Elektrischer Strahlungsofen. Gegenstand der Erfindung ist ein elek- irischer Strahlungsofen, bei welchem die -\Värme im Zentrum des Chargenraumes durch Lichtbogenkontakt erzeugt wird, der in verschiedenen Höhenlagen, oberhalb und unterhalb der Bodenebene des Chargen raumes, sowie in seiner Bodenebene, herge stellt werden kann.
In der Zeichnung ist als Ausführungsbei- spiel ein Vakuumofen mit einer elektro- magnetisch verstellbaren Elektrode gezeigt, die mit einem Widerstandspulver zusammen lvirkt.
Der Ofenmantel ist aus zwei Teilen 1, 4 zusammengesetzt, die miteinander mittelst Flanschen 2, 3, zwischen welchen eine Pak- kung 5 aus Gummi oder dergleichen ange bracht ist, gasdicht verbunden sind. Der eine Flansch, 2, ist mit einem Kühlkanal 6 ver sehen. Im Unterteil 1 des Ofens ist. ein Schmelztiegel 7 angebracht, der ringförmig ausgebildet und am Umfange und unten mit einem geeigneten Isolierstoff, z. B. Holz kohlenpulver 8, isoliert ist. Der Schmelz raum des Ofens ist mit einem Gewölbe 14 versehen, welches einen abhebbaren Deckel 15 trägt.
Der Tiegel wird von innen, im Zen trum mittelst einer Elektrode 10 erhitzt, die mit einem pulverförmigen Widerstand 9 einen Lichtbogenkontakt herstellen kann. Um die Wärmeerzeugung zu regeln, ist die Elektrode 10 gegenüber dem Kontaktpulver so verstellbar eingerichtet, d.ass sie mehr oder weniger in das Widerstandspulver hin eingeschoben oder aus dem Widerstands pulver ausgehoben werden kann, so dass der Lichtbogenkontakt in beliebiger Höhenlage oberhalb und unterhalb dem Tiegelboden, so wie auch in seiner Bodenebene hergestellt werden und die Erhitzung entweder durch Widerstandswärme oder durch Lichtbögen hervorgerufen werden kann.
Die Elektrode ist zu diesem Zwecke innerhalb dem von einer Kappe 4 gebildeten Oberteil des Ofens mittelst einer Klemme 16 an einem Quer- stücl@ 17 befestigt, welches auf Führungs stangen 18 verschiebbar gelagert ist und mittelst einer Schraube 19 und Zahnrädern 20, 21 gehoben und gesenkt werden kann. Auf der Welle des Zahnrades 21 ist inner- halb der Kappe 4 ein Anker ?? aus Eisen aufgekeilt, der von einem magnetischen Kraftfeld beeinflusst wird, welches von einem ausserhalb der Kappe drehbar gelagerten Elektromagneten \?03 erzeugt wird.
Der Elek tromagnet 23 ist mit einem Handgriff 24 versehen, mittelst welchem er in Drehung versetzt werden kann. Durch Drehung des Elektromagnetes 23 kann daher die Elek trode 10 gehoben oder gesenkt werden. Wird die Elektrode aus dem Widerstand genügend angehoben, so kann die Wärme auch mittelst Lichtbogen erzeugt werden. Zur Stromzuführung dient einerseits ein am Ofenunterteil 1 angebrachter Kontakt 25, welcher mit dem mit der Elektrode 10 zu- sammeng-irkenden Widerstand 9 in leitender Verbindung steht und anderseits ein Kon takt 26 an der vom Ofenunterteil isolierten Kappe 4, von welcher der Strom durch ein biegsames Kabel 27,
welches an der Innen seite der Kappe an einem Kontakt 28 be festigt ist, der Elektrode 10 zugeführt wird. Der Tiegel 7 ist mit einer Schnauze 11 ver sehen, über welche die geschmolzene Charge in eine Kokille 12 entleert werden kann, die am Ofen mittelst einer durch Packung gas dicht abgedichteten Flanschverbindung 13 befestigt ist.
Der Ofen ist in bekannter \Veise mit Tragzapfen in Lagern kippbar gelagert, um die Entleerung des Tiegels zu erleichtern. LTm das Ofeninnere während der Erhitzung überwachen zu können, ist in der Kappe in der Verlängerung eines in dem Deckel 15 angebrachten Loches 30 ein Fen- sIer 29 Barlicht angebracht.
Ein zum Bi- spiel von einem Mundstück 31 und cine,n darin angebrachten, gasdicht schliessenden Absperrventil gebildeter Ofenanschluss er möglicht die Verbindung mit einer Luft pumpe oder dergleichen behufs Arbeitens unter Vakuum.
Es können auch zwei oder mehrere Elek troden verwendet werden, die entweder sämt- liche innerhalb einer einzigen zentralen, run den oder langgestreckten Zelle oder inner- Inlb voneinander getrennten, geeigneten zy lindrischen Zellen angeordnet werden, Der Tiegel kann verschieden gestaltet sein. Man kann zum Beispiel nur ein Rohr als Scheidewand zwischen dem Widerstand und der Charge verwenden und dieses Rohr in direktem Kontakt mit dem Ofenfutter bringen.
Der Ofen kann mit einem Bodenkontakt versehen werden, um zu ermöglichen, dass der elektrische Strom durch den Boden des Ofenraumes durchgeht, zum Beispiel bei Verwendung von Einphasenstrom oder Gleichstrom mit nur einer Elektrode.
Die Einrichtung zur Verstellung der Elektrode kann auch auf andere Weise be tätigt werden. Es kann zum Beispiel in der Kappe des Ofens ein Druckzylinder für Luft oder Wasser angebracht werden und durch die Bewegung des Kolbens die Elektrode verstellt werden; oder die Elektrode ist un ter den Einfluss eines Elektromotors gesetzt, der durch in der Kappe angebrachte Kon takte Strom erhält.
Der dargestellte Ofen ist zur Schmelzung von Stahl und andern Metallen in Vakuum besonders geeignet.. Er kann auch mit Vor teil für wissenschaftliche Untersuchungen von verschiedenen Stoffen auf deren Fähig keit, bei hohen Temperaturen verschiedene Gase aufzunehmen, und für andere Zwecke verwendet werden.