CH102333A - Verfahren und Apparat zur Herstellung einer Legierung aus Blei mit den Erdalkalimetallen Calcium, Strontium und Baryum. - Google Patents
Verfahren und Apparat zur Herstellung einer Legierung aus Blei mit den Erdalkalimetallen Calcium, Strontium und Baryum.Info
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Description
Verfahren und Apparat zur Herstellung einer Legierung aus Blei mit den Erdalkali- metallen Calcium, Strontium und Baryum. Legierungen aus Blei und den Metallen der alkalischen Erden sind bisher in der Art hergestellt worden, dass man die auf elektro lytischem Wege gewonnenen Metallo der alkalischen Erden in geschmolzenes, mässig überhitztes Blei in einzelnen Stücken einge taucht hat und so lange unter dem Spiegel des Bleies untergetaucht zurückhielt, bis die Legierung sich in einer kräftigen exothermen Reaktion, die meistens mit explosionsartigen Schall- und Lichteffekten verbunden war, gebildet hatte. Der Versuch, durch Elektrolyse der über einem Bleibade im Schmelzfluss gehaltenen Chloride der Erdalkalimetalle diese dem Blei bade zuzuführen, führt zu dem nicht ohne weiteres vorauszusehenden Ergebnis, dass nur die eine alleroberste, dünne Schicht des ge schmolzenen Bleies sich mit den genannten Metallen sättigt, und dass dann die aus den Chloriden durch die Wirkung des elektri schen Stromes fernerhin ausgeschiedenen Me talle sich in einzelnen Tropfen vom Bleibade loslösen, durch die Chloriddecke hindurch nach oben steigen und in der naturgemäss oberhalb der Salzdecke vorhandenen Chlor atmosphäre mit lebhafter Lichterscheinung und unter Geräusch verbrennen. Auch ein einfaches mechanisches Umrühren des Blei- Bades führt nicht zu befriedigenden Ergeb nissen. Ein guter Dauerbetrieb wird dagegen mit einem Verfahren und Apparat erreicht, wie sie nachstehend beschrieben sind. Die Zeichnung nach Fig. 1 ist ein Vertikalschnitt einer beispielsweisen Ausführungsform des Apparates; Fig. 2 ist ein Grundriss derselben. In einem gusseisernen Kessel A befindet sich ein zweiter Kessel B, der als Elektro- lysierraum dient. In ihm taucht die Elek trode C in das Salzbad D ein, während die Masse des flüssigen Bleies den mit Schraffur von rechts oben nach links unten gekenn zeichneten Teil E beider Kessel ausfüllt. Das Salzbad D überdeckt in beiden Kesseln das Blei in mässig dicker Schicht. Der Elektro- lysierkessel B ist mit einer horizontalen Tischplatte G versehen, die nur um ein ge ringes Mass unterhalb des Bleiniveaus liegt und den Zweck hat, das strömende Blei gleichmässig unter der Fläche der Elektrode herzuleiten. Der Kessel B ist an seinem un tern Ende mit Öffnungen H versehen, die dem Blei einen bequemen Übertritt aus dem Kessel B nach dem Aussenkessel A gestatten und ist nach oben hin mit einem Isolierring J aus Schamotte versehen, von welchem die Chlorabzugshaube K getragen wird. In den Kessel A taucht ein Schnecken gehäuse L ein, in welchem sich, auf der Welle M sitzend, die Schnecke N dreht. Das Gehäuse L ist unten offen und besitzt zwei seitliche rinnenartige Angüsse 0 (Fig. 2), die zu zwei Öffnungen P im Kessel B führen. Der Kessel B besitzt ferner noch eine Öff nung Q oberhalb des Bleiniveaus. Der Betrieb gestaltet sich nun folgender massen. Durch die Wirkung der Schnecke N wird das geschmolzene Blei im Gehäuse L in Richtung des Pfeils um einige Zentimeter gehoben, strömt dann durch die Rinnen 0 mit mässigem Gefälle zu den Öffnungen P und tritt durch diese in das Innere des Kes sels B ein, wo es in dünner Schicht unter der Elektrode über den Tisch G fliesst, um dann durch die Öffnungen H wieder in den Kessel A zu gelangen und auf diese Weise einen Kreislauf innerhalb beider Kessel zu durch eilen. Durch das Strömen des Bleies in den offenen Rinnen 0 wird ein Teil der Salz decke des Bleibades mit fortgerissen und tritt ebenfalls durch die Öffnungen P unter die Anode C. Die nicht zerlegten Anteile der Salze gewinnen durch Öffnung Q wieder den Weg in den Aussenkessel A, so dass auch die Salzdecke innerhalb des Systems einen Kreis lauf vollbringt. Durch die Wirkung des elektrischen Stro mes wird im Innern des Kessels B die Salz decke zerlegt und das Metall in das Bleibad übergeführt, während das Chlor durch die Haube K zu weiterer Verwendung abgeleitet wird. Der Kessel A ist ummauert und wird durch eine Feuerung geheizt, während die Wirkung des elektrischen Stromes und die exotherme Reaktion, die bei der Verbindung der Erdalkalimetalle mit dem Blei eintritt, den Innenraum des Kessels B hoch genug erwärmen, um einen guten Dauerbetrieb zu ermöglichen. Der elektrische Strom wird einerseits der Anode C, anderseits dem Kes sel B zugeführt. Die Übergangswiderstände sind bei der vorliegenden Anordnung so ge ring, dass eine Elektrolyse mit relativ hoher Stromdichte an den Elektroden sich bereits bei einer Spannung von 8 bis 10 Volt durch führen lässt. Wenn die gewünschte Konzentration der Metalle im Bleibade erreicht ist, werden ge ringe Mengen der Legierung durch Auskel len oder Abzapfen dem Kessel A entnommen und durch flüssiges Blei wieder ersetzt. Die Salzdecke wird ebenfalls in flüssiger Form dem Kessel A von Zeit zu Zeit zugeführt. Etwaige Fremdbestandteile der Salze schei den sich vom Aussenkessel A ab, da dessen Temperatur eine niedrigere ist als die des Innenraumes im Kessel B. Da der Prozess ein durchaus kontinuierlicher ist, gelingt es leicht, durch geeignete Wahl des Mischungs verhältnisses zwischen den Chloriden der Erdalkalimetalle den gewollten Gehalt an jedem der genannten Metalle im Blei zu er reichen. Diese Möglichkeit, die Elektrolyse der Salze und die Legierung derselben mit Blei in einem einzigen Apparat gleichzeitig durch zuführen, ist wesentlich für die Durchführ barkeit des ganzen Verfahrens, da lediglich durch die Mischung der verschiedenen Salze die Schmelztemperatur der Chloride der Erd- alkalimetalle so weit herabgedrückt wird, dass der Prozess bei Temperaturen durchführ bar erscheint, deren Einwirkung die eisernen Kessel mit einer befriedigenden Haltbarkeit zu widerstehen vermögen. Das Prinzip der Apparatur würde nicht geändert werden, wenn man an Stelle der hier in Anwendung gebrachten einen Schnecke N, die sowohl die Zirkulation des Bleies, als auch diejenige der Salzdecke be wirkt, zwei, getrennte Antriebsapparate so- wohl für die Bewegung des Bleies, als auch für diejenige der Salzdecke verwenden würde. Die Bewegung von Bleibädern und Salz schmelzen in Vorrichtungen, die zur Darstel lung von Bleilegierungen dienen, ist bekannt.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH I: Verfahren zur Herstellung einer Legie rung von Blei mit den Erdalkalimetallen Calcium, Strontium und Baryum, dadurch gekennzeichnet, dass eine aus den Chloriden der Erdalkalimetalle bestehende Schmelze über einem Bleibade, welches als Kathode dient, elektrolysiert wird, während sowohl das Bleibad, als die Salzschmelze in je einem Kreislauf im Apparat derart zirkulieren, dass beide in dünnen Schichten unter der Anode hinwegströmen.PATENTANSPRUCH II: Apparat zur Durchführung des Verfah rens nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass ein Elektrolysierkessel in einem grösseren Aussenkessel aufgehängt ist, so dass sowohl das Bleibad, als auch die Salz decke vom Aussenkessel nach dem Innenkes sel und umgekehrt strömen können, während das im Innenkessel entwickelte Chlor aus diesem mit Hilfe einer Gasabzugshaube zu weiterer Verwendung weggeführt werden kann.
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| CH102333D CH102333A (de) | 1922-11-03 | 1922-11-03 | Verfahren und Apparat zur Herstellung einer Legierung aus Blei mit den Erdalkalimetallen Calcium, Strontium und Baryum. |
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