AT516191A1 - Dichtleistensysteme für Saugwalzen - Google Patents

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AT516191A1
AT516191A1 ATA50641/2014A AT506412014A AT516191A1 AT 516191 A1 AT516191 A1 AT 516191A1 AT 506412014 A AT506412014 A AT 506412014A AT 516191 A1 AT516191 A1 AT 516191A1
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Abstract

Die Erfindung betrifft Dichtsysteme und Verfahren zum Betrieb der Dichtsysteme von Saugwalzen, welche im Inneren zumindest einen Saugkasten (4) aufweisen, welcher seitlich durch je ein Dichtleistensystem (1, 2) gegenüber dem Walzenmantel (3) abgedichtet ist und jedes Dichtleistensystem (1, 2) eine Dichtleiste (1.1, 2.1) umfasst.

Description

Be s ehre ibung
Die Erfindung betrifft Dichtleistensysteme für Saugwalzen undVerfahren zur Steuerung bzw. Regelung dieser.
Eine Saugwalze (suction roll), welche zur Entwässerung von Bahn¬material beispielsweise bei Papiermaschinen eingesetzt wird,weist einen mit Öffnungen versehenen Walzenmantel und im Innerenzumindest einen Saugkasten auf. Der Saugkasten ist ortsfest imInneren der Saugwalze montiert, wobei der mit Löchern verseheneWalzenmantel um den Saugkasten rotiert. Um den Saugkasten gegen¬über dem Walzenmantel abzudichten, weist dieser seitlich Dicht¬leisten auf, die das Innere des Saugkastens gegenüber dem rest¬lichen Volumen der Saugwalze abdichten und zwar in Längsrichtungder Saugwalze. In Umfangsrichtung der Saugwalze wird der Saug¬kasten an seinen beiden Enden durch Formatbegrenzer begrenzt undgegenüber dem Walzenmantel abgedichtet.
Besondere Herausforderungen bei der Konstruktion bzw. beim Be¬trieb von Saugwalzen bestehen im Verschleiß der Dichtleisten undin der Lärmentwicklung anschließend an die Dichtleisten.
Aus der EP 0943729 Bl ist eine Dichtleiste bekannt, welche durchein Belastungselement in Form eines Druckschlauchs gegen die In¬nenwand der Saugwalze gedrückt wird, solange das Vakuum im Saug¬kasten aufgebaut wird. Im Betrieb wird die Dichtleiste durch einRückstellelement ebenfalls in Form eines Druckschlauchs etwasvon der Innenwand der Saugwalze weg bewegt, sodass sich ein de¬finierter einstellbarer Dichtspalt ergibt. Zur Geräuschreduktionist vorgesehen, dass sich der Spalt zwischen Dichtleiste und derInnenwand in Laufrichtung gesehen langsam erweitert.
Aus der EP 1348805 Bl ist es bekannt eine Dichtleiste mit verän¬derbarem Dichtspalt auszuführen, wobei die Verstellung desSpalts über eine durch einen Druckschlauch höhenverstellbareLeiste erfolgt, welche mit dem hinteren Ende der Dichtleiste ge¬lenkig verbunden ist.
Die EP 1344865 Bl zeigt eine Saugwalze, bei welcher im Innerender Saugwalze im Bereich hinter der hinteren Dichtleiste desSaugkastens ein Mikrofon angebracht ist. Übersteigt der gemesse¬ ne Schallpegel einen Grenzwert, werden Gegenmaßnahmen eingelei¬tet, welche in der Veränderung des Abstands der Dichtleiste zurInnenwand und/oder in der Veränderung des Öffnungswinkel desSpaltes zwischen Saugleiste und Innenwand bestehen können.
Aus der DE 102007027688 Al ist es bekannt mehrere Temperatur¬sensoren in die Dichtleiste zu integrieren, welche entlang derLängserstreckung der Dichtleiste also in Querrichtung der Pa¬piermaschine angeordnet sind. Bei Erreichen einer Grenztempera¬tur wird der Abstand der Dichtleiste zum Walzenmantel erhöht.Zudem ist vorgesehen, dass der Unterdrück im Inneren des Saug¬kastens überwacht wird. Nimmt der Unterdrück ab, so wird dieDichtleiste wieder in Richtung der Innenwand bewegt. In weitererFolge wird der Abstand bzw. der Anpress- bzw. Anstelldruck derDichtleiste im Bereich zwischen dem Schwellenwert der Temperaturund dem Schwellenwert des Druckabfalls geregelt. Nachteilig ist,dass es dazu kommen kann, dass sich ein stabiler Betriebszustandnur langsam oder nicht einstellt, bzw. dass wenn ein Schwellen¬wert nicht ohne Verletzung des zweiten Schwellenwerts erreichtwerden kann, keine geeigneten Gegenmaßnahmen gesetzt werden kön¬nen .
Aus der WO 2013174573 Al ist es bekannt, in der Dichtleiste meh¬rere elektrische Leiter in Form eines Flachbandkabels vorzuse¬hen, welches sich über die gesamte Länge der Dichtleiste er¬streckt, um den Verschleiß der Dichtleiste zu überwachen. Dieeinzelnen Leiter sind unterschiedlich tief in der Dichtleisteeingebettet, sodass bei Verschleiß der Dichtleiste diese nachei¬nander durchtrennt werden. Nachteilig ist, dass nur der Maximal¬wert der Abnutzung bekannt ist und eine ungleichmäßige Abnutzungder Dichtleiste nicht erkennbar ist.
Aus der DE 102005048054 Al ist es bekannt, den Anstelldruck derStellvorrichtung der Dichtleiste so zu regeln, dass der gesamteAnpressdruck konstant gehalten wird. Der gesamte Anpressdrucksetzt sich zusammen aus dem Anstelldruck der Stellvorrichtungder Dichtleiste und einer durch das Vakuum im Inneren des Saug¬kastens erzeugten Komponente, welche durch die Löcher der Saug¬walze auf die Dichtleiste wirkt.
Nachteilig am Stand der Technik ist, dass es kein zufriedenstel¬lendes Gesamtkonzept zum ausfallsicheren, leisen und ressourcen¬sparenden Betrieb einer Saugwalze gibt.
Die der Erfindung zu Grunde liegende Aufgabe besteht darin, einemöglichst einfache Vorrichtung sowie ein Verfahren zu schaffen,um einen optimalen Betrieb einer Saugwalze zu ermöglichen. Teil¬aufgaben der Erfindung liegen erstens in der Optimierung derSchmiermittelmenge, zweitens der Verschleißminderung und Überwa¬chung, drittens in der Geräuschminimierung. Für das Lösen der Aufgabe wird vorgeschlagen, die Saugwalze miteiner Kombination aus Sensoren und Stellgliedern auszugestalten,sodass sich durch das erfindungsgemäße Regelungsverfahren opti¬male Betriebsverhältnisse einstellen.
Die Erfindungsgemäße Vorrichtung besteht dabei aus einer Saug¬walze, in deren Inneren ein Saugkasten angebracht ist, welcherseitlich durch Dichtleisten begrenzt ist. Jeder Dichtleiste isteine Schmierwasser Zuführung zugeordnet, welchen in Laufrichtung ge¬sehen vor der Dichtleiste Schmierflüssigkeit in Richtung der Innen¬seite des löchrigen Mantels der Saugwalze einbringen. Jede Dicht¬leiste weist zumindest einen Aktuator auf, über den der Anstell¬druck der Dichtleiste an die innere Mantelfläche der Saugwalze ver¬änderbar ist. Die in Laufrichtung gesehen zweite, hintere Dicht¬leiste weist zusätzlich einen zweiten Aktuator auf über welchen derÖffnungswinkel des Spaltes zwischen Dichtleiste und Saugwalzenman¬tel veränderbar ist. Die in Laufrichtung gesehen zweite, hintereDichtleiste weist einen elektroakustischen Wandler auf, welcher be¬vorzugt in den Halter der Dichtleiste integriert und somit vorFeuchtigkeit geschützt ist. In den Dichtleisten sind Temperatur¬sensoren angebracht, welche vorzugsweise auch zur Verschleißmessungdienen. Erfindungsgemäß ist vorgesehen die Daten der Sensoren ineinem Miniserver zu verarbeiten und die Aktuatoren durch den Mi¬niserver anzusteuern. Ein Miniserver ist eine miniaturisierte Da¬tenverarbeitungsanlage mit Ein- und Ausgangsmodulen und Möglichkei¬ten zur digitalen Kommunikation insbesondere zur drahtlosen Kommu¬ nikation mit Ein- und Ausgabegeräten und anderen Datenverarbei¬tungsanlagen eines Netzwerks.
Die Erfindung gliedert sich in mehrere Teilbereiche, wobei ins¬besondere durch die Kombination dieser Teilbereiche besondersvorteilhafte Verfahren zum Betrieb der gegenständlichen Vorrich¬tung ermöglicht werden.
Der erste Teilbereich besteht in einer Kombination von Tempera¬tur- und Verschleißüberwachung der Dichtleiste.
Der zweite Teilbereich besteht im geregelten und bevorzugt mess¬baren Einsatz von Schmierflüssigkeit.
Der dritte Teilbereich besteht in der Minimierung des Verschlei§es der Dichtleiste.
Der vierte Teilbereich besteht in der Minimierung der Geräusche¬missionen .
Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen zum optimierten Einsatz vonSchmierflüssigkeit die Temperatur der Dichtleiste zu messen undden Schmierwassereinsatz bzw. die Schmierwassermenge in Abhän¬gigkeit der gemessenen Temperatur zu steuern bzw. zu regeln. Da¬zu kann die Temperatur an einem oder mehreren Punkten der Dicht¬leiste gemessen werden und die über die Länge der Dichtleisteeingebrachte Schmierwassermenge in jedem Bereich der Dichtleisteeinheitlich hoch sein.
Wird die Temperatur der Dichtleiste in mehreren Bereichen derDichtleiste gemessen, kann auch ein örtlicher Temperaturverlaufin der Dichtleiste erfasst werden. Vorteilhaft kann die einge¬brachte Schmiermittelmenge an einzelnen Bereichen des Längsver¬laufs der Dichtleiste getrennt gesteuert bzw. geregelt werden,sodass im Fall einer lokalen Hitzeentstehung in der Dichtleistenur im betroffenen Bereich Schmierwasser eingebracht wird.
Da die Wärme in der Dichtleiste durch Reibung an der innerenMantelfläche der Saugwalze entsteht und das Schmierwasser dieseReibung herabsetzt, kann so exakt die benötige Schmierwassermen¬ge eingebracht werden, welche nötig ist um die Reibung und somitden Verschleiß gering zu halten. Für das soeben beschriebene Verfahren ist es nötig, die Tempera¬tur der Dichtleiste zu erfassen, möglichst nahe an der Oberflä¬che, mit welcher die Dichtleiste an der inneren Mantelfläche derSaugwalze reibt. Dazu ist es vorteilhaft, den Temperatursensorim Inneren der Dichtleiste anzubringen, wie aus derDE 102007027688 Al bekannt. Die Distanz der Temperatursensorender DE 102007027688 Al zur besagten Oberfläche muss dabei sohoch sein, dass diese bis zum Erreichen des maximal zulässigenVerschleißes noch im Material der Dichtleiste integriert sind.
Als erfindungsgemäße Verbesserung wird vorgeschlagen, mehrereTemperatursensoren in die Dichtleiste zu integrieren, wobei die¬se Temperatursensoren in unterschiedlicher Tiefe in die Dicht¬leiste eingesetzt bzw. integriert sind. Besonders vorteilhaftist dabei, dass die Temperatursensoren auch zur Verschleißüber¬wachung bzw. Messung eingesetzt werden können. Dies erfolgtdadurch, dass die Temperatursensoren kaputt gehen, sobald diesenicht mehr vom Material der Dichtleiste geschützt sind und ander Saugwalze verschleißen.
Bevorzugt sind immer mehrere solcher in der Tiefe versetzt ange¬brachten Temperatursensoren in einer Sensoreinheit zusammenge¬fasst, wobei bevorzugt über die Längsrichtung der Dichtleisteverteilt mehrere solche Sensoreinheiten angebracht sind. Dadurchkann der örtliche Temperaturverlauf in der Dichtleiste und derörtliche Verschleiß in der Dichtleiste überwacht werden, bzw.diese Daten an eine Steuerung oder Regelung übertragen werden.
Aus dem Stand der Technik ist es bekannt, die Position bzw. denAnstelldruck der Dichtleiste in Abhängigkeit der Dichtleisten-temperatur und des Druckes im Inneren des Saugkastens zu regeln.Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen, die Position bzw. den An¬stelldruck der Dichtleiste nur in Abhängigkeit des Drucks im In¬neren des Saugkastens zu regeln. Wobei über die Erfassung derTemperatur der Einsatz von Schmiermittel geregelt werden kann.Vorteilhaft daran ist, dass der Aktuator zum Verändern des An¬stelldrucks der Dichtleiste einfacher ausgeführt werden kann, dadie durch den Aktuator ausgeübte Kraft über die Leistenlänge konstant sein kann und die Notwendigkeit entfällt, durch den Ak¬tuator eine negative Kraft, welche eine Verminderung des An¬stelldrucks zur Folge hat, auf die Dichtleiste auszuüben. Zudemwird keine Klemmvorrichtung zum Fixieren der Dichtleiste benö¬tigt, welche in anderen nach dem Stand der Technik bekanntenSaugwalzen zum Einsatz kommt, um die Dichtleiste in einem defi¬nierten Abstand zum Walzenmantel fest zu legen. Zudem ist dieGefahr von nicht zulässigen Betriebszuständen gemindert, da eineerhöhte Temperatur bzw. Reibung durch den Einsatz von Schmier¬wasser behoben wird und nicht durch Veränderung des Anstell¬drucks, was zu einer Minderung des Vakuums führt. Beim bekanntenVerfahren nach dem Stand der Technik ist es hingegen nötig einengewisse „Anstelldruck-Reserve" einzuhalten, da es ansonstennicht möglich wäre, einen Temperaturanstieg zu Kompensierung,ohne dass das Vakuum geschwächt wird.
Durch die erfindungsgemäße Regelung wird der Anstelldruck derDichtleiste eben auf dieses Minimum geregelt, welches nötig ist,um das Vakuum in vorgegebener/vorgebbarer Stärke aufrecht zuhalten. In diesem Betriebszustand stellt sich der für das jewei¬lige Vakuum benötigte, bzw. der für die jeweiligen sonstigen Be¬triebsparameter der Saugwalze erreichbare, minimale Verschleißein, da der Verschleiß von der Reibung und somit vom Anstell¬druck abhängig ist. Ist dieser minimal erreichbare Verschleißaus irgendwelchen Gründen wie ungünstigen Betriebsparametern,Verschmutzung oder eine Störung zu hoch, wird die Reibung durchden Einsatz von Schmierwasser herabgesetzt. Ein Zusatznutzen desSchmierwassers ist, dass Verschmutzung wie beispielsweise Pa¬pierfasern von der Dichtleiste entfernt werden können.
Erfindungsgemäß ist vorgesehen als Verbesserung gegenüber demStand der Technik das Spritzrohr in den Dichtleistenhalter zuintegrieren. Dadurch kann das Schmierwasser sehr nahe an derFriktionsfläche, also jener Fläche mit der die Dichtleiste amWalzenmantel reibt, eingebracht und der Platzbedarf gegenübereinem vor dem Dichtleistenhalter montierten Spritzrohr reduziertwerden. Gegenüber einem Schmierwassersystem, welches in die
Dichtleiste integriert ist, ergeben sich die Vorteile, dass dieFriktionsfläche nicht durch die Öffnungen der SchmierwasserZu¬führung reduziert ist und dass die Dichtleiste einen einfacherenAufbau aufweist. Bevorzugt ist im Spritzrohr oder in der zumSpritzrohr führenden Leitung ein Durchflusssensor vorhanden,welcher in Datenverbindung mit dem Miniserver ist, um die Mengean eingesetztem Spritzwasser in Echtzeit zu überwachen. DieDurchflussmenge wird vom Miniserver beispielsweise durch Ver¬stellung eines Ventils geregelt oder gesteuert.
Besonders vorteilhaft ist, wenn das soeben beschriebene Verfah¬ren mithilfe einer Dichtleiste mit den zuvor beschriebenen Tem¬peratursensoren mit Verschleißerkennung umgesetzt wird, da dieTemperatur immer sehr nahe an der Oberfläche, an welcher dieReibung auftritt, gemessen wird und so sehr rasch bereits aufgeringste Temperaturanstiege regiert werden kann. Zudem kann,sofern individuell ansteuerbare Schmierwasserdüsen eingesetztwerden, oder mehrere einzeln ansteuerbare Spritzrohre pro Dicht¬leistensystem verwendet werden, das Schmierwasser nur in jenemBereich eingebracht werden, in welchem ein lokaler Temperaturan¬stieg gemessen wird.
Ein weiterer erfinderischer Teilaspekt betrifft die Minimierungdes an der Dichtleiste verursachten Geräuschpegels. Das mituntersehr laute Geräusch entsteht, wenn der Mantel der Saugwalze vomVakuum des Saugkastens kommend, die zweite Dichtleiste passiertund das Vakuum in den Öffnungen des Walzenmantels schlagartigzusammenbricht. Dieser schlagartigen Belüftung wird nach demStand der Technik dadurch entgegen gewirkt, dass durch eine all¬mähliche Öffnung des Spaltes zwischen Dichtleiste und Mantel derSaugwalze das Geräusch reduziert wird. Aus der EP 1344865 Bl istes bekannt den Geräuschpegel zu überwachen und bei einer Über¬schreitung eines Schwellwerts Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Er¬findungsgemäß ist vorgesehen, den Geräuschpegel zu Messen unddurch Verstellen des Öffnungswinkels des Spaltes auf ein Minimumzu regeln. Vorteilhaft daran ist, dass so der für die jeweiligen
Betriebsparameter geringste mögliche Geräuschpegel erreicht wird.
Zur Ausbildung eines erfindungsgemäßen gegenüber dem Stand derTechnik verbesserten Verstellmechanismus für den Öffnungswinkeldes Spalts, wird ausgehend von der EP 1348805 Bl vorgeschlagen,die Verstellung der Position des hintern Endes der Dichtleistenicht über einen Druckschlauch zu erreichen, sondern durch einenMotor, insbesondere einen Schrittmotor oder Servomotor, welcherdazu dient eine Leiste, welche zumindest eine schräge Flächeaufweist und unterhalb der Dichtleiste angeordnet ist, in Längs¬richtung der Dichtleiste zu verschieben, sodass die Dichtleisteentlang der schrägen Fläche höhenverstellbar ist. Vorteilhaftist, dass über den Motor der Spalt sehr exakt einstellbar istund die Notwendigkeit von Klemmelementen und/oder Anschlägen,wie sie bei einer Druckschlauch-Ausführung benötigt werden, ent¬fällt. Der erfindungsgemäße Verstellmechanismus ist daher einfa¬cher und exakter gegenüber dem Stand der Technik, wobei über diePositionsinformation des Schrittmotors die Position des hinterenEndes der Dichtleiste jederzeit ermittelbar ist.
Das bevorzugte kombinierte Regelungsverfahren aller Teilbereicheumfasst die Messung der Temperatur in den Dichtleisten, Messungdes Vakuums im Saugkasten, Messung des Schallpegels nach derzweiten Dichtleiste, Regelung des Anstelldrucks der Dichtleis¬ten, Regelung der Schmierwassermenge und Regelung des Öffnungs¬winkels der zweiten Dichtleiste, wobei der Anstelldruck derDichtleisten auf jenen minimalen Wert geregelt wird, welcher nö¬tig ist um das Vakuum im Saugkasten auf einem vorgebbaren Wertzu halten, die Schmierwassermenge je Dichtleiste in Abhängigkeitder Temperatur der Dichtleiste geregelt wird und der Öffnungs¬winkel der zweiten Dichtleiste geregelt wird, um den Schallpegelminimal zu halten.
Die Erfindung wird an Hand von Zeichnungen veranschaulicht:
Fig. 1: Zeigt den Aufbau einer erfindungsgemäßen Dichtleiste mit erfindungsgemäßen Temperatursensoren mit Verschleißer¬kennung .
Fig. 2: zeigt schematisch ein beispielhaftes erfindungsgemäßes
Dichtleistensystem.
Fig. 3: zeigt schematisch ein beispielhaftes erfindungsgemäßes
Dichtleistensystem in geräuschminimierender Ausführung.
Fig. 4: Zeigt schematisch eine besonders bevorzugte erfindungs¬ gemäße Dichtvorrichtung einer Saugwalze.
In Fig. 1 ist die erfindungsgemäße Dichtleiste 1.1, 2.1 mit in¬ tegrierten Temperatursensoren 6.1 gezeigt. In dieser besondersbevorzugten Ausführungsvariante sind in der Dichtleiste 1.1, 2.1mehren Sensoreinheiten 6 integriert, wobei jede Sensoreinheit 6vier Temperatursensoren 6.1 aufweist. Bezüglich der oberen Flä¬che, also der Reib- bzw. Friktionsfläche der Dichtleiste 1.1,2.1 weisen die Temperatursensoren 6.1 unterschiedliche Abständeauf. Der Abstand zwischen zwei aufeinander folgenden Temperatur¬sensoren 6.1 beträgt beispielsweise 2 mm. Die Sensoreinheitenbestehen aus einer Leiterplatte 6.4, Temperatursensoren 6.1, ei¬nem Mikrochip 6.2 mit integriertem Funkmodul und einer Stromver¬sorgung mittels Batterie 6.3. Durch die Anstellung der Dicht¬leiste 1.1, 2.1 an den rotierenden Walzenmantel 3 kommt es zu
Reibung und dadurch zu einem Temperaturanstieg an der Dichtleis¬te 1.1, 2.1. Diese Temperaturänderung bewirkt eine Widerstands¬ änderung an den auf der Leiterplatte 6.4 positionierten Tempera¬tursensoren 6.1, wobei aus der dadurch verursachten Spannungsän¬derung durch den programmierten Mikrochip 6.2 die Temperatur er¬mittelt wird. Wird ein Temperatursensor 6.1 durchgeschliffen,also zerstört, kommt es zu einer Signalunterbrechung. Dadurchist der Mikrochip 6.2 in der Lage, durch die Signalunterbrechungder einzelnen Temperatursensoren 6.1 den genauen Dichtleisten¬verschleiß zu berechnen.
Außerhalb der Saugwalze ist ein Miniserver mit Funkmodul positi¬oniert, der die Daten von den Sensoreinheiten 6 über Funk emp¬fängt. Der Miniserver ist vorzugsweise mit einem Netzwerk ver¬ bunden und die Daten können über ein Ausgabegerät wie beispiels¬weise Computer, Tabletcomputer, Laptop oder Mobiltelefon visua-lisiert werden.
Die Dichtleiste 1.1, 2.1 weist zumindest eine Sensoreinheit 6auf, vorzugsweise weist die Dichtleiste 1.1, 2.1 mehrere Sen¬soreinheiten 6 auf, um die Temperatur an mehreren Punkten derDichtleiste 1.1, 2.1 messen zu können.
In Fig. 2 ist ein erfindungsgemäßes Dichtleistensystem 1 ge¬zeigt, welches bevorzugt in Bewegungsrichtung des Walzenmantels3 gesehen als erstes Dichtleistensystem 1 eines Saugkastens 4zum Einsatz kommt. Das Dichtleistensystem 1 besteht aus einerDichtleiste 1.1 welche in der Nut des Dichtleistenhalters 1.2beweglich aufgenommen ist. In der Nut befindet sich unterhalbder Dichtleiste 1.1 ein als Druckschlauch ausgebildeter Anstell¬schlauch 1.3. Vor der Dichtleiste 1.1 ist der Dichtleistenhalter1.2 mit einem Schmierwassersystem versehen, welches Sprühdüsen1.4 aufweist, über welche das Schmierwasser durch ein bevorzugtin den Dichtleistenhalter 1.2 integriertes Spritzrohr 1.5 einge¬bracht wird. In die Dichtleiste 1.1 ist bevorzugt zumindest eineSensoreinheit 6 integriert, bzw. eingesetzt. Über den Druck imAnstellschlauch 1.3 kann der Anstelldruck, mit welchem dieDichtleiste 1.1 gegen die Innenseite des Walzenmantels 3 ge¬drückt wird, verändert werden.
In Fig. 3 ist ein erfindungsgemäßes Dicht leistensystem 2 ge¬zeigt, welches bevorzugt in Bewegungsrichtung der Saugwalze ge¬sehen als zweites Dichtleistensystem 2 eines Saugkastens 4 zumEinsatz kommt. Das Dichtleistensystem 2 besteht aus einer Dicht¬leiste 2.1 welche entlang der unteren Vorderkante einen Stegaufweist, welcher in der Nut des Dichtleistenhalters 2.2 beweg¬lich aufgenommen ist. In der Nut befindet sich unterhalb desSteges der Dichtleiste 2.1 ein Anstellschlauch 2.3. Vor derDichtleiste 2.1 ist der Dicht leistenhalter 2.2 mit einemSchmierwassersystem versehen, welches Sprühdüsen 2.4 aufweist,über welche das Schmierwasser durch ein bevorzugt in den Dicht¬ leistenhalter 2.2 integriertes Spritzrohr 2.5 eingebracht wird.In die Dichtleiste 2.1 ist bevorzugt zumindest eine Sensorein¬heit 6 integriert, bzw. eingesetzt. Über den Druck im Anstell¬schlauch 2.3 kann der Anstelldruck, mit welchem die Dichtleiste2.1 im vorderen Bereich gegen die Innenseite des Walzenmantels 3gedrückt wird, verändert werden. Die Dichtleiste 2.1 weist einegekrümmte obere Fläche auf, sodass die obere Fläche in ihremvorderen Bereich am Walzenmantel 3 anliegt und im hinteren Be¬reich mit dem Walzenmantel 3 einen sich allmählich vergrößerndenSpalt bildet. Die Breite dieses Spaltes kann durch eine höhen¬verstellbare Leiste 2.7 verstellt werden, welche das hintere En¬de der Dichtleiste 2.1 nähere an den Walzenmantel 3 heran odervon diesem weg bewegen kann. Die höhenverstellbare Leiste 2.7ist entlang einer schräg nach oben verlaufenden Nut einer inLängsrichtung der Dichtleiste 2.1 verschiebbaren Leiste 2.6 ge¬führt. Die verschiebbaren Leiste 2.6 kann als Schlitten ausge¬führt sein, welcher durch eine vom Motor angetriebene Stellspin¬del in der Nut des Dichtleistenhalters 2.2 verschoben wird. EineLängsverschiebung der verschiebbaren Leiste 2.6 führt dazu, dassdie höhenverstellbare Leiste 2.7 entlang der Nut nach oben ver¬schoben wird. Es ist auch denkbar, die Leiste 2.6 feststehendauszuführen und durch Längsverschiebung der höhenverstellbarenLeiste 2.7 diese entlang der Nut in der Höhe zu verstellen. Daviele Möglichkeiten bestehen die Rotationsbewegung einesSchrittmotors in eine lineare Bewegung eines Stellglieds umzu¬wandeln, sei allgemein festgehalten, dass die Distanz des hinte¬ren Endes der Dichtleiste 2.1 zum Walzenmantel 3 durch einen Mo¬tor veränderbar und in der jeweiligen Position haltbar ist.
Im Dichtleistenhalter 2.2 ist bevorzugt ein symbolisch darge¬stellter Schallsensor 7 bzw. ein Tonabnehmer angebracht, welcherzur Messung des Geräuschpegels an bzw. nach der Dichtleiste 2.1dient. Das erfindungsgemäße Regelungsverfahren sieht vor, dassder Öffnungswinkel des Spalts zwischen Dichtleiste 2.1 und Wal¬zenmantel 3 derart geregelt wird, dass der Geräuschpegel auf einMinimum reduziert wird.
Als Verallgemeinerung kann festgehalten werden, dass anstelleder Druckschläuche 1.3, 2.3 auch andere nach dem Stand der Tech¬nik bekannte Verstellvorrichtungen an der Dichtleiste 1.1 unddem vorderen Bereich der Dichtleiste 2.1 eingesetzt werden kön¬nen. So können beispielsweise zusätzlich zu den DruckschläuchenKlemmvorrichtungen vorhanden sein, um die Dichtleiste temporäroder nach Erreichen eines stabilen, optimalen Betriebszustandsin ihrer Position zu fixieren. Außerdem kann wie aus derEP 0943729 Bl bekannt ein zusätzlicher Druckschlauch vorhandensein, welcher in entgegengesetzter Richtung zum ersten Druck¬schlauch (Anstellschlauch) auf die Dichtleiste wirkt, um diesevom Walzenmantel „wegziehen" zu können.
Erfindungsgemäß ist es auch möglich, zur Verstellung der Dicht¬leiste 1.1 und des vorderen Bereichs der Dichtleiste 2.1 einenVerstellmechanismus vorzusehen, wie er am hinteren Bereich derDichtleiste 2.1 eingesetzt ist. Dabei kann auf den Einsatz einesAnstellschlauches verzichtet werden. Da im Gegensatz zum hinte¬ren Bereich der Dichtleiste 2.1, deren vorderer Bereich und dieDichtleiste 1.1 mit dem Walzenmantel 3 in Kontakt bringbar sind,ist es erforderlich den Anstelldruck Steuer- oder regelbar zugestalten. Der Anstelldruck kann dabei durch ein regelbares Hal¬temoment des Motors geregelt werden, oder indirekt durch ein fe¬derelastisches Element regelbar sein, welches sich zwischen demStellelement und der Dichtleiste befindet. Ist die Dichtleistebereits in Kontakt mit dem Walzenmantel kann über eine weitereVerstellung des Stellgliedes über das federelastische Elementeine mit zunehmender Verformung des federelastischen Elementszunehmende Kraft ausgeübt werden, mit welcher die Dichtleistegegen den Walzenmantel gepresst wird. Vorteilhaft ist, dass dasStellglied auch so positioniert werden kann, dass sich einschmaler Spalt zwischen Dichtleiste und Walzenmantel ergibt.
In Fig. 4 ist schematisch der Aufbau eines Saugkastens 4 mitzwei erfindungsgemäßen Dichtleistensystemen 1, 2 gezeigt. DieBewegungsrichtung des Walzenmantels 3 ist durch einen Pfeil an¬ gedeutet. Das in Bewegungsrichtung gesehen vordere erste Dicht¬leistensystem 1 ist gemäß Fig. 2 ausgeführt, das in Bewegungs¬richtung gesehen hintere zweite Dichtleistensystem 2 ist gemäßFig. 3 ausgeführt. Wie in Fig. 4 erkennbar bilden die beidenDichtleistensysteme 1, 2 die seitliche Begrenzung des Saugkasten4. Im Inneren des Saugkastens 4 ergibt sich so ein gegenüber demrestlichen Inneren der Saugwalze abgedichteter Bereich 4.1.
Wie symbolisch dargestellt befindet sich im Inneren des Saugkas¬tens 4 ein Drucksensor 5 zur Messung des Unterdrucks bzw. Vaku¬ums im abgedichteten Bereich 4.1. Alternativ kann die Ermittlungdes Unterdrucks im Saugkasten 4 auch in der bzw. durch die Vaku¬umpumpe erfolgen, welche zur Erzeugung des Vakuums im abgedich¬teten Bereich 4.1 dient.
Das erste Dichtleistensystem 1 weist eine Temperatursensorik 16zur Ermittlung der Temperatur der Dichtleiste 1.1 auf, welchebevorzugt als mehrere in die Dichtleiste 1.1 integrierte Sen¬soreinheiten 6 gemäß Fig. 1 ausgeführt ist.
Das zweite Dichtleistensystem 2 weist eine Temperatursensorik 26zur Ermittlung der Temperatur der Dichtleiste 2.1 auf, welchebevorzugt als mehrere in die Dichtleiste 2.1 integrierte Sen¬soreinheiten 6 gemäß Fig. 1 ausgeführt ist. Das zweite Dicht¬leistensystem 2 weist zudem einen Sensor zur Geräuscherfassungauf, welcher bevorzugt als ein in den Dichtleistenhalter 2.2 in¬tegrierter Schallsensor 7 ausgeführt ist.
Das erste Dichtleistensystem 1 weist einen Verstellmechanismuszur Positionsänderung der Dichtleiste 1.1 auf, welcher bevorzugteinen Anstellschlauch 1.3 umfasst. Über den Verstellmechanismusist der Anstelldruck der Dichtleiste 1.1 und/oder die Distanzzwischen Dichtleiste 1.1 und Walzenmantel 3 steuerbar und/oderregelbar. Das erste Dichtleistensystem 1 weist eine Schmierwas¬serzuführung auf, wobei die Menge an eingebrachtem Schmierwassersteuerbar und oder regelbar ist. Die SchmierwasserZuführung istvorzugsweise als ein in den Dichtleistenhalter 1.2 integriertesSpritzrohr 1.5 ausgeführt.
Das zweite Dichtleistensystem 2 weist einen Verstellmechanismuszur Positionsänderung des vorderen Bereichs der Dichtleiste 2.1 auf, welcher bevorzugt einen Anstellschlauch 2.3 umfasst. Überden Verstellmechanismus sind der Anstelldruck des vorderen Be¬reichs der Dichtleiste 2.1 und/oder die Distanz zwischen demvorderen Bereich der Dichtleiste 2.1 und Walzenmantel 3 steuer¬bar und/oder regelbar. Das zweite Dichtleistensystem 2 weist ei¬nen zweiten Verstellmechanismus zur Positionsänderung des hinte¬ren Bereichs der Dichtleiste 2.1 auf, welcher bevorzugt einenSchrittmotor umfasst. Über den zweiten Verstellmechanismus istder Öffnungswinkel zwischen dem hinteren Bereich der Dichtleiste2.1 und dem Walzenmantel 3 steuerbar und/oder regelbar.
Das zweite Dichtleistensystem 2 weist eine Schmierwasserzufüh-rung auf, wobei die Menge an eingebrachtem Schmierwasser steuer¬bar und oder regelbar ist. Die Schmierwasserzuf ührung ist vor¬zugsweise als ein in den Dichtleistenhalter 2.2 integriertesSpritzrohr 2.5 ausgeführt.
Das erfindungsgemäße Regelungsverfahren besteht in einer erstenVariante in der Erfassung des Unterdrucks bzw. Vakuums im Saug¬kasten 4, wobei der Anstelldruck bzw. der Abstand zum Walzenman¬tel 3 der ersten Dichtleiste 1.1 und der Anstelldruck bzw. derAbstand zum Walzenmantel 3 des vorderen Bereichs der zweitenDichtleiste 2.1 so geregelt werden, dass sich jener minimale An¬stelldruck bzw. jener maximale Abstand einstellt, welcher zuläs¬sig ist, um das Vakuum in gewünschter Stärke im Inneren desSaugkastens 4 aufrecht zu halten. Der Anstelldruck bzw. der Ab¬stand kann dabei für beide Dichtleisten 1.1, 2.1 gemeinsam vari¬iert werden, beispielsweise indem die Druckschläuche 1.3, 2.3mit demselben Druck beaufschlagt werden.
Besonders vorteilhaft an diesem erfindungsgemäßen Regelungsver¬fahren ist, dass der Energiebedarf der Walze minimiert wird, damit einem minimalen Anstelldruck das Vakuum aufrecht gehaltenwird, woraus sich eine hohe Einsparung ergibt.
Es ist auch denkbar, den Anstelldruck bzw. der Abstand gegebe¬nenfalls unter Anwendung festlegbarer zusätzlicher Steuer-Vorschriften für beide Dichtleisten 1.1, 2.1 getrennt zu regeln, beispielsweise indem die stärker verschlissenen Leiste wenigerstark angepresst wird als die noch weniger verschlissene Leiste.
Vorzugsweise ist bei der ersten Variante des Regelungsverfahrenzudem eine Temperatursensorik 16, 26 zur Erfassung der Dicht¬leistentemperatur jeder Dichtleiste 1.1, 2.1 vorhanden. Die Men¬ge an eingesetztem Schmierwasser für Dichtleiste 1.1 wird dabeiin Abhängigkeit der Messwerte der Temperatursensorik 16 gesteu¬ert bzw. geregelt und die Menge an eingesetztem Schmierwasserfür Dichtleiste 2.1 wird dabei in Abhängigkeit der Messwerte derTemperatursensorik 26 gesteuert bzw. geregelt. Die Regelung derSchmiermittelmenge in Abhängigkeit der Temperatur der Dichtleis¬te 1.1, 2.1 ist auch ohne die zuvor genannte Regelung des An¬stelldrucks einsetzbar bzw. vorteilhaft.
Besonders vorteilhaft an diesem erfindungsgemäßen Steuerungs-bzw. Regelungsverfahren ist, dass der Wasserbedarf minimiertwird und somit deutlich weniger Wasser verbraucht wird als mitkonventionellen Spritzrohren.
In Erweiterung der ersten Variante wird in der zweiten Varianteder erfindungsgemäßen Regelung zudem der Geräuschpegel nach bzw.am zweiten Dichtleistensystem 2 gemessen und in Abhängigkeit desMesswerts der Abstand des hinteren Bereichs der Dichtleiste 2.1zum Walzenmantel 3 und damit der Öffnungswinkel des Spalts zwi¬schen Dichtleiste 2.1 und Walzenmantel 3 geregelt, sodass sichein minimaler Geräuschpegel ergibt. Dieses Verfahren ist auchgetrennt von den zuvor beschriebenen Verfahren vorteilhaft an¬wendbar, da die Lärmentwicklung an konventionellen Dichtleistenbis zu 110 dBA betragen und somit gesundheitsgefährdend seinkann. Durch die konstante Geräuschoptimierung wird dieses Gefah¬renpotential reduziert und zudem vorteilhaft eine möglichst lei¬se und somit angenehme Arbeitsumgebung geschaffen.
Vorteilhaft kann der Öffnungswinkel des Spaltes auch so geregeltbzw. gesteuert werden, dass die Frequenz des Geräusches verän¬dert wird, insbesondere hin zu tieferen Frequenzen. Da sich diemögliche Störwirkung eines Geräusches im Allgemeinen durch des- sen Tonhaltigkeit erheblich erhöht, was bei der Bildung einesBeurteilungspegels durch einen auf das Messergebnis aufzuschla¬genden Tonhaltigkeitszuschlag zu berücksichtigen ist, kann derÖffnungswinkel des Spaltes vorteilhaft auch so geregelt, bzw.gesteuert sein, dass die Frequenz des Geräusches nach vorgegebe¬nen Mustern oder stochastisch verändert wird um die Tonhaltig¬keit zu reduzieren.
Da eine Papiermaschine in der Regel eine Vielzahl von Saugwalzenaufweist, erfolgt die Regelung bzw. Steuerung der Geräuschemis¬sionen aller Saugwalzen vorzugsweise durch eine zentrale Daten¬verarbeitungsanlage wie insbesondere einem Miniserver, um zuverhindern, dass die Geräuschemissionen von zwei oder mehr Saug¬walzen zeitgleich ein Maximum im selben Frequenzbereich haben.
Erfindungsgemäß ist vorgesehen alle Messwerte aller Sensoren aneinen Miniserver zu übermitteln, bevorzugt drahtlos, in welchemdie Regel- und Steuervorschriften abgespeichert sind, die gege¬benenfalls durch ein Programm oder einen Benutzer abgeändertwerden können. Der Miniserver ermittelt aus den Messwerten diebenötigten Stellgrößen zur Ansteuerung der Aktuatoren. Bevorzugtist der Miniserver mit einem Anzeige- und Eingabegerät verbun¬den, insbesondere drahtlos, um die Betriebsparameter anzuzeigen,bzw. um manuelle Änderungen zu erlauben.
Besonders vorteilhaft an der gegenständlichen Erfindung ist,dass das intelligente System zur Steuerung aller wesentlichenParameter innerhalb einer Saugwalze, welche zentral vorzugsweisedurch einen Miniserver überwacht und entweder vom System odervom Benutzer in Abhängigkeit zueinander verändert werden können,einen möglichst energieeffizienten und geräuscharmen Betrieb ge¬währleistet und eine vorbeugende Instandhaltung ermöglicht. DasSystem basiert auf mit Sensoren ausgestatteten Bauteilen wieinsbesondere Dichtleiste, Druckschlauch, Dichtleistenhalter undSpritzrohr, welche vorzugsweise über Funk/WLAN konstant Informa¬tionen über den von außen nicht einseh- und/oder kontrollierba¬ ren Prozess geben und liefern somit in einmaliger Form Informa¬tionen über den Betriebszustand der Saugwalze.

Claims (20)

  1. Ansprüche 1. Verfahren zur Betrieb von DichtSystemen von Saugwalzen, wel¬ che im Inneren zumindest einen Saugkasten (4) aufweisen, wel¬cher seitlich durch je ein Dichtleistensystem (1, 2) gegen¬ über dem Walzenmantel (3) abgedichtet ist, wobei jedes Dicht¬leistensystem (1, 2) eine Dichtleiste (1.1, 2.1) umfasst,welcher eine Vorrichtung zum Einbringen von Schmierwasser zu¬geordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur in oder an jeder Dichtleiste (1.1, 2.1) er¬fasst wird und die Menge an eingebrachtem Schmierwasser inAbhängigkeit der Temperatur der jeweiligen Dichtleiste (1.1, 2.1) geregelt oder gesteuert wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass derUnterdrück im Inneren des Saugkastens (4) erfasst wird undder Anstelldruck der Dichtleisten (1.1, 2.1) oder die Distanzder Dichtleisten (1.1, 2.1) zum Walzenmantel (3) in Abhängig¬keit des erfassten Unterdrucks geregelt oder gesteuert wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Anstelldruck der Dichtleisten (1.1, 2.1) auf jenen Minimal¬ wert geregelt wird, welcher erforderlich ist, um einen vorge¬gebenen oder vorgebbaren Unterdrück im Saugkasten (4) auf¬recht zu halten, oder einzustellen.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Distanz der Dichtleisten (1.1, 2.1) zum Walzenmantel (3) auf jenen Wert geregelt wird, welcher nötig ist, um einen vorge¬gebenen oder vorgebbaren Unterdrück im Saugkasten (4) auf¬recht zu halten, oder einzustellen.
  5. 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekenn¬zeichnet, dass der Verschleiß der Dichtleisten (1.1, 2.1) während des Betriebs erfasst bzw. überwacht wird.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass dasVerhältnis des Anstelldrucks der beiden Dichtleisten (1.1, 2.1) zueinander oder die Distanz der Dichtleisten (1.1, 2.1) zum Walzenmantel (3) in Abhängigkeit des Verschleißes derDichtleisten (1.1, 2.1) geregelt oder gesteuert wird.
  7. 7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekenn¬zeichnet, dass der Geräuschpegel nach oder an dem in Bewe¬gungsrichtung des Walzenmantels (3) gesehen hinteren, zweitenDichtleistensystem (2) erfasst wird und der Öffnungswinkeldes Spaltes zwischen dem hinteren Bereich der Dichtleiste(2.1) und dem Walzenmantel (3) in Abhängigkeit des erfasstenGeräuschpegels geregelt oder gesteuert wird.
  8. 8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass derÖffnungswinkel des Spalts zwischen dem hinteren Bereich derDichtleiste (2.1) und dem Walzenmantel (3) so geregelt wird,dass sich der minimale Geräuschpegel einstellt.
  9. 9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekenn¬zeichnet, dass die Messwerte der Sensoren vorzugsweise draht¬los, an einen Miniserver übertragen werden und der MiniserverStellsignale für Regelung der Dichtsysteme berechnet.
  10. 10. Dichtleistensystem für eine Saugwalze, welche im Inneren zu¬ mindest einen Saugkasten (4) aufweist, welcher seitlich durchje ein Dichtleistensystem (1, 2) gegenüber dem Walzenmantel (3) abgedichtet ist und jedes Dichtleistensystem (1, 2) eine Dichtleiste (1.1, 2.1) umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass in einer Dichtleiste (1.1, 2.1) zumindest zwei Temperatur¬ sensoren (6.1) integriert oder eingesetzt sind, wobei zumin¬dest ein Temperatursensor (6.1) einen größeren Abstand zu je¬ner Oberfläche der Dichtleiste (1.1, 2.1) aufweist, welche der Innenseite des Walzenmantels (3) zugewandt ist, als derandere oder die anderen.
  11. 11. Dichtleistensystem nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass einer Dichtleiste (1.1, 2.1) zumindest eine Sensorein¬ heit (6) integriert oder eingesetzt ist, wobei die Sensorein- heit (6) eine Leiterplatte (6.4) mit zumindest zwei, vorzugs¬weise zumindest vier Temperatursensoren (6.1) umfasst, wobeijeder Temperatursensor (6.1) einen zu den anderen Temperatur¬sensoren (6.1) der Sensoreinheit (6) unterschiedlichen Ab¬stand zu jener Oberfläche der Dichtleiste (1.1, 2.1) auf¬ weist, welche dem Walzenmantel (3) zugewandt ist.
  12. 12. Dichtleistensystem nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet,dass jede Sensoreinheit (6) eine Stromversorgung, vorzugswei¬se eine Batterie (6.3) und einen Mikrochip (6.2) mit Funkmo¬dul umfasst.
  13. 13. Dichtleistensystem für eine Saugwalze, welche im Inneren zu¬ mindest einen Saugkasten (4) aufweist, welcher seitlich durchje ein Dichtleistensystem (1, 2) gegenüber dem Walzenmantel (3) abgedichtet ist und jedes Dichtleistensystem (1, 2) eine Dichtleiste (1.1, 2.1) umfasst, welche in einem Dichtleisten¬halter (1.2, 2.2) eingesetzt ist, dadurch gekennzeichnet, dass in zumindest einem Dichtleistenhalter (1.2, 2.2) zumindest ein Spritzrohr (1.5, 2.5) integriert ist, wobei im Dichtleis¬tenhalter (1.2, 2.2) Öffnungen, vorzugsweise mit darin ange¬ordneten Düsen (1.4, 2.4), vom Spritzrohr (1.5, 2.5) ausge¬hend an jene Außenseite des Dichtleistenhalters (1.2, 2.2) verlaufen, welche in Bewegungsrichtung des Walzenmantels (3)gesehen vor der Dichtleiste (1.1, 2.1) liegt.
  14. 14. Dichtleistensystem für eine Saugwalze, welche im Inneren zu¬ mindest einen Saugkasten (4) aufweist, welcher seitlich durchje ein Dichtleistensystem (1, 2) gegenüber dem Walzenmantel (3) abgedichtet ist und jedes Dichtleistensystem (1, 2) eine Dichtleiste (1.1, 2.1) umfasst, welche in einem Dichtleisten¬halter (1.2, 2.2) eingesetzt ist, dadurch gekennzeichnet, dass im Dichtleistenhalter (1.2, 2.2)zumindest ein Stellelement vorhanden ist, über welches dieDistanz der Dichtleiste (1.1, 2.1) zum Walzenmantel einstell- bar ist, wobei das Stellelement über einen Motor in seinerPosition verstellbar und in gewünschter Position haltbar ist.
  15. 15. Dichtleistensystem nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Stellelement eine in Längsrichtung der Dichtleiste(1.1, 2.1) verschiebbares Element umfasst, welches zumindest eine schräge Fläche aufweist, wobei die Dichtleiste (1.1, 2.1) oder ein mit der Dicht leiste (1.1, 2.1) verbundenes hö¬ henverstellbares Element entlang dieser schrägen Fläche ge¬führt ist.
  16. 16. Dichtleistensystem nach einem der Ansprüche 14 und 15,dadurch gekennzeichnet, dass das Stellelement auf den hinternAbschnitt der Dichtleiste (2.1) wirkt, sodass die Distanz deshintere Abschnitts der Dichtleiste (2.1) zum Walzenmantel (3)unterschiedlich vom vorderen Bereich der Dichtleiste (2.1)einstellbar ist.
  17. 17. Dichtleistensystem nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet,dass der Anstelldruck des vorderen Endes der Dichtleiste(2.1) mit einem Anstellschlauch (2.3) einstellbar ist.
  18. 18. Dichtleistensystem nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet,dass im vorderen Abschnitts der Dichtleiste (2.1) ebenfallsein Stellelement vorhanden ist, über welches die Distanz desvorderen Bereichs der Dichtleiste (2.1) zum Walzenmantel (3)einstellbar ist, wobei das Stellelement über einen Motor inseiner Position verstellbar und in gewünschter Position halt¬bar ist.
  19. 19. Dichtleistensystem nach einem der Ansprüche 14 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Dichtleiste (1.1, 2.1) und dem Stellelement ein federelastisches Element angebracht ist.
  20. 20. Dichtleistensystem nach einem der Ansprüche 14 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass im Dichtleistenhalter (2.2) einSchallsensor (7) integriert ist oder an diesem befestigt ist.
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