BE1032933B1 - Erhöhte Decarbonatisierung eines Zementwerks - Google Patents

Erhöhte Decarbonatisierung eines Zementwerks

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BE1032933B1 BE20245608A BE202405608A BE1032933B1 BE 1032933 B1 BE1032933 B1 BE 1032933B1 BE 20245608 A BE20245608 A BE 20245608A BE 202405608 A BE202405608 A BE 202405608A BE 1032933 B1 BE1032933 B1 BE 1032933B1
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    • C04B7/36Manufacture of hydraulic cements in general
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    • C04B7/367Avoiding or minimising carbon dioxide emissions

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Abstract

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Decarbonatisierung eines Verfahrens zum Betreiben einer Vorrichtung zur thermischen Behandlung eines mineralischen Materials, wobei die Vorrichtung einen Vorwärmer 10, einen Calcinator 20 und einen Ofen 30 aufweist, wobei das mineralische Material in den Vorwärmer 10, aus dem Vorwärmer 10 in den Calcinator 20 und aus dem Calcinator 20 in den Ofen 30 überführt wird, wobei der Gasstrom nach der thermischen Behandlung einer ersten Kohlendioxidabtrennvorrichtung 60 zugeführt wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung eine zweite Kohlendioxidabtrennvorrichtung 70 aufweist, wobei der Gasstrom von der ersten Kohlendioxidabtrennvorrichtung 60 zur zweiten Kohlendioxidabtrennvorrichtung 70 geführt wird, wobei als Kohlendioxidsorbens in der zweiten Kohlendioxidabtrennvorrichtung 70 ein Bypassmaterial und/oder ein Filtermaterial verwendet wird.

Description

Erhöhte Decarbonatisierung eines Zementwerks
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur verbesserten Abscheidung von Kohlendioxid aus einem Abgasstrom eines Zementwerks.
Die Zementindustrie steht aktuell im Rahmen der globalen Entwicklung vor der
Herausforderung den Prozess der Zementherstellung klimaneutral zu machen. Dazu werden derzeit Anlagen mit unterschiedlichen Technologien nachgerüstet oder neugebaut. Die derzeit drei relevantesten Technologien sind das Oxyfuel-Verfahren,
Carbonate Looping und eine Amin-Wäsche. Alle Verfahren scheiden jedoch nur einen gewissen Anteil des Kohlendioxids ab, der meist zwischen 85 und 95% des
Kohlendioxids beträgt. Eine weitere Steigerung der Abscheideleistung wäre zwar wünschenswert, würde aber den Energieaufwand extrem steigern, was wiederum den
Effekt der Reduktion der Emission der Klimagase überkompensieren würde.
Aufgabe der Erfindung ist es, die Abscheiderate so zu erhöhen, dass dieses ohne großen zusätzlichen, insbesondere energetischen, Aufwand möglich ist.
Gelöst wird diese Aufgabe durch das Verfahren mit den in Anspruch 1 angegebenen
Merkmalen sowie durch die Vorrichtung mit den in Anspruch 6 angegebenen Merkmalen.
Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen, der nachfolgenden
Beschreibung sowie den Zeichnungen.
Das erfindungsgemäße Verfahren dient zur Decarbonatisierung eines Verfahrens zum
Betreiben einer Vorrichtung zur thermischen Behandlung eines mineralischen Materials.
Das Verfahrens zum Betreiben einer Vorrichtung zur thermischen Behandlung eines mineralischen Materials ist hierbei dem Fachmann hinlänglich bekannt und kann in allen
Ausführungsformen durchgeführt werden, die dem Fachmann geläufig sind. Hierbei kann es sich beispielsweise sowohl um eine Anlage nach dem Oxyfuel-Verfahren handeln oder um eine konventionelle Anlage mit einer abgasseitig geschalteten Aminwäsche (Tailend
Schaltung). Der Vorteil ist, dass das erfindungsgemäße Verfahren für alle diese bekannten Verfahren verwendbar ist, um den Kohlendioxid-Abtrennungsgrad weiter zu erhöhen. Die Vorrichtung weist wie dem Fachmann bekannt einen Vorwärmer, einen optionalen Calcinator und einen Ofen auf. Dabei ist der Calcinator kein zwingendes
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Einzelelement — die Calcination des Materials kann auch im Ofen erfolgen. Das mineralische Material wird in den Vorwärmer, aus dem Vorwärmer direkt oder über den optionalen Calcinator und aus dem Calcinator in den Ofen überführt. Der Gasstrom wird nach der thermischen Behandlung einer ersten Kohlendioxidabtrennvorrichtung zugeführt. In der ersten Kohlendioxidabtrennvorrichtung geht es darum, einen
Kohlendioxidstrom, üblicherweise in verflüssigter und möglichst reiner Form zu gewinnen, um dieses Kohlendioxid nutzen oder deponieren zu können. Aufgrund des
Wirkungsgrades der ersten Kohlendioxidabtrennvorrichtung, der niemals 100 % beträgt, weist der die erste Kohlendioxidabtrennvorrichtung verlassende Gasstrom noch immer
Kohlendioxid auf, welches üblicherweise einfach in die Umgebung abgegeben wird.
Erfindungsgemäß weist die Vorrichtung eine zweite Kohlendioxidabtrennvorrichtung auf.
Der Gasstrom wird von der ersten Kohlendioxidabtrennvorrichtung zur zweiten
Kohlendioxidabtrennvorrichtung geführt. Als Kohlendioxidsorbens wird in der zweiten
Kohlendioxidabtrennvorrichtung wenigstens ein in der Vorrichtung wenigstens teilentsäuertes Material, beispielsweise und bevorzugt ein Bypassmaterial und/oder ein
Filtermaterial, verwendet. Ein anderes Beispiel für ein teilentsäuertes Material ist zum
Beispiel das vorgewärmte Material. In einem Bypass zwischen Ofen und Calcinator wird ein Teil des Gasstromes abgetrennt und durch Kühlen Chlor in Form chlorhaltiger
Verbindungen an dem Staub abgeschieden, da sich sonst Chlorid, welches aus dem mineralischen Ausgangsmaterial eingebracht wird, im Kreislauf zwischen Ofen und
Calcinator anreichern, da diese Chloride bei den Ofen herrschenden Temperaturen verdampfen und bei niedrigen Temperaturen dann wieder auskristallisieren. Ebenso wird im Kühler wenigstens teilweise zumeist ein Gasstrom, beispielsweise ein Luftstrom, für die finale Kühlstufe verwendet. Dieses Gas ist danach ebenfalls staubbeladen und dieser
Staub wird abgetrennt, bevor die Luft wieder an die Umgebung abgegeben wird. Beide
Stäube, einer aus dem Bypass und einer aus der Kühlerabluft, sind jedoch stark decarbonatisiert / entsäuert, sodass diese Materialien hervorragend geeignet sind, um
Kohlendioxid zu binden. Daher ist die Verwendung dieser Materialien für eine zweite
Decarbonatisierungsstufe sehr vorteilhaft, da diese ohnehin anfallen und üblicherweise auch bereits auf erhöhter Temperatur abfallen, was wiederum die Absorption des
Kohlendioxids beschleunigt. Da nicht zwingend beide Stoffströme aus dem Bypass und dem Abgasfilter anfallen, ist es nicht notwendig, aber vorteilhaft, beide Ströme zu verwenden. Wenigstens teilentsäuert beziehungsweise wenigstens teilweise
3 BE2024/5608 decarbonatisiert bedeutet, dass wenigstens 5 Mol-% des Ausgangscarbonats zu einem
Oxid umgesetzt wurden, was aber auch eine vollständige Umsetzung mit umfasst, was insbesondere bei dem Bypass und dem Filterstaub wahrscheinlich ist. Die Begriff entsäuert und decarbonisiert werden synonym verwendet. Da Bypassmaterial und/oder
Filtermaterial mengenmäBig in den meisten Fällen zu gering sein wird, wird dieses bevorzugt mit anderem wenigstens teilentsäuerten Material kombiniert werden.
Zusätzlich kann zusätzlich auch wie im Folgenden ausgeführt weiteres Material von
Außen zugeführt werden.
Das recarbonatisierte Produkt wird bevorzugt dem Produkt zugeschlagen, wodurch dieses und das gebundene Kohlendioxid dauerhaft gebunden wird. Des Weiteren kann durch die direkte Einbringung in das Produkt auch eine Ausschleusung zum Beispiel von
Schadstoffen erreicht werden, die beispielsweise aus einem Bypass kommen. Alternativ kann das recarbonatiserte Produkt beispielsweise dem Ofen zugeführt werden, um das gebundende Kohlendioxid wieder freizugeben und damit über die erste
Kohlendioxidabtrennvorrichtung abgetrennt werden.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird der zweiten
Kohlendioxidabtrennvorrichtung zusätzlich vorgewärmtes mineralisches Material nach dem Vorwärmer als Kohlendioxidsorbens zugeführt. Dieses weist zwar einen geringeren
Decarbonatisierungsgrad, meist zwischen 5 % und 25, auf, fällt dafür jedoch in einem für die trockene Decarbonatisierung idealen Temperatur zwischen 600 und 650 °C an.
Zudem sind die Stoffströme aus dem Bypass meist zu gering für die noch zu reduzierende
Menge an Kohlendioxid, sodass die Zuführung von weiterem Material sinnvoll ist. Auch lässt sich dadurch in einer einfachen Weise eine Mischtemperatur für die Stoffströme der zur Decarbonatisierung eingesetzten Kohlendioxidsorbentien erreichen. Ist die
Vorwärmung mehrstufig ausgeführt, so erfolgt die Entnahme beispielsweise und bevorzugt nach der letzten oder der vorletzten Stufe des Vorwärmers. Ebenso kann auch
Material nach dem Calcinator verwendet werden, welches einen sehr hohen
Decarbonatisierungsgrad, in der Regel um 80 % und eine höhere Temperatur um beispielsweise 850 °C aufweist. Der Vorteil dieses Stoffstromes ist, dass vergleichsweise weniger Material bewegt werden muss, um die gleiche CO2-Menge zu binden.
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In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird der zweiten
Kohlendioxidabtrennvorrichtung zusätzlich Altzementstein Stäube aus der
Kalkherstellung und/oder gebrannter Kalk als Kohlendioxidsorbens zugeführt. Dieses ist gut verfügbar und kann so einer wertschöpfenden Verwendung zugeführt werden.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird das in der zweiten
Kohlendioxidabtrennvorrichtung carbonatisierte Produkt direkt dem Produkt der
Vorrichtung zur thermischen Behandlung eines mineralischen Materials zugeführt. Neben
Klinker enthält Zement eben auch andere Bestandteile, sodass diese hier geringfügig recarbonatisierten Materialien hier in wertschöpfender Weise direkt dem fertigem Produkt wieder zugeführt werden können und so das gebundene Kohlendioxid auch langfristig sicher gebunden bleibt.
In einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zur thermischen
Behandlung eines mineralischen Materials. Die Vorrichtung weist einen Vorwärmer, optional einen Calcinator und einen Ofen auf, so wie dieses dem Fachmann für entsprechende Anlagen vertraut ist. Der Vorwärmer ist in Materialstromrichtung entweder vor dem Calcinator und der Calcinator vor dem Ofen angeordnet oder direkt vor dem
Ofen angeordnet, wie dieses üblich ist. In Gasstromrichtung ist nach dem Vorwärmer eine erste Kohlendioxidabtrennvorrichtung angeordnet ist. Die erste
Kohlendioxidabtrennvorrichtung kann hierbei nach jeder aus dem Stand der Technik bekannten Art ausgeführt sein. Insbesondere kann es sich um eine Tailend-Aminwäsche handeln, die keine Rückkopplung zur restlichen Anlage hat und daher als Nachrüstlösung in besonders einfacher Weise integriert werden kann. Alternativ kann es eine
Kohlendioxidabtrennvorrichtung nach dem Carbonate Looping verfahren sein, wobei das aus dem Carbonate Looping ausgeschleuste Material einem Zementprozess direkt zugeführt werden kann. Bevorzugt wird der Gesamtprozess nach dem Oxyfuel-Verfahren betrieben, sodass die Abgase bereits sehr reich an Kohlendioxid sind, sodass die
Kohlendioxidabtrennvorrichtung entsprechend einfach ausgeführt sein kann und im
Extremfall nur aus einer Wasserabtrennung und einer Verflüssigung bestehen könnte.
Jedes dieser Verfahren zur Kohlendioxidabtrennung hat naturgemäß einen
Wirkungsgrad, der geringer als 100% ist. Somit ist in dem die erste
Kohlendioxidabtrennvorrichtung verlassenden Gasstrom eben immer noch ein Rest an
Kohlendioxid enthalten.
> BE2024/5608
Erfindungsgemäß weist die Vorrichtung eine zweite Kohlendioxidabtrennvorrichtung auf.
Die zweite Kohlendioxidabtrennvorrichtung ist gasstromab der ersten
Kohlendioxidabtrennvorrichtung angeordnet. Die zweite Kohlendioxidabtrennvorrichtung ist mit einem Bestandteil verbunden, welches in der Vorrichtung wenigstens teilentsäuertes Material bereitstellt, beispielsweise und bevorzugt einem Bypassfilter und/oder einem Staubfilter, aber auch der Vorwärmer oder der Calcinator. So kann die
Überführung des wenigstens teilentsäuerten Materials erfolgen. Es werden somit insbesondere die ohnehin anfallenden Nebenströme an bereits decarbonatisiertem
Material genutzt, um den Restgasstrom weiter zu decarbonatisieren und so einen in
Summe höheren Abscheidungsgrad zu erreichen und somit wiederrum die verbleibende
Kohlendioxidemission weiter zu senken.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist der Vorwärmer mit der zweiten
Kohlendioxidabtrennvorrichtung zur Überfügung des vorgewärmten Materials verbunden.
Dadurch kann sehr warmes, nur teildecarboantisiertes Material zur Decarbonatisierung des Abgases verwendet werden. Gleichzeit kann dadurch eine erhöhte Mischtemperatur mit dem Materials des aus dem Bypassfilter und/oder dem Staubfilter kommenden
Materials erreicht werden. Zudem wird die Menge des aus dem Bypassfilter und/oder dem Staubfilter kommenden Materials im Regelfall alleine nichts ausreichend sein.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist die zweite
Kohlendioxidabtrennvorrichtung zur Überfügung des recarbonatisierten Materials mit einem Produktauslass verbunden. Produktauslass ist im Sinne der Erfindung breit zu verstehen und kann einfach der Punkt sein, an dem das Material abgegeben wird. Es kann sich dabei um ein Lager, beispielsweise ein Silo, eine Mühle, eine LKW Verladung oder etwas anderes handeln. Der Produktauslass kann auch direkt mit einem
Edukteinlass einer anderen, weiterverarbeitenden Vorrichtung verbunden sein. Dadurch wird eine langzeitstabile Bindung des Kohlendioxids erreicht. Es wäre zwar auch eine
Rückführung zum Beispiel in den Ofen denkbar, aber gerade aus dem Bypassmaterial würde dann die Chlorfracht wieder zurückgeführt, sodass es eben nicht zu einer
Ausschleusung der Chlorfracht kommt.
6 BE2024/5608
Wird das in der zweiten Kohlendioxidabtrennvorrichtung zugeführte Material überwiegend oder vollständig carbonatisiert (Mehr als 80 Mol-% Carbonat, weniger als 20 % Oxid), so kann das Material aus der zweiten Kohlendioxidabtrennvorrichtung direkt dem Zement beigemischt werden. Dieses ist besonders bevorzugt, wenn der zweiten
Kohlendioxidabtrennvorrichtung Bypassfilterstaub und/oder Altzementstein zugeführt wird.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist die zweite
Kohlendioxidabtrennvorrichtung zur Überfügung des recarbonatisierten Materials mit dem Ofen oder dem optionalen Calcinator verbunden. Dieses ist bevorzugt, wenn kein
Bypassmaterial verwendet wird, da ansonsten die Chlorfracht zurück in den Kreislauf geführt werden würde.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist die Vorrichtung eine dritte
Kohlendioxidabtrennvorrichtung auf, die gastechnisch der zweiten
Kohlendioxidabtrennvorrichtung nachgeschaltet ist. Beispielsweise kann die zweite
Kohlendioxidabtrennvorrichtung eine trockene Kohlendioxidabtrennvorrichtung und die dritte Kohlendioxidabtrennvorrichtung eine nasse Kohlendioxidabtrennvorrichtung sein.
Hierbei reicht es aus, wenn nur die zweite Kohlendioxidabtrennvorrichtung mit einem ein in der Vorrichtung wenigstens teilentsäuerten Material betrieben wird. Die dritte
Kohlendioxidabtrennvorrichtung kann sowohl mit in der Vorrichtung wenigstens teilentsäuerten Material, von außen kommenden Material oder einer Mischung betrieben werden.
Die Verwendung einer nassen Kohlendioxidabtrennvorrichtung ist insbesondere bei der
Verwendung von Bypassstaub bevorzugt, da sich Chloride, Alkalisalze und viele
Schwefelverbindungen im Wasser lösen und damit aus dem Kreislauf entfernt werden.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist die zweite
Kohlendioxidabtrennvorrichtung eine Altzementsteinzuführung auf. Neben den internen
Stoffströmen ist auch ein Rückgriff auf Altbeton und den aus Altbeton gewonnenen
Altzementstein eine sinnvolle Quelle für ein Kohlendioxidsorbens. Dieses gilt insbesondere, da dieses in den Zement als Klinkerersatzstoff einbringbar und damit ebenfalls weiterverwendbar ist.
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In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist die zweite
Kohlendioxidabtrennvorrichtung eine Zuführung für Stäube aus der Kalkherstellung oder eine Zuführung für gebrannten Kalk auf. Diese weisen eine sehr hohe Reaktivität auf und sind daher sehr gut geeignet und auch ist das carbonatisiserte Material sehr gut in das fertige Produkt integrierbar.
Nachfolgend ist die erfindungsgemäße Vorrichtung anhand von in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Fig. 1 erste beispielhafte Vorrichtung
Fig. 2 zweite beispielhafte Vorrichtung
In Fig. 1 ist eine erste beispielhafte Vorrichtung gezeigt. Das mineralische Material, beispielsweise und insbesondere Kalkstein, wird in den Vorwärmer 10 eingebracht, dort vorgewärmt und dann vorgewärmt in den Calcinator 20 eingebracht. Das calcinierte und damit größten Teil entsäuerte Material wird dann vom Calcinator 20 in den Ofen 30 überführt, dort gebrannt und anschließend in einem Materialkühler 40 abgekühlt und in den Produktauslass 50 verbracht. Am Ende des Materialkühlers 40 wird Umgebungsluft zur finalen Abkühlung verwendet und die Luft anschließend über einen Staubfilter 90 geführt. Der im Gegenstrom strömende Gasstrom wird dem Materialkühler 40 zugeführt und von dort vorgewärmt dem Ofen 40 zugeführt. Vom Ofen wird das Gas größtenteils dem Calcinator 20 zugeführt, ein Anteil läuft durch einen Bypass zur Abscheidung der
Chlorid-haltigen Bestandteile in einem Bypassfilter 80. Nach dem Calcinator 20 wird das
Gas dem Vorwärmer 10 zugeführt und von Vorwärmer 10 der ersten
Kohlendioxidabtrennvorrichtung 60 zugeführt. In dieser wird ein (meist verflüssigter)
Kohlendioxidstrom abgetrennt. Das restliche Abgas wird in die zweite
Kohlendioxidabtrennvorrichtung 70 gebracht, wo mittels eines Kohlendioxidsorbens weiteres Kohlendioxid abgetrennt wird. Als Kohlendioxidsorbens wird ein Gemisch aus aus dem Bypassfilter 80 und dem Staubfilter 90 stammendes Material verwendet, die beide einen sehr hohem Decarbonatisierungsgrad aufweisen. Zusätzlich wird warmes
Material nach dem Vorwärmer 10 entnommen entnommen und mit aus dem Bypassfilter 80 und dem Staubfilter 90 stammendem Material vermischt. Zusätzlich kann optional
Material aus einem Altzementsteinlager 100 zugeführt werden. Das in der zweite
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Kohlendioxidabtrennvorrichtung 70 wird dann recarbonatisiert dem Produktauslass 50 zugeführt. Der Produktauslass 50 kann beispielsweise ein Silo sein.
Die in Fig. 2 gezeigte beispielhafte Vorrichtung unterscheidet sich von der in Fig. 1 gezeigten ersten beispielhaften Vorrichtung dadurch, dass das Material von der zweiten
Kohlendioxidabtrennvorrichtung 70 zum Ofen 30 zurückgeführt wird. Damit wäre die
Verwendung von Material aus einem Bypass, der in dieser zweiten beispielhaften
Vorrichtung nicht gezeigt ist, nachteilig, da so die Chlorfracht wieder zurückgeführt werden würde. Als zweite Variation wird das Material nicht nach dem Vorwärmer 10, sondern nach dem Calcinator 20 entnommen und zur zweiten
Kohlendioxidabtrennvorrichtung 70 geführt. Damit ist das Material deutlich stärker decarbonatisiert, sodass eine effiziente Abtrennung von Kohlendioxid aus dem Gasstrom erfolgt, also weniger Material benötigt wird, um das Kohlendioxid zu binden.
Bezugszeichen 10 Vorwärmer
Calcinator 30 Ofen 40 Materialkühler 20 50 Produktauslass 60 erste Kohlendioxidabtrennvorrichtung 70 zweite Kohlendioxidabtrennvorrichtung 80 Bypassfilter 90 Staubfilter 100 Altzementsteinlager

Claims (9)

9 BE2024/5608 Patentansprüche
1. Verfahren zur Decarbonatisierung eines Verfahrens zum Betreiben einer Vorrichtung zur thermischen Behandlung eines mineralischen Materials, wobei die Vorrichtung einen Vorwärmer (10), einen optionalen Calcinator (20) und einen Ofen (30) aufweist, wobei das mineralische Material in den Vorwärmer (10), aus dem Vorwärmer (10) direkt oder über den optionalen Calcinator (20) in den Ofen (30) überführt wird, wobei der Gasstrom nach der thermischen Behandlung einer ersten Kohlendioxidabtrennvorrichtung (60) zugeführt wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung eine zweite Kohlendioxidabtrennvorrichtung (70) aufweist, wobei der Gasstrom von der ersten Kohlendioxidabtrennvorrichtung (60) zur zweiten Kohlendioxidabtrennvorrichtung (70) geführt wird, wobei als Kohlendioxidsorbens in der zweiten Kohlendioxidabtrennvorrichtung (70) wenigstens ein in der Vorrichtung wenigstens teilentsäuertes Material verwendet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als teilentsäuertes Material ein Bypassmaterial und/oder ein Filtermaterial ausgewählt wird.
3. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zweiten Kohlendioxidabtrennvorrichtung (70) zusätzlich vorgewärmtes mineralisches Material nach dem Vorwärmer (10) als Kohlendioxidsorbens zugeführt wird.
4. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zweiten Kohlendioxidabtrennvorrichtung (70) zusätzlich Altzementstein, Stäube aus der Kalkherstellung, gebrannter Kalk, als Kohlendioxidsorbens zugeführt wird.
5. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das in der zweiten Kohlendioxidabtrennvorrichtung (70) carbonatisierte Produkt direkt dem Produkt der Vorrichtung zur thermischen Behandlung eines mineralischen Materials zugeführt wird.
6. Vorrichtung zur thermischen Behandlung eines mineralischen Materials, wobei die Vorrichtung einen Vorwärmer (10), optionalen einen Calcinator (20) und einen Ofen (30) aufweist, wobei der Vorwärmer (10) in Materialstromrichtung direkt oder über den optionalen Calcinator (20) vor dem Ofen (30) angeordnet ist, wobei in Gasstromrichtung nach dem Vorwärmer (10) eine erste Kohlendioxidabtrennvorrichtung (60) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung eine zweite Kohlendioxidabtrennvorrichtung (70) aufweist, wobei die zweite Kohlendioxidabtrennvorrichtung (70) gasstromab der ersten Kohlendioxidabtrennvorrichtung (60) angeordnet ist, wobei die zweite Kohlendioxidabtrennvorrichtung (70) mit einem Bypassfilter (80) und/oder einem Staubfilter (90) und/oder dem Vorwärmer und/oder dem Calcinator zur Überführung des Bypassmaterials und/oder des Filtermaterials und/oder von teilentsäuertem Material verbunden ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorwärmer (10) mit der zweiten Kohlendioxidabtrennvorrichtung (70) zur Überfügung des vorgewärmten Materials verbunden ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Kohlendioxidabtrennvorrichtung (70) zur Überfügung des recarbonatisierten Materials mit einem Produktauslass (50) verbunden ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Kohlendioxidabtrennvorrichtung (70) eine Altzementsteinzuführung, eine Zuführung für Stäube aus der Kalkherstellung oder eine Zuführung für gebrannten Kalk aufweist.
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