AT94815B - Verfahren zur Herstellung von gasabsorbierenden Kohlen. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von gasabsorbierenden Kohlen.Info
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Description
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Verfahren zur Herstellung von gasabsorbierenden Kohlen.
Es ist häufig notwendig, Gase durch feste Körper zu absorbieren. Hiezu verwendet man unter anderem Holzkohle.
Besonders wichtig ist die Entfernung schädlicher Gase aus Räumen oder Orten, in denen Mensch oder Tier sich bewegen müssen. Die für diesen Zweck allein brauchbaren Gasmasken enthalten in ihrem Behälter neben speziellen Absorptionsmitteln für die giftigen Gase noch ein Universalgasschutzmittel.
Von der Güte und Wirk3amkeit des letzteren hängt im Wesentlichen die Brauchbarkeit der Maske ab.
Als Universalgasschutz wurde bisher eine Holzkohle verwendet, die durch Verkohlung von Fichtenspäncn bei Gegenwart von Zinkchlorid hergestellt wurde. Holzkohle ist sehr teuer und nicht immer leicht zu beschaffen.
Zu Gasabsorptionen konnte man bisher nicht mineralische Kohlen verwenden. Das Verfahren gemäss der Erfindung bezweckt, durch eine in der Vereinigung verschiedener Schritte bestehende Behandlung mineralische Kohlen zur Absorption von Gasen geeignet zu machen.
Man kann beispielsweise Braunkohle, Steinkohle und Anthrazit verwenden. Diese Kohlen für sich sind nicht genügend absorbierend. Sie werden gemäss der Erfindung derart behandelt, dass das stückförmige Ausgangsmaterial bei einer Temperatur von etwa 800-10000 C längere Zeit der Einwirkung von stark überhitztem Wasserdampf ausgesetzt und nach dem Extrahieren mit Säure und Auswaschen mit Wasser einem kräftigen Glühen unterworfen wird. Die fertiggebrannte Kohle wird auf geeigneten Mühlen gebrochen und abgesiebt.
Man kann auch zunächst bei niederer Temperatur die Kohlen glühen oder verkoken und dann die beschriebene Behandlung vornehmen. An Stelle des überhitzten Wasserdampfes können auch andere erhitzte Gase, wie Kohlensäure, Stickstoff verwendet werden. Die Gase wirken bei der angewendeten Temperatur auf die Kohle ein.
Beispiel : 300 kg Braunkohle in Stücken werden bei zirka 8000 C sechs Stunden lang der Einwirkung von grossen Mengen überhitzten Wasserdampfes ausgesetzt. Hierauf mit etwa 30 kg Salzsäure extrahiert, gewaschen, getrocknet und dann nochmals 12 Stunden lang bei etwa 900 C geglüht. Das geglühte Produkt wird durch Vermahlen und Absieben auf die für den. Gasmaskeneinsatz gewünschte
Körnung gebracht.
Die fertiggestellte Kohle stellt eine harte, stark gasabsorbierende Kohle dar, welche den derzeit grössten Ansprüchen nicht nur genügt, sondern sie zum Teil übertrifft. Durch dieses Verfahren wird ein doppelter wirtschaftlicher Vorteil erzielt, denn erstens sind die Ausgangsmaterialien in grossen Mengen zu beschaffen und zweitens sind die Kosten des Verfahrens im Verhältnis zu den bisher geübten gering zu benennen.
Die Kohlen können einzeln oder in Mischung miteinander verwendet werden. Die erhaltenen Kohlen sind besonders als Einsatz in Gasschutzmasken verwendbar.
Zwischen dem Entfärbungsvermögen und der Gasabsorption besteht keine Parallelität. Eine
Kohle von hohem Entfärbungsvermögen absorbiert noch nicht Gase in zureichender Menge. Bisher wurde gasabsorbierende Kohle nur aus pflanzlichem Material, nicht aber aus Mineralkohle erhalten. Nach der deutschen Patentschrift 136792 werden kohlehaltige Stoffe vegetabilischer Herkunft mit Wasserdampf während der Verkohlung behandelt. Die Einwirkung von Wasserdampf nach dem vorliegenden Verfahren findet dagegen bei der bereits gebildeten Mineralkohle statt.
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Die Wiederbelebung der vegetabilischen ausgenutzten Kohle mit Wasserdampf soll nur die aufgenommenen organischen Stoffe zerstören, was sich auf die Entfärbungskraft bezieht, ohne dass die die Steigerung der Absorptionsfähigkeit von Gasen bezweckt oder erreicht wird. Nach der deutschen Patentschrift 248571 werden Kohlen mit wässerigen Reagenz1ösungen getränkt und dann erhitzt. Abgesehen davon, dass die hiebei entstehende Dampfmenge nur gering sein kann, kommt es für die Wirkung des vorliegenden Verfarens darauf an, dass der Wasserdampf in überhitztem Zustande angewendet wird.
Bei dem Verfahren der deutschen Patentschrift 248571 muss der Wasserdampf entfernt sein, bevor die Glühtemperatur zur Geltung kommen kann.
Nach der deutschen Patentschrift 250741 wird Braunkohle entgast, was unter Luftabschluss geschieht. Dann wird unter Luftabschluss geglüht und nunmehr eine kurze Belüftung vorgenommen. Abgesehen davon, dass bei den vorangegangenen Operationen kein Wasserdampf Verwendung findet, kann eine kurze Belüftung, die überhaupt nicht wie Wasserdampf oder Kohlensäure wirkt, nicht so wie überhitzter Wasserdampf wirken. Nach Köhler,"Die Fabrikation des Russes und der Schwärze", 3. Auflage 1912, Seite 185 Abs. 4 und 5, hat man bei der Verkohlung pflanzlicher oder tierischer Stoffe Wasserdampf zur Einwirkung gebracht. Nach dem vorliegenden Verfahren erfolgt dagegen die Einwirkung von Wasserdampf auf bereits gebildete Kohle.
Bei den erwähnten Verfahren fehlen die weiteren, für das vorliegende Verfahren notwendigen Schritte. Das erhaltene Produkt entspricht den Bedingungen für die Verwendung in Gasmasken, nämlich eine gewisse Korngrösse, kugelige Kornform und hohe Lagerbeständigkeit zu besitzen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von gasabsorbierenden, insbesondere für die Einsätze von Gasmasken verwendbaren Kohlen, dadurch gekennzeichnet, dass Mineralkohlen, wie Braunkohlen, Steinkohlen, Anthrazit, in Stücken bei Rotglut mit stark überhitztem Wasserdampf oder Gasen geglüht, hierauf mit Mineralsäuren extrahiert, mit Wasser gewaschen und nach dem Trocknen einem kräftigen Glühen unterworfen werden.
Claims (1)
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausgangsmaterialien unmittelbar nach der Einwirkung des Wasserdampfes längere Zeit geglüht, hierauf mit Säure extrahiert, mit Wasser gewaschen und nach dem Trocknen einem neuerlichen kräftigen Glühen unterworfen werden.3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausgangsmaterialien zuerst bei niederer Temperatur, etwa 400 C, mit oder ohne Wasserdampf geglüht bzw. verkokt und hierauf wie bei 1 und 2 weiterbehandelt werden.
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