Isolationsanordnung bei Hochspannungsleitern. Die Erfindung bezieht sieh auf eine Iso . lationsanordnung bei Hochspannungsleitern und zeichnet sich dadurch aus, dass zur Ver- gleichmässigung des elektrischen Feldes in der Nähe .der Unterstützungsstelle für den Leiter der letztere mit metallischen Vor sprüngen (Hörnern) ausgerüstet ist, welche in das Feld hineinragen und an den -Leiter selbst befestigt sind. Diese metallischen Vorprünge können mit Isolatoren ausgerüstet sein.
Die beiliegende Zeichnung stellt in Fig. 1, 2, 3 und 4 Ausführungsbeispiele der Er findung dar.
Fig. 1 zeigt eine Ausführungsform der Erfindung in Seitenansicht; Füg. 2 ist ein Schnitt nach 2-2 der Fig. 1; Fig. 3 zeigt, teilweise im Aufriss und teilweise im Schnitt metallische Vorsprünge oder Hörner, .die am Leiter befestigt sind; Fig. 4 zeigt, ähnlich der Fig. 1, eine an dere Ausführungsform;
Fig. 5 ist ein Schaubild der Verteilung des ganzen Spannungsgefälles auf die Ele mente eines Kettenisolators, bei dem in Fig. 6, 7 und 8 dargestellten drei Isolationsanord nungen der Aufhängnug -eines Leiters mit- telst eines I%'-ettenisolators.
Das Schaubild nach Fig. 5 zeigt drei Kurven A, B, G, welche den Anordnungen nach Fig. 6, 7 und 8 beziehungsweise ent sprechen. Die Kurve A zeigt die Verteilung des Spannungsgefälles eines Kettenisolators einer Aufhängung; bei welcher weder der Leiter, noch der Kettenisolator mit metalli schen Vorsprüngen (Hörnern) ausgerüstet ist, wie Fig. 6 zeigt. Die Abszissen zeigen die Anzahl der Elemente des Kettenisolators und ihre Abstände vom Leiter. Man sieht, dass ein -Kettenisolator mit 14 Elementen. in Betracht gezogen wurde.
Auf das dem Lei ter nächst gelegene Isolatorenelement fällt ein Spannungsgefälle von über 23,000 Volt, während, beispielsweise, dem Element 10 ein Spannungsgefälle von etwas über 5000 Volt und dem höchst gelegenen Element Nr. 14 der ganzen Kette ein solches von ungefähr 7000 Volt zukommt. Die Spannungsgefälle (23,000 und 5000) der verschiedenen Ele mente .der Kette sind also sehr verschieden, wenn, wie in Fig. 6 gezeigt, keine metal- lischen Vorsprünge an der Kette oder am Leiter selbst angeordnet sind.
Viel günstiger wird schon die Verteilung des elektrischen Feldes um die Aufhängung des Leiters herum und somit die Verteilung des Spannungsgefälles auf die Elemente des Kettenisolators, wenn, wie in Fig. 7 dar gestellt, am Fussende der Kette ganz in der Nähe des Leiters selbsüi metallische Vor sprünge (Hörner) angeordnet sind. Man sieht aus der Kurve B, die sich auf eine derartigü Aufhängung eines Leiters bezieht, dass von einem Spannungsgefälle von etwas über 14,000 Volt beim Element in der Nähe des Leiters des Spannungsgefälles beim 10. Ele ment auf etwas über 7000 Volt sinkt, um nachher wieder beim 14. Element auf über 8000 Volt anzuwachsen.
Hier ist also schon der Unterschied zwischen dem grössten Span nungsgefälle (14,000) und dem. geringsten (8000) bedeutend kleiner (6000) als bei einer Aufhängung, in welcher Metallvorsprünge überhaupt nicht vorhanden sind.
Die Kurve C bezieht sieh auf die in Fig. 8 dargestellte Isolationsanordnung der Aufhängung des Leiters, welche ein Aus führungsbeispiel der Erfindung bildet. In ihr ist das Maximalgefälle der Spannung beim ersten Element auf etwas über 12,000 Volt gesunken, während das Minimalgefälle bei dem 10. Element, vom Leiter aus ge rechnet, auf 7000 gestiegen ist. Beim 14. Element steigt das Spannungsgefälle wieder über 9000 Volt. Bei dieser Anordnung hat also eine weitere Vergleichmässigung der Verteilung des ganzen Spannungsgefälles von zirka 126,000 Volt stattgefunden (Unter schied 5000).
Diese zunehmende Vergleich mässigung des Spannungsabfalles in den Elementen des Kettenisolators ist der An ordnung der metallischen Vorsprünge am Leiter zuzuschreiben.
Die Einzelausbildung der metallischen 'Torsprünge geht aus den Fig. 1 bis 4 her vor. Nach Fig. 1 wird der Leiter 1 von Kettenisolatoren 2 getragen. Jeder Ketten isolator hält am untern Ende den Sattel 3, in welchem der Leiter 1 ruht. Das unterste Kettenelement des Isolators ist in der Nähe des Leiters mit Hörnern 5 ausgerüstet, wel che in Haubenisolatoren 6 bekannter Art auslaufen, um dadurch eine übermässige Schwächung des elektrischen Feldes in der Nähe des Leiters zu verhindern.
Es ist nun auch der Leiter in der Nähe seiner Aufhängung mit metallischen Vor sprüngen 4 versehen. Nach Fig. \? und 3 bestehen diese Vorsprünge aus metallischen Klemmstücken 7, die miteinander durch Schrauben 8 verbunden und dadurch am Leiter befestigt sind. Von einem dieser Klemmstücke ragt ein metallischer Stift 9 (Fig. 3, oben) nach aussen. Der Stift 9 trägt einen Mantel 10 aus Isolationsmaterial, und dieser Mantel kann durch eine isolierende Haube abgedeckt sein. Diese Anordnung kann für die obern und untern metallischen Vorsprünge gewählt werden.
Statt dieses gewöhnlichen GloGkenisola- tors, der in Fig. 3, oben, gezeigt ist, kann auch die in derselben Abbildung unten dar gestellte Form gewählt werden. Das metal lische Stück 7 trägt bei dieser Form einen Ansatz 11, der bei 12 hülsenartig ausgebildet und hier von einem bei 14 durch eine Ein lage aus Grips oder Zement gehaltenen Iso lator 13 umgeben ist.
Bei der in Fig. 4 gezeigten Ausführungs form wird eine weitere Vergleichmässigung des Spannungsabfalles in dem den Leiter 1 umgebenden Felde dadurch erzeugt, dass nicht nur metallische Vorsprünge durch Schellen 16- an dem Leiter befestigt sind, sondern indem diese Schellen 16 auch dazu benützt werden, eine Schiene 17 zu tragen, von welcher ein Schutzglied für den Leiter unterstützt wird. Dieses Schutzglied erstreckt sich von der Aufhängestelle längs des Lei ters bis zu einem beträchtlichen Abstand von der Aufhängestelle, und es besteht in der in Fig. 4 gezeigten Form aus einer An zahl schraubenförmig gewundener Drähte, die in einem Abstand von dem Leiter um den Leiter herumgelegt sind.
Die metallischen Vorsprünge können wiederum mit Isolatoren 18 ausgerüstet. sein. Nachstehendes Beispiel zeigt in Zahlen die Vorteile der neuen Anordnung. Ein Lei ter, der eine Spannung gegen. Erde von 490 Kilovolt führte, entlud gegen den Unter stützungsturm, wenn die, Wechselzahl auf 35,000 gestiegen war. Diese Entladung tritt bei der Wechselzahl 35,000 ein, wenn keine metallischen Vorsprünge vorhanden waren. Wurde nun der Leiter mit der in Fig.1 bis 8 gezeigten Anordnung von metallischen Vor sprüngen versehen, so konnte er eine Span- nung gegen Erde von 580 Kilovolt führen, ehe bei derselben Wechselzahl eine Entladung nach dem Unterstützungsturm hervorgerufen wurde.
Dadurch wird also der Sicherheits faktor der ganzen Anlage erhöht, denn die schädliche Entladungsspannung ist erhöht worden. Ausserdem -,verden die Elemente des Kettenisolators gleichmässiger beansprucht.