<Desc/Clms Page number 1>
Die Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung zur Kennzeichnung eines an einem Unfall beteiligten Fahrzeuges mit einem an mindestens einer aufprallgefährdeten Stelle des Fahrzeuges, vorzugsweise an der vorderen Stossstange, angebrachten Aufprall-Fühler, mittels welchem auf elektrischem bzw. mechanisch-elektrischem Wege mindestens ein Signalgeber auslösbar ist.
Aus der FR-PS Nr. 2. 161. 873 ist ein im Fahrzeug eingebauter Sender (Signalgeber) bekannt, der mittels an der Aussenseite des Wagens angeordneter Aufprallfühler (in Form von Drähten) bei einem Unfall (d. h. beim Zerreissen eines oder mehrerer Fühlerdrähte) selbsttätig eingeschal- tet wird und erste Hilfe herbeiruft ; dieser Sender kann ähnlich wie ein Funkpeilturm von einem
Fahrzeug der Strassenwacht angepeilt werden. Der Sender ist vom Fahrer willkürlich abschaltbar.
Aus der FR-PS Nr. 2. 137. 201 ist ferner eine federnd aufgehängte Stossstange an einem Auto bekannt, die beim Anstossen an ein Hindernis ein Licht- oder Schallsignal als Warnung für den Fahrer auslöst. Diese Vorrichtung kann hauptsächlich als Hilfe beim Einparken angesehen werden.
Aus der DE-PS Nr. 972776 und aus der AT-PS Nr. 212168 sind von am Auto angebrachten
Aufprall-Fühlern auslösbare Photoapparate bekannt.
Ein am Fahrzeug aussen angebrachtes, durch Verplombung gegen Zugriff geschütztes Gehäuse mit Anzeige eines Fahrer-Fehlverhaltens, z. B. einer Geschwindigkeitsüberschreitung, zeigt die
DE-OS 2430840. Ein Aufprallfühler mit elektrischem Kontakt ist in der DE-OS 2723702 beschrieben.
Schliesslich sind mehrere Vorrichtungen zur Hintanhaltung von Fahrerflucht bekannt, bei denen im Unfallsfall viele kleine, das Fahrzeugkennzeichen tragende Metallteile ausgestossen werden (DE-OS 2935786, DE-PS Nr. 820389, US-PS Nr. 3, 490, 409, Nr. l, 816, 939, Nr. l, 029, 550).
Ziel der Erfindung ist es, die in letzter Zeit in erschreckendem Ausmass zunehmenden
Fälle von Fahrerflucht nach Unfällen mit Blech-und/oder Personenschaden mittels einfach aufgebauter Vorrichtungen auf drastische Weise einzuschränken bzw. überhaupt unmöglich zu machen.
Dies wird bei der eingangs näher bezeichneten Einrichtung erfindungsgemäss dadurch erreicht, dass der oder die Signalgeber mit einer deren Funktionsfähigkeit anzeigenden Kontrollampe in einem Gehäuse in an sich bekannter Weise an der Aussenseite des Fahrzeuges angeordnet ist, die Kontrolleuchte von aussen sichtbar im Gehäuse angeordnet ist, dass in dem Gehäuse auch die gesamte zum Betrieb der Einrichtung erforderliche elektrische Schaltung untergebracht und dass das Gehäuse zur Verhinderung eines Eingriffes in die Schaltung plombierbar ist.
Die Erfindung sieht mindestens einen von Aufprall-Fühlern auslösbaren Signalgeber vor, der jedoch samt der zum Betrieb erforderlichen elektrischen Schaltung zum Zugriff des Fahrers entzogen ist und deren Funktionsbereitschaft von aussen überwachbar ist, so dass der Fahrer des mit der erfindungsgemässen Einrichtung ausgestatteten Fahrzeuges stets in einem kontrollierten System fährt, in welchem ein Aufprall irgendwelcher Art nicht ohne weiteres übergangen werden kann.
Durch die erfindungsgemässe Einrichtung, die am Fahrzeug angebracht und gegen Manipulationen gesichert (plombiert) ist, wird Fahrerflucht nahezu unmöglich gemacht. Die Gestehungskosten der Anlage sind sehr gering und das Fahrzeug wird durch einen zierleistenartigen Aufprall- - Fühler und ein kleines, tunlichst neben dem Aussenspiegel anzubringendes oder in diesen zu integrierendes Gehäuse optisch nicht verunstaltet. Die ordnungsgemässe Funktion der Einrichtung ist durch die weithin sichtbare Kontrolleuchte auch vom Fahrbahnrand (Polizist) leicht erkennbar.
Für die Anbringung der Einrichtung kommen alle ein-und zweispurigen Kraftfahrzeuge sowie auch öffentliche Verkehrsmittel in Betracht. Ähnlich wie die Einführung des Fahrtenschreibers beispielsweise bei LKW, Bussen und Strassenbahntriebwagen sollte auch das Vorhandensein der erfindungsgemässen Einrichtung gesetzlich vorgeschrieben sein. Es käme aber auch zunächst ein freiwilliger Einbau mit entsprechender Senkung der Versicherungsprämie (ähnlich wie bei der Benutzung von Sichrheitsgurten) in Frage.
Jedenfalls soll der Fahrer des mit der erfindungsgemässen Einrichtung ausgestatteten Kraftfahrzeuges stets das Gefühl haben, in einem kontrollierten System zu fahren, in welchem ein Anprall irgendwelcher Art nicht ohne weiteres übergangen werden kann. Dies würde zweifellos einen tiefgreifenden Einfluss auf das Fahrverhalten des Fahrers haben und letztlich auch zur Hebung der Verkehrsmoral beitragen.
<Desc/Clms Page number 2>
Gemäss einer weiteren zweckmässigen Ausgestaltung der erfindungsgemässen Einrichtung kann vorgesehen sein, dass in dem Gehäuse, wie an sich bekannt, zusätzlich mindestens eine photographische Kamera mit Blitzlicht angeordnet ist, die elektrisch, gegebenenfalls mit einer Zeitverzögerung, auslösbar ist. Dadurch wird der Unfallbereich auch photographisch dokumentiert und unter anderem die Klärung der Verschuldensfrage erleichtert.
Zweckmässigerweise ist vorgesehen, dass die elektrische Schaltung aus einer mit Arbeitskontakt- oder Ruhekontakt-Auslösung arbeitenden Relais-Schaltung mit Selbsthaltekontakt besteht, mittels welcher der bzw. die Signalgeber und die Kontrolleuchte sowie gegebenenfalls die photographische Kamera samt Blitzlicht steuerbar sind, und dass deren Spannungsversorgung über einen Arbeitskontakt des Zündschlosses geführt ist. Damit ist die Einrichtung einfach und betriebssicher aufgebaut.
Um ein Weiterfahren zu verhindern, ist vorgesehen, dass parallel zu dem bzw. den Signalgeber (n) ein weiteres Relais geschaltet ist, und dass ein Ruhekontakt dieses weiteren Relais in den Zündstromkreis, vorzugsweise in den Primärstromkreis der Zündspule, geschaltet ist.
Die Erfindung wird nun unter Bezugnahme auf die in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert. In diesen zeigen Fig. l die Anbringung der erfindungsgemässen Einrichtung an einem Kraftfahrzeug, Fig. 2 ein Schaltschema der erfindungsgemässen Einrichtung, Fig. 3 einen Querschnitt durch eine Ausführungsform eines Aufprall-Fühlers, Fig. 4 einen schematischen Längsschnitt durch eine andere Ausführungsform eines Aufprall-Fühlers und Fig. 5 eine schematische Ansicht des Gehäuses der erfindungsgemässen Einrichtung mit den Kontroll- und Signaleinrichtungen.
Aus Fig. l ist ersichtlich, wie die erfindungsgemässe Einrichtung in problemloser Weise am Kraftfahrzeug, beispielsweise einem PKW, angebracht werden kann. Das die Kontrollorgane, die Signalgeber und eventuell auch die Kameras samt Blitzlicht enthaltende, vorzugsweise kugel-
EMI2.1
es kann selbstverständlich auch gleich in einen solchen integriert sein. Das Gehäuse--1-- könnte aber auch im Wageninneren, im Bereich der vorderen, eventuell auch der hinteren Windschutzscheibe angebracht sein. Der Aufprall-Fühler --2-- ist an mindestens einer aufprallgefährdeten Stelle des Fahrzeuges, insbesondere an der vorderen Stossstange in der Art einer Zieroder Gummileiste angebracht ; er kann selbstverständlich auch gleich in den gesamten Stossstangenaufbau integriert sein.
Eine Ausdehnung des Aufprall-Fühlers --2-- auch auf die hintere Stossstange oder in der Art einer rund um das ganze Fahrzeug laufenden Zierleiste ist selbstverständlich ohne weiteres möglich.
Fig. 2 zeigt eine Möglichkeit des elektrischen Schaltungsaufbaues der erfindungsgemässen Einrichtung in preiswerter und robuster Relais-Technik ; natürlich läge ein analoger Aufbau in Halbleitertechnik ebenso im Bereich des Möglichen. Vom Autoakku (Klemmen 12 V) wird über einen vom Zündschloss betätigten Arbeitskontakt --ZK-- Spannung an eine erste Serienschaltung bestehend aus einem Relais-R'--und einem Arbeitskontakt --FA-- des Aufprall-Fühlers --2-- angelegt. Parallelgeschaltet zu dieser ersten Serienschaltung ist eine aus einem Relais --R-und einem Ruhekontakt --r 1 I -- des Relais --R'-- bestehende zweite Serienschaltung.
Zu dieser zweiten Serienschaltung liegt parallel eine aus einem Arbeitskontakt --r 1 -- des Relais --R-- und einer Kontrollampe --KL-- bestehende dritte Serienschaltung ; parallel zu dieser dritten Serienschaltung sind über einen Ruhekontakt-r -des Relais-R--ein akustischer Signalgeber (Sirene) --S-- und ein optischer Signalgeber (Blinklicht) --BL-- an die Spannung anschaltbar.
Gegebenenfalls kann parallel zu den beiden Signalgebern --S, BL-- noch eine oder mehrere Kameras --K-- mit Blitzlicht --B--, die in an sich bekannter Weise mit elektrisch gesteuerter Auslösung und Filmtransport versehen sind, angeschaltet sein, die ein oder mehrere Bilder vom Unfallbereich bzw. dessen Umgebung aufnehmen. Es kann zweckmässig sein, im Stromkreis der Kamera- und Blitzlichtauslösung eine gewisse zeitliche Verzögerung V vorzusehen, damit die Dokumentation erst am Ende des Unfallverlaufes erfolgt.
Parallel zu den beiden Signalgebern-S, BL- kann auch noch ein weiteres Relais-R"-
<Desc/Clms Page number 3>
vorgesehen sein, dessen Ruhekontakt --r 1 "-- im Primärkreis der Zündspule --Z-- liegt. Durch diese Massnahme wird bei Unfällen auf einsamen Landstrassen, wo Sirene --S-- und Blinklicht --BL-- möglicherweise wirkungslos wären, die Weiterfahrt unmöglich gemacht. Mit --U-ist die Unterbrecherseite (Primärkreis) der Zündspule --Z--, mit --V-- die Verteilerseite (Sekundärkreis) bezeichnet.
Falls gewünscht wird, dass die Einrichtung nicht nur auf einen ständig geschlossenen
EMI3.1
dem Arbeitskontakt --FA- parallelgeschaltet sein.
Falls als Aufprall-Fühler --2-- ein Ruhekontakt Verwendung finden soll (s. Kontakt --FR-in Fig. 4), so kann dieser im Schaltbild gemäss Fig. 2 an die Stelle des Kontaktes --r 1'-- tre- ten. Das Relais-R'-und die Kontakte --FA und r.,'-können dann wegfallen.
Fig. 3 zeigt einen Querschnitt durch einen Aufprall-Fühler --2-- in der Art einer Zieroder Gummileiste (sogenanntes Kontaktband bzw. "Stromband"). Zwei Kontaktfolien --3-- werden durch eine spröde Isolierzwischenlage --4--, z.B. aus einem glasartigen Material, in Abstand voneinander gehalten und sind mit dieser in einer Kunststoffhülle --5-- eingebettet. Dieses Kontaktband kann in üblicher Weise nach Art einer Zierleiste aussen am KFZ, gegebenenfalls auch rundumlaufend, befestigt werden. Die beiden Kontaktfolien-3-stellen den Arbeitskontakt --FA-- des Aufprall-Fühlers in Fig. 2 dar. Im Falle eines Aufpralles zerspringt die spröde
EMI3.2
In Fig. 4 ist in einer Prinzipdarstellung eine andere Möglichkeit für einen Aufprall-Fühler --2-- im Längsschnitt dargestellt ; dieser Fühler --2-- beruht auf einer Art Bowdenzug-Prinzip, wobei in einer ortsfesten Hülle --6-- ein längsverschiebbares Innenelement --7-- ("Seele") vorgesehen ist, das von einer Zugfeder --8-- vorgespannt ist und einen Ruhekontakt --FR-gegen die Spannung einer schwächeren Feder --8a-- geschlossen hält. Mit dem Bezugszeichen - sind die Fixpunkte für die Hülle --6-- und die Federn --8 und. 8a-- bezeichnet. Dieser Bowdenzug wird ebenfalls an der besonders aufprallgefährdeten Stelle des Fahrzeuges, eventuell auch rundumlaufend, angebracht und stellt quasi einen Schalter bzw. Kontakt mit verlängertem Betätigungsarm dar. Das Innen- bzw.
Zugelement --7-- ist aus sprödem Material und bricht an der Aufprallstelle, wodurch der Ruhekontakt --FR-- öffnet und den Alarm auslöst.
In Fig. 5 ist nochmals das kugelförmige, plombierte und erforderlichenfalls auch wetterfeste Gehäuse-l-mit dem Fuss-la-dargestellt. Dieses Gehäuse enthält die Kontrollampe --KL--, die Blinkleuchte --BL--, die Sirene --S-- und gegebenenfalls auch die Kamera --K-- samt Blitzlich --B--. Auch die elektrische oder elektronische Schaltung kann in dem plombierten Gehäuse enthalten sein, um unbefugte Manipulationen zu verhindern.
Die Funktion der erfindungsgemässen Einrichtung ist wie folgt :
Beim Einschalten der Zündung wird über den Kontakt --ZK-- des Zündschlosses auch die erfindungsgemässe Einrichtung an Spannung gelegt ; dieser Umstand wird für jedermann (somit auch für den kontrollierenden Polizisten) sichtbar durch das Leuchten der Kontrollampe --KL-angezeigt. Sobald während der Fahrt eine Kollision erfolgt, wird der Arbeitskontakt --FA-des Aufprall-Fühlers --2-- (im Falle der Ausführungsform gemäss Fig. 3) geschlossen, das Relais - zieht an und öffnet seinen Ruhekontakt --r 1'-- (sowie schliesst seinen allenfalls vorhandenen Selbsthaltekontakt --r2'--).
Das Relais --R-- fällt ab, sein Arbeitskontakt --r1-- öffnet, die Kontrollampe-KL-- erlischt ; gleichzeitig schliesst der Ruhekontakt --r2 -- das Relais --R-und legt die akustischen und optischen Signalgeber (Sirene --S-- und Blinklicht --BL--) an Spannung. Sofern vorhanden wird auch die Kamera --K-- samt Blitz ausgelöst und das Relais --R"-- unter Spannung gesetzt, das mittels des Ruhekontaktes --r 1'-- den Zündstromkreis unterbricht und die Weiterfahrt verhindert.
EMI3.3
--2-- mittakt-FR- (Fig. 4), der in der Schaltung gemäss Fig. 2 an der Stelle des Ruhekontaktes --ri '-- geschaltet ist und im Falle einer Kollision öffnet.