AT405051B - Reduktion aromatischer halogenide - Google Patents
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Description
AT 405 051 B
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Reduktion aromatischer Halogenide. Für die Reduktion aromatischer Halogenide sind zahlreiche Verfahren bekannt. Für die Reduktion aromatischer Halogenide sind Reduktionsmittel, wie Cr(CI0* )2/Ethylendiamin [88OSC0116/821], Zinn/HBr (550SCo113/132], die katalytische Reduktion mit Raney-Nickel 91CEX109] oder Pd/Hydra2in-Hydrat [59JOC421J, weiters Reduktionsmittel wie K-Selectride/Cul [NaBH*/(Me3Si)sSiH-[89TL2733], LiAIH4 [83JA631, 82TL1643, 59JOC917, 59JOC917, 89TH3329], oder ähnliche komplexe Hydride wie UA1H(OMe)3/Cul [73JA6452] bekannt. Das Reduktionsmittel LiAIH* wurde häufig zusammen mit katalytischen oder stöchiometrischen Mengen anorganischer Halogenide wie z.B. von CeCb -[85CL1491], TiCl* [73CL291], FeCfc, CoCI2, T1CI3, N1CI2 [78JOC1263] verwendet bzw. durch diese Zugaben allenfalls andere Reduktionsmittel hergestellt. Als weitere Varianten der Verwendung von LiAIH* sind die gleichzeitige Belichtung [83CC907] oder die Verwendung von Ultraschall [82TL1643] bei der Reduktion aromatischer Halogenide bekannt. Bezüglich der Angaben in eckigen Klammern: siehe die Liste von Literaturstellen (im Anhang).
Trotz der Vielzahl der bekannten Verfahren ergeben sich in der Praxis immer wieder Fälle, in denen die Reduktion mit LiAIH* langsam und/oder mit unbefriedigenden Ausbeuten verläuft. Trotz Verlängern der Reduktionszeiten, Einsatz eines größeren molaren Überschusses an LiAIH*, Wechsel der Lösungsmittel (z.B. Verwendung von Tetrahydrofuran statt Diethylether), Erhöhen der Reaktions= stemperatur treten insbesondere bei größeren Ansätzen Schwierigkeiten, verminderte Ausbeuten und Nebenreaktionen auf. Oft sind weitere, in der zu reduzierenden Verbindung vorhandene Substituenten, mit katalytischen Reduktionsmethoden oder mit naszierendem Wasserstoff nicht kompatibel. Andere komplexe Hydride oder Hydridre-agentien sind häufig im Vergleich zu LiAIH* zu wenig reaktiv, um aromatische Halogenide in befriedigenden Ausbeuten zu reduzieren.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Reduktion aromatischer und heteroaromatischer Halogenide zur Verfügung zu stellen, mit dem die Reduktion rascher und in hohen Ausbeuten auch dann ausgeführt werden kann, wenn in größeren Ansätzen gearbeitet wird.
Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß mit dem Verfahren des Anspruches 1.
Bevorzugte und vorteilhafte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens sind Gegenstand der Unteransprüche.
Im Rahmen der Erfindung sind viele Reduktionsmittel ersetzbar. Beispiele für verwendbare Reduktionsmittel sind: Hydridreagentien wie DiBAL-H (Diisobutylaluminiumhydrid), DiBAL-H/ZnCh, Al-isopropylat, Red-AIR (Natrium-bis(2-methoxyethoxy)-aluminiumhydrid (Aldrich)), K-SelectrideR (Kalium-tri-sec.-butylborh-ydrid (Aldrich)), L-SelectrideR (Lithium-tri-sec.-butylborhydrid (Aldrich)), KS-SelectrideR (Kalium-tris amyl-borhydrid (Aldrich)), LS-SelectrideR (Lithium-tris amylborhydrid (Aldrich)), Li-tri-t-Butoxy-AIH, Li-tri-ethoxy-AIH, 9BBN (9-Borabicyclo(3.3.1)nonan), Super-Hydride” (Lithium-triethylborhydrid (Aldrich)), NaBH*, Zn-(BH*)2, AIH3 · AICI2H oder eine Kombination dieser Reduktionsmittel, wobei LiAIH* bevorzugt ist.
Bei dem Verfahren der Erfindung werden (hetero-)aromatische Halogenide mit einem Reduktionsmittel, insbesondere LiAIH*, in Gegenwart von Sauerstoff, beispielsweise Luft, oder einem Sauer-stoff/lnertgasgemisch reduziert. Dabei wird im Gegensatz zu allgemein gebräuchlichen Reaktionsvorschriften für Reduktionsmittel, wie LiAIH*, nach welchen unter Inertgas (z.B. Stickstoff, Argon, Helium) gearbeitet wird, Sauerstoff, der gegebenenfalls mit einem Inertgas verdünnt ist, in die Reaktionslösung eingebläsen oder durchgesaugt. Dadurch lassen sich die Reduktionszeiten verkürzen und die Ausbeuten reproduzierbar vergrößern.
Die Erfindung stellt ein effizientes und industriell anwendbares Verfahren zur Reduktion (hetero-)aromatischer Halogenide mit einem Reduktionsmittel, wie LiAIH*, in Gegenwart von Sauerstoff zur Verfügung.
Die erfindungsgemäße Reduktion läuft beispielsweise nach dem folgenden Schema ab:
LiAlH4/02 (Het) Ar - H LiAlH4/02 (Het) Ar - Ha
Schema 1: (Het) Ar - X (Het) Ar - X„
Durch das Einleiten von Sauerstoff, insbesondere (synthetischer) Luft, in eine Lösung des halogenierten 2
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Aromaten und des Reduktionsmittels in einem Lösungsmittel wird die Reduktion aromatischer Halogenverbindungen deutlich beschleunigt. In vielen Fällen wird die Reduktion von (hetero-)aromatischen Halogenverbindungen ermöglicht, die z.B. mit LiAIH* allein nicht reduzierbar sind. Weitere Vorteile der Gegenwart von Sauerstoff oder Luft bei der Reduktion bestehen in höheren erzielbaren Ausbeuten und weniger unerwünschten Nebenprodukten, die durch lange Reaktionszeiten (ohne Sauerstoff) entstehen.
Neben der allgemeinen Verwendbarkeit des erfindungsgemäßen Reduktionsverfahrens im Labormaßstab eignet sich das Verfahren der Erfindung insbesondere für die Reduktion von Verbindungen des Brom-Narwedin-Typs (siehe Schema 2) im Kilogramm-Maßstab und zur wirtschaftlichen Reduktion von Großmengen.
All dies ist überraschend, da nicht zu erwarten war, daß eine Reduktion unter oxidativen Bedingungen, also in Gegenwart eines Oxidationsmittels, wie Sauerstoff, glatt ablaufen würde.
Schema 2:
Im folgenden Schema 3 sind weitere Beispiele für die erfindungsgemäße Reduktion wiedergegeben.
Schema 3:
Beispiel;1-X-Naphthalin
Beispiel: n-X-Thiophen
Das erfindungsgemäße Verfahren hat u.a. den Vorteil, daß die Reaktionszeit beim Reduzieren (hetero-)aromatischer Halogenide verkürzt wird. Um dies zu zeigen, wurden mehrere halogensubstituierte Aromaten und Heteroaromaten mit und ohne Sauerstoff im direkten Vergleich reduziert und auch unterschiedliche Ansatzgrößen einer Reaktion (Brom-Narwedinketal) mit und ohne Sauerstoff untersucht (Tabelle 1). 3
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Anstelle von {technisch reinem) Sauerstoff können bei der Erfindung Mischungen von Sauerstoff mit einem oder mehreren Inertgasen (wie Stickstoff, Argon, Helium) verwendet werden.
Bevorzugt ist im Rahmen der Erfindung das Einblasen von synthetischer Luft (Gemisch Stick-stoff/Sauerstoff 80:20) oder das Durchsaugen von getrockneter Raumluft. Beim Durchsaugen von Raumluft ist es vorteilhaft, wenn die Luft getrocknet wird, da es sonst zur Verklebung des Einleitrohres kommen kann. Durch feuchte Luft würde Reduktionsmittel, wie LiAIH4, verbraucht werden. Vor allem kann die Gefahr einer Entzündung und Explosion bei (sehr) feuchter Luft nicht ausgeschlossen werden,
Bei der Reduktion von Bromnarwedinketal mit LiAIH4 zu Narwedin im 50 g Maßstab wurde ein Gasgemisch aus 95% N2 und 5% 02 verwendet, wobei nach 3 Stunden ein vollständiger Umsatz erzielt wurde. Der Einsatz eines Gasgemisches von 99% N2 und 1% 02 ergab bei einem Ansatz gleicher Größe erst nach 7 Stunden vollständigen Umsatz.
Es hat sich auch als günstig herausgestellt, die Luft durch eine Gaswaschflasche zu leiten, um sie mit dem verwendeten Lösungsmittel (z.B. THF) zu sättigen, um keinen Verlust an Lösungsmittel durch Ausblasen zu verursachen und kontinuierlich Lösungsmittel ergänzen zu müssen. Auch das Betreiben des Rückflußkühlers mit Kühlsole bei -40 *C verringert den Lösungsmittelverlust deutlich.
Versuche haben gezeigt, daß ein Überschuß an Reduktionsmittel, wie LiAIH4, vorteilhaft ist, da beispielsweise LiAIH4 durchLuft zersetzt wird und unreaktive Oxide bildet. Daher sollte ein ausreichend großer Überschuß an Reduktionsmittel, wie LiAIH4, verwendet werden, um zu gewährleisten, daß im Reaktionsgemisch ausreichend aktives Reduktionsmittel, wie LiAIH4 zur Verfügung steht. Versuche mit 1 Äquivalent LiAIH4 (= 4 Äquivalent Hydride) an monohalogenierten Thiophenen ergaben keinen vollständigen Umsatz, wohingegen bei 2 Äquivalenten problemlos 100% Umsatz erzielt wurde. Naphthalinderivate hingegen, insbesondere 1-Brom- und 1-Jodnaphthalin ergeben mit 1 Äquivalent LiAIH4 und Luft bereits einen vollständigen Umsatz. Technikumansätze bei der Reduktion zu Narwedin konnten mit 1,5 Äquivalent nach 3 Stunden erfolgreich abgeschlossen werden. Bei 1,3 Äquivalenten wurde nach 6 Stunden immer noch kein vollständiger Umsatz erreicht, da bei dieser Reduktion auch zur Reduktion der Formylgruppe LiAIH4 benötigt wird (Schema 2).
Nachstehend werden Beispiele des Verfahrens der Erfindung und Vergleichsversuche beschrieben. Beispiel 1:
Zu einer Lösung von 5 g 1-Bromnaphthalin (24 mMol) in 40 ml THF wurden 9,7 ml LiAIH4 (10% in THF, 24 mMol) zugetropft und bei 50*C 4 Stunden lang Luft durch ein mit CaCI2 gefülltes Trockenrohr und eine mit THF gefüllte Gaswaschflasche gesaugt. Nach 4 Stunden zeigte ein Dünnschichtchromatogramm vollständigen Umsatz. Nun wurde mit 5 ml Wasser und 5 ml gesättigter NaHCOs-Lösung zersetzt, der Niederschlag abgesaugt und zweimal mit heißem THF nachgewaschen. Das Filtrat wurde eingedampft und das Rohprodukt aus Ether umkristallisiert: 2,42 g Naphthalin, als farblose Kristalle (78% d.Th.). Dünnschichtchromatogramm: Petrolether (2 x laufen lassen).
Vergleichsversuch 1:
Zu einer Lösung von 5 g 1-Bromnaphthalin (24 mMol) in 40 ml THF wurden 9,7 ml LiAIH4 (10% in THF, 24 mMol) zugetropft und bei 50 "C unter leichtem Argonstrom gerührt. Nach 4 Stunden zeigte ein Dünnschichtchromatogramm ca. 25% Umsatz. Nach 24 Stunden 50% Umsatz. Aufarbeiten (analog Beispiel 1 oben) und Säulenchromatographie (100 g Kieselgel 60, Hexan) ergab:0,95 g Bromnaphthalin und 1,2 g Naphthalin.
Beispiel 2:
Zu einer Lösung von 100 ml THF und 5 g 1-Halogennaphthalin wurden 1,5 Äquivalent LiAIH4 in THF (10%) zugegeben und bei 50 *C gerührt. Es wurde synthetische Luft (80% N2, 20% 02) mit einem Strom von 50 ml pro Minute unter heftigem, magnetischem Rühren in die Lösung eingeleitet. Es wurde laufend THF zugetropft, um die Volumsmenge konstant zu halten. Zur Analyse wurde ca. 1 ml Probe entnommen, mit 5 ml Wasser zersetzt und mit 2 ml Hexan extrahiert. Die Hexanphase wurde für die Gaschromatographie-Analytik verwendet. Von der organischen Phase werden etwa 0,5 ml mit einer Spritze unter Zwischenschaltung eines Filters zwischen Spritze und Spritzennadel in ein Gaschromatographie-Probenröhrchen pipettiert und das restliche Volumen des Probenröhrchens mit Petrolether aufgefüllt. 5
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Vergleichsversuch 2:
Zu einer Lösung von 100 ml THF und 5 g 1 •Halogennaphthalin wurde 1,5 Äquivalent LiAIH* in THF (10%) zugegeben und unter N2 bei 50 *C gerührt. Zur Analyse wurde ca. 1 ml Probe entnommen, mit 5 ml Wasser zersetzt und mit 2 ml Hexan extrahiert. Die Hexanphase wurde für die Gaschromatographie-Analytik verwendet. Von der organischen Phase werden etwa 0,5 ml mit einer Spritze unter Zwischenschaltung eines Filters zwischen Spritze und Spritzennadel in ein Gaschromatographie-Probenröhrchen pipettiert und das restliche Volumen des Probenröhrchens mit Petrolether aufgefüllt.
Nach den in Beispiel 2 und in Vergleichsversuch 2 angegebenen Verfahren wurden 1-Fluor-, 1-Chlor-, 1-Brom- und 1-Jod-Naphthalin reduziert. Die Ergebnisse sind in Tabelle 2 zusammengefaßt.
Tabelle 2
Reduktion von 1-X-Naphthalin (X = F, CI, Br, J) X Gas 1 Stunde 2 Stunden 4 Stunden 8 Stunden 16 Stunden Edukt Prod. Edukt Prod. Edukt Prod. Edukt Prod. Edukt Prod. F n2 89 11 83 17 80 20 73 27 66 34 02 52 48 29 71 13 87 1 99 CI n2 87 13 81 19 77 23 64 36 50 50 02 26 64 2 98 00 100 Br n2 83 17 76 24 70 30 52 48 48 62 02 30 70 1,5 98,5 00 100 J n2 52 48 39 61 30 70 18 82 12 88 02 1,5 98,2 00 100
Anmerkung zu Tabelle 2: N2 = kontinuierlicher Stickstoffstrom durch die Lösung 02 = kontinuierlicher Strom "synthetischer Luft" (80 % N2, 20 % 02) durch die Lösung Analytik: Gaschromatographie: HP 5590 Säule: Silicagel, Permabond OV1 DF 0,25
Temperaturprogramm: Anfangstemperatur:50 * C 1 min.
Aufheizrate: lO’C/min.
Retentionszeiten:
Naphthalin 5,2 min. 1-Fluornaphthalin 6,65 min. 1-Chlornaphthalin 7,85 min. 1-Bromnaphthalin 9,1 min. 1-Jodnaphthalin 10,5 min.
Beispiel 3: 1.0 g Halogenthiophen wurden in 10 ml wasserfreiem THF vorgelegt und 1 (später 2) Äquivalent LiAIH*-Lösung (1 mMol in THF) zugegeben. Nun wurde auf die angegebene Reaktionstemperatur erwärmt und unterheftigem, magnetischem Rühren 10-20 ml synthetische Luft (N2/02 80:20) durchgeleitet. Nach der angegebenen Zeit wurden 0,5 ml Lösung mit 10 ml HCl 2n hydrolisiert, 2 mal mit 5 ml Diethylether extrahiert und mit 30 ml Methanol verdünnt. Diese Lösung wurde zur Gehaltsbestimmung mittels HPLC (Hochdruckflüssigchromatographie) direkt verwendet. 6
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Vergleichsversuch 3: 1,0 g Halogenthiophen wurden in 10 ml wasserfreiem THF vorgelegt und 1 (später 2) Äquivalent LiAIH*-Lösung (1 Mol in THF) zugegeben. Nun wurde auf die angegebene Reaktionstemperatur erwärmt und unter N2 gerührt. Nach der angegebenen Zeit wurden 0,5 ml Lösung mit 10 ml HCl 2n hydrolisiert, 2 mal mit 5 ml Diethylether extrahiert und mit 30 ml Methanol verdünnt. Diese Lösung wurde zur Gehaltsbestimmung mittels HPLC (Hochdruckflüssigchromatographie) direkt verwendet.
Nach den in Beispiel 3 und in Vergleichsversuch 3 angegebenen Verfahren wurden n-X-Thiophene reduziert. Die Ergebnisse sind in Tabelle 3 zusammengefaßt.
Tabelle 3
Reduktion von n-X-Thiophen (n = 2,3 X = CI, Br) X Gas Temp. In °C Zeit 1 Zeit 2 Zeit 3 Zeit 4 Zeit 5 Anmerk. jeweils Angabe des Eduktes in % 2-Br 1 h 2 h 17,5 h 22,5 h 90 h Nz 50 23% 46% 83% 96% 100% 0,5 h 1 h 2 h 3,25 h 8,25 h Oz 50 46% 65% 74% - - THF Mangel* 1 h 2 h 4h 19,25 h 45,5 h Nz 30 17% 26% 33% 65% 100% 0,5 h 1 h 2,25 h 4 8,25 1 Äquiv.* L1AIH4 verbraucht Oz 30 52% 58% 58% - - 3-Br 0,5 h 2h 7,75 h 29 h Nz 30 21% 31% 36% 100% 2 Äquiv. L1AIH4 0,5 h 1 h 2h Oz 30 74% 100% 100% 2 Äquiv. UAIH4 2-CI 1 h 2h 7,8 h 29 h 120 h Nz 30 0% 6% 25% 48% 96% 2 Äquiv. LiAIH* 0,1 h 1 h 2 h 3,5 h Oz 30 35% 59 94% 100% 2 Äquiv. LiAIH* 3-CI 1 h 3h 8,5 h 32 h 95 h Nz 30 8% 9% 8% 17% 44% 2 Äquiv. LiAlhU 0,5 h 1 h 2h 4h 5,5 h Oz 30 12% 21% 36% 42% 50% 2 Äquiv. LiAIH* " Anfangs wurde durch den Luftstrom bei 50 * C zuviel THF verdampft. Dabei wurde die Temperatur auf 30 * C reduziert. Weiters verbraucht sich das LiAIH* durch Sauerstoff, so daß 1 Äquivalent LiAIH4 bei der Verwendung von Luft zu wenig ist. Es wurde in weiterer Folge mit 2 Äquivalenten gearbeitet.
Analytik: HPLC
Wellenlänge: 235 nm Aufgabevolumen 20 Ul Läufmittel: MeOH : HzO (75:25) Säule: Lichrosorb RP 18, 10 u Flow: 0,9 ml/min.
Beispiel 4:
In einem 30 I Doppelmantelgefäß werden 10 I THF (H20 <0,1%) und 4 kg Bromformylnarwedin-propylenglycolketal vorgelegt und langsam unter mechanischem Rühren 10 I LiAIH* Lösung (10%) in THF zugegeben, wobei anfangs heftige Gasentwicklung eintritt und Rückflußtemperatur erreicht wird. Nun 7
AT 405 051 B werden 4 Stunden bei 50 *C synthetische Luft (80% Stickstoff, 20% Sauerstoff) durch ein Gaseinleitrohr mit einem Volumsstrom von 10 l/min eingeleitet. Anschließend werden 1200 ml Wasser und 1200 ml NaOH (15%) zugetropft (heftige Gasentwicklung, Rückfluß), 5 I Toluol zugegeben und 30 min bei 60 *C gerührt. Die Reaktionsmischung wird über ein Druckfilter heiß filtriert, der Niederschlag 2 mal mit 4 I Toluol/THF 1:1 bei 60 *C gewaschen, die vereinigten organischen Phasen am 50 I Rotovapor eingedampft, der ölige Rückstand mit 12 I 4 n HCl aufgenommen und 15 min auf 60" C erwärmt. Nun wird zweimal mit 4 I EtOAc extrahiert und die wässrige Phase unter heftigem mechanischem Rühren auf 2,4 I konz. NH*OH getropft. Die Suspension wird auf 0-5 *C abgekühlt, filtriert. 2 x 2000 ml Wasser gewaschen und im Vakuum (40 mBar, 70 *C) getrocknet: 2104,8 g (80,5% d.Th). DC: CHCfe/MeOH (9:1) HPLC: Gehalt >95%
Beispiel 5:
Nach der in Beispiel 4 angegebenen Arbeitsweise wurde Bromformylnarwedin-propylenglycolketal in verschieden großen Ansätzen in gegenwart von Sauerstoff ("mit 02") und in Abwesenheit von Sauerstoff ("ohne 02") reduziert. Die Ansätze, die Reaktionszeiten, sowie die Ausbeuten sind in Tabelle 4 wiedergegeben.
Tabelle 4
Ansatz (g Edukt) Reaktionsdauer (ohne O2) Ausbeute (Narwedin) Reduktionsdauer (mit 02) Ausbeute (Narwedin) 5g 24 Stunden 80% 2 Stunden 80% 50 g 48 Stunden 72% 2-3 Stunden 82% 200 g 6 Tage 56% 3-4 Stunden 92% 800 g >14 Tage 30% 3-4 Stunden 78% 4000 g - - 3-4 Stunden 80% 14 kg - - 3-4 Stunden 76%
Das Reaktionsschema des Verfahrens der Beispiele 4 und 5 ("mit 02”) ist nachstehend wiedergegeben.
rac. Narwedin 8
Claims (16)
- Literatur AT 405 051 B [550SColl3/132] [59JOC421] I59JOC917] [59JOC917] [73CL291 ] [73JA6452] [74CC762] [78JOCI263] [82TL1643] [82TL1643] i83CC907] [83JA631] [880SColl6/82l] [89TL2733] [89TH3329] [85CL1491] Patentansprüche Koelsch, C.F. Org. Synth. Coli. Vol. III, 132 (1954), Sn/HBr Mosby, W.L.J.Org. Chem. 24, 421 (1959), Pd/N2hL.H20 Benington, F; Morin, R.D.; Clarck Jr., L.C.J.Org., Chem. 24, 917 (1959), LiAIH* Szewcyk, J., Lewin, A.H.; Carrol, F.I.J. Heterocycl., Chem. 25, 1809 (1988), LiAIH* am Bromformylnarwedin 53%l Mukaiyama, T.; Hayashi, M.; Narasaka, K.Chem.Lett, 291, (1973) LiAIH^/TiCL Masumane, S.; Rossey, P.A.; Bates, G.S. J. Am. Chem.Soc. 95, 6452,1973, LiAIH-(OMe^/Cul Voshida, T., Negishi, E.J. Chem. Soc. Chem. Commun.,762 (1994), K-Selectrid/Cul Ashby, E.C., Lin. J.J.J.Org.Chem.43, 1263 (1978), LiAIH*/FeCI2, CoCl2, TiCI3, NiCI2 Han, B.H., Boudjouk, P.; Terahedron Lett. 23, 1643 (1982), LiAIH* Han, B.H.; Boudjouk, P Tetrahedron Lett. 23, 1643 (1982), LiAlhL/Ultraschall Beckwith, L.J. Goh. S.H. J, Chem.Soc.Chem. Commun. 907 (1983), LiAlhL/liv Falck, J.R. Manna, S.j. Am.Chem.Soc. 105, 631 (1983), LiAlhL Wade, R.S. Castro, C.E. Org.Synth.Coll.Vol. VI, 821 (1988), Cr(CIO«)2/H2N(CH2)- 2NH2 Lesage, M. Chatgilialoglu, C. Griller, D. Tetrahedron Lett. 30, 2733 (1989), (Me3Si)-3SiH Vlahov, R. Krikorian, D. Spassov, G. Chino va, M;, LiAlhL an Brom, Viahov, I. Parushev, S. Snatzke, G. Emst L. Kieslich, K., Abraham, W.-R. Sheldrick, W.S. Tetrahedron 45, 3329 (1989), Galanthaminon 96% Imamoto, T. Takeyama, T. Kusumoto, T. Chem.Lett. 1491, (1985), UAIH+/CeCl3 1. Verfahren zur Reduktion aromatischer Halogenide der allgemeinen Formel (I) Ar - Χπ, (I) worin Ar eine, gegebenenfalls ein- oder mehrfach substituierte, gegebenenfalls annelierte und gegebenenfalls ein oder mehrere Heteroatome (O, S, N) enthaltende, aromatische Gruppe, X Fluor, Chlor, Brom und/oder J und n '1 bis 10 bedeutet, mit einem Reduktionsmittel zu einer Verbindung der allgemeinen Formel (II) Ar - Hn, (II) worin Ar und n die oben bei Formel (I) angegebenen Bedeutungen haben, dadurch gekennzeichnet, daß die Reduktion in Gegenwart von Sauerstoff ausgeführt wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Reduktionsmittel ein Hydridreagens, wie Diisobutylaluminiumhydrid, Diisobutylaluminiumhydrid/ZnCb, Al-isopropylat, Natrium-bis(2-me-thoxyethoxy)-aluminiumhydrid, Kalium-tri-sec.-butylborhydrid, Lithium-tri-sec.-butylborhydrid, Kalium-tris amylborhydrid, Lithium-tris amyiborhydrid, Li-tri-t-Butoxy-AIH, Litri-ethoxy-AIH, 9-Borabicyclo(3.3.1)-nonan .Lithium-triethylborhydrid, NaBH*, Zn(BH*)2, AIH3 · AICI2H oder eine Kombination aus wenigstens zwei der vorgenannten Reduktionsmittel, verwendet wird.
- 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Reduktionsmittel UAIH4 verwendet wird.
- 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß Sauerstoff dem Reaktionsgemisch als reiner Sauerstoff zugegeben wird.
- 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß Sauerstoff dem Reaktionsgemisch als Gemisch aus Sauerstoff und einem inerten Gas zugegeben wird. 9 AT 405 051 B
- 6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das inerte Gas Stickstoff oder ein Edelgas, insbesondere Argon oder Helium, ist.
- 7. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Sauerstoffgemisch ein Gemisch aus 5 20% Sauerstoff und 80% inertem Gas, ist.
- 8. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Sauerstoffgemisch Luft ist.
- 9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß getrockneter Sauerstoff io oder ein getrocknetes Sauerstoffgemisch verwendet wird.
- 10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Reduktion in einem Lösungsmittel ausgeführt wird und daß der Sauerstoff oder das Sauerstoffgemisch das Lösungsmittel enthält, insbesondere mit dem Lösungsmittel gesättigt ist. 75
- 11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet daß eine Verbindung der allgemeinen Formel (I) reduziert wird, in der X Brom bedeutet.
- 12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet daß eine Verbindung der 20 allgemeinen Formel (I) reduziert wird, in der Ar eine Gruppe des Narwedin-Typs bedeutet.
- 13. Verfahren nach Anspruch 11 und 12, dadurch gekennzeichnet daß Bromnarwedin reduziert wird.
- 14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet daß Bromnarwedinketal reduziert wird. 25
- 15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet daß Bromnarwedin-propylenglycolketal der Formel40 reduziert wird.
- 16. Verfahren zum Herstellen von Narwedin, dadurch gekennzeichnet daß Bromformylnarwedin, insbesondere Bromformylnarwedinketal, mit einem Reduktionsmittel, insbesondere mit einem der Reduktionsmittel der Ansprüche 2 und 3 in Abwesenheit von Sauerstoff zu Bromnarwedin, insbesondere 45 Bromnarwedinketal, und letzteres mit einem Reduktionsmittel, insbesondere mit einem der Reduktionsmittel der Ansprüche 2 und 3, in Gegenwart von Sauerstoff zu Narwedin, insbesondere Narwedinketal reduziert wird und daß eine allenfalls vorhandene Ketal-Schutzgruppe abgespalten wird. 50 10 55
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