AT527471A2 - Verwendung von Milchpermeat zum Behandeln des Metabolischen Syndroms oder des Typ 2-Diabetes - Google Patents

Verwendung von Milchpermeat zum Behandeln des Metabolischen Syndroms oder des Typ 2-Diabetes Download PDF

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AT527471A2 ATA50166/2024A AT501662024A AT527471A2 AT 527471 A2 AT527471 A2 AT 527471A2 AT 501662024 A AT501662024 A AT 501662024A AT 527471 A2 AT527471 A2 AT 527471A2
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Abstract

Milchpermeat wird zum Herstellen einer pharmazeutischen Zusammensetzung zur Prophylaxe oder zum Behandeln von Symptomen des Metabolischen Syndroms, des Typ 2-Diabetes und Folgeerkrankungen davon bei einem Säuger verwendet.

Description

Typ 2-Diabetes offenbart.
Nach WHO-Kriterien sind 63 % aller Männer und 55 % aller Frauen in den industrialisierten Ländern übergewichtig. Ursache dieser bedenklichen Entwicklung ist die kalorische Überernährung mit Kohlenhydraten und Fetten bei weiterer Absenkung der täglichen Energieabgabe. Schon sehr kleine Differenzen in der täglichen Energiebilanz erzeugen über die Jahre einen großen kumulativen Effekt auf die Körpermasse. So führt 0,3 % Kalorienzufuhr pro Tag über dem Kalorienverbrauch zu einer Gewichtszunahme von 9,1 kg bei den 25 bis 55 Jahre alten Amerikanern. Die Übergewichtigen entwickeln häufig ein Metabolisches Syndrom (Reaven GM, Curr. Opin. Lipidol., 1997, 8 (1), S. 23-27).
Im Zusammenhang mit der Verwendung des Begriffs "Metabolisches Syndrom" sprechen Mediziner in der Regel vom sogenannten "tödlichen Quartett", das aus Übergewicht (Fettsucht), Bluthochdruck, erhöhtem Insulinspiegel und Fettstoffwechselstörung besteht. In der Fachliteratur wird das Metabolische Syndrom auch als 1. Frühsyndrom oder "Prädiabetes" bezeichnet (Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch,
257 Aufl. (1994), S. 3201).
Unter dem Begriff "Sydrom" versteht der Fachmann einen Symptomenkomplex; eine Gruppe von Krankheitszeichen (Symptomen), die für ein bestimmtes Krankheitsbild mit meist uneinheitlicher oder unbekannter Ätiologie bzw. Pathogenese
charakteristisch sind.
Herzinfarkt, Nierenerkrankungen etc.
In den vergangenen Jahrzehnten hat die Häufigkeit des Typ 2Diabetes erheblich zugenommen. Das Statistische Bundesamt schätzt, dass derzeit rund vier Millionen Menschen in Deutschland betroffen sind. Andere Studien gehen jedoch von erheblich höheren Zahlen aus. Nach Schätzungen der Deutschen Diabetes Gesellschaft wird 2006 jeder 10. Einwohner Deutschlands vom Typ 2-Diabetes betroffen sein. Bei übergewichtigen Diabetikern sind zumeist auch die Blutfettspiegel (Cholesterin, Triglyzeride) und der Blutdruck erhöht.
Im Gegensatz zum Typ 1-Diabetes wird beim Typ 2-Diabetes zwar Insulin produziert. Dieses Insulin kann vom Körper jedoch nicht mehr richtig verwertet werden. Das Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet und sorgt dafür, dass Glucose aus der Nahrung in die Zellen gelangt. Wenn dem Körper durch die Nahrung Glucose zugeführt wird und der Blutzuckerspiegel im Blut ansteigt, wird vermehrt Insulin in das Blut abgegeben, um die Glucose in die Zellen zu befördern - der Blutzuckerspiegel sinkt dadurch wieder. Wenn der Körper nicht mehr richtig auf das Insulin reagiert, werden die Zellen insulinresistent. Laut Roche Lexikon Medizin, 4. Auflage, Urban & Fischer Verlag, 1999, versteht man unter Insulinresistenz die starke Minderung oder das Ausbleiben der
therapeutischen Insulinwirkung. Für das Entstehen einer
der Bauchspeicheldrüse und schließlich zum Insulinmangel.
Heutzutage werden Typ 2-Diabetiker häufig mit oralen
Antidiabetika behandelt. Hierzu zählen:
a) Medikamente, die die Aufnahme von Kohlenhydraten
verzögern, bspw. Alpha-Glukosidasehemmer,
b) Biguanide - eine Gruppe von Substanzen, die sowohl die Zuckerresorption verzögern als auch die Zuckerneubildung in der Leber hemmen. Außerdem fördern Biguanide die Aufnahme von Zucker in die Muskulatur und gleichzeitig
bremsen sie den Appetit;
c) Glitazone verbessern die Empfindlichkeit der Zellen für Insulin, wenn dieses noch produziert wird - hierdurch
wird der Blutzuckerspiegel wirksam gesenkt;
d) Glinide regulieren den Blutzucker nach einer Mahlzeit dadurch, dass sie über einen speziellen Mechanismus die kurzfristige Insulinfreisetzung aus den Beta-Zellen der
Bauchspeicheldrüse anregen,
freisetzen, absenken.
Neben den oralen Antidiabetika kann es notwendig werden, dass dem Patient Insulin zugeführt wird. Hierbei werden individualisierte Therapieformen durchgeführt, die auf die
Bedürfnisse der Patienten zugeschnitten sind.
US 2003/0004095 A beschreibt die Verwendung von Molkenprotein-Hydrolysat zur Behandlung von Metabolischem
Syndrom oder von Diabetes.
In WO 2005/004990 Al wird die Verwendung von Molkepermeat, bevorzugt Süßmolkepermeat, noch bevorzugter hydrolysiertes oder teilhydrolysiertes Süßmolkepermeat zum Herstellen einer pharmazeutischen Zusammensetzung zur Prophylaxe oder zum Behandeln von Symptomen des Metabolischen Syndroms, des Typ 2-Diabetes und Folgeerkrankungen davon bei einem Säuger
vorgeschlagen.
Das Behandeln des Metabolischen Syndroms beruht im Wesentlichen darauf, dass die Patienten durch eine Ernährungsumstellung und vermehrte Bewegung eine Gewichtsabnahme erreichen. Oft sind jedoch zusätzlich Medikamente zur Blutdruck-, Blutzucker- und Blutfettsenkung notwendig. Schätzungen hinsichtlich der Kosten, die jährlich in den USA durch direkte Aufwendungen und indirekte Kosten durch den Produktivitätsverlust durch die oben genannten Behandlungs formen anfallen, belaufen sich auf insgesamt 98
Milliarden Dollar - bei steigender Tendenz. Deshalb ist es notwendig, Mittel und Wege zur Prävention und
Behandlung des Metabolischen Syndroms oder des Typ 2-Diabetes
zur Verfügung zu stellen. Des Weiteren werden Mittel zur
Progression in den Typ 2-Diabetes entgegen zu wirken.
Unter dem Begriff "Prävention" wird folgend verstanden, dass das Entstehen eines Symptoms oder einer Erkrankung verhindert wird. Unter dem Begriff "Behandlung" wird nachfolgend jede Form einer Behandlung zur Verbesserung der Krankheitssymptome, der Verzögerung der Progression der Krankheit, der Regression der Krankheit oder der Linderung
der Krankheitssymptome verstanden.
Es wurde überraschend gefunden, dass die Verabreichung von Milchpermeat an Tiere, die als Modell für das Metabolische Syndrom und den Typ 2-Diabetes anerkannt sind, zur Verhinderung der Glucoseintoleranz und der Verhinderung der Insulinresistenz sowie zu einer Verminderung der Triglycerid-
Konzentration im Serum führt.
Erfindungsgemäß wird somit eine pharmazeutische Zusammensetzung zur Verfügung gestellt, die Milchpermeat umfasst. Diese pharmazeutische Zusammensetzung wird zur Prophylaxe, zum Behandeln oder Verhindern der Hypertriglyceridämie, der Glucoseintoleranz und der Insulinresistenz beim Metabolischen Syndrom oder dem Typ 2-Diabetes sowie bei daraus entstehenden Folgeerkrankungen
bei Säugern, bevorzugt beim Menschen, verwendet.
Beispiele für Folgeerkrankungen, die mit dem Metabolischen Syndrom oder dem Diabetes einhergehen, sind Gefäßerkrankungen, Koronarinsuffizienz, arterielle Verschlusskrankheiten, Myvokardinfarkt, Xanthomen,
Bauchbeschwerden, Milz-Leber-Vergrößerung, Pankreatitis,
Milchpermeat ist eine Flüssigkeit, die beim Entzug von Fetten und Protein aus Milch, teilentrahmter Milch oder Magermilch
mit Hilfe der Ultrafiltration entsteht.
Die zurückbleibende wässrige Flüssigkeit enthält noch Mineralstoffe, Vitamine, Milchzucker und einen Teil der
Molkenproteine der Milch.
Erfindungsgemäß kann Kuhmilch, Ziegenmilch, Schafmilch, Büffelmilch und Kamelmilch zur Milchpermeatgewinnung
verwendet werden.
Das erfindungsgemäß verwendete Milchpermeat enthält alle wasserlöslichen Komponenten der Milch, sofern diese nicht durch Lab oder Säure ausgefällt werden. In einer besonderen Ausführungsform wird Süßmilch verwendet, die ca. 4,9% Lactose, 0,8% Protein, 0,5% Mineralstoffe, 0,2% Milchfett und
0,2% Milchsäure enthält.
Aus Milch kann mittels Ultrafiltration (Membranverfahren, mittlere Porengröße: 25 bis 100 kDalton) das Milcheiweiß abgetrennt werden. Diese "entweißte" Milch besteht zu etwa 95% aus Wasser und kann durch Sprühtrocknen zu einem Pulver weiterverarbeitet werden. Dieses Pulver wird hier als Milchpermeat bezeichnet. In der vorliegenden Erfindung ist die Verwendung von Milchpermeat bevorzugt, das aus Süßmilch gewonnen wurde. Die darin durchschnittlich enthaltenen Bestandteile sind 84,9% Lactose, 4,5% Protein, 0,1% Fett und 7,5% Mineralstoffe. Beim Rest handelt es sich um nicht abgetrenntes Wasser. Bei diesen Mengenangaben handelt es sich um Durchschnittswerte, die je nach Herstellungsweise um 5-10 % (relativ) variieren können. Milchpermeat kann als solches,
oder nach (Teil-)Hydrolyse der Lactose verwendet werden.
auch teilhydrolysiert verwendet werden.
In einer weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsform hat sich eine Mikroverkapselung der pharmazeutischen Zusammensetzung, die Milchpermeat umfasst, als besonders vorteilhaft erwiesen. Die Mikroverkapselung kann wie unter anderem in DE 198 54 749 Al und DE 100 08 880 Al und DE 296 23 285 UL beschrieben, erfolgen. Dabei wird die Verbindung zum Beispiel in einer Hülle aus einem Polysaccharid, wie z.B. Alginat, fest eingeschlossen. Damit der möglicherweise unverdauliche Hüllstoff eine Freisetzung der Verbindung nicht verhindert und dadurch eine ernährungsphysiologische Nutzung durch den Organismus unmöglich macht, kann der Umhüllung eine verdauliche Komponente, wie z.B. Stärke, beigefügt werden. Durch Wahl und/oder Kombination der 1öslichen und unlöslichen Umhüllungskomponenten kann so die Abgabe der mikroverkapselten pharmazeutischen Zusammensetzung in verschiedenen Bereichen des Verdauungstrakts gezielt gesteuert werden. Eine abgestufte Freisetzung im Darm, z.B. eine Freisetzung von 50 bis 80 Gew.-%, bevorzugt von 60 bis 70 Gew.-%, insbesondere von 62,5 Gew.-% im Dünndarm, und eine Freisetzung von 20 bis 50 Gew.-%, bevorzugt von 30 bis 40 Gew.-%, im Dickdarm ist eine mögliche Art der gezielten Freisetzung. Ein weiterer vorteilhafter Effekt kann durch eine verlängerte Haltbarkeit durch Schutz der verkapselten
Verbindung z.B. vor Umwelteinflüssen erzielt werden. Die Verwendung des Begriffs Milchpermeat schließt auch alle Stoffe ein, die daraus gewonnen werden können. Das sind
Proteine, Zucker und deren Bestandteile sowie Mineralstoffe.
Des Weiteren wird die Verwendung von Milchpermeat bevorzugt,
aus dem die Lactose teilweise oder ganz entfernt wurde.
Milchpermeat, das noch 10 bis 20 % an Lactose enthält.
Die vorliegende Erfindung stellt ferner ein Präparat zur
Verfügung welches die folgenden Wirkungen hat:
- Senkung des Seruminsulinspiegels,
- Verhinderung des Entstehens einer Glucoseintoleranz,
- Verhinderung einer Insulinresistenz,
- Senkung des Inselvolumens der Bauchspeicheldrüse,
- Verringerung des Volumens der ß-Zellen im Pankreas,
- Verhinderung der Neogenese von ß-Zellen im Pankreasgangepithel,
- Verhinderung der Entwicklung von Hyperinsulinismus,
- Verhinderung einer Pankreasentzündung (Pankreatitis) oder einer Insel- und/oder ß-Zell-selektiven Entzündung
(Insulitis).
Ein weiteres Ziel ist die Verwendung von Milchpermeat zur Prävention und/oder zum Behandeln des Typ 2-Diabetes, vor allem zur Verzögerung der Progression der Erkrankung,
bevorzugt zur Verbesserung von deren Symptomatik.
Es wurde erfindungsgemäß überraschend gefunden, dass es für den Hyperinsulinismus ein morphologisches Korrelat gibt. Das bedeutet, dass es zu einer Vermehrung des ß-Zellvolumens, dem Auftreten kleiner ß-Zellhaufen im exokrinen Pankreas, dem
Nachweis von ß-Zellen im Pankreasgangepithel (Hinweis auf
eine Neogenese) und eine Erhöhung der Mitoserate der L-Zellen
übermäßige metabolisierbare Energie zu verwerten.
Es wurde erfindungsgemäß außerdem unerwartet gefunden, dass die Verabreichung von Milchpermeat zu einer Verhinderung des Anstiegs des ß-Zellvolumens führt, und dass diese Substanzen zu einer Verringerung des Inselvolumens im Pankreas führen. Die Verabreichung der pharmazeutischen Zusammensetzungen und Präparate dieser Erfindung für diese Zwecke ist daher
bevorzugt.
Es wurde erfindungsgemäß bevorzugt, dass die Verwendung von Milchpermeat zu einer Senkung der Blutfettwerte führt,
insbesondere zu einer Senkung der Triglyceridkonzentration.
Des Weiteren wurde überraschenderweise herausgefunden, dass eine Behandlung mit Milchpermeat bei alleiniger oder kombinierter Anwendung mit weiteren wirksamen Substanzen zu einer teilweise signifikanten Senkung der Seruminsulinspiegel führte. Diese wirksamen Substanzen sind Alpha-GlukosidaseHemmer, Biguanide, Glitazone, Sulfonylharnstoffe, Glinide oder Insulin. Die Verwendung von Milchpermeat sowie die Verwendung von Präparaten, die neben dem Milchpermeat noch weitere Wirkstoffe enthalten, wird ebenfalls im Rahmen dieser Erfindung zur Verfügung gestellt, solange die weiteren wirksamen Substanzen keinen negativen Einfluss auf die
Wirkung des Milchpermeats ausüben.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird das Milchpermeat zur Prävention oder zum Behandeln des Metabolischen Syndroms oder des Typ 2-Diabetes aus der Milch von Rindern, Ziegen ‚ Schafen ‚ Büffeln, Kamelen oder anderen
Milch gebenden Tieren gewonnen.
Eine besonders bevorzugte Ausführungsform ist darauf ausgerichtet, dass die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen oder Präparate, die Milchpermeat enthalten, in Form von Nahrungsergänzungsmitteln vorliegen. Auch dabei ist die
Verwendung von (teil-)hydrolysiertem Milchpermeat bevorzugt.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird Milchpermeat zum Herstellen von diätetischen und/oder angereicherten Nahrungsmitteln verwendet, die geeignete pharmazeutisch annehmbare Zusatzstoffe umfassen. Beispiele für Zusatzstoffe sind dem Fachmann bekannte Farbstoffe, Geschmacksverstärker, Konservierungsmittel, Bindemittel, oder
Füllstoffe.
Erfindungsgemäß können die oben genannten Substanzen auch zum Herstellen von Nahrungsmitteln, zum Beispiel diätetischen Nahrungsmitteln und/oder Nahrungsergänzungsmitteln, verwendet werden, wodurch diese die Eigenschaft erhalten, das Metabolische Syndrom oder die Progression des Typ 2-Diabetes zu verhindern und/oder die Symptome dieser Indikationen zu lindern oder zu heilen. Beispiele für solche Nahrungsmittel sind Milchprodukte oder Fruchtsäfte, die mit erfindungsgemäßen Zusammensetzungen angereichert sind, aber
auch andere Nahrungsmittel sind denkbar.
Bei dem Behandeln und der Prävention von Symptomen des Metabolischen Syndroms und des Typ 2-Diabetes mit Hilfe Milchpermeat enthaltender Zusammensetzungen oder Präparate wird die Dosierung je nach Krankheitsindikation, Alter, Gewicht und Geschlecht der zu behandelnden Person
gegebenenfalls individuell variiert.
Die Konzentration der erfindungsgemäß Milchpermeat
enthaltenden Zusammensetzungen oder Präparate in diätetischen
11718
und/oder angereicherten Nahrungsmitteln kann in Abhängigkeit vom ausgewählten geeigneten Zusatzstoff und/oder Trägerstoff variieren, wobei insbesondere Rücksicht auf die
organoleptischen Eigenschaften des Endprodukts genommen wird.
Des Weiteren können die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen in einem Kombinationspräparat zur Prävention oder zum Behandeln von Symptomen des Metabolischen Syndroms und des Typ 2- Diabetes enthalten sein. Besonders bevorzugt enthält ein Kombinationspräparat neben den erfindungsgemäßen Zusammensetzungen eine oder mehrere der folgenden Substanzen: Alpha-Glukosidasehemmer, Biguanide, Glitazone, Glinide, Sulfonylharnstoffe. Die Verabreichung der Kombinationspräparate kann ebenfalls individuell an die Bedürfnisse des Patienten angepasst werden. Erfindungsgemäß können diese Kombinationspräparate einzeln in zwei oder mehr
Einzeldosierungen oder zusammen verabreicht werden.
Besonders bevorzugt ist außerdem die Verwendung einer erfindungsgemäßen Zusammensetzung zum Herstellen eines Medikaments, bevorzugt zum Lindern oder Verhindern der Symptome des Metabolischen Syndroms und dem Behandeln und Verhindern des Entstehens von Typ 2-Diabetes, dem Verhindern von deren Progression sowie von Folgeerkrankungen, die durch
das Metabolische Syndrom oder den Diabetes entstehen können.
Das Verwenden der erfindungsgemäßen Kombinationspräparate oder Medikamente zum Lindern/zur Prävention von Symptomen des Metabolischen Syndroms und des Typ 2-Diabetes sind insbesondere auf das Anwenden am Menschen ausgerichtet, aber die Behandlung anderer Säugetiere wie Hunde, Katzen, Pferde, Schafe, Kühe oder Schweine etc. ist ebenfalls in Betracht
gezogen.
Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen und Präparate werden
besonders bevorzugt zum Bekämpfen/zur Prävention des Wachstums von ß-Zellen im Pankreas, der Vermehrung von ßZellen im Pankreas, dem Anstieg des ß-Zell- bzw. Inselvolumens oder der Pankreatitis bei einem Säugetier,
insbesondere dem Menschen, verwendet.
Des Weiteren ist es besonders bevorzugt, dass das Verwenden der erfindungsgemäßen Zusammensetzungen oder Präparate zu
einem Senken des Seruminsulinspiegels führt.
Ferner wird bevorzugt, dass durch die Gabe der erfindungsgemäßen Zusammensetzungen oder Präparate das Entstehen einer Glucoseintoleranz verhindert wird, oder dass
diese gelindert wird.
Bevorzugt wird außerdem, dass das Verabreichen der erfindungsgemäßen Zusammensetzungen oder Präparate zu einem
verzögerten Anstieg der morgendlichen Hyperglykämie führt.
Weiterhin wird besonders bevorzugt, dass das Konsumieren der erfindungsgemäßen Zusammensetzungen oder Präparate zu einem Senken der Blutfettwerte führt, insbesondere dem Senken der Konzentration an Triglyceriden, jedoch ist ein Beeinflussen
anderer Blutfette ebenfalls in Betracht gezogen.
Erfindungsgemäß wird den pharmazeutischen Zusammensetzungen oder Präparaten, die Milchpermeat umfassen, vorzugsweise kein
Calciumlactat zugegeben.
Von einer Hypertriglyceridämie (Hyperlipämie) spricht man bei einem erhöhten (> 160 mg/100 ml) Triglyceridgehalt im Blutserum. Dieser Zustand kann eine Rolle beim Entstehen von Arterienerkrankungen und dem Entwickeln einer koronaren Herzkrankheit spielen (Vega und Grundy, Adv. Exp. Med. 243,
311 (1989)). Zusätzlich ist eine schwere Hypertriglyceridämie
(> 1.000 mg/dl) mit Chylomicronämie verbunden und sie ruft akute Pankreatitis hervor (siehe K. Soergel, Acute Pancreatitis, in Gastronintestinal Disease 91, 3. Ausgabe (SLeisenger, M.H. und Fordtran, J.S., Hrsg.), W.B. Saunders Company, Philadelphia, Pa., 1983, S. 1462-1485; und Brown, M.S. und Goldstein, J.L., Drugs used in the Treatment of Hyperlipoproteinemias, in Goodman and Gillman's, The Pharmacological Basis of Therapeutics 34, 7. Ausgabe, (Macmillan Publishing Co., New York, 1985, S. 827-845). Ernsthafte Erhöhungen der Chylomicrone rufen auf direktem Weg eine Pankreatitis hervor, die durch Triglyceridverringerung verhindert werden könnte (U.S. Department of Health and Human Services, NIH-Publication Nr. 89-2925, S. 74-77, Jänner 1989, "Report of the Expert Panel on Detection, Evaluation and Treatment of High Blood Cholesterol in Adults"). Es hat sich außerdem gezeigt, dass das Risiko eines Schlaganfalls bei Patienten mit koronaren Herzkrankheiten durch Verringern des Triglyceridgehalts im Plasma vermindert werden kann (D. Tanne, et al.; Circulation 2001, 104, 2892-2897). Weiterhin ist bei Typ 2-Diabetikern die Lebenserwartung gegenüber Nichtdiabetikern um ein Drittel verkürzt. Dies steht vermutlich in direktem Zusammenhang mit einem erhöhten Triglyceridspiegel (Diabety Care; 2001- 24, 1335-1341). Es ist daher wünschenswert, im Rahmen der Behandlung von Symptomen des Metabolischen Syndroms und des Typ 2-Diabetes auch ein Verfahren zum Verringern von Plasmatriglyceriden bei
Patienten mit Hypertriglyceridämie bereitzustellen.
Besonders bevorzugt ist das Verabreichen der erfindungsgemäßen Zusammensetzungen oder Präparate auf oralem Wege, aber auch andere Darreichungsmöglichkeiten, z.B.
parenteral, intravenös, etc., sind in Betracht gezogen.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform werden
Bestandteile der erfindungsgemäßen Zusammensetzungen oder
Präparate verabreicht, um die Symptome des Metabolischen Syndroms oder des Typ 2-Diabetes zu verhindern, bzw. um diese
zu lindern oder zu heilen.
Die Konzentration an Milchpermeat in einem pharmazeutischen oder Nahrungsergänzungsmittelpräparat liegt zwischen 0,01 % und 99,99 %, bevorzugt zwischen 0,1 und 99,9 %, bevorzugter zwischen 1 und 99 %, insbesondere bevorzugt zwischen 1 und 80 %, noch bevorzugter zwischen 10 und 80 %, am meisten bevorzugt zwischen 10 und 50 % bezogen auf das Gesamtgewicht des Nahrungsergänzungsmittels und/oder des pharmazeutischen
Präparats.
Die erfindungsgemäßen Nahrungsergänzungsmittel, bzw. die erfindungsgemäßen pharmazeutischen Präparate können einmal oder mehrmals täglich eingenommen bzw. verabreicht werden, z.B. morgens, mittags, abends, zusammen, vor oder nach den Mahlzeiten, aber auch andere Darreichungsschemata sind
vorstellbar.
Milchpermeat weist gegenüber dem in WO 2005/004990 Al vorgeschlagenen Molkepermeat Vorteile auf. Vorteile sind unter anderem eine höhere Süßkraft, ein reineres Aroma, eine bessere Retention von Körperflüssigkeit, eine größere
Verfügbarkeit und ein günstigeres Herstellen.
Das erfindungsgemäß vorgeschlagene Milchpermeat kann hergestellt werden, indem Milch durch eine UltrafiltrationsMembran geleitet wird, wobei die Proteine (Retenate) von dem Rest der Milch (Permeat) abgetrennt werden. Das Permeat wird für gewöhnlich als pulverförmiges Milch-Protein-Konzentrat gehandelt. Milchpermeat enthält den überwiegenden Anteil des Wassers und der Lactose der Milch sowie Phosphate, mineralische Anteile (insbesondere Kalzium) und kurze Peptide
mit einer Molekülgröße von weniger als 10,000 Da. Diese
Peptide bestehen aus etwa 50 bis 100 Aminosäuren.

Claims (1)

  1. Patentansprüche:
    Verwendung von Milchpermeat zum Herstellen einer pharmazeutischen Zusammensetzung zur Prophylaxe oder zum Behandeln von Symptomen des Metabolischen Syndroms oder des Typ 2-Diabetes oder Folgeerkrankungen davon bei einem
    Säuger.
    Verwendung nach Anspruch 1, wobei die Symptome ausgewählt
    sind aus Glucoseintoleranz oder Insulinresistenz.
    Verwendung nach Anspruch 1, wobei die Folgeerkrankungen ausgewählt sind aus Arteriosklerose, Koronarinsuffizienz, arteriellen Verschlusskrankheiten, Myokardinfarkt, Xanthomen, Bauchbeschwerden, Milz/Lebervergrößerung, Pankreatitis, Netzhaut-Lipämie, Schlaganfall oder
    Niereninsuffizienz.
    Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei das
    Milchpermeat Süßmilchpermeat ist.
    Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei das
    Milchpermeat Lactose-reduziert ist.
    Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei die
    Zusammensetzung mikroverkapselt ist.
    Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei die Zusammensetzung in einer oralen Darreichungsform
    ausgebildet ist. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei die
    orale Darreichungsform eine Lutschtablette, Pulver,
    Granulat, Sirup oder Saft ist.
    11.
    12.
    13.
    14.
    15.
    17
    Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei die Zusammensetzung ferner ein Zusatzstoff von Lebensmitteln
    ist.
    Verwendung nach Anspruch 9, wobei die Lebensmittel diätetische Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel
    sind.
    Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei die Zusammensetzung ferner pharmazeutisch annehmbare
    Zusatzstoffe und/oder Trägermaterialien umfasst.
    Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, wobei der
    Säuger ein Mensch ist.
    Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, wobei das
    Milchpermeat hydrolysiert ist.
    Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, wobei das
    Milchpermeat teilhydrolisiert ist.
    Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, wobei teilhydrolysiertes, Lactose-reduziertes Milchpermeat zum Herstellen einer pharmazeutischen Zusammensetzung zur Prophylaxe oder zum Behandeln von Symptomen des Metabolischen Syndroms oder des Typ 2-Diabetes bei einem Säuger verwendet wird, wobei die Symptome ausgewählt sind aus Glucoseintoleranz oder Insulinresistenz, und wobei der pharmazeutischen Zusammensetzung kein Calcium-Lactat
    zugesetzt ist.
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