dem Peptidchemiker geläufig. Viele davon sind in Kapitel 2 der oben angegebenen Literaturstelle im einzelnen angegeben. Beispiele für solche Schutzgruppen sind Benzyloxycarbonyl, p-Chlor- 
 EMI2.3 
 hexyloxycarbonyl, Cycloheptyloxycarbonyl, Triphenylmethyl (Trityl) und p-Toluolsulfonyl. Die durch R definierte a-Aminoschutzgruppe ist vorzugsweise t-Butyloxycarbonyl. 



     R 1   bedeutet das Wasserstoffatom der Sulfhydrylgruppe des Cysteins oder eine Schutzgruppe für diese Sulfhydrylgruppe. Viele solcher Schutzgruppen sind in der oben angegebenen Literaturstelle in Kapitel 7 beschrieben. Beispiele für solche Schutzgruppen sind p-Methoxybenzyl, Benzyl, p-Toluyl, Benzhydryl, Acetamidomethyl, Trityl, p-Nitrobenzyl, t-Butyl, Isobutyloxymethyl sowie die verschiedenen Tritylderivate. Bezüglich weiterer Gruppen vergleiche beispielsweise Houben-Weyl, Methoden der Organischen Chemie, "Synthese von Peptiden", Bd. 15/1 und 15/2, (1974), Stuttgart. 



  Die durch R, definierte Sulfhydrylschutzgruppe ist vorzugsweise die p-Methoxybenzylgruppe. 



     R2   bedeutet entweder ein Wasserstoffatom an der c-Aminoschutzgruppe des Lysinrestes oder eine c-Aminoschutzgruppe. Beispielhaft für solche Gruppen sind die oben in Verbindung mit der a-Aminoschutzgruppe genannten. Hiezu gehören vor allem die folgenden Gruppen : Benzyloxycarbonyl, 
 EMI2.4 
 oxycarbonyl, Isorpopyloxycarbonyl, Cyclohexyloxycarbonyl, Cycloheptyloxycarbonyl und   p-Toluolsulfonyl.   



   Wie aus den folgenden Ausführungen ersichtlich, umfasst das Verfahren zur Herstellung des als Ausgangsmaterial eingesetzten Tetradecapeptids der Formel (II) die Abspaltung der a-Aminoschutzgruppe der jeweiligen terminalen Aminosäure der Peptidkette. Die einzige Bedingung, die die   e-Aminoschutzgruppe   an dem Lysinrest erfüllen muss, ist daher die, dass sie unter den Bedingungen, die zur selektiven Abspaltung der a-Aminoschutzgruppe angewendet werden,. nicht abgespalten wird. Die geeignete Wahl der a-Amino-und c-Amino-Schutzgruppen ist auf dem Gebiet der Peptidchemie allgemein bekannt und hängt von der relativen Leichtigkeit ab, mit der eine bestimmte Schutzgruppe abgespalten werden kann.

   So sind Gruppen wie   2- (p-Biphenylyl) -isopropyloxycarbonyl   (BpOC) und Trityl sehr labil und können schon in Gegenwart einer schwachen Säure abgespalten 

 <Desc/Clms Page number 3> 

 werden. Für die Abspaltung anderer Gruppen,   z. B.   von t-Butyloxycarbonyl,   t-Amyloxycarbonyl,   Adamantyloxycarbonyl und   p-Methoxybenzyloxycarbonyl,   sind mässig starke Säuren, wie Salzsäure, Trifluoressigsäure oder Bortrifluorid in Essigsäure erforderlich. Noch stärker saure Bedingungen müssen angewendet werden, um die Abspaltung anderer Schutzgruppen, wie Benzyloxycarbonyl, Halogenbenzyloxycarbonyl,   p-Nitrobenzyloxycarbonyl,   Cycloalkyloxycarbonyl und Isopropyloxycarbonyl, zu bewirken. Die Abspaltung dieser letztgenannten Gruppen erfordert drastisch saure Bedingungen,   z.

   B.   die Verwendung von Bromwasserstoffsäure, Fluorwasserstoffsäure oder Bortrifluoracetat in Trifluoressigsäure. Unter den stärker sauren Bedingungen werden selbstverständlich alle labileren Gruppen gleichfalls abgespalten. Zu der geeigneten Auswahl von Aminoschutzgruppen gehört somit die Verwendung einer Gruppe für die a-Aminofunktion, die labiler ist als die Gruppe, 
 EMI3.1 
    führen.R : vorzugsweise   die   o-Chlorbenzyloxycarbonyl- oder Cyclopentyloxycarbonylgruppe,   und in Verbindung damit ist die a-Aminoschutzgruppe der Wahl jede an die Peptidkette angereihten Aminosäure, vorzugsweise die t-Butyloxycarbonylgruppe. 



   R3 und R 4 bedeuten den Wasserstoff der Hydroxylgruppe oder eine Schutzgruppe für die alkoholische Hydroxylgruppe von Threonin und Serin. Viele derartige Schutzgruppen sind in Kapitel 3 der oben genannten Literaturstelle beschrieben. Einzelne Beispiele für solche Schutzgruppen sind Alkylreste mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen, wie die Methyl-,   Äthyl- und   t-Butylgruppe, die Benzylgruppe, substituierte Benzylgruppen, wie   p-Methoxybenzyl,   p-Nitrobenzyl, p-Chlorbenzyl und o-Chlorbenzyl, Alkanolylgruppen mit 1 bis 3 Kohlenstoffatomen, wie die Formyl-, Acetyl- und Propionylgruppe sowie die Triphenylmethyl (trityl) -gruppe. Wenn   R : und R   Schutzgruppen darstellen, dann sind sie vorzugsweise Benzylgruppen. 



   R 5 bedeutet Wasserstoff oder die Formylgruppe und befindet sich in der > NRs -Gruppe des Tryptophanrestes. Die Formylgruppe dient als Schutzgruppe. Die Verwendung einer solchen Schutzgruppe ist nicht unbedingt erforderlich, weshalb   R 5   Wasserstoff (N-ungeschützt) oder die Formylgruppe (N-geschützt) sein kann. 



   Die Gruppe X steht am Carboxylende der Tetradecapeptidkette. Sie kann eine Hydroxylgruppe sein, womit sich dann eine freie Carboxylgruppe ergibt. Ausserdem kann X der feste Harzträger sein, an den die terminale Carboxylgruppe des Peptids während seiner Synthese gebunden ist. 



  Dieses feste Harz ist durch die Formel 
 EMI3.2 
 wiedergegeben. 



   Es werden die folgenden Abkürzungen, von denen die meisten allgemein bekannt sind und üblicherweise benutzt werden, verwendet : 
 EMI3.3 
 
<tb> 
<tb> Ala-Alanin <SEP> Val-Valin <SEP> 
<tb> Asn-Asparagin <SEP> DCC-N, <SEP> N'-Dicyclohexylcarbodiimid <SEP> 
<tb> Cys-Cystein <SEP> DMF-N, <SEP> N-Dimethylformamid <SEP> 
<tb> Gly-Glycin <SEP> BOC <SEP> -t-Butyloxycarbonyl <SEP> 
<tb> Lys-Lysin <SEP> PMB-p-Methoxybenzyl <SEP> 
<tb> Phe-Phenylalanin <SEP> CBzOC-o-Chlorbenzyloxycarbonyl <SEP> 
<tb> Ser <SEP> - <SEP> Serin <SEP> CPOC <SEP> - <SEP> Cyclopentyloxycarbonyl <SEP> 
<tb> Thr <SEP> - <SEP> Threonin <SEP> Bzl <SEP> - <SEP> Benzyl <SEP> 
<tb> Tpr <SEP> - <SEP> Tryptophan <SEP> For <SEP> - <SEP> Formyl <SEP> 
<tb> BpOC-2- <SEP> (p-Biphenylyl)-isopropyloxycarbonyl <SEP> 
<tb> 
 

 <Desc/Clms Page number 4> 

 
Wie bereits erwähnt,

   liegt die Auswahl der bei der Herstellung der Ausgangsverbindung der
Formel (II) zu verwendenden Schutzgruppen im Rahmen des allgemeinen Fachwissens auf dem Gebiet der Peptidsynthesen, doch ist zu beachten, dass die auszuführende Reihenfolge von Reaktionen eine
Wahl bestimmter Schutzgruppen bedingt. In andern Worten, die Schutzgruppe der Wahl muss eine
Gruppe sein, die gegenüber den angewendeten Reagenzien und unter den angewendeten Bedingungen bei den nachfolgenden Stufen der Reaktionsfolge stabil ist. So muss, wie bereits oben erwähnt, die im einzelnen verwendete Schutzgruppe eine Gruppe sein, die unter den Bedingungen intakt bleibt, die zur Abspaltung der a-Aminoschutzgruppe des terminalen Aminosäurerestes des Peptid- fragments zur Vorbereitung der Anknüpfung des nächstfolgenden Aminosäurefragments an die Peptid- kette angewendet werden.

   Ausserdem kommt es darauf an, als Schutzgruppe eine Gruppe zu wählen, die während des Aufbaus der Peptidkette intakt bleibt und die sich nach Beendigung der Synthese des gewünschten Tetradecapeptids leicht entfernen lässt. Mit all diesen Bedingungen ist der durch- schnittliche Peptidchemiker wohlvertraut. 



   Wie sich aus der vorstehenden Diskussion ergibt, kann das Tetradecapeptid der Formel (II) durch Festphasensynthese hergestellt werden. Bei dieser Synthese wird die Peptidkette vom C-termi- nalen Ende des Peptids angefangen, stufenweise aufgebaut. So wird zunächst Cystein mit seiner
Carboxylfunktion in der Weise an das Harz gebunden, dass ein amino-geschütztes, S-geschütztes
Cystein mit einem chlormethylierten Harz oder einem hydroxymethylierten Harz umgesetzt wird. Die
Herstellung eines Hydroxymethylharzes ist von Bodanszky et al., in Chem. Ind. (London), Bd. 38,
S. 1597-1598 (1966) beschrieben. Das chlormethylierte Harz ist im Handel erhältlich (Lab Systems,
Inc., San Mateo, California, V. St. A.). 



   Bei der Durchführung der Bindung des C-terminalen Cysteins an das Harz wird das geschützte
Cystein zuerst in sein Cäsiumsalz übergeführt. Dieses Salz wird dann nach dem von   B. F.   Gisin in Helv. Chim. Acta, Bd. 56, S. 1476 (1973) beschriebenen Verfahren mit dem Harz umgesetzt. 



  Statt dessen kann das Cystein aber auch durch Aktivierung seiner Carboxylfunktion nach an sich bekannten Methoden mit dem Harz verknüpft werden. Beispielsweise kann die Umsetzung des Cysteins mit dem Harz in Gegenwart einer Carboxylgruppen aktivierenden Verbindung, wie N, N'-Dicyclohexylcarbodiimid (DCC), durchgeführt werden. 



   Nach der Verknüpfung des Cysteins mit seiner freien Carboxylgruppe mit dem Harzträger besteht der übrige Teil der Peptidaufbaufolge in der stufenweisen Anreihung der einzelnen Aminosäuren an den N-terminalen Teil der Peptidkette. Die jeweilige Stufe umfasst daher notwendigerweise eine Abspaltung der a-Aminoschutzgruppe der Aminosäure, die den N-terminalen Teil des Peptidfragments darstellt, und anschliessend die Anknüpfung des nächstfolgenden Aminosäurerestes an die nunmehr freie und reaktionsfähige N-terminale Aminosäure. Die Abspaltung der a-Aminoschutzgruppe kann in Gegenwart einer Säure, z. B. Bromwasserstoffsäure, Chlorwasserstoffsäure, Trifluoressigsäure, p-Toluolsulfonsäure, Benzolsulfonsäure, Naphthalinsulfonsäure und Essigsäure unter Bildung des entsprechenden Säureadditionssalzes als Produkt erfolgen.

   Bei einer andern Methode zur Abspaltung der Aminoschutzgruppe wird Bortrifluorid verwendet. Beispielsweise wird durch Bortrifluoriddiäthylätherat in Eisessig das Peptidfragment mit geschützter Aminogruppe in einen   Bu ;,-Komplex   übergeführt, der dann durch Behandlung mit einer Base, wie wässerigem Kaliumbicarbonat, in das entblockierte Peptidfragment übergeführt werden kann. Jede dieser Methoden kann angewendet werden, solange darauf geachtet wird, dass die im Einzelfall gewählte zu einer Abspaltung der N-terminalen a-Aminoschutzgruppe führt, ohne andere an der Peptidkette vorhandene Schutzgruppen in Mitleidenschaft zu ziehen. In dieser Hinsicht ist es bevorzugt, die Abspaltung der N-terminalen Schutzgruppe unter Verwendung von Trifluoressigsäure durchzuführen.

   Im allgemeinen wird die Spaltung bei einer Temperatur von etwa   0 C   bis Zimmertemperatur durchgeführt. 



   Nach der N-terminalen Spaltung liegt das gebildete Produkt normalerweise in Form des Säureadditionssalzes der Säure vor, die für die Abspaltung der Schutzgruppe verwendet worden ist. 



  Dieses Produkt kann dann durch Behandlung mit einer schwachen Base,   z. B.   einem tertiären Amin, wie Pyridin oder Triäthylamin, in die freie terminale Aminoverbindung übergeführt werden. 



   Die Peptidkette liegt nun in einem für die Umsetzung mit der   nächstfolgenden   Aminosäure bereiten Zustand vor. Diese Umsetzung kann nach einer von mehreren allgemein bekannten Arbeitsweisen durchgeführt werden. Für die Anreihung der nächstfolgenden Aminosäure an die N-terminale 

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 Peptidkette wird eine Aminosäure verwendet, die eine freie Carboxylgruppe aufweist, aber an der a-Aminofunktion sowie an jeder andern reaktionsfähigen Gruppe geschützt ist. Die Aminosäure wird dann Bedingungen unterworfen, die die Carboxylfunktion für die Verknüpfungsreaktion aktiv machen. Eine bei dieser Synthese anwendbare Aktivierungsmethode ist die Überführung der Aminosäure in ein gemischtes Anhydrid.

   Dabei wird die freie Carboxylfunktion der Aminosäure durch Umsetzung mit einer andern Säure, beispielsweise einer Carbonsäure in Form ihres Säurechlorids, aktiviert. Beispiele für zur Ausbildung des gemischten Anhydrids verwendbare Säurechloride sind   Chlorameisensäureäthyl-,-phenyl-,-sek. butyl-   und isobutylester und Pivaloylchlorid. 



   Eine andere Methode zur Aktivierung der Carboxylfunktion der Aminosäure für die Verknüpfung besteht in der Überführung der Aminosäure in ein aktives Esterderivat. Beispiele für derartige aktive Ester sind : 2,4, 5-Trichlorphenylester, Pentachlorphenylester, p-Nitrophenylester, Ester mit 1-Hydroxybenztriazol und Ester mit N-Hydroxysuccinimid. Eine weitere Methode zur Verknüpfung der C-terminalen Aminosäure mit dem Peptidfragment besteht in der Durchführung der Verknüpfungsreaktion in Gegenwart wenigstens einer äquimolaren Menge-   N'-Dicyclohexylcarbodi-   imid (DCC).

   Die letztgenannte Methode ist für die Herstellung des Tetradecapeptids der Formel   (II),   worin X die Gruppe 
 EMI5.1 
 
 EMI5.2 
 

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 EMI6.1 
 

 <Desc/Clms Page number 7> 

 sation durch drei Behandlungen von je 3 min mit 10 ml/g Harz 3%igem Triäthylamin in Methylenchlorid, (26) drei Wäschen von je 3 min mit Methylenchlorid (10 ml/g Harz), (27) drei Wäschen von je 3 min mit einer Mischung aus 90% t-Butylalkohol und 10% t-Amylalkohol (10 ml/g Harz) und (28) drei Wäschen von je 3 min mit Methylenchlorid (10 ml/g Harz). 



   Mit Ausnahme des Glycin-und Asparaginrests wird jede Aminosäure durch die vorstehend beschriebenen Folgen von Massnahmen eingeführt. Zur Anfügung des Glycinrestes werden nur die Stufen 1 bis 18 angewendet. Der Asparaginrest wird über seinen aktiven p-Nitrophenylester eingeführt. Dabei wird die Stufe 11 folgendermassen modifiziert : (a) drei Wäschen von je 3 min mit DMF (10 ml/g Harz), (b) Zugabe von   1, 0 mMol   g Harz des p-Nitrophenylesters von N-t-Butyloxycarbonyl- - L-asparagin in 10 ml/g Harz einer 1 : 3-Mischung von DMF mit Methylenchlorid und anschliessendes Mischen während 720 min und (c) drei Wäschen von je 3 min mit DMF (10 ml/g Harz).

   Die Stufe (20) wird in der Weise abgeändert, dass der p-Nitrophenylester von   N-t-Butyloxycarbonyl-L-aspa-   ragin in einer 3 : 1-Mischung von DMF mit Methylenchlorid verwendet und anschliessend 720 min gemischt wird. 



   Das fertige Peptid-Harz-Produkt wird im Vakuum getrocknet. Ein Teil des Produkts wird durch Erwärmen mit einer Mischung aus Salzsäure und Dioxan zum Sieden unter Rückfluss während 72 h hydrolysiert. Die Aminosäureanalyse des Produkts unter Verwendung von Lysin als Standard 
 EMI7.1 
 :2, 00, Trp   0, 75.   



   Tryptophan wird durch 21stündige Hydrolyse in Gegenwart von Dimethylsulfoxyd und Thioglykolsäure ermittelt. Cystein wird nicht bestimmt, da es durch die Analysenmethode zerstört wird. 
 EMI7.2 
 
Zu einer Mischung aus 5 ml Anisol und 5 ml Äthylmercaptan werden 2, 828 g (bei einem Substitutionswert von 0, 150 mMol/g) des nach Vorschrift 2 erhaltenen geschützten Tetradecapeptidharzes gegeben. Die Mischung wird in flüssigem Stickstoff gekühlt, und 56 ml flüssiger Fluorwasserstoff werden eindestilliert. Die so erhaltene Mischung wird sich auf   0 C   erwärmen gelassen und 2 h gerührt. Dann wird der Fluorwasserstoff abdestilliert und Äther zu der hinterbleibenden Mischung gegeben. Die Mischung wird auf   0 C   abgekühlt, und der gebildete Feststoff wird abfiltriert und mit Äther gewaschen.

   Das Produkt wird getrocknet, und das von Schutzgruppen befreite Tetradecapeptid wird unter Verwendung von 1 m Essigsäure und einer kleinen Menge Eisessig von dem Harz extrahiert. Die Essigsäurelösung wird dann sofort im Dunkeln gefriergetrocknet. Die so erhaltene weisse Substanz wird in einer Mischung aus 10 ml entgaster 0, 2 m Essigsäure und 4 ml Eisessig suspendiert. Die Suspension wird erwärmt, wobei der Feststoff jedoch nicht vollständig in Lösung geht. Der unlösliche Anteil wird abfiltriert, und das etwas getrübte farblose Filtrat wird auf eine Säule aus Sephadex G-25 F (ein vernetztes Dextran mit einem Glukoseskelett, Porengrö- sse 25, feine Sorte, das von der Firma Pharmacia Fine Chemicals, Schweden, erhältlich ist), aufgebracht.

   Bedingungen der Chromatographie : Lösungsmittel, entgaste 0, 2 m Essigsäure, Säulengrösse 7, 5 x 150 cm, Temperatur 26 C, Strömungsgeschwindigkeit 629 ml/h, Fraktionsvolumen 22, 0 ml. 



   Durch Auftragen der Absorption jeder Fraktion bei 280 mp gegen die Nummern der Fraktion wird ein grosser Spitzenwertbereich mit einer anschliessenden Schulter erhalten. Die UV-Spektroskopie zeigt, dass der Spitzenwertbereich dem Produkt entspricht. Die Fraktionen, die vereinigt werden, und ihre Austrittsvolumina sind die folgenden :
Fraktionen 224 bis 240 (4906 bis 5280 ml, Spitze = 5054   ml).   Diese Vereinigung von Frak- : ionen umfasst nicht die anschliessende Schulter. Die UV-Spektroskopie zeigt, dass 175 mg des Produkts vorliegen (Ausbeute =   24, 8%).   Eine Ellman-Titration einer Probe ergibt einen Gehalt an freiem Sulfhydryl von 93, 6% der Theorie.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE : EMI8.1 dadurch gekennzeichnet, dass man ein Tetradecapeptid der allgemeinen Formel R-D-Val-Gly-L-Cys (R1)-L-Lys(R2)-l-Asn-L- Phe-L-Phe-L-Trp (Rs)-L-Lys(R2)-L-Thr(R3)- L-Phe-L-Thr (R -L-Ser (Rj-L-Cys (Rt)-X. (II) worin bedeuten : R Wasserstoff oder eine a-Aminoschutzgruppe, R, Wasserstoff oder eine Thioschutzgruppe, R2 Wasserstoff oder eine c-Aminoschutzgruppe, R3 und R4 Wasserstoff oder Hydroxylschutzgruppen, Rs Wasserstoff oder eine Formylgruppe und EMI8.2 EMI8.3 sondere mit einer starken Säure, umsetzt.
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man als Tetradecapeptid der allgemeinen Formel (II) ein solches einsetzt, worin R Wasserstoff oder tert. Butyloxycarbonyl, R, Wasserstoff oder p-Methoxybenzyl, R Wasserstoff oder o-Chlorbenzyloxycarbonyl, R g und R4 EMI8.4 EMI8.5 EMI8.6
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