AT528017B1 - mobiler Sichtschutz - Google Patents
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Abstract
Mobiler Sichtschutz (1) zur Montage an einem Fahrzeug, wobei der mobile Sichtschutz (1) ein erstes Sichtschutzelement (2) und ein zweites Sichtschutzelement (3) aufweist, wobei beide Sichtschutzelemente (2, 3) Flächenelemente mit einer strukturell vordefinierten Haupterstreckungsebene sind, wobei das zweite Sichtschutzelement (3) beweglich mit dem ersten Sichtschutzelement (2) verbunden ist, wobei der mobile Sichtschutz (1) eine Stütze (8) aufweist, wobei die Stütze (8) zur seitlichen Abstützung des mobilen Sichtschutzes (1) bei mindestens 10% der Höhe des zweiten Sichtschutzelements (3) eingerichtet ist, wobei die Stütze (8) entlang einer parallel zur Haupterstreckungsebene des zweiten Sichtschutzelements (3) angeordneten Stützachse (9) ausfahrbar ist und einen um die Stützachse (9) schwenkbaren Fußteil (10) aufweist.
Description
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[0001] Die Erfindung betrifft ein mobilen Sichtschutz zur Montage an einem Fahrzeug, wobei der mobile Sichtschutz ein erstes Sichtschutzelement und ein zweites Sichtschutzelement aufweist, wobei beide Sichtschutzelemente Flächenelemente mit einer strukturell vordefinierten Haupterstreckungsebene sind, wobei das zweite Sichtschutzelement beweglich mit dem ersten Sichtschutzelement verbunden ist, wobei der mobile Sichtschutz eine Stütze aufweist, wobei die Stütze zur seitlichen Abstützung des mobilen Sichtschutzes bei mindestens 10% der Höhe des zweiten Sichtschutzelements eingerichtet ist. Der mobile Sichtschutz kann auch mehrere Stützen zur Abstützung auf dem Untergrund aufweisen.
[0002] Mobile Sichtschutzvorrichtungen sind im Stand der Technik bereits bekannt. Beispielsweise zeigt die EP 3 428 343 B1 eine Sichtblende zum Abschirmen von Unfällen mit einer Stützkonstruktion aus einem oder mehreren Stützelementen, die vertikale Stützpfosten aufweisen und mit einer Bahn aus einem undurchsichtigen Material bespannt oder beplankt sind und in Standfüßen in Form von lang gestreckten Platten gehalten werden. Zur Errichtung diese Sichtblende werden zunächst die Standfüße separat aufgestellt und anschließend die Stützelemente darin verankert.
[0003] Ein mobile Sichtschutz zu Montage einem Fahrzeug ist bereits aus der WO 2009/121468 A1 bekannt. Die dort gezeigte Barriere weist Rollenstützen auf, um die Bewegung der Seitenwände von einem zusammengeklappten in einen entfalteten Zustand zu erleichtern. Zur seitlichen Abstützung sind teleskopische Versteifungselemente zwischen einem Grundrahmen und jeder der abschließenden Seitenwände der Barriere vorgesehen, die in einer vollständig ausgefahrenen Stellung die entfaltete Barriere strukturell stützen.
[0004] Ein Nachteil der bekannten Vorrichtungen ist, dass die Einrichtung der Stützen bei der Errichtung des Sichtschutzes relativ aufwendig ist und gerade in Einsatzsituationen wertvolle Zeit beansprucht. Bei der bekannten zu Montage einem Fahrzeug vorgesehenen Barriere sind die seitlichen Stützen zudem ausladend, sodass die Barriere in einem entsprechenden Abstand von der Einsatzstelle errichtet werden muss oder aber außerhalb der Barriere viel Platz beansprucht, sodass beispielsweise im Fall einer Verkehrsfläche eine großräumige Absperrung erforderlich ist.
[0005] Es ist eine Aufgabe der Erfindung, die Nachteile dem Stand der Technik zumindest zu verringern.
[0006] Die Erfindung sieht vor, dass die Stütze entlang einer parallel zur Haupterstreckungsebene des zweiten Sichtschutzelements angeordneten Stützachse ausfahrbar ist und einen um die Stützachse schwenkbaren Fußteil aufweist. Als seitliche Abstützung des mobilen Sichtschutzes bei mindestens 10% der Höhe des zweiten Sichtschutzelements ist in diesem Zusammenhang ein entsprechender Normalabstand (d.h. von mindestens 10% der Höhe des zweiten Sichtschutzelements) des äußersten Punktes einer Auflageseite des Fußteils von der Haupterstreckungsebene des zweiten Sichtschutzelements in einer vollständig ausgefahrenen Stellung der Stütze gemeint. Der Fußteil kann somit dauerhaft mit den Sichtschutzelementen verbunden und gekoppelt bleiben und muss daher nicht in einem eigenen Arbeitsschritt separat aufgestellt werden, sondern kann vielmehr zusammen mit den Sichtschutzelementen in die gewünschte Einsatzstellung gebracht werden. Ein Ausfahren der Stütze z.B. nach unten ermöglicht eine Anpassung des Abstands der Sichtschutzelemente von einem - allenfalls unebenen - Untergrund. Die Schwenkbarkeit des Fußteils in Bezug auf die Stützachse ermöglicht eine Anpassung an die Gegebenheiten, beispielsweise des Untergrunds oder der Einsatzstelle. Der Mechanismus zum Ausfahren und Schwenken des Stütze kann beispielsweise so ausgestaltet sein, dass eine eigenhändige Bedienung möglich ist, sodass der Sichtschutz während der Errichtung gleichzeitig manuell gestützt werden kann.
[0007] Der Fußteil kann beispielsweise durch ein längliches Strukturelement im Bereich eines von dem zweiten Sichtschutzelement entfernten Endes der Stütze gebildet sein, wobei das Strukturelement mit der Stützachse einen rechten Winkel einschließt. Der Fußteils kann dabei insbesondere flach, beispielsweise plattenförmig, ausgestaltet sein. Diese Form des Fußteils trägt da-
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zu bei, dass die Stütze von einem Autoreifen gefahrlos überrollbar ist. Es kann zusätzlich an einer Auflageseite des Fußteils eine Struktur oder ein Belag vorgesehen sein, um die Reibung am Untergrund zu erhöhen und einem Verrutschen des Fußteils beim Uberrollen entgegenzuwirken.
[0008] In einer Variante der vorliegenden Offenbarung kann das zweite Sichtschutzelement ein erstes Sichtschutzfeld und ein zweites Sichtschutzfeld sowie einen Rahmen aufweisen, wobei das zweite Sichtschutzfeld beweglich mit dem Rahmen verbunden ist, wobei das zweite Sichtschutzfeld in einer geschlossenen Stellung des zweiten Sichtschutzelements zusätzlich magnetisch am Rahmen gehalten ist. Die magnetische Halterung des beweglichen zweiten Sichtschutzelements in der geschlossenen Stellung kann bei einer mechanischen Belastung, beispielsweise durch auftretende Windkräfte, nachgeben und die dadurch insgesamt auf den Sichtschutz wirkenden Seitenkräfte verringern und somit dessen Stabilität erhöhen.
[0009] Aufgrund dieser Vorteile betrifft die Offenbarung auch allgemein und unabhängig von einer etwaigen Stütze einen mobilen Sichtschutz zur Montage an einem Fahrzeug, wobei der mobile Sichtschutz ein erstes Sichtschutzelement und ein zweites Sichtschutzelement aufweist, wobei beide Sichtschutzelemente Flächenelemente mit einer strukturell vordefinierten Haupterstreckungsebene sind, wobei das zweite Sichtschutzelement beweglich mit dem ersten Sichtschutzelement verbunden ist, wobei das zweite Sichtschutzelement ein erstes Sichtschutzfeld und ein zweites Sichtschutzfeld sowie einen Rahmen aufweist, wobei das zweite Sichtschutzfeld beweglich mit dem Rahmen verbunden ist, wobei das zweite Sichtschutzfeld in einer geschlossenen Stellung des zweiten Sichtschutzelements zusätzlich magnetisch am Rahmen gehalten ist.
[0010] Bei der beschriebenen Variante kann optional das das zweite Sichtschutzfeld in einer geöffneten Stellung des zweiten Sichtschutzelements zusätzlich magnetisch am Rahmen gehalten sein. Die Halterung in der geöffneten Stellung verhindert, dass sich das zweite Sichtschutzfeld selbstständig schließt, beispielsweise während eines Transports oder einer Errichtung. Es kann insbesondere vor der Einrichtung etwaiger Stützen wünschenswert sein, die Windangriffsfläche des Sichtschutzelements gering zu halten, um die Errichtung bei Wind zu erleichtern.
[0011] Gemäß einer weiteren Ausführungsform dieser Variante kann das zweite Sichtschutzelement ein drittes Sichtschutzfeld aufweisen, wobei das dritte Sichtschutzfeld beweglich mit dem Rahmen verbunden ist und in einer geschlossenen Stellung des zweiten Sichtschutzelements zusätzlich magnetisch am Rahmen gehalten ist. Eine Unterteilung des Sichtschutzelements in drei Sichtschutzfelder bedeutet, dass die Fläche der einzelnen Sichtschutzfelder und insbesondere des ersten Sichtschutzfelds bei gleicher Gesamtfläche kleiner sein kann. Das erleichtert wiederum die Handhabung in einer geöffneten Stellung und ermöglicht außerdem eine größere Durchgangsöffnung bei geöffneten Sichtschutzfeldern.
[0012] Im Zusammenhang mit dieser Ausführungsform kann zusätzlich vorgesehen sein, dass das dritte Sichtschutzfeld von dem zweiten Sichtschutzfeld mitnehmbar ist. Die Mitnahme kann beispielsweise durch ein Distanzseil erreicht werden, dass die beiden Sichtschutzfelder miteinander verbindet und beispielsweise in einer geschlossenen Stellung zwischen den Sichtschutzfeldern gespannt ist, während es in einer geöffneten Stellung durchhängt.
[0013] Allgemein in Bezug auf die magnetische Halterung eines beweglichen Sichtschutzfeldes kann vorgesehen sein, dass zumindest das zweite Sichtschutzfeld und optional das dritte Sichtschutzfeld über eine Rückzugfederung mit dem Rahmen verbunden ist, sodass bei einem Lösen der magnetischen Halterung in der geschlossenen Stellung des zweiten Sichtschutzelements das zweite Sichtschutzfeld durch die Federkraft der Rückzugsfederung in Richtung einer geöffneten Stellung des zweiten Sichtschutzelements bewegt wird. Dadurch kann das zweite Sichtschutzfeld beispielsweise in eine mit dem ersten Sichtschutzfeld überlappende Position gebracht beispielsweise in den Windschatten des ersten Sichtschutzfelds bewegt werden, sobald sich die magnetische Halterung am Rahmen löst. Die Federkraft der Rückzugfederung wird dabei kleiner als die Magnetkraft der Halterung gewählt werden, um ein unbeabsichtigtes Öffnen zu unterbinden.
[0014] Außerdem betrifft die Offenbarung ein Fahrzeug zum Einsatz bei einer Einsatzstelle, wobei das Fahrzeug mit einem Sichtschutz gemäß einer der oben beschriebenen Varianten und
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Ausführungsformen ausgestattet ist, wobei der Sichtschutz schwenkbar am Fahrzeug gelagert ist, wobei der Sichtschutz über zwei lösbare Drehlager mit dem Fahrzeug verbunden ist, wobei die beiden Drehlager im Bereich gegenüberliegender Seiten des Fahrzeugs angeordnet sind. Der Sichtschutz kann dadurch wahlweise zu der einen oder der anderen Seite verschwenkbar sein, je nachdem welches Drehlager gelöst wird. Dies hat den Vorteil, dass der Sichtschutz ausgehend von jener Seite des Fahrzeugs errichtet werden kann, die außerhalb einer abzuschirmenden Einsatzstelle liegt. So können beispielsweise Türen des Fahrzeugs in den durch den Sichtschutz geschützten Bereich hin geöffnet werden, wobei es aufgrund der Wählbarkeit des Drehlagers gleichgültig ist, auf welche Seite der Einsatzstelle das Fahrzeug abgestellt wird. Im allgemeinen kann der Vorteil der beiden Drehlager auch bei einem Fahrzeug erzielt werden, unabhängig davon, ob der mobile Sichtschutz eine Stütze, insbesondere eine Stütze der hier offenbarten Gattung, aufweist. Die Offenbarung umfasst daher auch ein solches, allgemeines Fahrzeug.
[0015] Das Fahrzeug kann beispielsweise ein Anhänger sein und die Drehlager können im Bereich des vorderen Endes einer Ladefläche angeordnet sein. Dadurch kann der Sichtschutz, wenn sie gerade hinter den Anhänger aufgeklappt oder entfaltet werden, d. h. ohne zum Aufklappen oder Entffalten seitlich des Anhängers Platz zu benötigen. Ein Anhänger eignet sich besonders für Situationen, wenn kein vorhandenes Fahrzeug geeignet ist, um den mobilen Sichtschutz nachrüsten zu können. Der Anhänger bietet zudem mehr Flexibilität an der Unfallstelle, weil er klein, leicht und wendig ist. Der Anhänger kann zudem mit diversen Zusatzfunktionen wie Lichtsatz, Generator, Batterie, Ölbindemittel, Kameras ausgestattet werden.
[0016] In diesem Zusammenhang können in einer Transportstellung unterhalb des Sichtschutzes ausziehbare Transportschienen zur Verlängerung der Ladefläche nach hinten vorgesehen sein. Dies hat den Vorteil, dass mehrere Sichtschutzelemente gemeinsam zur Rückseite des Anhängers entnommen werden können, was eine anschließende seitliche Entfaltung erleichtert (z.B. auf einer fortgesetzten Linie mit dem Heck des Anhängers).
[0017] Die Offenbarung betrifft weiters ein Verfahren zum Abschirmen einer Einsatzstelle mit einem mobilen Sichtschutz gemäß einer der oben beschriebenen Varianten, umfassend die Schritte: Bewegen des ersten Sichtschutzelements und des zweiten Sichtschutzelements in eine gewünschte Einsatzstellung, Ausfahren der Stütze entlang der Stützachse, Schwenken des Fußteils um die Stützachse zur seitlichen Abstützung.
[0018] Im Kontext des oben beschriebenen Fahrzeugs kann das Verfahren zudem folgende Schritte umfassen: Heranfahren des Fahrzeugs zur Einsatzstelle, mit dem Sichtschutz in der Transportstellung, Lösen des Drehlagers auf einer der Einsatzstelle näheren Seite des Fahrzeugs, Aufstellen des Sichtschutzes nach den oben beschriebenen Schritten.
[0019] Schließlich betrifft die Offenbarung insbesondere eine Verwendung eines mobilen Sichtschutzes oder eines Fahrzeugs nach einer der oben beschriebenen Varianten und Ausführungsformen zum Abschirmen einer Einsatzstelle.
[0020] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen, auf die sie jedoch nicht beschränkt sein soll, und unter Bezugnahme auf die Zeichnungen noch weiter erläutert. In den Zeichnungen zeigen im Einzelnen:
[0021] Fig. 1 schematisch einen mobilen Sichtschutz mit zwei Sichtschutzelementen in einer schaubildlichen Ansicht von schräg oben;
[0022] Fig. 2 den Sichtschutz gemäß Fig. 1 in einer Seitenansicht; [0023] Fig. 3 den Sichtschutz gemäß Fig. 1 in einer schaubildlich in Ansicht von schräg unten;
[0024] Fig. 4 schematisch ein Sichtschutzelement eines mobilen Sichtschutzes mit drei Sichtschutzfeldern in einer Seitenansicht von einer Vorderseite;
[0025] Fig. 5 das Sichtschutzelement gemäß Fig. 4 von einer Rückseite; [0026] Fig. 6 schematisch einen horizontalen Schnitt des Sichtschutzelements gemäß Fig. 4;
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[0027] Fig. 7 schematisch eine Seitenansicht eines Fahrzeugs mit einem mobilen Sichtschutz in einer Transportstellung;
[0028] Fig. 8 schematisch eine Draufsicht auf das Fahrzeug gemäß Fig. 7;
[0029] Fig. 9 schematisch eine Draufsicht wie in Fig. 8, wobei der mobile Sichtschutz teilweise nach rechts aus der Transportstellung geschwenkt ist;
[0030] Fig. 10 schematisch eine Draufsicht wie in Fig. 8, wobei der mobile Sichtschutz teilweise nach links aus der Transportstellung geschwenkt ist;
[0031] Fig. 11 schematisch eine Draufsicht auf ein Fahrzeug wie in Fig. 9 und 10, mit jeweils teilweise errichtetem mobilen Sichtschutz;
[0032] Fig. 12 schematisch eine Seitenansicht eines Anhängers mit einem mobilen Sichtschutz in einer Transportstellung;
[0033] Fig. 13 schematisch eine Draufsicht auf den Anhänger gemäß Fig. 12;
[0034] Fig. 14 schematisch eine Draufsicht wie Fig. 13, wobei der mobile Sichtschutz auf Transportschienen teilweise zur Rückseite des Anhängers entnommen dargestellt ist;
[0035] Fig. 15 schematisch eine Draufsicht mit Fig. 14, wobei der mobile Sichtschutz vollständig errichtet ist.
[0036] Figuren 1-3 zeigen ein erstes Ausführungsbeispiel eines mobilen Sichtschutzes 1 zur Montage an einem Fahrzeug. Der mobile Sichtschutz 1 weist ein erstes Sichtschutzelement 2 und ein zweites Sichtschutzelement 3 auf. Zur Montage an dem Fahrzeug weist das erste Sichtschutzelement 2 eine Befestigungsvorrichtung 4 auf. Beide Sichtschutzelemente 2, 3 sind Flächenelemente mit einer strukturell vordefinierten Haupterstreckungsebene. In der hier gezeigten Darstellung sind die Haupterstreckungsebenen kongruent. D. h. die Sichtschutzelemente 2, 3 sind im Wesentlichen ebene, in diesem Beispiel rechteckige, Komponenten. Das zweite Sichtschutzelement 3 ist beweglich mit dem ersten Sichtschutzelement 2 verbunden. In diesem Ausführungsbeispiel sind die Sichtschutzelemente 2, 3 über Doppelgelenke 5, genauer Doppelscharniergelenke 6, miteinander verbunden, sodass das zweite Sichtschutzelement 3 in beide Richtungen seitlich aus der hier gezeigten Parallelstellung geschwenkt werden kann.
[0037] Der mobile Sichtschutz 1 weist zwei Stützen 7, 8 auf. Eine dem zweiten Sichtschutzelement 3 zugeordnet Stütze 8 ist in einer Einsatzstellung dargestellt; eine dem ersten Sichtschutzelement 2 zugeordnet Stütze 7 ist in einer Transportstellung dargestellt. Die Stützen 7, 8 sind zur seitlichen Abstützung des mobilen Sichtschutzes 1 bei etwa einem Drittel der Höhe des zweiten Sichtschutzelements 3 eingerichtet. Die dem zweiten Sichtschutzelement 3 zugeordnete Stütze (auch zweite Stütze) 8 ist entlang einer parallel zur Haupterstreckungsebene des zweiten Sichtschutzelements 3 angeordneten Stützachse 9 ausfahrbar und in der gezeigten Einsatzstellung entsprechend ausgefahren.
[0038] Beide Stützen 7, 8 weisen jeweils einen um die Stützachse 9 schwenkbaren Fußteil 10 auf. Der Fußteil 10 ist durch ein längliches Strukturelement im Bereich eines vom Rahmen entfernten Endes 11 der Stütze 8 gebildet. Der Fußteil 10 schließt mit der Stützachse 9 einen rechten Winkel ein und erstreckt sich symmetrisch in zwei gegenüberliegende Richtungen ausgehend von der Stützachse 9. Er hat die Form einer abgeflachten Querstange, sodass die Stütze 8 insgesamt eine umgekehrte T-Form aufweist. In der gezeigten Einsatzstellung der zweiten Stütze 8 ist der Fußteil 10 um 90° gegenüber der Transportstellung verschwenkt. In der Transportstellung, wie bei der dem ersten Sichtschutzelement 2 zugeordneten ersten Stütze 7 gezeigt, ist der Fußteil 10 parallel unterhalb einer unteren Querstreben 12 eines Rahmens 13 des Sichtschutzelements 7 angeordnet und somit platzsparend verstaut.
[0039] Die beiden Sichtschutzelemente 2, 3 weisen jeweils ein erstes Sichtschutzfeld 14 und ein zweites Sichtschutzfeld 15 sowie einen Rahmen 13 auf. Das erste Sichtschutzfeld 14 ist im Wesentlichen unbeweglich (allerdings elastisch, siehe unten) mit dem Rahmen 13 verbunden. Das zweite Sichtschutzfeld 15 ist beweglich mit dem Rahmen 13 verbunden. In der am ersten Sicht-
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schutzelement 2 gezeigten Transportstellung ist das zweite Sichtschutzfeld 15 mit dem ersten Sichtschutzfeld 14 überlagert angeordnet, sodass zwischen dem Rahmen 13 und den beiden Sichtschutzfeldern 14, 15 eine Öffnung 16 oder Durchgang im Sichtschutzelement 2 offen bleibt. In der am zweiten Sichtschutzelement 3 gezeigten Einsatzstellung ist das zweite Sichtschutzfeld 15 entlang von Schienen 17 in diese Öffnung 16 verschoben, sodass die beiden Sichtschutzfelder 14, 15 gemeinsam die Innenfläche des Rahmens 13 im Wesentlichen ausfüllen und abdecken. Die Sichtschutzfelder 14, 15 weisen ihrerseits innenliegend einen Feldrahmen 18 auf, der jeweils beidseitig mit einer Plane 19 überspannt ist. Die Schienen 17 für das zweite Sichtschutzfeld 15 sind durch jeweils einen Metallstab an der Oberseite und Unterseite des Rahmens gebildet, entlang dem die Enden des Feldrahmens 18 des zweiten Sichtschutzfelds 15 verschiebbar gelagert sind. Zum Schutz der Metallstäbe gegen verbiegen oder hängen bleiben beim durch steigen durch die Öffnung sind diese mit Verblendungen in Form von Schutzblechen 20 geschützt. Die Aufhängungen der Feldrahmen 18 sowohl des ersten Sichtschutzfeldes 14 im Rahmen 13 als auch des zweiten Sichtschutzfeldes 15 an den Metallstäben können als elastische Verbindungen realisiert sein, z.B. über Metallfedern. Das ermöglicht ein Abfedern von Windstößen.
[0040] Ein rundes Führungsrohr 21 für die Stütze 8, dessen Längsachse zugleich die Stützachse 9 definiert, ist in diesem Ausführungsbeispiel mittig im Rahmen 13 zwischen den Sichtschutzfeldern 14, 15 angeordnet. Ein Griff 22 zum Entriegeln, Ausfahren und Schwenken der Stütze 7, 8 ist somit sowohl in der Transportstellung als auch in der Einsatzstellung zugänglich. Die Anordnung in der Mitte des Rahmens 13 ermöglicht eine Stützbreite, die der Länge der Unterkante des Rahmens 13 entspricht, ohne dass der Fußteil 10 in der Transportstellung über den Rahmen 13 hinausragen würde. Das entspricht einer erzielten seitlichen Abstützung des mobilen Sichtschutzes 1 bei der Hälfte dieser Stützbreite.
[0041] Figuren 4-6 zeigen ein zweites Ausführungsbeispiel, wobei der Einfachheit halber nur ein zweites Sichtschutzelement 23 dargestellt ist. Dieses zweite Sichtschutzelement 23 hat drei Sichtschutzfelder 24-26. Das zweite Sichtschutzelement 23 weist ein erstes Sichtschutzfeld 24, ein zweites Sichtschutzfeld 26 und ein drittes Sichtschutzfeld 25, sowie einen Rahmen auf 27 auf, wobei das zweite Sichtschutzfeld 26 und das dritte Sichtschutzfeld 25 beweglich mit dem Rahmen 27 verbunden sind. Sowohl das zweite Sichtschutzfeld 26 als auch das dritte Sichtschutzfeld 25 sind in einer geschlossenen Stellung des zweiten Sichtschutzelements 23 zusätzlich magnetisch am Rahmen 27 gehalten. Dazu sind die metallischen Abstandhalter 28, 29 am Rahmen und die Magneten 30, 31, 32 an den Sichtschutzfeldern 25, 26 vorgesehen. Das zweite und dritte Sichtschutzfeld 25, 26 sind durch ein Distanzseil 33 verbunden, durch welches das dritte Sichtschutzfeld 25 von dem zweiten Sichtschutzfeld 26 mitnehmbar ist, bei der Überführung aus einer geöffneten Transportstellung in die dargestellte geschlossene Einsatzstellung. Das ermöglicht ein Schließen beider Sichtschutzfelder 25, 26 mit nur einer Betätigung. Außerdem sind das zweite und dritte Sichtschutzfeld 25, 26 auch in einer geöffneten Stellung (nicht gezeigt) des zweiten Sichtschutzelements 23 zusätzlich magnetisch am Rahmen 27 gehalten, genauer an den metallischen Abstandhaltern 34, 35.
[0042] Das zweite und dritte Sichtschutzfeld 25, 26 sind jeweils über eine Rückzugfederung 36, 37 mit dem Rahmen 27 verbunden. Bei einem Lösen der magnetischen Halterung in der geschlossenen Stellung des zweiten Sichtschutzelements 23 wird das zweite Sichtschutzfeld 26 bzw. das dritte Sichtschutzfeld 25 durch die Federkraft der Rückzugsfederung 36, 37 in Richtung der geöffneten Stellung des zweiten Sichtschutzelements 23 bewegt.
[0043] Figuren 7-11 zeigen ein drittes Ausführungsbeispielen mit einem Fahrzeug 38 zum Einsatz bei einer Einsatzstelle. Das Fahrzeug 38 ist ein Einsatzfahrzeug, welches mit einem mobilen Sichtschutz 39, z.B. gemäß dem ersten oder zweiten Ausführungsbeispiel, ausgestattet ist. Der Sichtschutz 39 ist an der Rückseite 40 des Fahrzeugs 38 montiert und schwenkbar gelagert. Im Einzelnen ist der Sichtschutz 39 über zwei lösbare Drehlager 41, 42 mit dem Fahrzeug 38 verbunden. Die beiden Drehlager 41, 42 sind im Bereich gegenüberliegender Seiten des Fahrzeugs 38 angeordnet. D. h. ein erstes Drehlager 41 ist im Wesentlichen auf einer Verlängerung der rechten Seitenwand des Fahrzeugs 38 (mit Blick in Fahrrichtung betrachtet) und ein zweites Drehlager 42 ist im Wesentlichen auf einer Verlängerung der linken Seitenwand des Fahrzeugs 38
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angeordnet. In dem beide Drehlager 41, 42 jeweils einzelnen lösbar sind, kann der mobile Sichtschutz 39 entweder nach der rechten oder der linken Seite geschwenkt werden, sodass eine Heckklappe des Einsatzfahrzeuges auf derselben Seite des Sichtschutzes 39 wie eine Einsatzstelle angeordnet ist, unabhängig davon von welcher Richtung und auf welcher Seite das Einsatzfahrzeug zur Einsatzstelle zu gefahren ist. In Fig. 11 sind der Einfachheit halber beide Seiten dargestellt, wobei - wie sich aus den Figuren 9 und 10 unmittelbar erkennen lässt - nur eine der beiden hier in derselben Zeichnung dargestellten Sichtschutze 39 tatsächlich vorhanden ist. Diese Darstellung soll lediglich schematisch illustrieren, dass der mobile Sichtschutz 39 sowohl gerade als auch mit mehreren Knicken aufgestellt werden kann. Durch Lösen beider Drehlager 41, 42 ist der mobile Sichtschutz 39 vom Einsatzfahrzeug auch vollständig abnehmbar. Sollte es das Gewicht des Sichtschutzes erfordern, kann das Fahrzeug 38 (etwa ein Pritschenwagen) mit einem verstärkten Hilfsrahmen ausgestattet werden sowie mit Transportschienen 43, z.B. auch zur Verlängerung des Hilfsrahmens.
[0044] Figuren 12-15 zeigen ein viertes Ausführungsbeispiel, bei dem das Fahrzeug 44 ein Anhänger 45 ist. Der Anhänger 45 ist mit einem mobilen Sichtschutz 46 mit dreizehn Sichtschutzelementen 47 ausgestattet. Der Anhänger 45 weist eine geschlossene, biegesteife Box 48 auf, an der die Drehlager 49, 50 für den Sichtschutz 46 vorgesehen sind.
[0045] Die Drehlager 49, 50 für den mobilen Sichtschutz 46 sind dabei im Bereich des vorderen Endes 51 einer Ladefläche 52 des Anhängers 45 angeordnet. In einer Transportstellung sind unterhalb des Sichtschutzes 46 ausziehbare Transportschienen 53 zur Verlängerung der Ladefläche nach hinten vorgesehen. In der in Fig. 14 dargestellten Stellung ist eine Hecktüre 54 des Anhängers 45 geöffnet und die Transportschienen 53 sind zusammen mit einem Großteil des mobilen Sichtschutzes 46 nach hinten ausgezogen, sodass der Sichtschutz 46 aus dieser Stellung sowohl nach hinten als auch nach jeder der beiden Seiten errichtet werden kann. Fig. 15 zeigt beispielhaft eine Errichtung gerade nach hinten, wobei aus Platzgründen nur die ersten sechs Sichtschutzelemente 47 vollständig dargestellt sind und das siebte Sichtschutzelement abgeschnitten ist. Ab dem dritten Sichtschutzelement 47 sind die Stützen ausgefahren und verschwenkt, sodass die seitlichen Fußteile 10 in der Draufsicht sichtbar sind.
Claims (13)
1. Mobiler Sichtschutz (1) zur Montage an einem Fahrzeug,
wobei der mobile Sichtschutz (1) ein erstes Sichtschutzelement (2) und ein zweites Sichtschutzelement (3) aufweist,
wobei beide Sichtschutzelemente (2, 3) Flächenelemente mit einer strukturell vordefinierten Haupterstreckungsebene sind,
wobei das zweite Sichtschutzelement (3) beweglich mit dem ersten Sichtschutzelement (2) verbunden ist,
wobei der mobile Sichtschutz (1) eine Stütze (8) aufweist,
wobei die Stütze (8) zur seitlichen Abstützung des mobilen Sichtschutzes (1) bei mindestens 10% der Höhe des zweiten Sichtschutzelements (3) eingerichtet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Stütze (8) entlang einer parallel zur Haupterstreckungsebene des zweiten Sichtschutzelements (3) angeordneten Stützachse (9) ausfahrbar ist und einen um die Stützachse (9) schwenkbaren Fußteil (10) aufweist.
2. Sichtschutz (1) gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Fußteil (10) durch ein längliches Strukturelement im Bereich eines von dem zweiten Sichtschutzelement (3) entfernten Endes der Stütze (8) gebildet ist, wobei das Strukturelement mit der Stützachse (9) einen rechten Winkel einschließt.
3. Sichtschutz (1) gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Sichtschutzelement (23) ein erstes Sichtschutzfeld (24) und ein zweites Sichtschutzfeld (26) sowie einen Rahmen (27) aufweist, wobei das zweite Sichtschutzfeld (26) beweglich mit dem Rahmen (27) verbunden ist, wobei das zweite Sichtschutzfeld (26) in einer geschlossenen Stellung des zweiten Sichtschutzelements (23) zusätzlich magnetisch am Rahmen (27) gehalten ist.
4. Sichtschutz (1) gemäß Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das das zweite Sichtschutzfeld (26) in einer geöffneten Stellung des zweiten Sichtschutzelements (23) zusätzlich magnetisch am Rahmen (27) gehalten ist.
5. Sichtschutz (1) gemäß Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Sichtschutzelement (23) ein drittes Sichtschutzfeld (25) aufweist, wobei das dritte Sichtschutzfeld (25) beweglich mit dem Rahmen (27) verbunden ist und in einer geschlossenen Stellung des zweiten Sichtschutzelements (23) zusätzlich magnetisch am Rahmen (27) gehalten ist.
6. Sichtschutz (1) gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das dritte Sichtschutzfeld (25) von dem zweiten Sichtschutzfeld (26) mitnehmbar ist.
7. Sichtschutz (1) gemäß einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest das zweite Sichtschutzfeld (26) über eine Rückzugfederung (36) mit dem Rahmen (27) verbunden ist, sodass bei einem Lösen der magnetischen Halterung in der geschlossenen Stellung des zweiten Sichtschutzelements (23) das zweite Sichtschutzfeld (26) durch die Federkraft der Rückzugsfederung (36) in Richtung einer geöffneten Stellung des zweiten Sichtschutzelements (23) bewegt wird.
8. Fahrzeug (38) zum Einsatz bei einer Einsatzstelle, wobei das Fahrzeug (38) mit einem Sichtschutz (39) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7 ausgestattet ist, wobei der Sichtschutz (39) schwenkbar am Fahrzeug (28) gelagert ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Sichtschutz (39) über zwei lösbare Drehlager (41, 42) mit dem Fahrzeug (38) verbunden ist, wobei die beiden Drehlager (41, 42) im Bereich gegenüberliegender Seiten des Fahrzeugs (38) angeordnet sind.
9. Fahrzeug (44) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Fahrzeug (44) ein Anhänger (45) ist und die Drehlager (49, 50) im Bereich des vorderen Endes (51) einer Ladefläche (52) angeordnet sind.
7117
A ‚hes AT 528 017 B1 2025-09-15
Ss N
10. Fahrzeug (44) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass in einer Transportstellung unterhalb des Sichtschutzes (46) ausziehbare Transportschienen (53) zur Verlängerung der Ladefläche (52) nach hinten vorgesehen sind.
11. Verfahren zum Abschirmen einer Einsatzstelle mit einem mobilen Sichtschutz (1) gemäß Anspruch 1, umfassend die Schritte: - Bewegen des ersten Sichtschutzelements (2) und des zweiten Sichtschutzelements (3) in eine gewünschte Einsatzstellung, - Ausfahren der Stütze (8) entlang der Stützachse (9), - Schwenken des Fußteils (10) um die Stützachse (9) zur seitlichen Abstützung.
12. Verfahren zum Abschirmen einer Einsatzstelle mit einem Fahrzeug (38) gemäß Anspruch 8, umfassend die Schritte: - Heranfahren des Fahrzeugs (38) zur Einsatzstelle, mit dem Sichtschutz (39) in der Transportstellung, - Lösen des Drehlagers (42) auf einer der Einsatzstelle näheren Seite des Fahrzeugs (38), - Aufstellen des Sichtschutzes (39) nach den Schritten gemäß Anspruch 11.
13. Verwendung eines mobilen Sichtschutzes (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7 oder eines Fahrzeugs (38, 44) nach einem der Ansprüche 8 bis 10 zum Abschirmen einer Einsatzstelle.
Hierzu 9 Blatt Zeichnungen
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