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Die Erfindung betrifft eine Vertikal-Stranggiesseinrichtung zur Herstellung eines dünnen Warm- bandes, insbesondere aus Stahl in einer Dicke zwischen 1 und 10 mm, mit zwei zueinander paralle- len und einen horizontalen Spalt einschliessenden Giesswalzen, mit einem von einem oberhalb der
Vertikal-Stranggiesseinrichtung angeordneten Vorratsgefäss in den Hohlraum der Vertikal-Stranggiess- 'einrichtung bis unter den Schmelzenbadspiegel ragenden Giessrohr, und mit einem einen geschlosse- nen Rahmen bildenden und an der Ober- und Unterseite offenen Behälter, dessen Unterseite über seine gesamte Länge mit zu den Giesswalzen korrespondierenden, teilzylindrischen Ausnehmungen versehen ist, wobei zwei einander gegenüberliegende Wände des Behälters in Ausziehrichtung des zu giessenden Warmbandes derartig verlängert ausgebildet sind,
dass sie zwischen die Giesswalzen zumindest bis zur die Achsen der Giesswalzen verbindenden Ebene ragen.
Eine Einrichtung dieser Art ist aus der JP-OS 57-32852 sowie aus der JP-OS 58-187244 be- kannt. Hiebei ist die Unterseite des Behälters über ihre gesamte Länge teilzylindrisch gestaltet, so dass das Dichtproblem zwischen Behälter und Giesswalzen zufriedenstellend gelöst ist. Ein Problem ist hiebei jedoch darin zu sehen, dass die Einrichtung nur zum Giessen eines ganz bestimmten Quer- schnittsformates dienen kann. Will man die Breite des Warmbandes variieren, so ist es notwendig, den Behälter auszutauschen.
Es ist bekannt (JP-OS 60-127048 und 60-127049), zum Zweck, unterschiedlich breite Warmbän- der zu giessen, den Behälter aus zwei im Grundriss gesehen L-förmigen Teilen zu bilden, wobei jedoch diese Teile die Stirnseiten der Giesswalzen teilweise überdeckende Fortsätze aufweisen. Diese
Fortsätze müssen dichtend an den Stirnwänden der Giesswalzen anliegen, so dass zur Breitenverstel- lung die Giesswalzen gemeinsam mit den L-förmigen Teilen verschoben werden müssen.
Um Bänder mit unterschiedlichen Breiten zu giessen, ist es weiters bekannt (JP-OS 60-118355), den Behälter aus vier Seitenwänden, ähnlich einer herkömmlichen Plattenkokille, auszubilden, wo- bei jedoch das Problem des Dichtens zwischen den einzelnen Seitenwänden und gegenüber den
Giesswalzen auftaucht, denn es muss neben der guten Dichtheit zwischen den Seitenwänden zur Erzie- lung einer Dichtheit zwischen den Seitenwänden und den Giesswalzen eine einwandfreie Formüberein- stimmung zwischen den Seitenwänden und den Giesswalzen gewährleistet sein, welche Forderungen beim bekannten Behälter infolge der Vielzahl von zu dichtenden Spalten nur schwierig zu erfüllen sind.
Die Erfindung bezweckt die Vermeidung dieser Nachteile und Schwierigkeiten und stellt sich die Aufgabe, eine Vertikal-Stranggiesseinrichtung der eingangs beschriebenen Art zu schaffen, die zum Giessen unterschiedlich breiter Warmbänder geeignet ist, wobei in möglichst einfacher Weise und ohne grossen Aufwand die Dichtheit zwischen dem Behälter und den Giesswalzen gewährleistet ist und die Verstellung auf unterschiedliche Breiten des Warmbandes möglichst einfach und ohne axiale Verlagerung der Giesswalzen möglich ist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass der Behälter im Grundriss gesehen von zwei L-förmig gestalteten Wandteilen gebildet ist, die jeweils mittels Stelleinrichtungen in
Richtung der Achsen der Giesswalzen gegeneinander und gegenüber den Giesswalzen verschiebbar sind.
Um die Ausbildung von zu dicken Strangschalen zu vermeiden, ist der Behälter in an sich bekannter Weise zumindest an seinem einlaufseitigen Ende mit einer Heizung, vorzugsweise einer induktiven Heizung, ausgestattet.
Zur Erhöhung der Sicherheit der Dichtheit zwischen dem Behälter und den Giesswalzen ist der Behälter mittels Pressmitteln, vorzugsweise Federn, an die Giesswalzen anpressbar.
Zweckmässig ist der Behälter aus feuerfestem Material, vorzugsweise aus einer Graphitlegierung, gebildet.
Um Verbundbänder herzustellen bzw. um eine Benetzung der Giesswalzen mit der Stahlschmelze zu vermeiden, ist vorteilhaft in an sich bekannter Weise zwischen dem Behälter und jeder Giesswalze jeweils ein dünnes Blechband vorgesehen, welches von einer parallel zu jeder Giesswalze angeordneten Abspulvorrichtung abspulbar ist und jede Giesswalze an ihrem der Schmelze zugewendeten Teil bedeckt.
Die Erfindung ist nachfolgend an Hand der Zeichnungen an zwei Ausführungsbeispielen näher erläutert, wobei Fig. 1 einen Grundriss einer erfindungsgemässen Einrichtung in schematischer Darstel-
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lung und die Fig. 2 und 3 einen Schnitt gemäss der Linie Il-11 sowie eine Ansicht in Richtung des Pfeils III der Fig. l einer ersten Ausführungsform zeigen. In den Fig. 4, 5 und 6 ist in zu den Fig. 1 bis 3 analogen Darstellungen eine weitere Ausführungsform veranschaulicht.
Die in den Fig. l bis 3 dargestellte Stranggiesseinrichtung weist zwei zueinander parallel ausgerichtete und mit horizontalen Achsen --1, 1'-- angeordnete, mittels eines Antriebes drehbare Walzen --2,2'-- auf, zwischen denen ein Spalt --3-- in der Dicke --4-- des zu giessenden Querschnittes eingestellt ist. Die engste Distanz (Dicke --4-- des Spaltes --3--) der Oberflächen--5, 5'-- der Giesswalzen --2, 2'-- beträgt entsprechend der gewünschten Dicke des zu giessenden Warmbandes etwa 1 bis 10 mm ; sie kann entsprechend dem Giessprogramm auf unterschiedliche Masse verstellt werden.
Auf die Giesswalzen --2, 2'-- ist ein einen peripher geschlossenen, an seiner Ober- und Unterseite jedoch offenen Rahmen bildender Behälter --6-- aufgesetzt, der an der Unterseite mit zu den Giesswalzen korrespondierenden teilzylindrischen Ausnehmungen --7, 7'-- versehen ist. Der Behälter --6-- wird von zwei im Grundriss L-förmig gestalteten Wandteilen 8'-- gebildet, die einander zu einem geschlossenen Rahmen ergänzen. Die beiden Wandteile --8, 8'-- sind gegeneinander in Richtung der Doppelpfeile --9--, die parallel zu den Achsen --1, 1'-- der Giesswalzen --2, 2'--gerichtet sind, zwecks Einstellung der Breite --B-- des zu giessenden Warmstranges bzw. Warmbandes --10-- verschiebar. Sie können in jeder beliebigen Position gegeneinander fixiert werden.
Die Wandteile --8, 8'-- des Behälters --6-- sind vorzugsweise aus einer Graphitlegierung gefertigt ; dieses Material hat den Vorteil einer ausgezeichneten Gleiteigenschaft.
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gerichtet und reichen zwischen den Giesswalzen --2, 2'-- mindestens bis zur die Achsen --1, 1'-der Giesswalzen --2, 2'-- verbindenden Ebene --13--. Jeder Wandteil --8, 8'-- ist mittels ortsfest
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--14-- über Konsolen --15-- abgestützte Federn --16-- vertikal2'-- sichergestellt und anderseits ein Verschleiss der Wandteile --8, 8'-- infolge der Reibung derselben bei Drehen der Giesswalzen 2'-- ausgeglichen wird.
Zur Vermeidung einer frühzeitigen Erstarrung der in den Behälter --6-- eingegossenen Schmelze --17-- sind die Seiten --11, 11',
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des Behälters --6-- beheizt,Schmelze --17-- gefüllt ist, in Stellung gebracht. An der Unterseite --19-- dieses Zwischenbehälters ist ein Giessrohr --20-- befestigt, welches in den Behälter --6-- ragt.
Die Funktion der Einrichtung ist folgende :
Zu Beginn des Giessens wird an der engsten Stelle des Spaltes --3-- zwischen den Giesswalzen
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net ist, verbunden sind, in Stellung gebracht. Danach wird die zu vergiessende Stahlschmelze --17-- in den Behälter gefüllt. Das Giessrohr ragt bei gefülltem Behälter --6-- mit seiner Austritts- öffnung --24-- bis unter den Schmelzenbadspiegel --25--, der sich nahe dem oberen Ende des Behälters --6-- befindet. Die Giesswalzen --2, 2'--, die mit einer nicht dargestellten Innenküh- lung versehen sind, bewirken ein Erstarren der Stahlschmelze --17-- an ihren der Stahlschmelze zugewendeten Oberflächen.
Anschliessend an den Füllvorgang wird die Anfahrhilfe --21-- aus der Kokille --2, 2', 6--
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--10--,zen --2, 2'-- in Drehung versetzt, wobei die Geschwindigkeit der Oberflächen --5, 5'-- der Giesswalzen --2, 2'-- der Ausziehgeschwindigkeit des Warmstranges --10-- entspricht.
Die Kühlung der Giesswalzen --2, 2'-- wird in der Art und Weise und mit einer Intensität vorgenommen, dass an jeder Oberfläche --5, 5'-- der Giesswalze --2 bzw. 2'-- Schmelze --17-in einer Dicke, die etwa der Hälfte der Dicke --4-- des Warmstranges --10-- entspricht, erstarrt ist. Hiedurch wird die Durcherstarrung des ausgezogenen Warmstranges --10-- am Spalt --3--
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zwischen den Giesswalzen 2'-sichergestellt, und es wird eine weitere Strangstützung entbehrlich.
Zum Schutz des Schmelzenbadspiegels --25-- in der Kokille ist dieser mittels eines Inertgases bedeckt, das eine nicht dargestellte, den Schmelzenbadspiegel --25-- abdeckende Schutzhaube füllt. Zur Steuerung der Giesseinrichtung kann ein Mikroprozessor oder ein Prozessrechner eingesetzt werden.
Das Vorsehen des auf die Giesswalzen --2, 2'-- aufgesetzten Behälters --6-- ermöglicht trotz der sehr geringen Warmstrangdicke --4-- (die Breite --B-- des Warmbandes beträgt beispielsweise 1600 mm), in bequemer Weise einen Tauchausguss, d. h. ein bis unter den Schmelzenbadspiegel - reichendes Giessrohr-20--, zu verwenden, was metallurgisch gerade bei besonders dünnen Warmsträngen von besonderer Wichtigkeit ist.
Da die Wärmeabfuhr ähnlich wie bei einer beim konventionellen Strangguss vorgesehenen Kokille rasch erfolgt, entsteht im Warmstrang --10-- ein grobglobulares Gefüge.
Die erfindungsgemässe Einrichtung zum Stranggiessen zeichnet sich durch besondere Einfachheit aus, wodurch bei Errichtung einer Anlage nur geringe Investitionskosten anfallen. Das vergossene Warmband --10-- kann sogleich einer Fertigwalzstrasse zugeführt werden, und man erspart sich das Walzen auf einer Brammenwalzstrasse.
Gemäss der in den Fig. 4 bis 6 dargestellten Ausführungsform können dünne Verbundwarmstränge bzw. Verbundwarmbänder --26-- erzeugt werden, deren Oberflächen --27-- z. B. aus einem hochwertigen rostfreien Material gebildet sind, wogegen der Kern --28-- des Verbundwarmbandes - aus Kommerzstahl besteht. Dies geschieht durch Zuführen von über die Oberflächen --5,
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ten Oberflächenqualität des Fertigproduktes. Die über das Giessrohr --20-- zufliessende Stahlschmelze --17-- verbindet sich bei Erstarrung an den Oberflächen der dünnen Bänder --29, 29'-- mit diesen zu einer Einheit.
Die Bleche --29, 29'-- sind auf seitlich der Giesswalzen --2, 2'-- parallel zu diesen angeordneten Abspuleinrichtungen-30, 30'-gelagert. Diese Ausführungsform weist weiters den Vorteil auf, dass eine Benetzung der Oberflächen --5, 5'-- der Giesswalzen --2, 2'-- mit Stahlschmelze und ein Verschleiss der Giesswalzen --2, 2'-- vermieden werden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Vertikal-Stranggiesseinrichtung zur Herstellung eines dünnen Warmbandes, insbesondere aus Stahl in einer Dicke zwischen 1 und 10 mm, mit zwei zueinander parallelen und einen horizontalen Spalt einschliessenden Giesswalzen, mit einem von einem oberhalb der Vertikal-Stranggiesseinrichtung angeordneten Vorratsgefäss in den Hohlraum der Vertikal-Stranggiesseinrichtung bis unter den Schmelzenbadspiegel ragenden Giessrohr, und mit einem einen geschlossenen Rahmen bildenden und an der Ober- und Unterseite offenen Behälter, dessen Unterseite über seine gesamte Länge mit zu den Giesswalzen korrespondierenden teilzylindrischen Ausnehmungen versehen ist, wobei zwei einander gegenüberliegende Wände des Behälters in Ausziehrichtung des zu giessenden Warmbandes derartig verlängert ausgebildet sind,
dass sie zwischen die Giesswalzen zumindest bis zur die Achsen der Giesswalzen verbindenden Ebene ragen, dadurch gekennzeichnet, dass der Behälter (6) im Grundriss gesehen von zwei L-förmig gestalteten Wandteilen (8,8') gebildet ist, die jeweils mittels Stelleinrichtungen in Richtung der Achsen (1, l') der Giesswalzen (2, 2') gegeneinander und gegenüber den Giesswalzen (2, 2') verschiebbar sind.