AT513523A1 - Behandlung von Hauterkrankungen - Google Patents

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AT513523A1
AT513523A1 ATA1184/2012A AT11842012A AT513523A1 AT 513523 A1 AT513523 A1 AT 513523A1 AT 11842012 A AT11842012 A AT 11842012A AT 513523 A1 AT513523 A1 AT 513523A1
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Erna Spirk
Markus List
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Gl & Partners Og
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Abstract

Alaun, insbesondere Anunoniumalaun enthaltende Zubereitung zurBehandlung von Hauterkrankungen, insbesondere Ekzemen, wiez.B. Neurodermitis, und Psoriasis.

Description

Die Erfindung betrifft die Behandlung von Hauterkrankungen, insbesondere Ekzemen, wie z.B. Neurodermitis, und Psoriasis.
Hautkrankheiten können viele unterschiedliche Ursachen haben. So haben beispielsweise viele Menschen eine erbliche Veranlagung für die Entstehung von Schuppenflechte oder dem atopischen Ekzem (Neurodermitis). Das Auftreten solcher Erkrankungen kann z. B. durch Stress oder eine andere Infektion verstärkt werden. Außerdem kann sich der Verlauf der Krankheit wiederum durch eine bakterielle oder virale Infektion verschlimmern. Bei vielen Hautkrankheiten weiß man immer noch nicht über den genauen Entstehungsmechanismus Bescheid, wobei in vielen Fällen Regulationsstörungen des Immunsystems als Ursache gelten.
Leichtere Hautkrankheiten (wie zum Beispiel allergischer Ausschlag) können mit entzündungshemmenden Salben oder Cremes behandelt werden. Manche dieser Salben enthalten desinfizierende Bestandteile oder Kortison und können wegen ihrer Nebenwirkungen nur kurzfristig angewandt werden. Der Vorteil ist, dass der Wirkstoff nur lokal wirkt. Schwerwiegendere Hautkrankheiten sprechen oft auf eine alleinige Lokaltherapie mit Salben öder Cremes nicht an. Hier werden auch systemische Medikamente, z.B. in Tablettenform, verwendet, die Nebenwirkungen haben können. Auch Infektionskrankheiten der Haut durch Bakterien oder Viren erfordern die Gabe von Antibiotika oder ähnlichen Mitteln.
Besonders problematisch ist das Auftreten von atopischen Ekzemen (Neurodermitis), bei der es sich um eine chronische, nicht ansteckende Hautkrankheit handelt. Hauptsymptome sind rote, schuppende, manchmal auch nässende Ekzeme auf der Haut und ein starker Juckreiz. Das atopische Ekzem gilt als nicht
heilbar, ist aber behandelbar. Die Therapie besteht hauptsächlich aus der Behandlung der charakteristischen Hauttrockenheit und der äußerlichen Anwendung von entzündungshemmenden Wirkstoffen. Solche Wirkstoffe haben jedoch meist Nebenwirkungen, sodass eine Anwendung über einen längeren Zeitraum nicht empfehlenswert ist.
Relativ weit verbreitet ist weiters die Schuppenflechte (Psoriasis). Es handelt sich hierbei um eine Hautkrankheit, die sich im Wesentlichen durch stark schuppende, punktförmige bis handtellergroße Hautstellen (häufig an den Knien, Ellenbogen und der Kopfhaut) sowie Veränderungen an den Nägeln zeigt. Es sind verschiedene Ansätze zur Behandlung der Psoriasis bekannt geworden, die in der äußeren Anwendung verschiedener Substanzen bestehen, jedoch keine Heilung, sondern lediglich eine Linderung der Symptome bewirken. Abhängig von der jeweiligen Zubereitung ist die äußere Anwendung jedoch mit zahlreichen Nachteilen verbunden. So enthalten viele flüssige Zubereitungen Alkohol, um die Wirkstoffe zu lösen, der einen bestehenden trockenen Hautzustand zusätzlich verschlechtern kann. Cremes wiederum enthalten Emulgatoren, um die lipophile mit der wässrigen Phase zu verbinden, die jedoch von empfindlicher Haut nicht immer gut vertragen werden. Gele weisen einen hohen Wassergehalt oder Alkoholanteil auf, der Kittsubstanzen aus der obersten Hautschicht lösen und die Haut zusätzlich austrocknen kann.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Verbesserung der Behandlung von Hauterkrankungen zu ermöglichen, insbesondere von Ekzemen, wie z.B.
Neurodermitis, und Psoriasis, und insbesondere von solchen Hauterkrankungen, die mit einer Schuppenbildung und/oder 3/9 ·· ···· ··
einem Juckreiz einhergehen. Weiters sollen die oben beschriebenen Nachteile vermieden werden.
Diese Aufgabe wird überraschenderweise dadurch gelöst, dass zur Behandlung der Hauterkrankungen eine einen Alaun, insbesondere Ammoniumalaun, enthaltende Zubereitung verwendet wird.
Alaune sind schwefelsaure Doppelverbindungen zweier Metalle, welche die Zusammensetzung MIM111 (SO4) 2 '12 H2O aufweisen, wobei M1 einwertige Metallkationen wie die Alkalimetalle Natrium und Kalium und seine organisch substituierten Derivate sein können; M111 können unter anderem folgende dreifach positiv geladenen Metallkationen sein: Aluminium, Gallium, Indium, Titan, Vanadium, Chrom, Mangan, Eisen. Die typischen Alaune sind die mit Aluminium, Chrom und Eisen. Sämtliche Alaune kristallisieren im kubischen System, meist in der Oktaederform und immer mit 12 Molekülen Kristallwasser.
Besonders geeignet im Rahmen der vorliegenden Erfindung sind Ammoniumalaun und Kalialaun. Ammoniumalaun (Aluminiumammoniumsulfat-Dodecahydrat: NH4AI (SO4) 2 ' 12 H2O) ist ein Ammonium-Aluminium-Doppelsalz, das Kristallwasser enthält. Es bildet wasserlösliche, farblose kubische Kristalle mit einer relativen Molekülmasse Mr von 453,33, einer Dichte von 1,64 g/cm3 und einem Schmelzpunkt von 109 °C. Kalialaun hat die Formel KA1(S04)2'12 H2O.
Ammoniumalaun findet bisher unter anderem in der Papierindustrie, der Gerberei und in der Kosmetikindustrie als Deodorant-Kristalle Verwendung. Überraschenderweise wurde gefunden, dass die regelmäßige Anwendung von Alaun, insbesondere Ammoniumalaun bei verschiedenen Hauterkrankungen 4/9 » · • · • ·
zu einer deutlichen Verbesserung des Hautbildes führt, wobei die bei herkömmlichen, zur äußeren Anwendung bestimmten Wirkstoffen zu beobachtenden Nebenwirkungen nicht auftreten, sodass eine Behandlung über einen wesentlich längeren Zeitraum erfolgen kann. Behandlungserfolge konnten besonders bei Neurodermitis und Psoriasis beobachtet werden.
Die Behandlung erfolgt bevorzugt so, dass der erfindungsgemäße Alaun, insbesondere die Ammoniumalaun enthaltende Zubereitung, auf die zu behandelnde Hautstelle aufgetragen wird.
Besonders bevorzugt enthält die Zubereitung in Wasser gelösten Alaun, insbesondere Ammoniumalaun. Bevorzugt wird hierbei doppelt destilliertes Wasser verwendet, um ungünstige Nebenreaktionen mit in Wasser enthaltenen Elementen, wie z.B. Eisen, Kalk und dgl. zu vermeiden.
Bevorzugt besteht die Zubereitung ausschließlich aus in doppelt destilliertem Wasser gelöstem Alaun, insbesondere Ammoniumalaun, wobei Zusätze irgendwelcher Art nicht erforderlich sind.
Um das Aufträgen auf die Haut zu erleichtern, ist bevorzugt vorgesehen, dass die Zubereitung in Form einer Tinktur oder als Spray vorliegt.
Insbesondere enthält die Ammoniumalaunlösung 5-15gr Ammoniumalaun je 100ml Wasser.
Die Anwendung erfolgt bevorzugt so, dass die Zubereitung 2-3 Mal täglich auf die zu behandelnde Hautstelle aufgetragen 5/9
wird. Nach einer Besserung des Hautbildes kann die Frequenz der Anwendung verringert werden.
Eine besonders bevorzugte Darreichungsform wird durch mit der erfindungsgemäßen Zubereitung getränkte Tücher erreicht. Solche getränkten Tücher können vom Patienten in geeigneten Verpackungen unkompliziert mitgeführt werden, wobei bei Bedarf über die zu behandelnde Hautstellte gewischt wird.
Die Erfindung wird anhand des nachfolgenden Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Es wurde ein synthetisch hergestelltes Ammoniumalaunpulver genommen oder ein Ammoniumalaun-Naturkristall zu einem Pulver verrieben. 9gr des Pulvers wurden in 100ml doppelt destilliertem Wasser aufgelöst und die Lösung danach in ein Fläschchen abgefüllt. Die Lösung wurde mittels eines Zerstäubers auf eine von Neurodermitis befallene Hautstelle aufgetragen. Die Anwendung erfolgte 3 Mal täglich, nämlich morgens nach dem Duschen, mittags und vor dem Schlafengehen, um der Haut in der Ruhephase des Schlafens die nötige Zeit für eine bessere Tiefenwirkung der Zubereitung zu ermöglichen. Bei einem leichteren bis mittleren Hauterkrankungszustand von Neurodermitis wurde nach einer regelmäßigen Anwendung über mindestens 14 Tagen eine deutliche Besserung des Hautbildes festgestellt.
Zur Behandlung von Psoriasis wurde analog verfahren wie oben beschrieben, mit dem Unterschied, dass nicht 9gr, sondern llgr des Pulvers in 100ml doppelt destilliertem Wasser aufgelöst und die Lösung danach in ein Fläschchen abgefüllt wurde. 6/9

Claims (8)

  1. Patentansprüche: 1. Alaun, insbesondere Ammoniumalaun enthaltende Zubereitung zur Behandlung von Hauterkrankungen, insbesondere Ekzemen, wie z.B. Neurodermitis, und Psoriasis.
  2. 2. Zubereitung nach Anspruch 1 zum Aufträgen auf die zu behandelnde Hautstelle.
  3. 3. Zubereitung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass sie in Wasser gelösten Alaun, insbesondere Ammoniumalaun enthält.
  4. 4. Zubereitung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass sie aus in Wasser gelöstem Alaun, insbesondere Ammoniumalaun besteht.
  5. 5. Zubereitung nach Anspruch 3 oder 4 in Form einer Tinktur oder als Spray.
  6. 6. Zubereitung nach Anspruch 3, 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Ammoniumalaunlösung 5-15gr Ammoniumalaun je 100ml Wasser enthält.
  7. 7. Zubereitung nach einem der Ansprüche 1 bis 6 zum 2-3 Mal täglichen Aufträgen auf die zu behandelnde Hautstelle.
  8. 8. Mit einer Zubereitung nach einem der Ansprüche 1 bis 7 getränkte Tücher zur Behandlung von Hauterkrankungen, insbesondere Ekzemen, wie z.B. Neurodermitis, und Psoriasis. Wien, am 6. November 2012 Anmelder durch: Haffner^undhKeschmann Pateg^anwältfe KG I IIAm^ 7/9
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