AT506398A4 - Verfahren und vorrichtung zur unterdrückung von schwingungen in einer walzanlage - Google Patents

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AT506398A4
AT506398A4 AT0097908A AT9792008A AT506398A4 AT 506398 A4 AT506398 A4 AT 506398A4 AT 0097908 A AT0097908 A AT 0097908A AT 9792008 A AT9792008 A AT 9792008A AT 506398 A4 AT506398 A4 AT 506398A4
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    • B21BROLLING OF METAL
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Description


  Verfahren und Vorrichtung zur Unterdrückung von Schwingungen in einer Walzanlage. 

  
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Unterdrückung von Schwingungen in einer Walzanlage. 

  
Konkret betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Unterdrückung von Schwingungen, insbesondere 3. Oktav Schwingungen, in einer Walzanlage mit zumindest einem Walzgerüst mit Walzenanstellung und zumindest einem Walzensatz, wobei wenigstens eine permanent gemessene Grösse der Walzanlage einem Regler zugeführt, mit Hilfe dieses Reglers in Echtzeit eine zeitlich veränderliche Stellgrösse ermittelt und durch die Beaufschlagung mindestens eines Aktuators der Walzenanstellung die Regelgrössen im Wesentlichen bei definierten Sollwerten gehalten werden. 

  
Bei Walzanlagen, insbesondere Kaltwalzstrassen, ist es bekannt, dass es unter bestimmten Betriebszuständen, wie z.B. Bandzug, Bandzugdifferenz, Reibkoeffizienten, Dickenabnahme, Materialfestigkeit und Bandgeschwindigkeit, zu unerwünschten Schwingungen kommt, die zu erheblichen Schäden an der Anlage, als auch zu Defekten am Walzgut führen können. Dem Fachmann sind aus der Vielzahl bei Walzprozessen auftretenden Schwingungen die 3. OktavSchwingungen, engl. 3" octave chatter, bekannt. 3. Oktav-Schwingungen treten typischerweise in einem Frequenzbereich von etwa 80 bis 170 Hz auf und sind von einem hohen Energieinhalt sowie instabilen Schwingungszuständen gekennzeichnet, sodass auch erhebliche mechanische Schäden am Walzgerüst einer Walzanlage auftreten können.

   Da es bei diesen Schwingungen aber auch zu Bewegungen des Walzensatzes und somit zu Abweichungen vom Sollwalzspalt kommt, führt dies zu Defekten am Walzgut, welche als Oberflächendefekte, geometrische Defekte oder auch als Kombinationen davon ausgeprägt sein können. Typischerweise wird beim Auftreten derartiger Schwingungen vom Betriebspersonal der Walzanlage eine sofortige Reduktion der Walzgeschwindigkeit vorgenommen, das mit einer Durchsatzreduktion (also verringerter Produktivität) einhergeht und zum Abklingen der Schwingungen führt. Der angegebene Frequenzbereich für 3. Oktav-Schwingungen hängt wesentlich von der jeweiligen Anlagenkonfiguration und den Walzparametern ab und kann daher auch davon abweichen. Bei einem Verfahren zur Unterdrückung von 

  
Schwingungen (einer sog. "aktiven Schwingungskompensation"), wird zumindest eine permanent gemessene Grösse der Walzanlage einem Regler zugeführt, der eine zeitlich veränderliche Stellgrösse berechnet. Durch die Beaufschlagung zumindest eines Aktuators der Walzenanstellung ist es möglich, die Regelgrössen im Wesentlichen, dh. bis z.B. auf Uberschwingvorgänge, bei definierten Sollwerten zu halten. 

  
In der EP 1457274 A2 wird ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Vermeidung von 3. und 5. Oktav-Schwingungen in einem Walzgerüst offenbart. Hierbei wird mittels eines Regelkreises und eines Aktuators mindestens eine Walze eines Walzensatzes beaufschlagt, wodurch die Regelgrössen bei definierten Sollwerten gehalten werden. Konkrete Ausführungsformen bzw. Auswahlkriterien für den Aktuator können der Offenbarung allerdings nicht entnommen werden. 

  
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren und eine hydraulische 

  
Walzenanstellung aufweisende Vorrichtung zur Unterdrückung von Schwingungen in einer Walzanlage zu schaffen, mit denen insbesondere 3. Oktav-Schwingungen effektiv unterdrückt und dadurch die Qualität des Walzguts und/oder die Produktivität der Walzanlage verbessert werden kann. 

  
Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren der eingangs genannten Art gelöst, bei dem die Stellgrösse einem elektro-hyd raulischen Stellglied zugeführt und durch dieses Stellglied zumindest ein hydraulischer Aktuator der Walzenanstellung beaufschlagt wird, wobei das elektro-hydraulische Stellglied über einen Nenndurchfluss >= 50 l/min verfügt und zumindest ein Teil des Frequenzgangs bei Frequenzen f >= 80 Hz durch einen Betragsabfall <= 3 dB charakterisiert wird und in diesem Frequenzbereich der Phasenabfall [psi] den Bedingungen > 19 - ^ + 3,1  10<"6> -^<4> und [phi] <90[deg.] genügt. 

  
Hierbei wird unter einem elektro-hydraulischen Stellglied ein elektrisch, beispielsweise durch ein 4 bis 20 mA Stromsignal, ansteuerbares Hydraulikventil, beispielsweise ein stetiges, ein- oder mehrstufiges Regel-, Proportional- oder Servoventil verstanden. Obwohl Hydraulikventile ein nichtlineares Verhalten aufweisen, z.B. in der Durchflusskennlinie, lässt sich das dynamische Verhalten von Ventilen gut über den Frequenzgang charakterisieren. Der Frequenzgang ist somit geeignet, die Eignung eines Ventils für bestimmte Einsatzzwecke im Sinne des dynamischen Verhaltens anzugeben. Die Ermittlung des Frequenzgangs, dh. des Phasen- und des Betragsgangs, von stetigen Ventilen ist dem Fachmann z.B. aus 

  
Kapitel 3.7.2 Verhalten im Frequenzbereich von W. Backe: Umdruck zu 

  
Vorlesung Servohydraulik, 6. Auflage, Institut für hydraulische und pneumatische Antriebe und Steuerung der RWTH Aachen, 1992. 

  
bekannt. Im Sinne der Offenbarung ist unter einem Betragsabfall von <= 3 dB zu verstehen, dass der Betragsgang einen Wert >= -3 dB aufweist; ein positiver Wert des Betragsabfalls führt also zu einer Abschwächung der Amplitude des Ausgangssignals. Analog ist unter einem Phasenabfall von beispielsweise <= 45[deg.] zu verstehen, dass der Phasengang einen Wert >= -45[deg.] aufweist, dh. dass das Ausgangssignal dem Eingangssignal um <= 45[deg.] nacheilt (LAG Verhalten). Da der Frequenzgang von verschiedenen Betriebsparametern abhängt, sind die angegebenen Werte für den Phasenabfall und den Betragsabfall bei einer Aussteuerung von +-50 %, bevorzugt 85 %, (0% entspricht einem nicht ausgesteuerten, dh. geschlossenen, Ventil; 100% entsprechen einem voll ausgesteuerten, dh. voll geöffneten, Ventil) und einem Systemdruck von 70 % des Nenndrucks des Ventils zu ermitteln.

   In vielen Fällen muss der Frequenzgang aber nicht notwendigerweise erst experimentell ermittelt werden, da der Frequenzgang für viele Ventile bereits aus den Datenblättern hervorgeht. In den Datenblättern wird der Betragsgang, dh. der Verstärkungsfaktor zwischen Ein- und Ausgangssignal, typischerweise im logarithmischen Mass Dezibel (kurz dB) angegeben und der Phasengang, dh. der Phasenunterschied zwischen Ein- und Ausgangssignal, in Grad [deg.]. Diese Notation ist ebenfalls, z.B. aus Backe, bekannt, selbstverständlich sind jedoch auch Angaben in anderen Einheiten möglich. Die Definition des Nenndurchflusses, bzw. des Nennvolumenstroms, ist aus Kapitel 3.6.3 Nennvolumenstrom aus Backe bekannt. Der Nenndurchfluss wird bei einer Druckdifferenz von 70 bar bei voll ausgesteuertem Ventilschieber ermittelt.

   Die Werte für den Phasenabfall [phi] in [deg.] sind aus einer Zahlenwertungleichung zu ermitteln, wobei die Frequenz f in Hz einzusetzen ist. 

  
In besonders vorteilhafter Weise lässt sich das erfindungsgemässe Verfahren durchführen, wenn zumindest ein Teil des Frequenzgangs des elektrohydraulischen Stellglieds bei Frequenzen f >= 80 Hz, bevorzugt 200 >= f >= 80 Hz, durch einen Betragsabfall <= 3 dB charakterisiert wird und in diesem 

  
Frequenzbereich der Phasenabfall [phi] den Bedingungen f >= \9- [[phi] + 3,1 -10<"6> -[phi] bevorzugt / > 23 -^ + 3,1  10<"6> -^<4> , besonders bevorzugt /> 27 -^ + 3,1-10<-6> -^<4>, und [phi] < 90[deg.] genügt. Mittels dieser vorteilhaften Ausführungsformen lassen sich nochmals verbesserte Resultate bei der Unterdrückung von Schwingungen erzielen, da der Phasenabfall des elektro-hydraulischen Stellglieds weiter reduziert wurde und/oder der Frequenzgang, dh. der Phasen- und Betragsabfall, in einem für die Lösung der erfindungsgemässen Aufgabe besonders günstigen Frequenzband liegen. 

  
Das erfindungsgemässe Verfahren lässt sich vorteilhaft ausführen, wenn als eine permanent gemessene Grösse die Beschleunigung in Anstellrichtung, ein hydraulischer Druck oder die Anstellkraft eines hydraulischen Aktuators der Walzenanstellung herangezogen wird. Diese Tatsache ist unmittelbar einsichtig, da die Beschleunigung über das Newton'sche Grundgesetz F = m-x<'> mit der " [phi][phi] [phi] [phi]
 <EMI ID=5.1> 
 <EMI ID=5.1> 
 

  
Masse m und der Anstellkraft F, bzw. die Kraft F über F = p-A mit dem hydraulischen Druck und der Kolbenfläche des Aktuators verbunden ist und somit eine sehr empfindliche und genaue Messung möglich ist. 

  
Auftretende Schwingungen werden vorteilhafterweise besonders schnell erkannt bzw. in weiterer Folge besonders rasch unterdrückt, wenn eine permanent gemessene Grösse mit einer Abtastzeit < 1 ms, bevorzugt < 0,2 ms, einem Regler zugeführt wird. 

  
Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform des Verfahrens besteht darin, dass als eine permanent gemessene Grösse die Differenz der Beschleunigungen zwischen dem Wert an der Kolbenstange und dem Wert am Zylindergehäuse eines hydraulischen Aktuators der Walzenanstellung herangezogen wird. Mittels dieser Ausführungsform ist es möglich, die effektiv auftretenden Kräfte bzw. Beschleunigungen besonders genau zu erfassen. 

  
In zwei weiteren vorteilhaften Ausführungsformen des Verfahrens, wird eine permanent gemessene Grösse mittels eines oder mehrerer Bandpassfilter, bevorzugt durch Bandpassfilter höher als zweiter Ordnung, gefiltert. Mittels dieser Ausführungsformen ist es möglich, die für Chatter Schwingungen relevanten 

  
Frequenzanteile aus einer gemessenen Grösse herauszufiltern und einem Regler zuzuführen. 

  
Es ist weiters vorteilhaft, dass der Regler die Stellgrösse unter Berücksichtigung eines mathematischen Regelgesetzes und eines Teilmodells ermittelt, welches den Anlagenzustand bzw. das Anlagenverhalten charakterisiert und vorzugsweise ein hydraulisches und/oder mechanisches und/oder Walzkraftmodell enthält. Durch diesen erfindungsgemässen Regler wird sichergestellt, dass die Walzanlage das gewünschte, durch die Stellgrösse vorgegebene, Verhalten weitgehend unabhängig vom jeweiligen Betriebspunkt zeigt. . <[phi]> [phi]  [phi] [phi] 

  
Da der Frequenzgang jedes realen Stellglieds - besonders stark natürlich bei höheren Frequenzen - einen Phasenabfall zeigt, ist es vorteilhaft, dass die Stellgrösse einem Lead/Lag Glied zugeführt und dabei die Phasenlage der Stellgrösse verändert wird. Mittels eines Lead/Lag Glieds ist es möglich, die Phasenlage eines Signals, im konkreten Fall des Stellgrössensignals, zu verändern und so die durch das Stellglied bedingte Phasenverschiebung zumindest teilweise oder gar vollständig zu kompensieren. 

  
Es ist weiters vorteilhaft, die Stellgrösse einem nichtlinearen Kompensationsglied zuzuführen und dabei Nichtlinearitäten der hydraulischen Walzenanstellung zu reduzieren bzw. zu kompensieren. Dem Fachmann ist bekannt, dass z.B. die Durchflusskennlinie eines Hydraulikventils als auch das dynamische Verhalten eines Hydraulikzylinders signifikante Nichtlinearitäten aufweisen. Nachdem diese Nichtlinearitäten bekannt sind, ist es möglich, diese vollständig oder zumindest teilweise mittels einer nichtlinearen Kompensation zu beseitigen. 

  
In einer weiteren vorteilhaften Ausprägung des erfindungsgemässen Verfahrens, wird die Stellgrösse des Reglers zur Unterdrückung von Schwingungen einer weiteren Stellgrösse, beispielsweise einer Walzspaltregelung, additiv überlagert und gegebenenfalls nach einer Phasenveränderung und/oder einer nichtlinearen Kompensation einem elektro-hydraulischen Stellglied zugeführt. Dadurch ist es möglich, die zwei Regelkreise i) zur Unterdrückung von Schwingungen und ii) der Walzspaltregelung weitgehend unabhängig voneinander zu optimieren, wodurch die Leistungsfähigkeit des Gesamtsystems gesteigert werden kann. 

  
Die Effizienz des erfindungsgemässen Verfahrens lässt sich weiter steigern, wenn der Versorgungsdruck und/oder der Steuerdruck und/oder der Tankdruck am elektro-hydraulischen Stellglied mittels hydraulischer Akkumulatoren stabilisiert wird. Durch diese Massnahme wird die Ansprechzeit des Stellglieds verkürzt bzw. ein gleichmässiges Ansprechen des Stellglieds weitgehend unabhängig von transienten Druckschwankungen erreicht. Bei Walzgerüsten mit hohen Walzkräften ist es vorteilhaft, dass das elektrohydraulische Stellglied über einen Nenndurchfluss >= 100 l/min, bevorzugt >= 200 l/min, verfügt. Dadurch ist es möglich, mit einem Stellglied auch hohe Volumenströme für die Ansteuerung eines oder mehrerer Aktuatoren der 

  
Walzenanstellung bereitzustellen. Wie oben angemerkt, wird der Nenndurchfluss bei einem Druckabfall von 70 bar ermittelt. 

  
Vorteilhafterweise wird die Grösse des elektro-hydraulischen Stellglieds über die Ungleichung QNem >1592 -VZyl ausgewählt, wobei in diese Zahlenwertungleichung das Zylindervolumen in m<3> einzusetzen ist und sich der Nennvolumenstrom Q.Nenn in l/min ergibt. Das Zylindervolumen ergibt sich aus der Formel VZyl = AZyl -Hub , wobei die Kolbenfläche mit AZy[iota] und der maximale Hub des Hydraulikzylinders mit Hub angegeben wird. Um eine besonders hohe Dynamik der Schwingungsunterdrückung zu erreichen ist es vorteilhaft, jedem Stellglied genau einem hydraulischen Aktuator der Walzenanstellung zuzuordnen. 

  
Um eine möglichst unmittelbare Umsetzung des erfindungsgemässen Verfahrens zu ermöglichen, welche die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe löst, ist es vorteilhaft, dass ein elektrisch angesteuertes Hydraulikventil, dem die Stellgrösse zuführbar ist, und zumindest ein Hydraulikzylinder der Walzenanstellung, über den mindestens eine Walze des Walzensatzes beaufschlagbar ist, vorhanden sind, wobei das Hydraulikventil einen Nenndurchfluss >= 50 l/min aufweist und zumindest ein Teil des Frequenzgangs bei Frequenzen f >= 80 Hz einen Betragsabfall <= 3 dB aufweist und in diesem Frequenzbereich der Phasenabfall [phi] den Bedingungen 

  
/ >=19-^ + 3,M0-<6> -^<4> und ^ < 90[deg.] genügt. 

  
In besonders vorteilhafter Weise wird die Vorrichtung zur Unterdrückung von Schwingungen ausgeführt, wenn zumindest ein Teil des Frequenzgangs des Hydraulikventils bei Frequenzen >= 80 Hz, bevorzugt 200 >= f > 80 Hz, einen Betragsabfall <= 3 dB aufweist und in diesem Frequenzbereich der Phasenabfall [phi] den Bedingungen f >= 19  [[phi] + 3,1 -lO<-6> ^<4> , bevorzugt / > 23-^ + 3,M0^\ besonders bevorzugt / > 27-^ + 3,1 0<¯>* -[phi] und [phi] < 90[deg.] genügt. 

  
In einer weiteren vorteilhaften Ausführung der erfindungsgemässen Vorrichtung, wird eine Messeinrichtung als Beschleunigungs-, Druck- oder Kraftsensor ausgeführt. Die Messeinrichtungen sind beispielsweise über Kabel oder Feldbus mit dem digitalen Regler verbunden. 

  
Eine vorteilhafte Messeinrichtung lässt sich dann erzielen, wenn eine 

  
Messeinrichtung zwei Beschleunigungssensoren aufweist, wobei ein Sensor mit der Kolbenstange und ein Sensor mit dem Zylindergehäuse eines Hydraulikzylinders der Walzenanstellung verbunden ist. Dabei ist es vorteilhaft, dass die Messachse eines Beschleunigungssensors parallel zur Anstellrichtung eines Hydraulikzylinders der Walzenanstellung angeordnet ist. 

  
Eine weitere Verbesserung der dynamischen Eigenschaften der erfindungsgemässen Vorrichtung lässt sich erzielen, wenn eine Versorgungsleitung und/oder eine Steuerleitung und/oder eine Tankleitung zum Hydraulikventil einen hydraulischen Akkumulator zur Druckstabilisierung aufweist. 

  
Bei hohen Walzkräften ist es vorteilhaft, die Vorrichtung so auszuführen, dass das Hydraulikventil einen Nenndurchfluss >= 100 l/min, bevorzugt >= 200 l/min, aufweist. 

  
Vorteilhafterweise weist das elektro-hydraulische Stellglied einen Nenndurchfluss von QNam >=\592-Vz<> auf, wobei wiederum das Zylindervolumen VZy[iota] in m<3> einzusetzen ist und sich der Nenndurchfluss G (TM) in l/min ergibt. 

  
Eine vorteilhafte Bauform der Vorrichtung, weil besonders kompakt, lässt sich erzielen, wenn der Regler mit dem Hydraulikventil eine Baugruppe bildet oder sich [Phi]. . der Regler in unmittelbarer räumlicher Nähe des Hydraulikventils befindet. Das Hydraulikventil ist beispielsweise über Kabel oder Feldbus mit dem digitalen Regler verbunden. 

  
Besonders vorteilhafte dynamische Eigenschaften der Vorrichtung lassen sich erzielen, wenn ein Hydraulikventil mit einem Hydraulikzylinder der Walzenanstellung eine Baugruppe bildet oder sich das Hydraulikventil in unmittelbarer räumlicher Nähe des Hydraulikzylinders befindet. 

  
Weitere Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung nicht einschränkender Ausführungsbeispiele, wobei auf die folgenden Figuren Bezug genommen wird, die Folgendes zeigen: 

  
Fig. 1 Schema einer Regelstrecke zur Unterdrückung von Schwingungen Fig. 2 Schema eines Walzgerüsts mit der erfindungsgemässen Vorrichtung zur Unterdrückung von Schwingungen 

  
Fig. 3 der erfindungsgemässe Bereich des Phasenabfalls eines elektrohydraulischen Stellglieds 

  
Fig. 1 zeigt den grundsätzlichen Aufbau einer Regelstrecke zur Unterdrückung von Schwingungen. Über einen Beschleunigungssensor 1 , der mit einer Walze eines Walzgerüstes 12 in Verbindung steht, wird eine Messgrösse 2 einem Bandpassfilter 3, welcher als Bandpass vierter Ordnung ausgeführt ist, zugeführt, welcher dem für Chatter Schwingungen relevanten Frequenzanteil der Messgrösse, dh. des Beschleunigungssignals, einem Regler 4 zuführt. Dieser Regler 4, beinhaltend einen Regelalgorithmus und den Anlagenzustand charakterisierende Teilmodelle, errechnet in Echtzeit unter Berücksichtigung der gefilterten Messgrösse 2 und einer Sollgrösse 5 wenigstens eine zeitlich veränderliche Stellgrösse 6, welche einem Lead/Lag Glied 7 und im Anschluss daran einem nichtlinearen Kompensationsglied 8 zugeführt wird.

   Durch ein Lead/Lag Glied 7 kann die Phasenlage eines Signals, im konkreten Fall der 
 <EMI ID=10.1> 
 

  
Stellgrösse 6, verändert werden. Eine derartige Veränderung der Phasenlage ist deswegen besonders vorteilhaft, weil man bei einer bestimmten Walzanlage von einer im Wesentlichen konstanten Chatterfrequenz ausgehen kann, und man dieses Wissen gezielt zur Leistungssteigerung der Schwingungsunterdrückung nutzen kann. Geht man beispielsweise von einer Chatterfrequenz von 150 Hz der Walzanlage aus und ist bei dieser Frequenz entweder aus einem Datenblatt oder aus experimentellen Untersuchungen des Hydraulikventils 9 bekannt, dass das Ventil bei dieser Frequenz einen gewissen Phasenabfall aufweist, so kann dieser Phasenabfall mittels des Lead/Lag Glieds 7 vollständig oder zumindest teilweise kompensiert werden.

   Im Anschluss an das Lead/Lag Glied 7, werden wesentliche Nichtlinearitäten, beispielsweise der Durchflusskennlinie eines hydraulischen Servoventils 9 und/oder des dynamischen Verhaltens eines Hydraulikzylinders 11 , mittels eines Kompensators 8 ausgeglichen. Das so kompensierte und phasenverschobene Stellgrössensignal wird anschliessend dem Hydraulikventil 9, welches als stetiges, ein- oder mehrstufiges Servo-, Proportional- oder Regelventil ausgeführt ist, zugeführt. Der resultierende Volumenstroms 10 wird in weiterer Folge zumindest einem als Hydraulikzylinder 11 ausgeführten Aktuator zugeführt, welcher wiederum Kräfte auf eine Walze des Walzensatzes ausübt. Hierdurch ist es möglich, erstens einer Störgrösse 13 gezielt Energie zu entziehen und zweitens, die Dämpfung des Gesamtsystems gezielt zu beeinflussen.

   Beide Massnahmen wirken sich vorteilhaft auf die Unterdrückung von 3. Oktav-Schwingungen aus und bewirken, dass dadurch die Qualität des Walzguts und/oder die Produktionsleistung der Walzanlage erhöht werden kann. 

  
In Fig. 2 ist ein Walzgerüst 12 einer Walzanlage dargestellt. Hierbei ist ein Regler 4 mit einem als Servoventil ausgeführten Hydraulikventil 9 verbunden. In einem Hydraulikzylinder 11 , der mit dem Hydraulikventil 9 in Verbindung steht, wird eine Walze der Walzenanstellung beaufschlagt, wobei neben der Anstellbewegung der Walze auch die Beaufschlagung zur Vermeidung von Schwingungen erfolgt. Als Eingangsgrössen für den Regler 4 sind Positionssignale 14, Drucksignalel 5 und Beschleunigungssignale 16 eines Beschleunigungsaufnehmers 1 angedeutet. In Fig. 3 ist der erfindungsgemässe Phasenabfall eines elektro-hydraulischen Hydraulikventils angegeben. Auf der Ordinate ist die Frequenz f in Hz, auf der Abszisse der Phasenabfall [psi] in [deg.] dargestellt. Der Frequenzbereich wurde aus Gründen der Übersichtlichkeit bei 350 Hz abgeschnitten.

   Der Phasenabfall errechnet sich in folgender Weise: Ist man beispielsweise an einer Frequenz f zu einem Phasenabfall von 60[deg.] interessiert, dh. an der Frequenz bei der der Phasengang [phi] = -60[deg.] beträgt, so setzt man den Wert [phi] = 60[deg.] in die Gleichung / >19 ^ + 3,1-10<"6> -[phi]* ein. Daraus ergibt sich ein Wert f= 114,6 Hz, dh. der Phasengang des erfindungsgemässen Ventils darf erst bei Frequenzen f >= 114,6 Hz einen Phasenabfall von [phi] = 60[deg.] aufweisen, bzw. der Phasengang darf erst bei Frequenzen f >= 114,6 Hz den Wert [phi] = -60[deg.] unterschreiten.  

  
Bezugszeichenliste 

  
1 Beschleunigungssensor 

  
2 Messgrösse 

  
3 Bandpassfilter 

  
4 Regler 

  
5 Sollgrösse 

  
6 Stellgrösse 

  
7 Lead/Lag Glied 

  
8 Kompensator 

  
9 Hydraulikventil 

  
10 Volumenstrom 

  
11 Hydraulikzylinder 

  
12 Walzgerüst 

  
13 Störgrösse 

  
14 Positionssignal 

  
15 Drucksignal
 <EMI ID=12.1> 
16 Beschleunigungssignal

Claims (26)

Patentansprüche
1. Verfahren zur Unterdrückung von Schwingungen, insbesondere dritter OktavSchwingungen, in einer Walzanlage mit zumindest einem Walzgerüst mit Walzenanstellung und zumindest einem Walzensatz, wobei wenigstens eine permanent gemessene Grösse der Walzanlage einem Regler zugeführt, mit Hilfe dieses Reglers in Echtzeit eine zeitlich veränderliche Stellgrösse ermittelt und durch die Beaufschlagung mindestens eines Aktuators der Walzenanstellung die Regelgrössen im Wesentlichen bei definierten Sollwerten gehalten werden, dadurch gekennzeichnet, dass die Stellgrösse einem elektro-hydraulischen Stellglied zugeführt und durch dieses Stellglied zumindest ein hydraulischer Aktuator der Walzenanstellung beaufschlagt wird,
wobei das elektro-hydraulische Stellglied über einen Nenndurchfluss >= 50 l/min verfügt und zumindest ein Teil des Frequenzgangs bei Frequenzen f >= 80 Hz durch einen Betragsabfall <= 3 dB charakterisiert wird und in diesem Frequenzbereich der Phasenabfall [phi] den
Bedingungen f >= \9-\[[phi] + \\[Lambda]0<¯>* -[phi]<4> und [phi] < 90[deg.] genügt.
2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Teil des Frequenzgangs des elektro-hydraulischen Stellglieds bei Frequenzen f >= 80 Hz durch einen Betragsabfall <= 3 dB charakterisiert wird und in diesem Frequenzbereich der Phasenabfall [phi] den Bedingungen / > 23 \ss + 3,1 10<"6> -[phi]<4> , bevorzugt/ > 27-^ + 3,1 -lO<-6> -^<4>, und [phi] < 90[deg.] genügt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Teil des Frequenzgangs des elektro-hydraulischen Stellglieds bei Frequenzen 200 >= f >= 80 Hz durch einen Betragsabfall <= 3 dB charakterisiert wird und in diesem Frequenzbereich der Phasenabfall [phi] den Bedingungen
-->4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als eine permanent gemessene Grösse die Beschleunigung in Anstellrichtung, ein hydraulischer Druck oder die Anstellkraft eines hydraulischen Aktuators der Walzenanstellung herangezogen wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine permanent gemessene Grösse mit einer Abtastzeit < 1 ms, bevorzugt < 0,2 ms, einem Regler zugeführt wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als eine permanent gemessene Grösse die Differenz der Beschleunigungen zwischen dem Wert an der Kolbenstange und dem Wert am Zylindergehäuse eines hydraulischen Aktuators der Walzenanstellung herangezogen wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine permanent gemessene Grösse mittels eines oder mehrerer Bandpassfilter gefiltert wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine permanent gemessene Grösse mittels eines oder mehrerer Bandpassfilter höher als zweiter Ordnung gefiltert wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Regler die Stellgrösse unter Berücksichtigung eines mathematischen Regelgesetzes und eines Teilmodells ermittelt, welches den Anlagenzustand bzw. das Anlagenverhalten charakterisiert und vorzugsweise ein hydraulisches und/oder mechanisches und/oder Walzkraftmodell enthält.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stellgrösse einem Lead/Lag Glied zugeführt und dabei die Phasenlage der Stellgrösse verändert wird.
-->11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stellgrösse einem nichtlinearen Kompensationsglied zugeführt und dabei Nichtlinearitäten der hydraulischen Walzenanstellung reduziert oder kompensiert werden.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stellgrösse des Reglers zur Unterdrückung von Schwingungen einerweiteren Stellgrösse, beispielsweise einer Walzspaltregelung, additiv überlagert und gegebenenfalls nach einer Phasenveränderung und/oder einer nichtlinearen Kompensation einem elektro-hydraulischen Stellglied zugeführt wird.
13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Versorgungsdruck und/oder der Steuerdruck und/oder der Tankdruck am elektro-hydraulischen Stellglied mittels hydraulischer Akkumulatoren stabilisiert wird.
14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das elektro-hydraulische Stellglied über einen Nenndurchfluss >= 100 l/min, bevorzugt >= 200 l/min, verfügt.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das elektro-hydraulische Stellglied über einen Nenndurchfluss QNem > 1592 VZyl verfügt und durch ein Stellglied genau ein hydraulischer Aktuator der Walzenanstellung beaufschlagt wird.
16. Vorrichtung zur Unterdrückung von Schwingungen, insbesondere dritter Oktav-Schwingungen, in einer Walzanlage, umfassend ein Walzgerüst, eine Walzenanstellung, zumindest einen Walzensatz, wenigstens eine Messeinrichtung zum permanenten Messen einer Grösse der Walzanlage und einen Regler, dem die gemessene Grösse zuführbar ist und mit dessen Hilfe in Echtzeit zumindest eine zeitlich veränderliche Stellgrösse ermittelbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass ein elektrisch angesteuertes Hydraulikventil, dem die Stellgrösse zuführbar ist, und zumindest ein Hydraulikzylinder der Walzenanstellung, über den mindestens eine Walze des Walzensatzes beaufschlagbar ist, vorhanden sind,
wobei das Hydraulikventil einen Nenndurchfluss >= 50 l/min aufweist und zumindest ein Teil des Frequenzgangs bei Frequenzen f >= 80 Hz einen Betragsabfall <= 3 dB aufweist und in diesem Frequenzbereich der Phasenabfall [phi] den Bedingungen f >= \9-\J[phi] +3,\[Lambda]0-<6> -[phi]<4> und <* <90[deg.] genügt.
17. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Teil des Frequenzgangs des Hydraulikventils bei Frequenzen >= 80 Hz einen Betragsabfall <= 3 dB aufweist und in diesem Frequenzbereich der Phasenabfall [phi] den Bedingungen f >= 23 [[phi] +3,\ 10-* [phi]<4> , bevorzugt / > 27 -^ + 3,1- lO<-6> -^<4>, und [phi] < 90[deg.] genügt.
18. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Teil des Frequenzgangs des Hydraulikventils bei Frequenzen 200 >= f >= 80 Hz einen Betragsabfall <= 3 dB aufweist und in diesem Frequenzbereich der Phasenabfall [phi] den Bedingungen / > 19 ss + 3,1 10<"6> [phi]<4> , bevorzugt
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 16 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass eine Messeinrichtung als Beschleunigungs-, Druck- oder Kraftsensor ausgeführt ist.
/ > 19 [[phi] + 3,1 10<"6> [phi]* , bevorzugt / > 23 \[[phi] + 3,1 10<"6> -[phi]<4> , besonders bevorzugt/ > 27 ss + 3,1 10<"6> [phi]<4> , und [phi] < 90[deg.] genügt.
20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 16 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass eine Messeinrichtung zwei Beschleunigungssensoren aufweist, wobei ein Sensor mit der Kolbenstange und ein Sensor mit dem Zylindergehäuse eines Hydraulikzylinders der Walzenanstellung verbunden ist.
21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 19 oder 20, dadurch gekennzeichnet, dass eine Messachse eines Beschleunigungssensors parallel zur Anstellrichtung eines Hydraulikzylinders der Walzenanstellung angeordnet ist.
-->22. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 16 bis 21, dadurch gekennzeichnet, dass eine Versorgungsleitung und/oder eine Steuerleitung und/oder eine Tankleitung zum Hydraulikventil einen hydraulischen Akkumulator zur Druckstabilisierung aufweist.
23. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 16 bis 22, dadurch gekennzeichnet, dass das Hydraulikventil einen Nenndurchfluss >= 100 l/min, bevorzugt >= 200 l/min, aufweist.
/ > 23 \ss + 3,1 10<"6> [phi]<4> , besonders bevorzugt / > 27 \ss + 3,1 10^ [phi] , und [phi] < 90[deg.] genügt.
24. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 16 bis 23, dadurch gekennzeichnet, dass das Hydraulikventil einen Nenndurchfluss QNenn >=\ 92-VZyl aufweist.
25. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 16 bis 24, dadurch gekennzeichnet, dass der Regler mit dem Hydraulikventil eine Baugruppe bildet oder sich der Regler in unmittelbarer räumlicher Nähe des Hydraulikventils befindet.
26. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 16 bis 25, dadurch gekennzeichnet, dass ein Hydraulikventil mit einem Hydraulikzylinder der Walzenanstellung eine Baugruppe bildet oder sich das Hydraulikventil in unmittelbarer räumlicher Nähe des Hydraulikzylinders befindet.
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