AT413817B - Verfahren zum verbinden von glastafel-teilen sowie glastafel - Google Patents

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Description

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AT 413 817 B
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verbinden von Glastafel-Teilen Stoß an Stoß durch Verkleben an Kanten mittels eines Klebers.
Weiters bezieht sich die Erfindung auf eine Glastafel, z.B. für eine Tür oder ein Fenster, aus 5 zumindest zwei Glastafel-Teilen, die an Kanten durch Verkleben mittels eines Klebers Stoß an Stoß verbunden sind.
Es ist bereits bekannt, Gläser, und zwar auch flache Glastafel-Teile, miteinander mit Hilfe eines Glasklebers zu Verbinden. Diese Klebeverbindungen werden bisher allerdings nur zur Herstel-io lung von verschiedensten Glasobjekten verwendet, wobei die Gläser miteinander flächig, über Eck, aber auch Stoß an Stoß und in der Art von Gehrungsverbindungen oder aber von Nut-Feder-Verbindungen (s. z.B. DE 201 09 000 U1) miteinander verklebt werden. Als Kleber werden zumeist UV-härtende Glaskleber verwendet, die beim Aufträgen vergleichsweise dünnflüssig sind, und die danach durch Bestrahlen mit UV-Lampen ausgehärtet werden. Diese bekann-15 ten Klebeverbindungen wurden bisher jedoch in der Praxis nur in Fällen angewandt, wo an die Festigkeit der Glasgegenstände und damit auch der Glaskleber-Verbindungen keine allzu hohen Anforderungen gestellt werden. Hingegen ist es im Fall von Glasscheiben für Türen oder Fenster, wo einerseits relativ große Abmessungen vorliegen und andererseits besonders hohe Festigkeiten gewünscht sind, bisher üblich, Stoß an Stoß-Verbindungen von Glastafel-Teilen 20 durch Zusammenschmelzen zu realisieren, vgl. etwa die DE 36 15 142 A1. Andererseits sind die bekannten Nut-Feder-Verbindungen auch relativ aufwendig hinsichtlich der erforderlichen Kantenbearbeitungen, da eine Nut einzufräsen und eine Feder herauszuarbeiten ist.
Aus mehreren Teilen durch deren kantenweises Verbinden hergestellte Glastafeln oder Glas-25 scheiben sind bei Glastüren oder Fenstern im Übrigen häufig dann erwünscht, wenn durch die Verbindungslinien ein spezielles Design erhalten werden soll, oder wenn durch Verbinden unterschiedlicher Gläser, insbesondere in verschiedenen Farben, bestimmte Objekte erzielt werden sollen. Das bekannte Zusammenschmelzen von Glastafel-Teilen an deren Kanten ist jedoch äußerst aufwendig und überdies im Hinblick auf die gewünschten Effekte auch insofern 30 nachteilig, als sich dann keine klaren Linien im Design erzielen lassen, da die Glasmassen ineinander fließen.
Es ist nun Ziel der Erfindung, hier Abhilfe zu schaffen und ein Verfahren bzw. eine Glastafel wie eingangs angeführt vorzuschlagen, wobei trotz Klebeverbindung an den Kanten eine hohe 35 Festigkeit an den Verbindungsstellen ermöglicht wird. Im weiteren sollen dabei die Verbindungslinien, also die miteinander zu verklebenden Kanten, einen beliebigen, also nicht nur einen geraden, sondern auch einen gekrümmten und/oder eckigen Verlauf aufweisen können, ohne dass dies die Herstellung und Festigkeit der Klebeverbindung beeinträchtigt. Demgemäß sollen gemäß der Erfindung Glastafeln, z.B. für Türen oder Fenster, auf einfache Weise, aber 40 nichtsdestoweniger mit hoher Festigkeit herstellbar sein, wobei diese Glastafeln die verschiedensten Klebelinien-Designs und/oder Farbmuster durch Verwendung entsprechender Glastafel-Teile und deren flächiges Verkleben aufweisen können.
Das erfindungsgemäße Verfahren der eingangs angeführten Art ist dadurch gekennzeichnet, 45 dass die Glastafel-Teile mit Übermaß an den zu verklebenden Kanten, z.B. durch Ausschneiden aus Glastafeln, vorgesehen und an den zu verklebenden Kanten durch Schleifen bzw. Fräsen stufenförmig profiliert werden, dass die zu verklebenden, stufenförmig profilierten Kanten der Glastafel-Teile nach dem Profilieren poliert werden, und dass die profilierten Kanten mittels des Klebers, mit den vorstehenden Stufen einander überlappend, miteinander verklebt so werden.
In entsprechender Weise ist die erfindungsgemäße Glastafel der einleitend angesprochenen Art dadurch gekennzeichnet, dass die verklebten Kanten stufenförmig profiliert sind und mit den Stufen einander übergreifen, und dass die profilierten Kanten der Glastafel-Teile poliert, insbe-55 sondere glasklar poliert, sind. 3
AT 413 817 B
Gemäß der Erfindung werden somit die Glastafel-Teile nach dem jeweiligen gewünschten Design, jedoch mit etwas Übermaß, zugeschnitten, und danach werden die Kanten für die gewünschte Profilierung beispielsweise auf einer CNC-Fräsmaschine bearbeitet, wobei der Kantenverlauf und die Profilierung mit einer derartigen Genauigkeit gestaltet werden können, 5 dass die Glastafel-Teile exakt zueinander passen. Diese genaue Passung ist insofern von Bedeutung, als bevorzugt nur ein ganz schmaler Klebespalt belassen wird, etwa in der Größenordnung von ein Zehntel mm oder einigen wenigen Zehntel mm, also insbesondere maximal 0,1 bis 0,3 oder 0,5 mm. io Die profilierten Kanten werden sodann, um die gewünschte besonders feste Klebeverbindung zu erzielen, nach dem Profilieren auch poliert, und zwar insbesondere glasklar poliert, d.h. derart poliert, dass sie glasklar durchsichtig sind. Vor dem Verkleben werden die Glastafel-Teile bevorzugt auch erhitzt und abgekühlt, um so die Glastafel-Teile einer Anlass- bzw. Härtebehandlung zu unterziehen. Zum Verkleben werden die Glastafel-Teile auf eine plane Fläche 15 aufgelegt und mit Hilfe eines an sich herkömmlichen Glasklebers, wie eines UV-härtenden Glasklebers, verklebt. Dabei werden die Glastafel-Teile beispielsweise mit einer Kraft in der Größenordnung von 5 N aneinander gepresst.
Die stufenförmige Profilierung der Kanten der Glastafel-Teile kann an sich mit unterschiedlichen 20 Stufenhöhen erfolgen, vorzugsweise wird jedoch eine einfache symmetrische stufenförmige Profilierung vorgesehen, wobei die Glastafel-Teile an den Kanten gleich profiliert werden können und zum gegenseitigen Verbinden nur ein Wenden eines Glastafel-Teiles um 180° relativ zum anderen notwendig ist. 25 Als Kleber hat sich beispielsweise ein im Handel erhältlicher Glaskleber auf Acrylsäure-Ester-Basis bei praktischen Versuchen bewährt, und zwar insbesondere der unter der Bezeichnung CONLOC UV 665 im Handel erhältliche Glaskleber, der bei Bestrahlung mit UV-Licht photochemisch polymerisiert, und der ein dünnflüssiger, lösungsmittelfreier einkomponentiger Klebstoff ist. Dieser bekannte UV-Glaskleber ist glasklar, und er hat in ausgehärtetem Zustand eine 30 Härte von ca. 80 Shore D sowie eine Zugscherfestigkeit von ca. 15 N/mm2. Seine Temperaturbeständigkeit beträgt -40°C bis +125°C.
Bei Bruchtests, die an erfindungsgemäßen Tür-Glastafeln durchgeführt wurden, wobei Sicherheitsglas-Teile mit einer Dicke von 8 mm miteinander entlang bogenförmig verlaufender Kanten 35 verklebt wurden und die so gebildete Glasscheibe in einer Holzzarge gefasst wurde, ergab sich, dass die Glastafel das für Sicherheitsglas typische Bruchverhalten hatte. Dabei wurde ein Stoßkörper in Pendelschlagversuchen verwendet, wobei der Stoßkörper eine Masse von ca. 50 kg hatte. 40 Die Erfindung wird nachfolgend an Hand von besonders bevorzugten Ausführungsbeispielen, auf die sie jedoch nicht beschränkt sein soll, und unter Bezugnahme auf die beiliegende Zeichnung noch weiter erläutert. In dieser zeigen im Einzelnen: Fig. 1 eine Ansicht einer aus Glastafel-Teilen durch Verkleben an wellenförmig verlaufenden Kanten hergestellte Tür-Glastafel; Fig. 2 einen Querschnitt im Bereich einer Kanten-Klebeverbindung gemäß Linie ll-ll in Fig. 1; 45 und Fig. 3 einen Ausschnitt einer erfindungsgemäßen Glastafel im Bereich von miteinander verklebten Kanten nach Durchführung eines Bruchtests.
In Fig. 1 ist eine Tür-Glastafel 1 mit einer nur schematisch angedeuteten Umrahmung, etwa einer Zarge 2, gezeigt. Die Glastafel 1 besteht beispielhaft aus drei Glastafel-Teilen 3, 4, 5, so welche paarweise entlang von zwei wellenförmig verlaufenden Verbindungslinien 6, 7 an ihren Kanten, Stoß an Stoß, miteinander durch Verkleben verbunden sind. Selbstverständlich sind beliebige andere Verbindungslinien-Muster ebenfalls möglich.
In Fig. 2 ist in einer Querschnittdarstellung eine derartige Stelle der Klebeverbindung an den 55 Kanten 4‘, 5' der Glastafel-Teile 4, 5 ersichtlich. Dabei ist zu ersehen, dass die Kanten 4' bzw. 5’ 4
AT 413 817 B der Glastafel-Teile 4, 5 stufenförmig profiliert sind, wobei die Stufe 8 in der Mitte der Dicke D der Glastafel-Teile 4 bzw. 5 liegt. Diese Dicke D kann beispielsweise 6 mm oder 8 mm betragen, und die Höhe d der Stufe 8 kann in diesem Beispiel im Wesentlichen 3 mm oder 4 mm betragen. Zu berücksichtigen ist dabei nur der Klebespalt 9 mit seiner Dicke, wobei die Dicke des 5 Klebespalts 9 jedoch außerordentlich klein ist, beispielsweise nur 0,1 mm oder nur 0,1 bis 0,3 mm beträgt. Wie ersichtlich kann im Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 2 die Kantenprofilierung mit ein und demselben Schleif- oder Fräswerkzeug hergestellt werden, und zum Aneinanderfügen der Glastafel-Teile 4, 5 ist nur einer hievon gegenüber dem anderen um 180° gewendet an letzteren anzulegen. 10
Wie weiters in Fig. 2 mit strichlierten Linien gezeigt ist, können an den Rändern des Klebespalts 9 an den Kanten 4' bzw. 5’ Fasen oder Abschrägungen 10 vorgesehen werden. Diese Fasen 10 begrenzen einen keilförmigen Raum, der beim Verkleben ebenso wie der Klebespalt 9 mit dem Glaskleber gefüllt wird. 15
Die Breite s der Stufe 8 kann im erwähnten Beispiel mit Glastafeldicken von 8 mm (oder 6 mm) in der Größenordnung von 2 mm liegen. Es hat sich gezeigt, dass eine derartige Überlappung der Kantenprofile, d.h. ein derartiges Übereinandergreifen oder Ineinandergreifen im Ausmaß von einigen wenigen mm, in Verbindung mit der Anwendung eines herkömmlichen Glasklebers, 20 insbesondere eines UV-härtenden Glasklebers wie vorstehend erwähnt, zu außerordentlich festen Verbindungen der Glastafel-Teile, z.B. der Teile 4 und 5 gemäß Fig. 2, führt, so dass auch für Anwendungen bei Glastüren oder Glasfenstern eine ausreichende Festigkeit der Verbindung erhalten wird. 25 Bei Versuchen hat sich weiters auch gezeigt, dass es für die Festigkeit der Klebeverbindung an den Kanten, z.B. den Kanten 4', 5' der Glastafel-Teile 4, 5, besonders vorteilhaft ist, wenn die profilierten Kanten 4', 5' fein poliert werden und so an diesen Stellen glasklar durchsichtig ausgebildet werden. 30 Als Gläser können auch Sicherheitsgläser, wie insbesondere ESG-Sicherheitsgläser, verwendet werden, und es ist überdies denkbar, die Glastafel-Teile 3, 4 und 5 vor dem Verkleben einer Anlassbehandlung zu unterziehen, d.h. zu erhitzen und wieder abzukühlen.
Aus Fig. 2 ist weiters noch ersichtlich, dass die Glastafel-Teile 4, 5 beim Verkleben auf einer 35 planen Unterlage 11 aufgelegt und gegeneinander mit einer Kraft F gepresst werden, wobei diese Kraft in der Größenordnung von ungefähr 5 N liegen kann.
In Fig. 3 ist schließlich ein Bruchbild eines Teiles einer Sicherheits-Glasscheibe oder -tafel 1 in einem Ausschnitt gezeigt, wobei auch eine Klebefuge, z.B. entsprechend der Verbindungslinie 40 7, ersichtlich ist und erkannt werden kann, dass beim durchgeführten Bruchtest, z.B. entspre chend einem Pendelschlagversuch, die Sicherheitsglastafel in der vorgeschriebenen Weise und ohne Beeinträchtigung durch die Klebefuge 7 brach, wobei überdies erkennbar ist, dass an der Klebefuge 7 eine vergleichbare Festigkeit wie im übrigen Glastafelbereich gegeben war. 45 Aus einer Zusammenschau aus Fig. 1 und Fig. 2 ist weiters auch deutlich, dass beim Ausschneiden der Glastafel-Teile 3, 4 und 5 aus einem Glasrohling, wie etwa aus einem ESG-Sicherheitsglas, ein vorgegebenes Übermaß vorzusehen ist, um so im Anschluss daran das aus Fig. 2 ersichtliche stufenförmige Profilieren der Kanten 4', 5' zu ermöglichen, so dass dann beim Zusammenfügen die Glastafel-Teile 3, 4 und 5 im Bereich dieser Profilgebung ein- 50 ander übergreifen oder ineinander greifen, um so einen gewissen Formschluss, wenn auch nur im Bereich von wenigen mm, vorzusehen. 55

Claims (6)

  1. 5 AT 413 817 B Patentansprüche: 1. Verfahren zum Verbinden von Glastafel-Teilen (3, 4, 5) Stoß an Stoß durch Verkleben an Kanten (4', 5') mittels eines Klebers, dadurch gekennzeichnet, dass die Glastafel-Teile 5 (3, 4, 5) mit Übermaß an den zu verklebenden Kanten (4’, 5'), z.B. durch Ausschneiden aus Glastafeln, vorgesehen und an den zu verklebenden Kanten (4', 5') durch Schleifen bzw. Fräsen stufenförmig profiliert werden, dass die zu verklebenden, stufenförmig profilierten Kanten (4', 5') der Glastafel-Teile (3, 4, 5) nach dem Profilieren poliert werden, und dass die profilierten Kanten (4’, 5') mittels des Klebers, mit den vorstehenden Stufen (8) einan-io der überlappend, miteinander verklebt werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kanten (4', 5') glasklar poliert werden.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die profilierten Kanten (4', 5') beim Verkleben einen Klebespalt (9) von maximal einem Zehntel mm oder einigen wenigen Zehnteln mm begrenzen.
  4. 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Glastafel- 20 Teile (3, 4, 5) beim Verkleben mit einer Kraft (F) in der Größenordnung von ca. 5 N anein ander gepresst werden.
  5. 5. Glastafel (1), z.B. für eine Tür oder ein Fenster, aus zumindest zwei Glastafel-Teilen (3, 4, 5), die an Kanten (4', 5') durch Verkleben mittels eines Klebers Stoß an Stoß verbunden 25 sind, dadurch gekennzeichnet, dass die verklebten Kanten (4', 5') stufenförmig profiliert sind und mit den Stufen einander übergreifen, und dass die profilierten Kanten (4\ 5') der Glastafel-Teile (4, 5) poliert, insbesondere glasklar poliert, sind.
  6. 6. Glastafel nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Klebespalt (9) maximal ein 30 oder einige wenige Zehntel mm breit ist. Hiezu 2 Blatt Zeichnungen 35 40 45 50 55
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