<B>Verfahren zur Herstellung von</B> gekräuselten <B>Garnen</B> <B>aus synthetischen thermoplastischen Fäden bzw. Fadenbündeln</B> Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstel lung von gekräuselten Garnen aus synthetischen thermopla stischen Fäden bzw. Fadenbündeln. bei welchem -zwei getrennt zugeführte Fäden bzw. Fadenbündel miteinander verdreht, im verdrehten Zustand heissfixiert und hierauf einer Gegen drehung unterworfen werden.
Es ist bekannt, Fäden aus svnthetischem Material nach der Falschdrahtmethode zu kräuseln. Zu diesem Zweck wird der zu behandelnde Faden hochgedreht, im gedrehten Zu stand fixiert und kontinuierlich zurückgedreht. Der so herge stellte Faden besitzt entsprechend der Drehrichtung des Falschdrallgebers bei der Texturierung eine Drehungsnei gung. Zur Vermeidung des durch die Drehungstendenz des Garnes in der Strickware hervorgerufenen Schräglaufes der Maschen werden üblicherweise zwei Fäden mit entgegenge setzter Drehungstendenz zusammengezwirnt verarbeitet.
Weiterhin ist es bekannt, durch einen an den Falschdraht- prozess nachgeschalteten Falschdrahtprozess, jedoch mit ent gegengesetztem Drehsinn, die Drehungstendenz zu mindern. Jedoch findet der zweiten Kräuselbehandlung wegen eine Verminderung des Kräuseleffektes statt.
Aus der USA-Patentschrift Nr. 3 385 872 ist ein Verfah ren bekannt, bei welchem zwei getrennt zugeführte Fäden zu nächst miteinander verdreht, im verdrehten Zustand heiss fixiert, dann getrennt, im entgegengesetzten Sinn wieder mit einander verdreht, in diesem verdrehten Zustand erneut heissfixiert, ein zweites Mal getrennt und schliesslich abge zogen werden. Hierzu werden die Fäden mit Hilfe einer zWi- schen den beiden Heissfixierungsstrecken angeordneten dreh baren Trennvorrichtung in der ersten dieser Strecken im einen Drehsinn, in der andern im entgegengesetzten Dreh sinn miteinander verdreht gehalten, was nur bei Beginn des Arbeitsvorganges ein Drehen dieser Trennvorrichtung um die gewünschte Zahl Umdrehungen erfordert.
Gemäss einer Variante wird in der Patentschrift auch vorgeschlagen, die Fadentrennungsmittel vor der ersten und hinter der zweiten Heissfixierungsstrecke drehbar und diejenigen zwischen die sen beiden Strecken feststehend anzuordnen, was erlaubt, die Fäden in der zweiten Strecke um eine andere Anzahl Um- drehungen miteinander verdreht zu halten als in der ersten Strecke.
Bei diesem Verfahren wird in jedem Faden sowohl der ihm beim ersten gegenseitigen Verdrehen der beiden Fäden als auch der ihm nach deren Trennung beim erneuten Ver drehen im entgegengesetzten Sinn erteilte Drall heissfixiert. Eine Beeinflussung des Kräuselergebnisses ist sowohl durch die Wahl der Temperatur, bei der das Heissfixieren in jeder der beiden Strecken erfolgt, als auch durch die Wahl der An zahl Umdrehungen möglich, um welche die beiden Fäden in jeder dieser Strecken miteinander verdreht werden.
Diese bekannten Verfahren und Vorrichtungen sind in der Regel in der technischen Ausführung sehr aufwendig und erlauben zum Teil nur niedrige Warengeschwindigkeiten; vor allen Dingen muss erwähnt werden. dass alle bekannten Ver fahren nur für engbegrenzte Titerbereiche Anwendung finden können. Besonders sei der Bereich der mittleren Titer er wähnt, für den es bisher keine wirtschaftlich gut funktio nierende Verfahren gibt, gemeint ist der Bereich von 100 bis 400 dtex.
Es wurde nun ein Verfahren zur Herstellung von syn thetischem, thermoplastischem Endlosgarn mit einem beson ders bauschigen, hochvoluminösen und hochelastischen Charakter gefunden.
Dieses erfindungsgemässe Verfahren zeichnet sich da durch aus, dass die beiden Fäden bzw. Fadenbündel ge trennt je durch eine Heissfixierstrecke geführt und an- schliessend an diese mittels eines Falschdrahtgebers unter gegenseitigem Abrollen der beiden Fäden bzw. Fadenbündel und dadurch entgegengesetztem Drehen derselben zusam mengedreht, so dass die beiden Fäden bzw.
Fadenbündel so wohl jeder bzw. jedes für sich als auch beide miteinander einer in den Bereich der Heissfixierung zurückwirkenden Falschdrehung und beim Verlassen des Falschdrahtgebers der genannten Gegendrehung unterworfen werden.
Hierdurch ist die Drehungsneigung des aus zwei Einzel fäden bzw. aus einem Fadenbündel bestehenden Garnes bei Erhöhung der Elastizität gemindert.
Durch das erfindungsgemässe Verfahren ist es möglich den Zwirnvorgang bzw. den nachfolgenden Falschdrahtpro- zess einzusparen und in einem Arbeitsgang ein hochelasti sches Garn mit verminderter Drehungstendenz herzustellen, wenn man die zwei synthetischen Fäden bzw. die beiden Fa denbündel miteinander falsch dreht und vor der Fixierstrecke so auseinanderführt, dass durch gegenseitiges Abrollen der Fäden aneinander eine Drehung der Einzelfäden bzw. Faden bündel erzeugt wird, die entgegengesetzt zu der gemeinsamen Drehung erfolgt. Im gleichen Arbeitsgang werden beide Drehungsvorgänge fixiert.
Das Verfahren eignet sich vorzugsweise zur Texturierung von Fäden bzw. Fadenbündeln aus vollsvnthetischen Hoch- polymeren, insbesondere aus Polyamiden und hochmolekula ren linearen Polyestern und Acrylnitril-Polymerisaten.
Eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zei gen die Fig. 1 und 3. Gemäss Fig. 1 laufen die von den Spulen kommenden Fäden 1 und 2 durch das Lieferwerk 3 zu den heilen Trennorganen 4 über die Heizvorrichtung 5 und die Trennorgane 6 zum Falschdrallgeber 7 und über das Ablieferwerk 8 zur Aufwicklung 9. Durch die Drehung des Falschdrallgebers 7 wird im Abschnitt A/B eine echte Drehung erzeugt, die in dem Abschnitt C/D nach der Falsch drahtmethode aufgehoben wird. Durch das gegenseitige Ab rollen der Fäden bzw.
Fadenbündel im Punkte 10 jedoch werden in dem Teilstück 4 bis 6 die Einzelfäden bzw. Faden bündel in entgegengesetzter Drehrichtung gedreht. Durch den Heizkörper 5 wird die Drehung in den Einzelfäden hzw. Fa denbündeln sowie auch im Doppelfaden fixiert. weil die Ent fernung vom Heizkörper bis zu den Trennorganen so kurz bemessen ist, dass der Faden noch im heissen Zustand in den Fadenvereiniger <B>10</B> einläuft.
Der Winkel zur optimalen Einstellungarn Vereinigungs punkt beträgt etwa<B>603,</B> bei kleinerem Winkel wird die Kräuselung feinbogig und bei grösserem Winkel grobhogig. Die Falschdrallkräuselung wird bei erhöhten Temperaturen (Fixierung), und zwar bei Temperaturen zwischen 1(1t1 bis 22t1 C durchgeführt. Die Zahl der Drehungen liegt im Be reich von 5000 bis 15 (1(1t1 Drehg/m.
Fig. 3 zeigt, dass man den wie oben behandelten Faden im Teilabschnitt C/D auseinanderführen und getrennt auf spulen kann.
Das Verfahren verwendet als Ausgangsmaterial entweder vorverstreckte Elementarfäden (Streckverhältnis im allge meinen 1 : 1,5) oder fertig verstreckte Elementarfäden.
Beispiel l Zwei bereits verstreckte Polvamid-6-Fäden in dtex 44 f 9 werden von der Abzugsgalette 3 (vgl. Fig. 1) mit einer Ab zugsgeschwindigkeit von 392 m/min abgezogen und laufen über Fadenlenkorgane 4 bzw. 6, den Heizkörper 5, den In nenfriktionsdrallgeber 7 zur Abzugsgalette 8, weiche mit 4(10 m/min, gleich 27 < Geschwindigkeitsunterschied gegen über der Abzugsgalette 3, eingestellt ist.
Anschliessend wer den die Fäden gemeinsam auf Kops 9 ringgezwirnt. Die Drehrichtung durch den Falschdrallgeber 7 ist im Teilab schnitt A/B in Z-Richtung (vgi. Fig. 2), und nach der Falschdrallmethode ist dann im Abschnitt C/D die Drehung in S-Richtung. Dadurch, dass die Fäden von den Lenkorganen 6 in ihrer Lage fixiert sind, kann der Falschdrall nur in Z- Richtung in den Fadenvereinigungspunkt laufen.
Vor dem Vereinigungspunkt haben die beiden Einzelfadenbündel Drehung in entgegengesetzter Richtung.
Die Temperatur des Heizkörpers 5 beträgt 180 C. Die Umfangsgeschwindigkeit des Drallgebers ist so eingestellt, dass der Faden etwa 8000 Drehg./m S Falschdrehung er fährt. Das so hergestellte Garn besitzt eine Kräuselkontrak- tion von etwa 5t1% bei einem Schrumpf in Dampf nach Wege- ner von 1 1 #,( (vgl. Mell. 5,<B>1966</B> Seiten 493 bis -195). Der Endtiter des Garnes beträgt 88/18 dtex.
Beispiel 2 Zwei vorverstreckte Polyamid-6-Fäden dtex <B>100</B> f 24 werden wie in Beispiel 1 behandelt, jedoch beträgt die Ge schwindigkeit der Galette 3 108 m/min und die Geschwin digkeit der Galette 8 40(1 m/min, so dass ein Streckverhält nis von I : 3,7 entsteht, und die Temperatur des Heizkörpers 5 beträgt l90 C. Das erhaltene Garn besitzt eine Kräusel- kontraktion von etwa 45@(\ bei einem Schrumpf in Dampf von etwa 14<B>%</B>.
Der Endtiter beträgt 200 f 48 detex. Als vorver- streckt sind hierbei solche Fäden zu verstehen, wie sie. aus der Spinndüse kommend, auf der ersten Aufnahmespule er halten werden.
Beispiel 3 Bedingungen wie Beispiel 2, jedoch werden die den Texturierprozess durchlaufenden Fadenbündel hinter dem Falschdrallgeber 7 im Teilabschnitt C/D auseinandergeführt, von den beiden Galetten 8 abgezogen und auf zwei Kopse 9 ringgezwirnt.
Der Endtiter beträgt 100/24 dtex. Das erhal tene Garn besitzt eine Kräuselkontraktion von 40 bis 45%n bei einem Schrumpf in Dampf von etwa 16%. Beispiel 4 Zwei vorverstreckte Polvamid-6.6-Fäden in dtex 22 f 3 werden wie im Beispiel 2 behandelt, jedoch beträgt die Ge schwindigkeit der Galette 3 160 m/min und die Geschwindig keit der Galette 8 500 m/min,
so dass ein Streckverhältnis von 1 : 3,22 entsteht, und die Temperatur des Heizkörpers beträgt<B>175'</B> C. Wie in Beispiel 3 werden die Fadenbündel hinter den Falschdrallgeber 7 im Teilabschnitt C/D ausein- andergeführt, von den beiden Galetten 8 abgezogen und auf zwei Kopse 9 ringgezwirnt. Der Endtiter beträgt 22 f 3. Das so erhaltene Garn besitzt eine Kräuselkontraktion von 50 bis 55# < ' hei einem Schrumpf in Dampf von 9 iF.