Flüssigkeitswechsel- und Wendegetriebe. Gegenstand des Hauptpatentes ist ein Flüssigkeitswechsel- und Wendegetriebe mit treibender und getriebener Pumpe, welche mit ihren Arbeitskammern so zusammenge baut sind, dass die Arbeitsübertragung von jeder einzelnen Kammer der einen Pumpe un mittelbar, ohne Zwischenschaltung festste hender Teile, auf eine entsprechende Arbeits kammer der andern Pumpe erfolgt.
Das Flüssigkeitswechsel- und Wendege triebe nach vorliegender zusätzlicher Erfin dung ist dadurch gekennzeichnet, dass zwecks Einführung von Triebmittel in das Gehäuse zum Auffüllen des letzteren und zum Erset zen der Leckverluste ein Doppelsitzventil vorgesehen ist, welches für das ihm unter Druck zugeführte Triebmittel automatisch den Zutritt zu den Arbeitskammern einer Pumpe, in welchen jeweils Saugdruck herrscht, herstellt.
Zwei Ausführungsbeispiele des Erfin dungsgegenstandes, bei welchem die Pumpen als Flügelkolbenpumpen ausgebildet sind, sind auf beiliegender Zeichnung dargestellt; sie unterscheiden sich dadurch voneinander, dass im ersten Ausführungsbeispiel der Rotor der innern Flügelkolbenpumpe und im zwei ten der Rotor der äussern Flügelkolbenpumpe angetrieben wird. Im einzelnen stellen dar: Fig. 1 einen Längsschnitt, Fig. 2 einen Querschnitt nach Linie II-II in Fig. 1, Fig. 3 einen Querschnitt nach Linie III-III in Fig. 1, und Fig. 4 einen Querschnitt nach Linie IV-IV in Fig. 1 des ersten Ausführungs beispiels; Fig. 5 ist ein Längsschnitt, und Fig. 6 ein Querschnitt nach Linie VI-VI in Fig. 5 des zweiten Ausführungsbeispiels.
Im ersten Ausführungsbeispiel treibt die Welle 31 über Zahnräder 32 und 33 den Ro ter 40 der innern Flügelkolbenpumpe an, welcher in den beiden Rollenlagern 35 und 36 gelagert ist. Rotor 40 ist mit Schlitzen 41 versehen, in welche Flügel oder Schieber 42 eingebaut sind. Rotor 40 wird vom Rotor 50 der äussern Flügelkolbenpumpe umschlos sen, welcher in den beiden Rollenlagern 45 und 46 im Gehäuse 37 exzentrisch zur zylin drischen Gehäusebohrung gelagert ist. Auch Rotor 50 ist mit Schlitzen 51 versehen, in welche Schieber 52 eingebaut sind. Im Rotor 50 sind Verbindungskanäle 55 vorgesehen, durch welche das Triebmittel zwischen den beiden Rotoren (ohne Zwischenschaltung fest stehender Teile) hin- und herfliessen kann.
Im Gehäuse 37, welches die beiden Rotoren umschliesst, sind Ausgleichskanäle 57 und 58 57 und 58 angeordnet, durch welche das Triebmittel einerseits sämtliche Arbeitskammern der Druckseite beider Rotoren unter sich und an derseits sämtliche Arbeitskammern der Saug seite unter sich verbindet. Die Schieber 42 sind mit ihren seitlich vorspringenden End- teilen in einer zur Rotationsachse des Rotors 50 zentrischen, im Rotor 50 vorgesehenen Nut 44 geführt, während Schieber 52 mit ihren seitlich vorspringenden Endteilen in einer im Gehäuse 3 7 vorgesehenen und zur Bohrung des letzteren zentrischen Nut 54 geführt sind. Rotor 50 ist mit einem Zahn kranz 53 versehen, welcher in ein Zahnrad 56 der Welle 60 eingreift.
Eine Hilfspumpe 63, als Zahnradpumpe ausgebildet, welche von Zahnrädern 32 und 62 angetrieben wird, dient zum Auffüllen des Getriebes und zur Ersetzung der Leck verluste; sie saugt das Triebmittel aus Ge häuse 37 und drückt dasselbe durch Druck kanal 65 und durch ein Doppelsitzventil 70 in die Saugseite des Getriebes. Der eine Ven tilteller des Doppelventils 70 beherrscht die Durchströmung der von der Hilfspumpe ge förderten Flüssigkeit nach dem Ausgleichs kanal 57 und der andere nach dem Aus gleichskanal 58. Das Doppelventil öffnet sich nach der Seite, auf deren Ventilteller der kleinere Druck von aussen her herrscht und stellt somit eine automatische Verbindung des Druckkanals 65 mit der jeweiligen Saug seite des Getriebes her. Die beiden Aus gleichskanäle 57 und 58 sind durch Kanäle mit Sicherheitsventilen 181 miteinander ver bunden.
Rotor 40 ist mit Rollenlagern 35 und 36 in zwei Schwenkhebeln 71 und 72 gelagert, welche um die im Gehäuse 37 gelagerten Zapfen 74 und 75 drehbar sind. Hebel 71 und 72 sind mit Zugstangen 76 und 77 an Exzenterzapfen 78 und 79 einer Welle 80 angehängt, so dass durch Drehen der Welle 80 mit Handhebel 73 in der einen oder an dern Richtung der Rotor 40 gehoben oder ge senkt und dadurch die Exzentrizität des Ro tors 40 gegenüber Rotor 50 und Gehäuse 37 in positiver und negativer Richtung geändert werden kann.
Je nach der Drehrichtung und der Lage des Rotors 40, d.h. je nach seiner Exzentri zität zum Rotor 50, drückt die eine Hälfte der Arbeitskammern der innern Flügelkol benpumpe mehr oder weniger Triebmittel durch die Kanäle 55 in die Arbeitskammern der einen oder andern Seite der äussern Flü gelkolbenpumpe und bewirkt eine Drehung derselben in der einen oder andern Richtung, während die Arbeitskammern auf der andern während die Arbeitskammern auf der andern Seite der innern Flügelkolbenpumpe durch Kanäle 55 das Triebmittel wieder ansaugen. Wird die Exzentrizität des Rotors 40 gegen über Rotor 50 gleich Null gemacht, so tritt keine Förderung auf, das Getriebe läuft leer.
Bei grösster positiver Exzentrizität dreht Ro tor 50 mit grösster Drehzahl vorwärts, bei grösster negativer Exzentrizität dreht Rotor 50 mit der grössten Drehzahl rückwärts, wäh rend in den Zwischenlagen jede beliebige Drehzahl eingestellt werden kann. Dement sprechend kann bei konstanter Geschwindig keit der treibenden Welle 31 durch entspre chende Einstellung der Exzentrizität inner halb bestimmter Grenzen jede beliebige Dreh zahl der getriebenen Welle 60 in beiden Drehrichtungen erhalten werden.
Im zweiten Ausführungsbeispiel ist der Rotor 110 der innern Flügelkolbenpumpe direkt mit dem Wellenende 101 verbunden und in den beiden Rollenlagern 105 und 106 im Gehäuse 170 gelagert. Rotor 110 ist mit Schlitzen 111 und Schiebern 112 versehen und vom Rotor 120 der äussern Flügelkolben pumpe, mit den Schlitzen 121 und Schiebern 122, umschlossen. Rotor l20 ist in Rollen lagern 115 und 116 gegenüber Rotor 110 exzentrisch ebenfalls im C-reliäuse 170 gela bert. Es sind, wie im ersten Ausführungs beispiel, Verbindunskanäle 125 und Aus <B>Z,</B> gleichskanäle 127 und 128, sowie entspre chende Schieberführungen 114 und 115 vor gesehen. Rotor 120 treibt vermittelst Zahn kranz l23 und Zahnräder 126 auf Welle 130.
Es ist ebenfalls eine als Zahnradpumpe aus- Hilfspumpe 138 angeordnet, von welcher ein Druckkanal 135 zu einem auto matischen Doppelsitzventil 140 führt. Beide Rotoren sind von einem radial verschiebbaren Gehäuse 107 umschlossen, welches zur Än derung der Hubmengen der äussern Flügel kolbenpumpe vermittelst Handhebel 143 Ex zenterwelle 150 und Zugstange 146 gehoben oder gesenkt werden kann. Gehäuse 107 ist mit Führungen 141 und 142 im Gehäuse 170 geführt. Sicherheitsventile 151 verhindern ein zu starkes Ansteigen des Druckes im Ge triebe. Durch Verändern der Lage des Ge häuses 107 wird die gleiche Wirkung erzielt wie durch Verändern der Lage des Rotors 40 im ersten Ausführungsbeispiel.
Die beschriebenen Getriebe eignen sich besonders zum Antrieb von Werkzeugma schinen und Hebezeugen aller Art und zeich nen sich besonders durch geringen Raumbe darf, einfache Bauart und Unverwüstlichkeit im Betriebe, sowie durch leichte Einstellbar keit jeder beliebigen Drehzahl aus.