<Desc/Clms Page number 1>
Die Erfindung betrifft ein Gebäude mit Türen, Fenstern und Bogendach vorzugsweise in Misch- und/oder Stütz/Riegel- bzw. Ständerbauweise.
Gebäude mit einem Bogendach sind bereits bekannt. Meistens werden diese Gebäude in Mas- sivbauweise ausgeführt.
Nachteilig an dieser Bauweise ist, dass ökologische Aspekte sehr oft nicht ausreichend be- rücksichtigt werden.
Im weiteren hat ein Bogendach auf einem Gebäude den Vorteil, dass dadurch der freieste Dachraum erhalten wird. Nachteilig ist jedoch, dass bedingt durch die Konstruktion die Bogendä- cher auf der Innenseite optisch nur teilweise geeignet sind den zusätzlich entstandenen Dachraum in einem Gebäude für Wohnzwecke zu nutzen. Solche Dachkonstruktionen erhalten zur besseren Optik meistens eine Unterdachverkleidung.
Aufgrund der Massivbauweise sind Baukosten und Bauzeit zur Errichtung des Gebäudes ver- hältnismässig hoch und belasten den Bauherrn stark.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Gebäude zu schaffen, dass schnell und kosten- günstig erstellt werden kann und dessen Raumaufteilung so gestaltet ist, dass ein attraktiver Dach- raum in den Wohnbereich mit einbezogen werden kann.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss gelöst durch die kennzeichnenden Merkmale des vorge- schlagenen Hauptanspruches und deren weitere Ausgestaltung in den Unteransprüchen.
Die Vorteile der Erfindung bestehen darin, dass auf kostengünstige Weise ein Gebäude erstellt wird, das variabel im Inneren und Äusseren ist und einen attraktiven Dachinnenraum erhält.
Ein weiterer Vorteil ist, dass aufgrund der Synthese zwischen Massiv- und Leichtbauweise das erfindungsgemässe Gebäude auch ökologische Aspekte berücksichtigt.
Das erfindungsgemässe Gebäude wird bevorzugt als Einfamilienhaus errichtet. Aufgrund der Gestaltung eignet es sich auch sehr gut für die Erstellung von Doppelhäusern, wobei hier problem- los mit einem Dachüberstand an jeder Giebelseite gearbeitet werden kann.
Die Vorteile der Erfindung bestehen im Weiteren darin, dass nur die erforderliche Bodenplatte und wenn gewünscht ein Keller in Massivbauweise errichtet wird. Alle anderen Geschosse können sowohl in Massiv- als auch in Leichtbauweise errichtet werden.
Es hat sich gezeigt, dass es vorteilhaft ist, wenn mindestens eins der oberen Geschosse in Leichtbauweise erstellt wird und die erforderlichen Decken zwischen den Geschossen bevorzugt als Brettstapeldecken ausgeführt werden. Dadurch wird eine besonders effektive, schnelle und ökologische Bauweise gewährleistet, da ein Abbinden von Baumaterial, wie z. B. Beton nicht erfor- derlich ist.
Die Brettstapeldecke kann oberhalb sichtbar als Parkett gestaltet sein, aber auch unterhalb ist es auch möglich, auf eine Verkleidung zu verzichten.
Als bevorzugtes Baumaterial für das Obergeschoss wird Holz verwendet, es sind aber auch andere Baumaterialien möglich.
Durch das Anordnen von vertikalen Ständern bzw. Stützen in Verlängerung und in den Längs- wänden des Gebäudes ist das Aufsetzen der Riegel zur Aufnahme eines Daches mit Dachüber- stand problemlos möglich.
Der weitere Vorteil ist, dass unter dem Dachüberstand eine Gestaltung frei ist. So wird bevor- zugt ein Wintergartenbalkon unter dem Dachüberstand angeordnet. Neben der Schaffung eines Wintergartens wird gleichzeitig ein Balkon für das Obergeschoss, der überdacht ist, erstellt. Es ist aber auch möglich, nur einen Wintergarten anzuordnen.
Die Erfindung soll darauf aber nicht beschränkt sein, denn auch andere Gestaltungsvarianten sind möglich und auch nachträglich ohne Probleme zu realisieren. So kann der Anbau auch massiv über alle Geschosse erfolgen.
Das auf das Gebäude aufgesetzte Dach ist als Bogendach ausgeführt. Das Dach lagert mit sei- nen seitlichen Längsträgern auf den Ständern bzw. Stützen und/oder auf den Längswänden.
Das schalenförmige und Rautenstruktur aufweisende Dachtragwerk wird gebildet durch bogen- förmige Tragrippen zwischen den parallel angeordneten Längsträgern. Die Tragrippen sind nicht rechtwinklig zu den Längsträgern angeordnet und kreuzen sich in gleicher Ebene, so dass eine Rautenstruktur vorhanden ist.
Die sich kreuzenden Tragrippen bilden an den Kreuzungspunkten spitze Winkel. Die Kreu- zungspunkte sind über die Tragrippen jeweils mit vier weiteren Kreuzungspunkten direkt verbun-
<Desc/Clms Page number 2>
den.
Da die Tragrippen von Unten innerhalb des Raumes nicht verblendet werden, ist es von Vorteil, wenn diese aus Holz bestehen. So entsteht ein besonders attraktiver innerer Abschluss des Dach- raumes. Es ist aber auch möglich, solche aus Metall, Spannbeton oder ein anderes Verbundmate- rial zu verwenden.
Vorteilhaft ist es, zur Stabilisierung des Dachtragwerkes die Längsträger zusätzlich mit wenigs- tens einem Leimholzbogen untereinander zu verbinden. Die Leimholzbogen sind rechtwinklig zur horizontalen Lage der Längsträger angeordnet.
Die Leimholzbogen können aber auch aus anderen Materialien als Holz, nämlich aus Metall, Stahlbeton oder Verbundwerkstoff bestehen. Hier ist die Erfindung auf ein Material nicht be- schränkt.
Auf dem Dachtragwerk ist eine übliche Aufdachschalung und Dachdichtung angeordnet.
Das Bogendach kann mit einer festen Dachhaut abschliessen, es ist aber auch möglich, das Bogendach als Gründach zu bauen.
Damit die durch die Dachkonstruktion bedingt entstandenen nach Aussen gerichteten Kräfte abgefangen werden, sind mehrere Zugbänder zwischen den parallelen Längsträgern angeordnet.
Diese Zugbänder sind unterhalb der sich kreuzenden Tragrippen freiliegend, so dass ein freier Blick von unten auf die Innenseite des schalenförmigen Daches gewährleistet ist.
Aufgrund des schalenförmigen und Rautenstruktur aufweisenden Dachtragwerkes wird erfin- dungsgemäss ein besonderer optischer Deckenabschluss im Innenbereich erreicht.
Die Tragrippen der Schalenkonstruktion des Dachtragwerks werden durch die Leimholzbogen an den Giebeln in eigens dafür vorgesehene Aussparungen nach aussen geführt und bilden den Dachüberstand. Dadurch ist auch ein optisch besonders harmonischer Übergang gegeben.
Um in den Raum unter dem Dach mehr Tageslicht eindringen zu lassen, ist es von Vorteil, wenn mindestens ein Dachfenster eingebaut ist. Entsprechend den Anforderungen ist es möglich, auch mehrere Dachfenster anzuordnen und diesen verschiedene Formen zu geben.
Da das Obergeschoss in Leichtbauweise erstellt wird und als Zwischendecke bevorzugt eine Brettstapeldecke zur Anwendung kommt, hat es sich als besonders vorteilhaft erwiesen, die Trep- pe als Einbaumöbel zu gestalten.
Auch die Gestaltung der Aussenwände ist nicht begrenzt. Es hat sich als Vorteilhaft erwiesen, wenn in mindestens einer Wandfläche neben Türen und Fenster eine Nische oder eine Öffnung angeordnet ist, in der ein Telekommunikationsgerät, wie beispielsweise ein Fernsehgerät angeord- net werden kann.
Weitere Vorteile und Einzelheiten ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung unter Be- zugnahme auf die beigefügten Zeichnungen.
Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden.
Es zeigen:
Fig. 1 Darstellung einer Giebelseite des Gebäudes
Fig. 2 Darstellung der Längsseite des Gebäudes
Fig. 3 Darstellung des Dachtragwerkes in Draufsicht (längs)
Fig. 4 Darstellung des Dachtragwerkes in Draufsicht (schräg)
Fig. 5 Darstellung des Dachtragwerkes in Draufsicht (quer)
Fig. 6 Darstellung des Dachtragwerkes von der Seite in Längsrichtung
Die Fig. 1 zeigt eine Giebelseite 22 des Gebäudes mit der Bodenplatte 9 und dem massiven Erdgeschoss 3 sowie dem Obergeschoss 10. Als Baumaterial für das Obergeschoss wurde Holz verwendet. Im Erdgeschoss 3 sind eine Tür 1 und Fenster 2 angeordnet. Auch die Lage der Decke 11, die als Brettstapeldecke ausgeführt ist, zwischen dem Obergeschoss 10 und dem Erdgeschoss 3 ist dargestellt.
Auf dem Gebäude ist das Bogendach 4 aufgesetzt mit dem Dachtragwerk 5, der Aufdachscha- lung 7 und der Dachdichtung 6.
Die Tragrippen 14 (Fig. 3) des Dachtragwerks 5 der Schalenkonstruktion sind durch die Leim- holzbogen 23 (Fig.5) an den Giebeln 22 in eigens dafür vorgesehene Aussparungen nach aussen geführt und bilden den Dachüberstand 8 (Fig. 2). Dadurch ist ein optisch besonders harmonischer Übergang gegeben.
Aus der Fig. 2 ist ersichtlich, dass in Verlängerung der Längswand 20 des Erdgeschosses 3
<Desc/Clms Page number 3>
ein (e) vertikale(r) Ständer/Stütze 13 für das Bogendach 4 angeordnet ist und das Bogendach 4 auf den Ständern/Stützen 13, 13', 13", 13''' aufliegt und den Dachüberstand 8 bildet. Die Stän- der/Stützen 13', 13", 13"' befinden sich innerhalb der Leichtbauwände des Obergeschosses 10.
Unterhalb des Dachüberstandes 8 ist ein Wintergarten 18 mit dem überdachten Balkon 19 ange- ordnet.
Aus der Fig. 3 ist entnehmbar die Struktur des Dachtragwerkes 5, welches das gesamte Ge- bäude überspannt. Seitlich befinden sich die beiden Längsträger 12, 12', die über schräg angeord- nete Tragrippen 14,14' miteinander verbunden sind. Da die einzelnen Tragrippen 14,14' schräg gegeneinander angeordnet sind, ergeben sich Kreuzungspunkte 15, wobei die Tragrippen 14,14' zueinander einen spitzen Winkel A bilden. In diesem Beispiel beträgt er 25 .
Die Längsträger 12,12' sind untereinander durch die Tragrippen 14,14' und die Leimholzbo- gen 16,16', 16" miteinander verbunden, wobei diese rechtwinklig zu den Längsträgern 12,12' angeordnet sind. Diese Anordnung ist auch deutlich aus den Figuren 4 und 5 zu entnehmen.
In den Figuren 3,4, 5 und insbesondere in der Figur 6 ist die Anordnung der Zugbänder 17, 17', 17", 17'" dargestellt. Die Zugbänder 17,17', 17", 17"' sind dabei unterhalb der Tragrippen 14, 14' frei angeordnet, so dass eine freie Sicht auf die Tragglieder 14, 14' möglich ist.
ANSPRÜCHE :
1. Gebäude mit Türen (1), Fenstern (2) und Bogendach (4) vorzugsweise in Misch- und/oder Stütz/Riegel- bzw. Ständerbauweise mit einem Dachtragwerk (5), einer Aufdachschalung (7) und Dachdichtung (6) und wenigstens einen Dachüberstand (8) aufweisend, wobei das
Dachtragwerk (5) eine schalenförmige und Rautenstruktur aufweist und mittels Längsträ- gern (12,12') auf den Ständern/Stützen (13,13', 13", 13"') und/oder Längswänden (20) aufgesetzt ist und die bogenförmigen Tragrippen (14, 14') in spitzen Winkeln (A) sich kreuzen, wobei die Kreuzungspunkte (15) untereinander verbunden sind und die gegenü- berliegenden Längsträger (12, 12') durch freiliegende Zugbänder (17,17', 17", 17"') un- terhalb der Tragrippen (14,14') verbunden sind und bei mehrgeschossigen Gebäuden wenigstens ein Obergeschoss (10)
in Leichtbauweise auf dem Erdgeschoss (3) aufgesetzt ist, wobei die Decke (11) zwischen den Geschossen als Brettstapeldecke ausgeführt ist (Fig.1,2,3,6).