AT395521B - Geschirr, insbesondere kochgeschirr, und verfahren zur herstellung desselben - Google Patents
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Description
AT 395 521B
Die Erfindung bezieht sich auf ein Geschirr, insbesondere Kochgeschirr, bestehend aus einem Edelstahlgeschirr mit einer Bodenwand, die mit einer aufrechtstehenden Seitenwand mittels eines gekrümmten Abschnittes verbunden ist, einer Aluminiumscheibe, die metallurgisch direkt mit der Bodenwand und dem gekrümmten Abschnitt über eine gezähnte bzw. gezackte als Keil wirkende Zwischenfläche verbunden ist, wobei die gezähnte bzw. gezackte 5 Zwischenfläche von sägezahnartigen Ausbildungen in der Bodenwand des Edelstahlgeschirrs gebildet ist, wobei weiters der Mittelabschnitt der Scheibe dicker ist als die Dicke der Wände des Kochgeschirrs und die Scheibe an ihrem Umfang dünner ist, wobei der verdünnte Umfang der Scheibe das Edelstahlgeschirr an der Stelle überlagert und ausläuft, an welcher die Seitenwand mit dem gekrümmten Abschnitt zusammenstößt, sowie ein Verfahren zur Herstellung eines solchen Geschirrs. Ein solches Geschirr ist aus der AT-PS 198 598 bzw. der DE-OS 1427 391 10 bekannt
Es ist auch mit Aluminium plattiertes Geschirr bzw. Kochgeschirr, bei welchem mit Aluminium plattierte Streifen aus Edelstahl geschnitten und tiefgezogen werden, um das Kochgeschirr zu bilden, bekannt; die Herstellung dieses bekannten plattierten Kochgeschirrs macht es erforderlich, daß die gesamte Außenfläche des Kochgeschirrs von der Aluminiumschicht begrenzt wird. IS InderUS-PS 3173202istweiterseinKochgeschirrbeschrieben,bei welchem nur die Bodenfläche des Geschirrs mit einer Aluminiumschicht plattiert ist. Diese US-PS lehrt die Anwendung bzw. Aufbringung eines Aluminium-sprays auf die Bodenfläche des Edelstahlkochgeschirrs und die darauffolgende Verbindung einer Aluminiumscheibe mit dem Aluminiumspray. Die Vorrichtung zum Aufbringen des Aluminiumsprays ist jedoch kostspielig und geräuschvoll. Wegen der mit einer solchen Vorrichtung verbundenen Geräusche sollte die Sprühstation zum Schutz 20 der Arbeiter schallgedämmt sein. Die Verwendung eines Aluminiumsprays erfordert einen zusätzlichen Fertigbearbeitungsschritt zur Entfernung des überschüssigen Sprays.
Ziel der Erfindung ist die Schaffung eines Edelstahlgeschirrs mit einer verbesserten Verbindung der Bodenwand mit der Aluminiumscheibe, das auch eine bessere Wärmeübertragung zum rascheren Erwärmen von Speisen gewährleistet Dieses Ziel wird bei dem eingangs näher bezeichnten Geschirr erfindungsgemäß dadurch erreicht, 25 daß das Geschirr eine Legierung aus Aluminium und Edelstahl auf gegenüberliegenden Seiten der Zwischenfläche aufweist. Dabei ist es besonders vorteilhaft, wenn die freiliegende Hauptfläche der Scheibe in deren Mitte konkav ausgebildet ist Eine zweckmäßige Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Geschirrs ist dadurch gekennzeichnet, daß die sägezahnartigen Ausbildungen durch geätzte Komgrenzen gebildet worden, die eine Korngrößenverteilung von 5 bis 15 μιη über die gesamte Berührungsfläche des Edelstahlgeschirrs mit der Aluminiumscheibe aufweisen. 30 Durch diese Ausbildung des erfindungsgemäßen Geschirrs wird dieHaltbarkeit der Verbindung der Bodenwand mit der Aluminiumscheibe wesentlich verbessert und eine gleichmäßige Temperaturverteilung über die gesamte Bodenfläche des Geschirrs und dessen gekrümmte Abschnitte erreicht Das erfindungsgemäßeGeschirr kann weiters mit geringeren Gestehungskosten und höherer Produktionsleistung hergestellt werden.
Gegenstand der Erfindung ist auch ein Verfahren zur Herstellung des erfindungsgemäßen Kochgeschirrs, 35 welches dadurch gekennzeichnet ist, daß eine Fläche eines Edelstahlgeschirrs und einer Metallscheibe aus einem Metall, das weicher ist als der Stahl des Geschirrs, gereinigt wird, daß das Geschirr und die Scheibe getrennt so erwärmt werden, daß die Bildung von überhitzten Stellen vermieden wird, bis die Temperatur des Kochgeschirrs 427- 649 °C und dieTemperaturder Scheibe260- 399 °C erreichthat, daß dieerwärmteScheibemitihrer gereinigten Fläche auf die gereinigte Fläche des Kochgeschirrs in direkter Berührung mit derselben aufgelegt wird und daß die 40 beiden Flächen durch Anwendung von Druckauf die erwärmte Scheibe und das Geschirr direkt aneinander gebunden werden. Dabei ist es zweckmäßig, wenn der Erwärmungsschritt des Geschirrs nur die Anwendung von Wärme auf die Bodenwand des Kochgeschirrs umfaßt.
Eine vorteilhafte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, daß die Scheiben mechanisch einer Station zugeführt werden, worin die Scheibe erwärmt wird, und daß im Zuge dieses 45 InstellungbringensdieerwärmteScheiberiach unten aufdieerwärmteBodenwanddesKochgeschirrsfallengelassen wird. Es ist weiters zweckmäßig, wenn der Erwärmungsschritt das Erwärmen der Bodenwand des Geschirrs auf eine Temperatur von etwa593 °C und der Scheibe auf eine Temperatur von etwa 316 bis 371 °C umfaßt, wobei getrennte . Induktionsheizungen für die Scheibe und das Geschirr verwendet werden. Während des Erwärmens kann das Geschirr rotiert werden. Vorteilhafterweise wird die Bindung durch eine 50 einzige Druckanwendung von einer Dauer von weniger als 2 s hergestellt.
Beim erfindungsgemäßen Verfahren wird das Aluminium derScheibedurchden Schritt der Druckbeaufschlagung in sägezahnartige bzw. zackige Ausbildungen im Edelstahl gedrückt Dabei ist es von Vorteil, wenn vor Durchführung des Bindungsschrittes die Temperatur der Scheibe durch Abstützen der Scheibe auf dem Geschirr auf etwa 427 °C erhöht wird. 55 Eine besonders zweckmäßige Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, daß a) der Stahl vor dm Formen des Geschirrs geätzt wird, um die Korngrenzen kontrolliert zu unterschneiden, -2-
AT 395 521B b) die aus Aluminium bestehende Scheibe auf dem Stahlkochgefäß in einer Presse abgestützt wird, wobei die Oberflächen in direkter Berührung stehen und eine Temperatur von 371 Ins 510 °C aufweisen, während ein Schlag mit einem sich bewegenden Werkzeug angebracht wird, der das Aluminium beaufschlagt und die Aluminiumfläche in die unterschnittenen Komgrenzen hineindrückt.
Die Erfindung wird nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher erläutert; in diesen zeigen: Fig. 1 ein Blockdiagramm der erfmdungsgemäßen Verfahrensschritte; Fig. 2 eine Schnittansicht eines erfindungsgemäßen Geschirrs bzw. Kochgeschirrs; Fig. 3 eine vergrößerte Detailansicht des Geschirrs und der Scheibe unmittelbar vor dar Beaufschlagung mit Druck zur Herstellung der Bindung; Fig. 4 eine vergrößerte Detailansicht der Zwischenfläche nach Fig. 2; Fig. 5 eine Seitenansicht der Vorrichtung zur Durchführung der vorliegenden Erfindung; Hg. 6 eine Draufsicht auf die Vorrichtung nach Fig. 5; Fig. 7 eine Seitenansicht der Vorrichtung gegenüberliegend zu der in Fig. 5 gezeigten; Fig. 8 eine Schnittansicht entlang der Linie (8-8) in Fig. 5; Fig. 9 eine Schnittansicht entlang der Linie (9-9) in Fig. 5 und Hg. 10 eine Schnittansicht entlang der Linie (10-10) in Fig. 5.
In den Zeichnungen sind gleiche Bezugszeichen für ähnliche Elemente verwendet In Fig. 2 ist das erfmdungs-gemäße Kochgeschirr im allgemeinen mit (10) bezeichnet In Fig. 1 ist ein Blockdiagramm der Reihenfolge der wichtigsten Verfahrensschrittebei der Herstellung des Kochgeschirrs (10) dargestellt. Das Kochgeschirr (10) umfaßt ein Edelstahlgeschirr (12) mit einer Aluminiumscheibe (14), die mit der Bodenwand des Geschirrs verbunden ist Das Geschirr (12) kann jede beliebige herkömmliche Geschirrform aufweisen und muß nicht, wie dargestellt, eine Bratpfanne sein. Die Aluminiumscheibe (14) überlagert die Bodenwand der Pfanne (12) und überlagert den gekrümmten Abschnitt (16), in welchem die Bodenwand des Geschirrs mit der aufrechtstehenden Seitenwand zusammentrifft. Die Aluminiumscheibe (14) ist direkt an dieBodenwand des Kochgeschirrs (12) mit einer gezahnten bzw. gezackten Zwischenfläche (18) gebunden, wie aus Fig. 4 ersichtlich ist. Die Zahnungen weisen eine Wellenlänge von etwa 5 - 15 |lm und eine Tiefe von etwa 1 pm auf und keilen aufgrund ihrer Form die Aluminiumscheibe auf das Kochgeschirr auf. Die Scheibe und die Bodenwand des Kochgeschirrs sind in der Mitte leicht konkav.
Die Aluminiumscheibe (14) besteht vorzugsweise aus ein» Aluminiumlegierung des Typs 1100-0. Das Edelstahlgeschirr (12) kann jedes beliebige der Serie 200 oder 300 sein, bevorzugt wird ein solches der Serie 201. Es wird angenommen, daß die chemische Verarbeitung des Edelstahls der bedeutendste entscheidende Faktor der Zahnungstiefe ist, wobei die thermische und mechanische Verarbeitung die Abmessungen und die Mustergeometrie der Zahnungen steuern. Der Abstand zwischen den Zähnen entspricht der Korngrößenverteilung und wird durch Säureätzen der Komgrenzen erzielt. Die geätzte Stahlfläche wirkt in dreifacher Hinsicht: sie bietet eine furchige Oberfläche, in welche das Aluminium hineingedrückt werden kann, so daß die beiden Metalle miteinander verkeilt werden. Sie bietet eine Bindungsfläche, die praktisch oxidationsfrei ist. Sie bietet weiters eine Oberfläche mit einem hohen Reibungskoeffizienten, welche das zeitliche Abfließen des Aluminiums während des Bindevorgangs einschränkt.
Der Edelstahl 201 wird vorzugsweise im Werk durch Luftglühen für etwa 35-40 min pro 24,4 mm Metalldicke bearbeitet, um eine Korngrößenverteilung von etwa 5 -15 pm zu erzielen, dann elektrolytisch in kalter 12 %iger H2SO4 gebeizt und darauf an den Komgrenzen in kalter 10 -12 %iger HNO3,1 % HF, geätzt Die bevorzugte Korngrößenverteilung beträgt 7 -10 pm.
Die Dicke des Aluminiums variiert mit dem Durchmesser des Geschirrs. Bei einem Edelstahlgeschirr mit einem Durchmesser von weniger als etwa 20 cm beträgt die Dicke der Aluminiumscheibe etwa 23 mm. Wenn das Geschirr einen Durchmesser von mehr als etwa 20 cm aufweist, besitzt die Aluminiumscheibe eine Dicke von etwa 50 mm. Unabhängig vom Durchmesser des Kochgeschirrs weist es eine Wanddicke von etwa 6 mm auf. Es wurde gefunden, daß das erfindungsgemäß hergestellte Geschirr eine Bindungsfestigkeit zwischen dem Edelstahlkochgeschirr und der Aluminiumscheibe aufweist die etwa doppelt so hoch ist wie die Bindungsfestigkeit, die bei dem gemäß der US-PS 3 173 202 hergestellten Kochgeschirr erzielt werden kann.
In den Fig. 5 bis 10 ist eine Form der Vorrichtung zur Durchführung der vorliegenden Erfindung dargestellt. Ein Rahmen (20) trägt eine Steuerungseinheit mit Schaltern, Einstellscheiben, Meßinstrumenten u. dgl. Eine Plattform (22) am Rahmen (20) trägt einen Tisch (24) für die Drehung um eine vertikale Achse. Der Tisch (24) hat zwei Stellungen, Schäfte (26) und (28) stehen von ihm ab. Die Schäfte (26,28) liegen einander diametral gegenüber, wie aus den Fig. 8 und 10 ersichtlich ist. Jeder Schaft ist nach unten federvorgespannt; sein oberes Ende ist mit einem Pfannenhalter verbunden. Daher ist der Schaft (28) mit dem Pfannenhalter (30) und der Schaft (26) mit dem Pfannenhalter(32) verbunden. In derin Fig. 10 dargestellten Stellung befindet sich der Pfannenhalter (30) untereiner Induktionsheizung (34), die einen Temperaturbereich von 538 bis 649 °C aufweist und vorzugsweise auf 593 °C eingestellt ist
Ein Zylinder (36) ist direkt unterhalb des Schaftes (28) vorgesehen, wenn er sich in der in Fig. 10 dargestellten -3-
AT 395 521B
Stellung befindet. Eine dem Zylinder (36) zugeordnete Kolbenstange ist dazu ausgebildet, sich unter Fluiddruck aufwärts zu bewegen und damit den Pfannenhalter (30) aus der mit vollen Linien dargestellten Stellung in die in Fig. 10 gezeigte Phantomstellung überzuführen. Wenn sich der Pfannenhalter (30) in der Phantomstellung (10) befindet, wird die Temperatur des darauf abgestützten Geschirrs durch die Induktionsheizung (34) erhöht. Vor dem S Erwärmen wird das Geschirr gereinigt, um es von Fett und Fremdstoffen zu befreien.
Ein elektrischer Motor (38) wird vom Tisch (24) für die Bewegung mit demselben getragen. Der Abtrieb des Motors (38) ist mittels einer Keilwelle (39) mit einem Getriebe (41) auf dem Schaft (28) verbunden. Wenn der Zylinder (36) betätigt wird, um den Pfannenhalter (30) zu heben, wird der Motor (29) betätigt, um den Pfannenhalter zu drehen. Die Drehung einer auf dem Pfannenhalter abgestützten Pfanne während diese der Induktionswärme 10 ausgesetztist, verhindert die Bildung von überhitzten Stellen. Der äußere Umfang des Tisches (24) weistein Getriebe (44) auf, das mit einem Ritzel (42) in Eingriff steht Das Ritzel (42) wird vom Elektromotor (40) angetrieben, der seinerseits auf dem Tisch (24) abgestützt ist Der Motor (40) wird intermittierend betätigt um den Tisch (24) und die Pfannenhalter (30,32) zu drehen, wenn der Zylinder nicht betätigt ist und die Pfanne (30) aus der Phantomstellung in die in vollen Linien in Fig. 10 dargestellte Stellung zurückgekehrt ist 15 Wie am linken Ende der Fig. 5 gezeigt ist ist eine im allgemeinen mit (46) bezeichnete Scheibenzufuhrein· richtung vorgesehen.
Die Scheibenzufuhreinrichtung (46) umfaßt eine Mehrzahl von aufrechtstehenden zylindrischen Ständern (48). die eine Halteeinrichtung für einen Stapel von Aluminiumscheiben (50) bilden, die gereinigt wurden, um Fett und Fremdstoffe zu entfernen. Ein nicht dargestellter Träger hält die oberste Scheibe (50) auf einem konstanten Niveau. 20 Ein Saugnapf (52) ist üb» eine Leitung mit einer nicht dargestellten Saugkraftquelle verbunden und mittels eines horizontal angeordneten Armes (49) abgestützt, der sich von der Kolbenstange (54) aus erstreckt. Die Kolbenstange (54) ist mit einem Kolben innerhalb des Zylinders (56) verbunden. Der Zylinder (56) kann entlang seiner Längsachse mittels des Zylinders (58) hin- und herbewegt werden, der mit diesem mittels eines Bügels (60) verbunden ist. Diese Hin- und Herbewegung durch den Zylinder (56) erleichtert die Bewegung des Armes (49) aus der in vollen Linien 25 dargestellten Stellung in die in Fig. 6 gezeigte Phantomstellung.
Wenn sich der Arm (49) in der in Fig. 6 gezeigten Phantomstellung befindet, befindet sich der Saugnapf (52) direkt oberhalb einer geneigten Schurre (62). Eine vom Saugnapf (52) getragene Scheibe (50) kann auf die Schurre (62) fallengelassen werden, auf welcher sie nach unten zu einem ersten Begrenzungsanschlag (63) gleitet Wenn der Begrenzungsanschlag (63) freigesetzt wird, wird die Scheibe vom Begrenzungsanschlag (65) angehalten, wodurch 30 die Scheibe (50) direkt unterhalb der Induktionsheizung (64) in Stellung gebracht wird, wie aus Fig. 6 ersichtlich ist
Die Scheibenzufuhreinrichtung (46) und die Begrenzungsanschläge sind mit der Bewegung des Tisches (24) synchronisiert. Ein Geschirr, das auf dem Halter (30) induktionserwärmt wurde, wird in eine Stellung verschwenkt in welcher es sich direkt unterhalb der erhitzten Scheibe (50) befindet, die von den Fingern (67) gehalten wird. Ein Mikroschalter für Magnetventile wird vom Tisch (24) betätigt. Darauf werden die Abstützfinger (67) für die Scheibe 35 (50) von den Magnetventilen (69) zurückgezogen und lassen die Scheibe (50) über einen geringen Abstand direkt abwärts auf das Geschirr (12) fallen. Ein Schutzschirm (66) ist aus Sicherheitsgründen vorgesehen.
Sobald die Scheibe (50) auf der Bodenwand des Geschirrs (12) landet, steigt die Temperatur der Scheibe auf etwa 427 °C. Der erzielte Vorteil besteht darin, daß die Scheibe (50) auf dem Geschirr abgestützt ist, bevor sie die Temperatur von etwa427 °C erreicht, da bei dieser Temperatur die Scheibe zu plastisch für die Handhabung ist Die 40 Scheibe und das Geschirr werden sofort von einer Bedienungsperson entfernt und auf den Amboß (70) einer Presse (68) aufgebracht, die in einigen Schritten Entfernung angeordnet ist Dann senkt sich die Druckplatte (72) herab und verformt die Scheibe (50) und bindet sie bei einem Druck von etwa 351,5 bar in einem Preßschlag, der 0,5 - 2 s andauert, um auf diese Weise das in Fig. 2 dargestellte Geschirr herzustellen. Die metallurgische Bindung ist durch Interdiffusion mit einer dünnen Schicht von Legierung auf gegenüberliegenden Seiten der Zwischenfläche gekenn-45 zeichnet, die ungleichmäßige Zähnung bzw. Zackung aufweist.
Dann wird das Geschirr auf herkömmliche Weise luftgekühlt Fertigbearbeitungsschritte werden ausgeschaltet oder auf ein Minimum reduziert. Nach Wunsch kann die Aluminiumfläche fertigbearbeitet werden, um ihr ein . gebürstetes metallisches Aussehen zu verleihen. Der erfindungsgemäße Zeitzyklus führt zu höheren Produktionszahlen. Die Verwendung einer Gasheizung, wie sieaus dem Stand der Technik bekannt ist erforderteine Aufheizzeit 50 von 20 min. Die Schritte der Induktionsheizung erfordern dagegen nur 15 s.
Im Gegensatz zum Stand der Technik wird erfindungsgemäß eine gesteuerte Komgrenzenätzung des Stahls eingesetzt, um ein willkürliches Muster von sägezahnartigen Ausbildungen oder Kanälen zu schaffen, in welche das weichere Aluminium während des Bindungsvorgangs gedrückt wird. Die lokalisierte Bewegung des Aluminiums ist ausreichend, um den adsorbierten Sauerstoff- oder Oxidfilm zu zerstören und damit die Bildung einer starken 55 Bindung zu erleichtern, die kontinuierlich und nicht porös ist. Ein Trenntest führte zu einem Dehnungsbruch des Aluminiums anstelle einer Trennung an der Zwischenfläche. Es wird eine stärkere und gleichmäßigere Bindung von Metall an Metall ohne nennenswerte Verringerung der Dicke oder seitliches Fließen der Aluminiumscheibe erzielt. -4-
Claims (12)
- AT 395 521 B Weitere Vorteile bestehen darin, daß das Kochgeschirr mit höherer Produktionsgeschwindigkeit hergestellt werden und schneller erhitzt werden kann. PATENTANSPRÜCHE 1. Geschirr, insbesondere Kochgeschirr, bestehend aus einem Edelstahlgeschirr mit einer Bodenwand, die mit einer aufrechtstehenden Seitenwand mittels eines gekrümmten Abschnittes verbunden ist, einer Aluminiumscheibe, die metallurgisch direkt mit der Bodenwand und dem gekrümmten Abschnitt über eine gezähnte bzw. gezackte als Keil wirkende Zwischenfläche verbunden ist, wobei die gezähnte bzw. gezackte Zwischenfläche von sägezahnartigen Ausbildungen in der Bodenwand des Edelstahlgeschirrs gebildet ist, wobei weiters der Mittelabschnitt der Scheibe dicker ist als die Dicke der Wände des Kochgeschirrs und die Scheibe an ihrem Umfang dünner ist, wobei der verdünnte Umfang der Scheibe das Edelstahlgeschirr an der Stelle überlagert und ausläuft, an welcher die Seiten wand mit dem gekrümmten Abschnitt zusammenstößt, dadurch gekennzeichnet, daß das Geschirr eine Legierung aus Aluminium und Edelstahl auf gegenüberliegenden Seiten der Zwischenfläche aufweist.
- 2. Geschirr nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die freiliegende Hauptfläche der Scheibe in deren Miuc konkav ausgebildet ist.
- 3. Geschirr nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die sägezahnartigen Ausbildungen durch geätzte Komgrenzen gebildet werden, die eine Korngrößenverteilung von 5 bis 15 pm über die gesamte Berührungsfläche des Edelstahlgeschirrs mit der Aluminiumscheibe aufweisen.
- 4. Verfahren zur Herstellung von Geschirr, insbesondere Kochgeschirr, insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß eine Fläche eines Edelstahlgeschirrs und einer Metallscheibe aus einem Metall, das weicher ist als der Stahl des Geschirrs, gereinigt wird, daß das Geschirr und die Scheibe getrennt so erwärmt werden, daß die Bildung von überhitzten Stellen vermieden wird, bis die Temperatur des Kochgeschirrs 427 bis 649 °C und die Temperatur der Scheibe 260 bis 399 °C erreicht hat, daß die erwärmte Scheibe mit ihrer gereinigten Fläche auf die gereinigte Fläche des Kochgeschirrs in direkter Berührung mit derselben aufgelegt wird und daß die beiden Flächen durch Anwendung von Druck auf die erwärmte Scheibe und das Geschirr direkt aneinander gebunden weiden.
- 5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Erwärmungsschritt des Geschirrs nur die Anwendung von Wärme auf die Bodenwand des Kochgeschirrs umfaßt.
- 6. Verfahren nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Scheiben mechanisch einer Station zugeführt werden, worin die Scheibe erwärmt wird, unddaß im Zuge dieses Instellungbringens die erwärmte Scheibe nach unten auf die erwärmte Bodenwand des Kochgeschirrs fallengelassen wird.
- 7. Verfahren nach Anspruch 4,5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Erwärmungsschritt das Erwärmen der Bodenwand des Geschirrs auf eine Temperatur von etwa 593 °C und der Scheibe auf eine Temperatur von etwa 316 bis 371 °C umfaßt, wobei getrennte Induktionsheizungen für die Scheibe und das Geschirr verwendet werden.
- 8. Verfahren nach einem der Ansprüche 4,5,6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Geschirr während des Erwärmens rotiert wird.
- 9. Verfahren nach einem dar Ansprüche 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Bindung durch eine einzige Druckanwendung von einer Dauer von weniger als 2 s hergestellt wird.
- 10. Verfahren nach einem der Anspriiche4 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Scheibe aus Aluminium besteht und daß durch den Schritt der Druckbeaufschlagung das Aluminium in sägezahnartige bzw. zackige Ausbildungen im Edelstahl gedrückt wird. -5- AT 395 521B
- 11. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß vor Durchführung des Bindungsschrittes die Temperatur der Scheibe durch Abstützen der Scheibe auf dem Geschirr auf etwa 427 °C erhöht wird.
- 12. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß a) der Stahl vor dem Formen des Geschirrs geätzt wird, um die Komgrenzen kontrolliert zu unterschneiden, b) die aus Aluminium bestehende Scheibe auf dem Stahlkochgefäß in einer Presse abgestützt wird, wobei die Oberflächen in direkter Berührung stehen und eine Temperatur von 371 bis 510 °C aufweisen, während ein Schlag mit einem sich bewegenden Werkzeug angebracht wird, der das Aluminium beaufschlagt und die Aluminiumfläche in die unterschnittenen Komgrenzen hineindrückt. Hiezu 4 Blatt Zeichnungen -6-
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