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Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur elektroosmotischen Trockenlegung von Mauerwerk mittels in einem Mörtelbett angeordneter Elektroden aus kohlenstoffhaltigen Leitern, die ausserhalb des Mauerwerks mit einer Anspeisungsleitung zu einer Spannungsquelle verbunden sind.
Es ist bekannt, bei durch Kapillarwirkung verursachter, aufsteigender Mauerfeuchte an
Spannung angelegte Elektroden, die in das Mauerwerk eingefügt sind, zur Trockenlegung einzu- setzen, wobei infolge des Stromflusses durch die Elektroden und durch das Mauerwerk hindurch das Aufsteigen der Feuchtigkeit behindert bzw. durch den elektrischen Strom die Flüssigkeits- bewegung umgekehrt wird, wodurch eine Trockenlegung des Mauerwerks bewirkt wird. Um eine lange Lebensdauer solcher Einrichtungen zur Trockenlegung zu erzielen, werden die Elektroden aus korrosionsfreiem kohlenstoffhaltigen Material hergestellt.
Sowohl aus der AT-PS Nr. 374863 als auch aus der PCT-WO 81/00127 sind Einrichtungen zur elektroosmotischen Trockenlegung von Mauerwerk mittels Elektroden aus korrosionsfreiem Material, z. B. aus Kohlenstoff, bekannt, bei denen die Elektroden im Mauerwerk eingebettet sind. Diese bekannten Einrichtungen haben den Nachteil, dass hohe Übergangswiderstände zwischen feuchtem
Mauerwerk und Elektroden auftreten und dadurch der Wirkungsgrad der Einrichtungen vermindert wird.
Um den Übergangswiderstand zwischen feuchtem Mauerwerk und Elektroden herabzusetzen, ist es bekannt, Elektroden mittels eines leitfähigen Putzes in Bandform am feuchten Mauerwerk anzubringen. Dies hat jeoch zur Folge, dass im Laufe der Trockenlegung die elektrische Leitfähigkeit, zumindest partiell, durch Rissbildung im Putz infolge Austrocknung unterbrochen wird und somit bei späterer Verwendung die Wirksamkeit der Einrichtung in grossem Masse reduziert ist.
Um die nachteilige Auswirkung der Rissbildung zu vermeiden, ist es auch bekannt, das Mauer- werk mit einem elektrisch leitfähigen Netz aus kohlenstoffhaltigem Material zu versehen, wobei dieses Netz mittels eines normalen Putzes, der einen sehr geringen elektrischen Leitwert aufweist, am Mauerwerk befestigt wird. Auch hiebei besteht jedoch das Problem des hohen Übergangswider- standes zwischen dem durch die Elektroden gebildeten Netz und dem Mauerwerk.
Weiters sind verschiedene Einrichtungen der eingangs genannten Art, die unter anderem kohlenstoffhaltige korrosionsfeste Elektroden aufweisen, aus der AT-PS Nr. 238417, der AT-PS
Nr. 298006, der EP 0 100 845 A3, der DE-PS Nr. 2722985 B2 und der DE-PS Nr. 2649611 B2 bekannt.
Durch keine dieser bekannten Einrichtungen werden jedoch diejenigen Nachteile, die nach deren
Installation im Laufe der Zeit auftreten, nämlich die starke Verminderung der Leitfähigkeit infolge
Rissbildung, Auftreten von Korrosion an den Anschlussstellen und das Isolieren der Elektroden durch elektrisch nicht leitenden Mörtel, vermieden. Somit war es bis jetzt nur in begrenztem Masse möglich, mit den bekannten Einrichtungen eine wirksame Trockenlegung zu erzielen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung zur elektroosmotischen Trockenlegung von Mauerwerk mittels Elektroden anzugeben, durch welche die angegebenen Nachteile vermieden werden, wobei deren Verwendung eine gleichbleibende Wirkung über einen langen Zeitraum gewährleistet.
Dies wird erfindungsgemäss dadurch erzielt, dass die Leiter in einem durch Zusatz von korrosionsfesten leitfähigen Materialien elektrisch leitfähigen Mörtelbett angeordnet sind. Durch die Verwendung eines elektrisch leitfähigen Mörtels werden die Probleme des Leitungswiderstandes zum Mauerwerk ausgeschaltet, da der leitfähige Mörtel sowohl einen Bestandteil des Mauerwerks bildet als auch einen Bestandteil der Elektroden darstellt. Die Leitfähigkeit des Mörtels wird durch Zusatz von korrosionsfesten, leitfähigen Materialien, wie Graphit, Kohle oder andern kohlenstoffhaltigen Materialien, bewirkt. Durch die Beigabe von nicht korrodierendem, kohlenstoffhaltigem Material ist der Mörtel und somit das Mörtelbett dauerhaft leitfähig.
Durch die üblichen Risse im Putz wird die Leitfähigkeit nicht unterbrochen, da das leitfähige Mörtelbett, insbesondere in Verbindung mit einem flexiblen, nicht korrodierenden Leiter, der in Bandform, als Gewebe oder Geflecht ausgebildet ist, über die Fläche stets ausreichende Kontaktbrücken auch bei Rissen bietet.
Durch die Verwendung von Leitern aus korrosionsfestem, kohlenstoffhaltigem Material wie Graphit, Kohle oder Kunststoff, die in einer der vorgenannten speziellen Formen ausgebildet sind, ist eine optimale, lang andauernde Wirksamkeit der erfindungsgemässen Einrichtung gewährleistet.
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Ausführungsbeispiele der Erfindung mit Anordnungsvorschlägen der Elektroden werden nach- stehend an Hand von Zeichnungen näher erläutert. Hiebei zeigen Fig. 1 einen Querschnitt durch einen Mauerabschnitt, der mit einer erfindungsgemässen Einrichtung versehen ist, Fig. 2 ein An- ordnungsschema einer erfindungsgemässen Einrichtung mit Elektroden zu beiden Seiten des Mauer- werks, Fig. 3 und 4 schematisch Anordnungen einer erfindungsgemässen Einrichtung nur an einer
Seite des Mauerwerks dar und Fig. 5 schematisch die Anordnung einer erfindungsgemässen Ein- richtung an einem Mauerwerk, das an einer Seite wegen einer aufgehenden Mauer unzugänglich ist.
Bei Einrichtungen der eingangs genannten Art muss die am positiven Potential liegende
Elektrode immer an der zu trocknenden Seite des Mauerwerks angeordnet werden. Hingegen ist die am negativen Potential liegende Elektrode an der Aussenseite bzw. in demjenigen Bereich des
Mauerwerks, das weiterhin feucht bleiben kann, angeordnet, wobei sich in bezug auf die positive
Elektrode auf niedrigerem Niveau befindet. Diese Anordnung basiert auf der Erkenntnis, dass mit der Bewegung des Wassers elektrische Ladungen entstehen, wobei das Wasser positiv und die
Kapillarwand negativ geladen sind. Um dem Aufsteigen des Wassers entgegenzuwirken, muss demnach dem Wasser eine positive Ladung entgegengesetzt werden.
In den Zeichnungen sind jeweils für gleiche Begriffe dieselben Bezugsziffern verwendet.
In Fig. l ist ein Querschnitt eines aus Ziegelscharen und dazwischenliegenden Mörtelfugen - bestehenden Mauerwerks --1-- dargestellt. Zur Trockenlegung des Mauerwerks ist am Mauer- werk --1-- eine erfindungsgemässe Einrichtung angeordnet, wobei an den beiden Seiten des Mauer- werks --1-- an eine Spannungsquelle angelegte Elektroden angeordnet sind. Der an der zu trocknenden Seite des Mauerwerks am höheren Niveau befindliche Leiter--4--, der in einem leit- fähigen Mörtelbett --3-- verlegt ist, ist an positives Potential gelegt und der an der andern
Seite am niedereren Niveau befindliche Leiter --5--, der gleichfalls in einem leitfähigen Mörtel- bett --3-- verlegt ist, ist an negatives Potential gelegt.
Die Leiter --4 und 5--sind über ausser- halb des Mauerwerks --1-- liegende Anschlüsse --6-- mittels Speiseleitungen --7-- mit einer Spannungsquelle-8--verbunden.
Fig. 2 zeigt eine der in Fig. 1 dargestellten Ausführung analoge Anordnung der Elektroden, wobei zwischen dem positiven Leiter --4-- und dem negativen Leiter --5-- ein Spannungsfeld - aufgebaut wird. An das Mauerwerk --1--, dessen Fundament von Erdreich --12-- umgeben ist, schliesst an der zu trockenden Seite eine auf dem Erdreich --12-- liegende Dämmschichte - mit einer darüberliegenden Fussbodenkonstruktion --10-- an.
Fig. 3 zeigt schematisch einen Querschnitt durch ein aufgehendes Mauerwerk mit übereinanderliegender Elektrodenanordnung an der trockenzulegenden Seite des Mauerwerks --1--.
Fig. 4 zeigt schematisch die Elektrodenanordnung bei einem aufgehenden Mauerwerk --1--, das an einer Seite mit erdfeuchte Material bedeckt ist. In diesem Fall werden zum Aufbau eines ausreichenden Spannungsfeldes --9-- mehrere positiv geladene Elektroden übereinander installiert.
Fig. 5 zeigt schematisch die Elektrodenanordnung bei einem Mauerwerk, das an einer Seite durch eine aufgehende Wand abgedeckt ist.
Erfindungsgemäss sind die an unterschiedliche Potentiale angelegten Elektroden durch das Zusammenwirken von leitfähigem Mörtel und Leiter gebildet. Beispielsweise besteht der leitfähige Mörtel aus etwa 10% reinem Graphit, etwa 15% hydraulischem Kalk und im übrigen aus Sand. Der Leiter ist z. B. aus einem Faden, der zu 99, 99% aus Graphit gefertigt ist, gebildet. Es handelt sich um einen reinen Graphitfaden, wobei der Faden vorteilhaft einen Durchmesser von etwa 1, 5 mm aufweist. Der Leiter kann aber auch aus andern kohlenstoffhaltigen Materialien gefertigt sein.
Für die Montage einer erfindungsgemässen Einrichtung werden je nach dem anzuwendenden Anordnungsschema für den Einbau der Elektroden im feuchten Mauerwerk annähernd horizontal ver-
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legt wird. Die Enden dieser Leiter werden an eine Spannungsquelle angelegt, wobei der am tiefsten gelegene Leiter an den negativen Pol angelegt wird. Durch das sich zwischen diesen Leitern bzw. Elektroden ausbildende Spannungsfeld wird bewirkt, dass die Kapillarwirkung und damit der Wassertransport nach oben verhindert wird.