<Desc/Clms Page number 1>
Die Erfindung betrifft ein Fertigbauteilsystem zur Errichtung von Bauwerken, bestehend aus plattenförmigen vorgefertigten Wandelementen, die eine vorbestimmte Breite aufweisen und annähernd in Raumhöhe ausgebildet sind und in denen Kanäle zur Aufnahme von Leitungen ausgebildet sind.
Um Bauwerke möglichst rationell und kostengünstig errichten zu können, ist es wünschens- wert Bauteile zu verwenden, die möglichst weitgehend vorgefertigt sind. In diese Fertigbau- teile sollen Leitungen, wie etwa Stromleitungen, Telekommunikationsleitungen, Wasserlei- tungen und dgl., möglichst leicht verlegt werden können. Andererseits soll der Montagevor- gang der einzelnen Wandelemente auf der Baustelle mit geringem Arbeitsaufwand passgenau und exakt möglich sein. Wesentlich ist dabei auch, dass bauseits auftretende Toleranzen und Ungenauigkeiten ausgeglichen werden können, um einen massgenauen Baukörper erzielen zu können.
Die DD-294 309 A zeigt ein Betonfertigbauelement mit vorgeformten Installationsbereichen, die aus bündig mit der Elementoberfläche abschliessenden, im Querschnitt trapezförmig aus- gebildeten Formelementen aus Gips gebildet werden. Das Verlegen von Leitungen in den In- stallationsbereichen ist zwar aufgrund der geringeren Härte des Materials erleichtert, aber dennoch aufwendig.
Die DE 40 15342 A betrifft eine Installationswand, die einer Raumtrennwand vorgesetzt wird. Die Versorgung der Steher der Installationswand erfolgt über Kanäle, die im Boden ein- gearbeitet sind. Die Anwendung dieser Bauweise ist nur örtlich begrenzt in Nassräumen in wirtschaftlicher Weise möglich.
Weiters zeigt die DE 37 10 388 A ein Konstruktionselement aus Beton, in dem Kanäle einge- arbeitet sind, die zur Beheizung oder zur Kühlung von Räumen dienen können. Dabei ist ein Anschluss an die Kanäle möglich, die in einer darunterliegenden Boden- oder Decken- konstruktion vorgesehen sind.
Ferner ist aus der DE 33 38 246 A ein Fertigbauelement aus Stahlbeton bekannt, das in sei- nem Inneren Hohlräume aufweist, die zur Durchführung bzw. zum Einbau von Installations- elementen, wie elektrischen Stromleitungen oder dgl., dienen. Ein ähnliches Bauelement ist auch in der EP 0 565 842 A gezeigt.
Bei den oben beschriebenen Lösungen besteht allgemein die Schwierigkeit, dass zwar Strom- leitungen und im gewissen Umfang auch Wasserleitungen in Hohlräumen von Bauelementen verlegt werden können, so dass zwischen Eintrittsstelle und Austrittsstelle keine Verletzung der Oberfläche mit der Notwendigkeit anschliessender Verputzarbeiten erfolgt. Dies ist jedoch für Heizungsleitungen nicht ohne weiteres möglich, da diese im allgemeinen als starre Leitun- gen aus Metall ausgebildet sind. Weiters ist den bekannten Lösungen gemeinsam, dass das Versetzen der Bauelemente eine sehr massgenaue und exakte Fertigung des Bodens bzw. der
<Desc/Clms Page number 2>
Geschossdecke erfordert, da Korrekturen praktisch nicht möglich sind.
Es sind daher bauseits vor dem Versetzen der Fertigelemente oftmals teure und aufwendige Nacharbeiten erforder- lich, um ein exaktes und passgenaues Versetzen der Fertigteile zu ermöglichen.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Fertigbauteilsystem zu schaffen, bei dem diese Nachteile vermieden werden, und das einen schnellen und kostengünstigen Baufortschritt ermöglicht.
Erfindungsgemäss ist vorgesehen, dass weiters Fusselemente vorgesehen sind, die dazu be- stimmt sind, auf eine Geschossdecke oder eine Fundamentplatte aufgesetzt zu werden und die eine Länge aufweisen, die ein Mehrfaches der Breite der Wandelemente betragen, wobei die Fusselemente eine Aufnahmefläche zum Aufsetzen von Wandelementen aufweisen, in der eine nach oben offene Ausnehmung vorgesehen ist, die sich in Längsrichtung erstreckt und die zur Aufnahme von Leitungen ausgebildet ist. Die Wandelemente sind beispielsweise aus Leicht- beton hergestellt. Es ist jedoch auch die Verwendung anderer Werkstoffe möglich. Wärme- isolierungselemente können in die Elemente integriert sein oder aussen aufgebracht werden.
Die erfindungsgemässen Fusselemente erfüllen eine doppelte Aufgabe. Einerseits stellen sie die Basis zur Aufstellung der Wandelemente dar und andererseits ermöglichen sie die Aufnahme von Heizungsleitungen oder anderer Leitungen. Da die Ausnehmungen der Fusselemente nach dem Verlegen völlig offen sind, können auch starre Metalleitungen leicht verlegt werden. Das Ausgleichen bauseits vorhandener Unregelmässigkeiten ist beim Verlegen der Fusselemente in relativ einfacher Weise möglich, indem Keile oder Plättchen verwendet werden. Die Verle- gung der Fusselemente erfolgt vorzugsweise im Mörtelbett.
Eine besonders einfache und kostengünstige Lösung ist gegeben, wenn die Fusselemente aus Stahlbeton hergestellt sind und einen U-förmigen Querschnitt aufweisen.
Die Montage der einzelnen Bauteile wird insbesonders erleichtert, wenn weiters Eckelemente vorgesehen sind, die mindestens zwei Anschlussflächen zum Anfügen von Wandelementen aufweisen, die in einem Winkel zueinander angeordnet sind. Die Eckelemente können dabei entweder auf den Enden der Fusselemente aufgesetzt sein oder direkt auf der Geschossdecke oder Fundamentplatte befestigt sein. Die Eckelemente dienen während der Montage als Posi- tionierungselemente, um die Wandelemente genau einzurichten. Die Eckelemente können zwei Anschlussflächen aufweisen, um beispielsweise eine Gebäudeecke zu definieren. Es ist aber auch beim Zusammentreffen mehrerer Wände möglich, eine entsprechende Anzahl von Anschlussflächen vorzusehen. Wenn es aus Gründen der Statik erforderlich ist, kann ein ab- gewandeltes Eckelement auch in Verlauf einer längeren Wand eingesetzt werden.
Im einfachsten Falls ist vorgesehen, dass die Eckelemente einen im wesentlichen quadra- tischen Querschnitt aufweisen, wobei die Seitenlänge des Quadrats im wesentlichen der Wandstärke der Wandelemente entspricht. Auf diese Weise ist die Herstellung und Handha- bung in besonders kostengünstiger Weise möglich.
Um auch in Gebäudeecken eine durchgängige Leitungsverbindung zu schaffen, kann vorge- sehen sein, dass die Eckelemente Kanäle aufweisen, die zur Verbindung der Kanäle der Wand- elemente ausgebildet sind.
<Desc/Clms Page number 3>
Die einzelnen Wandelemente können formschlüssig, wie etwa durch eine Nut und Feder-Ver- bindung, oder kraftschlüssig, d. h. stumpf nur durch Verkleben miteinander verbunden sein.
Die Gesamtstabilität des Bauwerks ergibt sich, indem die Wandelemente und gegebenenfalls die Eckelemente durch die im Anschluss aufgesetzte Geschossdecke zu einem kompakten Bau- körper verbunden werden. Um auch während der Montage eine ausreichende Stabilität zu erzielen, können vorzugsweise Verbindungselemente vorgesehen sein, die zur formschlüs- sigen Verbindung der Wandelemente und gegebenenfalls der Eckelemente ausgebildet sind.
Insbesonders ist es dabei günstig, wenn die Verbindungselemente dazu ausgebildet sind, in Öffnungen eingeführt zu werden, die die Kanäle an Stirnseiten der Wandelemente ausbilden.
Die Erfindung betrifft auch ein Gebäude, das unter Verwendung eines oben beschriebenen Fertigbauteilsystems errichtet ist.
Weiters betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Errichtung von Bauwerken. Die- ses Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass auf eine Geschossdecke oder eine Fundament- platte zunächst Fusselemente aufgesetzt werden, danach die Fusselemente in eine exakte Posi- tion eingerichtet werden, dass weiters senkrecht Eckelemente aufgestellt und positioniert wer- den, und dass zwischen die Eckelemente Wandelemente eingefügt werden, die Kanäle zur Aufnahme von Leitungen aufweisen, so dass durchgehende Kanäle ausgebildet werden. Auf diese Weise kann ein Baufortschritt besonders schnell und kostengünstig erzielt werden.
In einer besonders begünstigten Ausführungsvariante des erfindungsgemässen Verfahrens ist vorgesehen, dass die Eckelemente während der Montage durch geneigte Stützen in ihrer Lage fixiert werden. Auf diese Weise kann mit einfachen Mitteln eine sichere und exakte Positio- nierung der Wandelemente erreicht werden, da die Eckelemente als Lehre für das Einfügen der Wandelemente dienen.
Das Einrichten der Fusselemente wird insbesonders dadurch erleichtert, dass diese für jeweils eine Gebäudewand durchgängig verlegt werden.
Mit einer minimalen Anzahl von unterschiedlichen Bauelementen kann das Auslangen gefun- den werden, wenn die Wandelemente und gegebenenfalls die Eckelemente stumpf mitein- ander verklebt werden. Andererseits ist es jedoch auch möglich, dass die Wandelemente und gegebenenfalls die Eckelemente mit einer Nut und Feder-Verbindung zusammengefügt wer- den. Dadurch ist eine besonders stabile Verbindung der einzelnen Wandelemente untereinan- der möglich.
In der Folge wird die vorliegende Erfindung anhand der in den Figuren dargestellten Ausfüh- rungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen die Fig. 1 eine axonometrische Darstellung eines Bauwerks mit dem erfindungsgemässen Fertigbauteilsystems in teilweise fertiggestelltem Zu- stand ; die Fig. 2 ein Detail von Fig. 1 in vergrössertem Massstab ; Fig. 3 eine axonometrische Darstellung, die das Versetzen der einzelnen Bauelemente erklärt ; Fig. 4 einen Schnitt durch ein Wandelement und die Fig. 5 eine geschnittene axonometrische Darstellung, die ein Detail der erfindungsgemässen Lösung zeigt.
<Desc/Clms Page number 4>
Das in der Fig. 1 dargestellte Gebäude besteht aus einem Keller 1, der nach oben hin durch eine Geschossdecke 2 abgeschlossen ist. Auf dieser Geschossdecke 2 werden Wände in Form eines Fertigbauteilsystems errichtet. Auf die Geschossdecke 2 sind Fusselemente 3 aufgesetzt, die dem Verlauf der zu errichtende/Wände entsprechen. Die Fusselemente 3 sind aus Stahl- beton hergestellt und besitzen die Form von Stangen mit U-förmigem Querschnitt. Die Fuss- elemente 3 werden auf der Geschossdecke 2 mit nicht dargestellten Keilen und Plättchen exakt eingerichtet und im Mörtelbett verlegt. Nach dem Verlegen der Fusselemente 3 werden die eigentlichen Wände hergestellt, die aus raumhohen Wandelementen 4 bestehen. Spezielle Wandelemente 4a, 4b, 4c sind für die Ausbildungen von Fenster- und Türöffnungen vorge- sehen.
Nach Fertigstellung der Wände werden auf die Wandelemente 4 Deckenabschal- elemente 5 aufgebracht, und die Raumdecke wird hergestellt. Dies kann in an sich bekannter Weise durch die Verwendung von Fertigteilen 6 oder in anderer Weise hergestellt werden.
In der Fig. 2 ist die in Fig. 1 dargestellte Situation in vergrössertem Massstab unter Weglassung der Deckenabschalsteine und Deckenelemente detaillierter dargestellt. Dabei ist ersichtlich, dass, in einer Gebäudeecke ein Eckelement 7 vorgesehen ist, das an die Wandelemente 4 zweier benachbarter Raumwände anschliesst. Weiters sind in der Fig. 2 Kanäle 8 dargestellt, die in waagrechter Richtung in den Wandelementen 4 vorgesehen sind. Die Kanäle 8 sind zur Aufnahme von Leitungen ausgebildet und enden an den Stirnseiten 10 der Wandelemente 4 in Öffnungen 9. Auf diese Weise ergeben sich nach Fertigstellung der Raumwände durch- gehende Kanäle. Je nach Bedarf können die Kanäle 8 aber auch teilweise ohne zusätzliche Einbauten zur Be- und Entlüftung von Räumen verwendet werden.
In der Fig. 3 ist die Herstellung einer Gebäudewand mit dem erfindungsgemässen Fertigbau- teilsystem erklärt. Nach dem Einrichten der Fusselemente 3 werden die Eckelemente 7 an den Gebäudeecken aufgestellt und genau justiert. Um die exakte Lage zu sichern, werden die Eck- elemente 7 durch schräg angeordnete Stützen 11verspreizt und gehalten. Danach werden die einzelnen Wandelemente 4 ausgehend von einem Eckelement 7 auf das Fusselement 3 aufge- setzt und mit dem benachbarten Element 4 oder 7 verbunden. Die Verbindung erfolgt bei- spielsweise durch Verkleben an den stumpfen Stirnseiten 10. Um eine sofortige Verbindung zu ermöglichen und um das exakte Einrichten zu erleichtern, können in die Öffnungen 9 Ver- bindungselemente 12 eingesetzt werden, die eine formschlüssige Verbindung zwischen den Wandelementen 4 herstellen.
Diese Verbindungselemente 12 sind beispielsweise als Hülsen ausgebildet, die passgenau in die Öffnungen 9 der Kanäle 8 eingesetzt werden können.
In der Fig. 4 ist ein Wandelement 4 samt den daran anschliessenden Bauteilen im Schnitt dar- gestellt. Auf der Oberkante des Wandelements 4 ist ein Deckenabschalstein 5 aufgesetzt.
Weiters ist in der Fig. 4 die Geschossdecke 2 und das Fusselement 3 ersichtlich. Es ist offen- sichtlich, dass die Wandelemente 4 zusätzlich zu den dargestellten waagrechten Kanälen 8 auch noch weitere Kanäle aufweisen können, die beispielsweise senkrecht angeordnet sind.
In der Fig. 5 ist anhand eines Details der genaue Aufbau im Bereich des Fusselements 3 er- klärt. Die Geschossdecke 2 ruht auf einer Gebäudewand 13, deren Aufbau für die vorliegende Erfindung unerheblich ist. Das Fusselement 3 besitzt eine nach oben offene Ausnehmung 14,
<Desc/Clms Page number 5>
die in seiner Längsrichtung angeordnet ist. In dieser Ausnehmung 14 sind Heizungsrohre 15 eingelegt, die zur Beheizung des Gebäudes dienen. Die Bereiche beidseits der Ausnehmung 14 dienen als Aufnahmefläche 16 zur Abstützung der in der Fig. 5 nicht dargestellten Wand- elemente. Vorteilhaft ist in diesem Zusammenhang, dass die Fusselemente 3 so ausgebildet werden können, dass ihre Höhe kleiner ist als die des nicht dargestellten Fussbodenaufbaus, so dass die Fusselemente 3 auch im Bereich von Türen durchgängig ausgebildet werden können.
Weiters können die Öffnungen 14 auch dazu verwendet werden, die aufgesetzten Wand- elemente 4 zu positionieren, wenn die Wandelemente 4 in ihrem unteren Bereich einen ent- sprechenden Vorsprung 17 aufweisen, der formschlüssig in die Ausnehmung 14 einrastet. Die Fusselemente 3 werden auf der Geschossdecke 2 in einem Mörtelbett 18 verlegt.
Die vorliegende Erfindung ermöglicht es, Gebäude kostengünstig, schnell und dennoch pass- genau und sicher herzustellen.