CH100612A - Verfahren zur Herstellung einer glasartigen Schmelzmasse aus Tonerdekalksilikaten. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung einer glasartigen Schmelzmasse aus Tonerdekalksilikaten.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung einer glasartigen Schmelzmasse aus Tonerdekalksilikaten. Es ist bekannt, durch Schmelzen von na türlichen Gesteinen, wie z. B. Basalt, Kalk merkel usw., glasartige Massen herzustellen. Derartige Massen eignen sich jedoch nur in den seltensten Fällen zur Fabrikation von industriellen Erzeugnissen und zur glastech nischen Bearbeitung. Sie sind meistens nicht stabile Produkte und verändern sich bei Er hitzung, während glastechnischer Bearbeitung. Sie sind auch in den meisten Fällen chemisch nicht indifferent und werden leicht durch äussere Einflüsse angegriffen. Auch die me chanischen und physikalischen Eigenschaften solcher Schmelzen entsprechen nur selten den Anforderungen der Technik.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf Herstellung einer glasartigen Masse, die in der Hauptsache aus Tonerdekalksilikaten besteht und die allen Anforderungen der Technik in weitgehendster Weise genügt. Es hat sich nämlich herausgestellt, dass man eine vollkommen stabile, chemisch ausser ordentlich träge, nahezu voltständig indiffe rente und in jeder Hinsicht den Forderungen der Technik entsprechende glasartige Masse erhält, wenn man gemäss vorliegendem Ver- fahren ein natürliches Gestein, welches haupt sächlich aus Ca0, A1203 und Si02 besteht, durch Zusatz von mindestens einem dieser Oxyde so komplettiert und das Gemisch schmilzt,
dass die aus dieser Mischung erhält liche glasartige Schmelzmasse annähernd die Zusammensetzung eines ternären Eutektikums des ternären Systems Calciumoxyd-Alumi- niumoxyd-Siliciumdioxyd aufweist. Die-Kom- plettierung kann so erfolgen, dass ein die zuzu setzenden Oxyde enthaltendes Gestein ver wendet wird.
Alle in obiger Weise zusammengesetzten Gemische entsprechen folgenden Eutektika, denen in Klammer jedesmal der Schmelz punkt beigefügt ist Ternäre Eutektika: Ca0. A1203. 2Si02 ; Ca0. Si02 ;
Si02 (1165 C) Ca0. <B>A1203</B> . 2S102;<B>A1203</B>. S102; S102 (13450<B>0)</B> 2Ca0.A1203.Si02;3Ca0.2Si02; Ca0.Si02 (1310 C) 2Ca0.A1203.Si02; Ca0.A1203; 3Ca0.5A1203 (1505 C) Ca0.A1203.2Si02; 2Ca0.A1203 . Si02; Ca0S102 (1265 C) Ca0.A1203.2Si02.; 2Ca0.A120a.Si02; A12 0s (1380 C) 2Ca0.Si02;
Ca0.A120s; 5Ca0.3A120s (13350 C) 2Ca0. Si02; 3Ca0. A1203; 5Ca0.3AlsOs (1335o C) Alle chemischen und physikalischen Ei genschaften der Chemisch reinen Eutektika des ternären Systems Ca0. A120,3 . Si02 sind bekannt. (Vergleiche G.
A. Rankin : Das ter- näre System: Calciumoxyd-Aluminiumoxyd- Siliciumdioxyd; Mitteilungen aus dem Labo ratorium für Geophysik der Carnegie-Irrstitu- tion in Washington, Nr.25 Zeitschrift für anorganische und allgemeine Chemie, Band 92, Seite 213-296, 1915.) Es lassen sich also nach dem Verfahren glasartige Massen aus Tonerdekalksilikaten zusammensetzen, deren Schmelzpunkt zwi schen 11650 C und 15050 C liegen.
Auf diese Weise kann man je nach dein technischen Zweck, zu dem die neue Masse dienen soll, das eine oder das andere Eutektikum als Grundlage benützen.
Dabei hat sich herausgestellt, dass es nicht erforderlich ist, reine Ausgangsprodukte zu benützen, weil geringe Verunreinigungen von einigen Prozent der Schmelze mit an dern Silikaten, wie Eisen- oder Magnesium silikaten und ähnlichen, die chemischen und physikalischen Eigenschaften der Schmelze nur sehr schwach beeinflussen. Allerdings muss man im Falle der Anwesenheit solcher Verunreinigungen dafiir sorgen, dass der Schmelze ein entsprechender Überschuss an Si0_ beigefügt wird, um alle Verunreinigun gen, die nicht flüssig sind, in entsprechende stabile Silikate überzuführen. Dieser Über schuf) an Si02 muss von Fall zu Fall, je nach der Art und Menge der Verunreinigun gen der Ausgangsmaterialien empirisch fest gestellt werden.
Als Ausgangsmaterialien können Kalk, Tonerde und Quarzsand benützt werden. Besser jedoch nimmt man zur Herstellung der neuen Masse ein oder mehrere Gesteine, die bereits die obigen Oxyde als Hauptbe- standteil in einem günstigen Verhältnis ent halten. Man komplettiert alsdann die ge wünschte Zusammensetzung durch ein oder zwei der obigen Oxyde. Sehr gut eignen sich für diesen Zweck die sogenannten Kalk mergel, wie zum Beispiel der Flensburger Kalkmergel.
Dieser Mergel enthält in der Hauptsache ca. 20,1% Ca0, ca. 9,8 % A1203, ca. 42,2 % Si02 und ausserdem ca. 4 0% an- dere Oxyde nebst Bestandteilen, die während des Schmelzens ;ich verflüchtigen.
Die Schmelzmasse wird ähnlich wie die gewöhnlichen Gläser in einem Glasofen, am besten in einem Wannenofen, geschmolzen und weiter mit den üblichen Mitteln der Glastechnik bearbeitet: gepresst, gegossen oder geblasen, je nach den speziellen Eigenschaften der betreffenden Zusammensetzung und je nach dem Fabrikationsobjekt. Die Bearbeitung bietet keine besonderen Schwierigkeiten, da die neue Masse vorzügliche glastechnische Eigenschaften besitzt. Sie wird sich sowohl für industrielle Fabrikationsobjekte eignen, wie z. B. Wandtafeln, feuerfeste Gegenstände, Isolationskörper usw., als auch für Gebrauchs gegenstände, wie Flaschen, Vasen, Krüge, Tassen, Teller usw.
Die chemische Wider standsfähigkeit der' neuen Masse ist sehr gross, so dass dieselbe auch in der chemischen Industrie und in Laboratorien als vorteilhafter Ersatz für die jetzt benützten Gläser zu ge brauchen ist. <I>Beispiel:</I> Um eine Schmelzmasse mit relativ nie drigem Schmelzpunkt zu erhalten, wählt man das Eutektikum Ca0. A120,3 . 2Si02; 2Ca0. 4120s. Si02;
Ca0 . S102. Man nimmt auf je 100 gr Flensburger Mergel 9,5 gr Ca0 und 7,2 gr Tonerde. Die geschmolzene Masse ist sehr widerstandsfähig und erweicht bei zirka 1200 0 C.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung einer glasarti gen Schmelzmasse aus Tonerdekalksilikaten; dadurch gekennzeichnet, dass man ein natür liches Gestein, welches hauptsächlich aus Ca02. A120s und Si02 besteht, durch Zusätze von mindestens einem dieser Oxyde so kom plettiert und das Gemisch schmilzt, dass die aus dieser Mischung erhältliche glasartige Schmelzmasse annähernd die Zusammenset zung eines Lernären Eutektikums des ternären Systems Calciumoxy d -Aluminiumoxyd - Sili- ciumdioxyd aufweist.UNTERANSPRUCH: Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man einen Überschuss an Si02 zusetzt, der so gewählt wird, dass nahezu sämtliche in den Ausgangsmaterialien sich befindenden Verunreinigungen beim Schmelzen in stabile Silikate verwandelt werden.
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH100128T | 1922-08-21 | ||
| CH100612T | 1922-08-21 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH100612A true CH100612A (de) | 1923-09-17 |
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ID=25705706
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH100612D CH100612A (de) | 1922-08-21 | 1922-08-21 | Verfahren zur Herstellung einer glasartigen Schmelzmasse aus Tonerdekalksilikaten. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH100612A (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1088675B (de) * | 1956-05-29 | 1960-09-08 | Saint Gobain | Kieselsaeure-Tonerde-Erdalkalioxyd-Glas |
-
1922
- 1922-08-21 CH CH100612D patent/CH100612A/de unknown
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE1088675B (de) * | 1956-05-29 | 1960-09-08 | Saint Gobain | Kieselsaeure-Tonerde-Erdalkalioxyd-Glas |
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