Selbsttäti-e Eisenbahnsignalanlage. <B>Z3</B> Bei selbsttätigen Schaltungen von Lam pensignalen für Zugsicherungsanlagen, bei denen die Erlaubnis- und Verbotlampe durch Wechselstromrelais gesteuert werden, verwen det man als Relais gewöhnlich mehrphasige Motorschalter, bei denen die eine Phase über die Schienen Strom erhält und die andere von einem Transformator her gespeist wird.
We- geil der unvermeidlichen Verluste in der Stromzuführung durch die Schienen ist man bestrebt, die Energie in der Streckenphase möglichst gering züi halten, dafür aber, um ein genügendes Drehmoment der Strecken relais zu erzeugen, die der Hilfspliase zuge führte Energie gross zu halten.
Bei den bis herigen Sicherungsarten war man indessen in der der Ililfsphase zugeführten Energie be schränkt, weil der für die Hilfsphase be stimmte Strom stets über die roten Verbot- lampen fliessen musste. Die bisherigen Bau arten erfordern auch stets die Einführung besonderer Eisenwiderstände zur Begrenzung der Stromstärke im Kurzsehlusskreis parallel zu den roten Lampen.
Diese Eisenwiderstände bedeuten für die Anlage einen gewissen Naeli- teil, da sie bei unvermeidlichen Spannungs schwankungen, beim Durchbrennen einer Lampeoder dergleichen leicht überlastet wer den und durchbrennen können und ausserdem in diesen Fällen nur einen mangelhaften Aus gleich im roten und grünen Stromkreis ermög lichen, was zum Beispiel ein Mitleucliten der roten Lampe bei Einschalten der grünen zur Folge haben kann.
Die Erfindung betrifft nun eine Eisen- balinsignalanlage, bei welcher mindestens je eine Erlaubnis- und Verbotlampe pro Strek- k.enabschnitt durüh Wechselstromstrecken- relais gesteuert wird und bei welcher vorge nannte Übelstände vermieden werden.
Dies wird gemäss der Erfindung dadurch erreicht, dass einer Hilfs-phase des Streckenrelais Strom unmittelbar von einem Transformator zuge führt wird, und dass dieser Strom über einen als Stromsperre wirkenden Transformator<B>ge-</B> leitet wird, über den zugleich der Strom der Verbotlampe fliesst, so dass die der Hilfsphase zugeführte elektrische Energie vom Strom der Verbotlampe abhängig ist.
Bei der Einrichtun- werden zweckmässig nur<B>je</B> eine, grüne bezw. rote Lampe verwen det. Will man zur Erhöhune der Sicherheit in an sich bekannter Weise doppelte grüne und rote Lampen verwenden, so ist dies mit Hilfe einer besonderen Anzapfuno, an der Wicklung der Stromsperre für die zweite rote Lampeobne weiteres möglich. Ganz allgemein können die Verhältnisse so --ewählt werden, dass für alle Lampen dieselbe Spannung in Frage kommt, so# dass durchweg nur Lampen einer Art verwendet werden.
Dies bedeutet gegenüber den bisherigen Einrichtungen ebenfalls einen erheblichen Fortschritt, da bei diesen in der Regel sämtliche Lampen für voneinander abweichende Spannungen einge richtet werden mussten.
In den Fig. <B>1</B> und 2 ist<B>je</B> ein Ausfüh- rungsbei.spiel der Erfindung dargestellt. Fig. <B>1</B> zeigt eine Abbildung mit einfachen grünen und roten Lampen, während in der Anlage nach Fic. 2 diese Lampen doppelt gewählt sind. In der Fig. <B>1</B> bedeutet<B>1</B> den Haupt transformator, der den zur Speisung der Hilfsphase und der Lampen erforderlichen Strom liefert. 2 ist ein Streutransformator, dessen primäre Wieklung <B>3</B> vom Transforma tor<B>1</B> gespeist wird.
Auf diesem Streutrans formator befindet sich eine Wicklung<B>6</B> zür Speisung der roten Lampen<B>7</B> und eine Wiek- liing 4 zur Speisung !der grünen Lampe<B>5,</B> die ausserdem an einer Anzapfung des Haupt transformators liegt.<B>9</B> ist das Strechenrelais der rücklie-enden Streche T, <B>10</B> dasjeni(re des, t' eD vorgelagerten Streckenabschnittes. Die Hilfs phase<B>11</B> des Relais<B>9</B> erhält vom Transfor mator<B>1</B> her Strom.
Dieser läuft über eine Stromsperre (Drasselspule) 12, die durch einen vom Relais gesteuerten Schalter<B>8,</B> kurz (re- schlossen werden kann. Der Strom der roten Lampe<B>7</B> läuft über dieselbe Stromsperre 12. 14 und<B>15</B> sind die von den Schienen her mit Strom versorgten Phasen der Strechenrelais.
Zur Erklärung der Wirkungsweise der Einrichtung soll zunächst angenommen wer- den, dass die, Strecke II besetzt ist. Das Re lais<B>9</B> ist voll der vorhergegangenen Bloekie- rung, des null freien Gleisabsehnittes I noch in Haltlage, <B>d.</B> h. abgefallen und Schalter<B>82</B> offen, da auch Relais<B>10</B> abgefallen ist.
Die grüne Lampe<B>5</B> ist somit, aus eschaltet. Die Prinlärwiehlun- dcs Streutransformators er zeugt nun in der zur roten Lampe gehörenden Sekundärwichlung einen Strom, der die rote Lampe<B>7</B> zum Leuchten bringt, aber nur unter der Voraussetzung, dass die Stromsperre 12 einen -erin"en Widerstand bildet.
Dieser Fall tn Cl tritt nur dann ein, wenn der durch die Hilfs phase<B>11</B> über die Stromsperre<B>12</B> fliessende Strom nahezu in Phase ist mit dem durch Lampe<B>7</B> fliessenden Strom, und zwar bei an nähernd gleicher Amp#rewindungszahl. Die Spule<B>11</B> des Relais<B>9</B> bewirkt null eine Pha- senverschiebun- des durchfliessenden Stromel# ,p,e nüber der aufgedrückten Spannung, L,
es muss also auch der rote Lampenstrom und seine Spannung eine Phasenverschiebung ge genüber der Transformatorspannung haben. Diese Phaseziverschiebun'g wird nun im Transformator 2 dadurch erreicht, dass dieser eine '##l-ichluiigz##-inordliiing besitzt die grosse primäre und sekundäre Streufelder hervor bringt..
Die magnetischen Felder voll Hilfs- pliasenstrom und Lampenstrom lieben sieh also in der Stromsperre praktisch auf, so dass der Lampenstrom ungehindert. die Stromsperre durellfliessen kann -tiiid die roten Lampen leuchten.
Dii auell der die Hilfsphase<B>11</B> durehfliessende Strom aus demselben Grunde in der Stromsperre gelingen Widerstand fin- Z, zn det, so kommt bei besetzter und ordnungsge mäss blockierter Streche <B>11</B> das Relais<B>9</B> zum Ansprechen.
Hierdurch wird der Kurzschluss- schalter <B>8,</B> geschlossen und die Stromsperre für den über die Hilfsphase fliessenden Strom überbrückt und ausser Wirksamkeit oebraeht. Die Betäligung des Streekenrelais <B>9</B> findet also mir dann sinft, wenn im Signal<B>11</B> die roten Lampen brennen, da, sollst der induk tive Widerstand der Stromsperre 12 nicht (Te- nügend Strom durch die Hilfsphase<B>11</B> flie ssen lässt,
um Reliis <B>9</B> in Fahrtstellung zu bringen. Durch, den Kurzschluss der einen zur Hilfsphase gehörigen Spule der Stromsperre fällt auch die iSpannung der entsprechenden Wicklung für den Strom der roten Lampe in der Stromsperre stark ab. Der dadurch er höhte Strom in -diesem Stromkreis bewirkt aber ein Sinken der Spannung in der vom Strom der roten Lampe durchflosseilen Wich- lung :des Streutransformators 2 infolge der Wirkung der Streufelder.
Die Lampenspan- nun- für die roten Lampen wird daher nalie- zu gleich bleiben.
Wird die Strecke II frei, so wird Schalter geschlossen und der Strom für die grüne Lampe eingeschaltet, der übe'r die zweite )Vicklung des Streutransformators 2 fliesst, die der Primärwichlung <B>3</B> entgegenwirkt. Hierdurch. wird die Spannung in der Wick lung für die, rote Lampe vernichtet, so dass diese erlischt. Damit die Ströme in diesen beiden Wicklungen möglichst phasengleich werden, ist :die Spannung der grünen Lampe im Verhältnis zur Spannung an der zugehö- riaen Transformatorwicklung, klein zu halten.
Zum gleichen Zwech kann man auch noch einen induktiven Widerstand in diesen'Strom- kreis legen.
Die Wichlung für die grüne Lampe könnte auch auf der Primärseite des Trans formators 2 angeordnet werden, wobei dann das ganze primäre Feld beim Schliessen des SchaltersS2 vernichtet wird. In diesem Falle würde jedoch im primären Stromkreis noch ein Eisenwiderstand notwendig, der ein zu starkes Anwachsen des Stromes verhindert-, da die, re-ulierende Wirkun- der Streufelder <B>Z-></B> zn fortfallen würde.
In der Ausbildum, nach der Erfindung sind die elektrischen Energie-verluste gering, da der Magnetisierungsstrom, für die, Streu felder verhältnismässigklein bleibt. Eine Ver- einfa,chung bedeutet es auch,dass der Kontakt <B>8,</B> lediglich als Kurzschluss kontakt ausge bildet zu werden br-a-Licht, während sonst an dieser Stelle ein Wechselkontakt erforderlich war.
Die Einrichtung kann nun auch mit dop pelten grünen und roten Lampen versehen werden, um noch höhere Sicherheit zu erzie len und Betriebsstörungen beim eventuellen Durchbrennen einer Lampe zu vermeiden. In diesem Falle ist die Einrichtung so zu tref fen, dass. von den beiden parallel liegenden Lampen<B>je</B> eine mit Unterspannung- brennt, damit diese bei Spannungsschwankungen im Netz nicht gefährdet ist und nur die Lampe mit höherer Spannung durchbrennt. Für den Führer soll dabei möglichst kein Störungs bild erscheinen, das eine Störung im Betriebe zur Folge haben könnte.
Zu dem Zwecke wird diejenige der roten Lampen, die mit Unter spannung brennt, an eine höhere Windungs- zahl der Stromsperre angeschlossen, so (lass beim Durchbrennen der andern Lampe immer noch genügend Strom zur Betätigung des Re lais<B>9</B> durch die Stromsperre fliesst.
Man kann für jedes Signallicht zwei Lam pen verschiedener Spannung wählen, von denen dann die mit der geringeren Spannung stärker belastet ist und zuerst durchbrennt, aber man wird in der Regel das Vorschalten eines Widerstandes vor die mit Unferspan- nung brennende Lampe vorziehen, um durch wegs gleiche Lampen verwenden zu können.
In Fig. 2 ist die Schaltung unter Ver- wendling <B>je</B> zweier roten unfl grünen Lampen dargestellt. Die vorgeschalteten Hilfswider stände sind, hierbei mit<B>15</B> und<B>16</B> bezeichnet. In dieser Figur ist auch der Anschluss der beiden roten Lampen an zwei verschiedenen Anzapfungen <B>17</B> und<B>18</B> der Wichlung der Stromsperre dargestellt. Die Wirkungsweise dieser Schaltung ist nach dem Gesagten ohne weiteres 'klar.