CH108232A - Verfahren zum Haltbarmachen von Grünfutter durch Umwandlung in Süsspressfutter. - Google Patents
Verfahren zum Haltbarmachen von Grünfutter durch Umwandlung in Süsspressfutter.Info
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Description
Verfahren zum Haltbarmachen von Gr#nfutter durch Umwandlung in S##pre#futter.
Ein Verfahren zum Haltbarmachen von Grünfutter, bei welchem Pflanzenstoffe durch Herbeiführung einer bestimmten Gärung unter Druck in Süsspressfutter umgewandelt werden, ist bereits bekannt. Dieses Verfah-. ren bietet die Möglichkeit der Gewinnung eines nur wenig Raum einnehmenden, saftreichen und nahrhaften Futtermittels, welches von den Tieren gern genommen wird und deren Milcherzeugung vorteilhaft beein flusst.
Ein grosser Nachteil dieses Verfahrens in seiner bisherigen Ausführung besteht jedoch clarin, da# seine erfolgreiche Durch- führung vom Eintritt eines bestimmten G#- rungsprozesses unter Entwicklung von Mil#h- säurebakterien abhängt, der von einer Anzahl schwer einzuhaltender Bedingungen, insbesondere von dem Feuchtigkeitsgehalt des eingebrachten Futters beeinflusst wird und daher leicht zu der unerwünschten Bildung von Essigsäurebakterien, d. h.
zum Misserfolg f#hrt. Insbesondere ist es erforderlich, in möglichst kurzer Zeit eine bestimmte Tempe ratur, und zwar etwa 50 Celsius, herbeizu- f#hren und dabei einen geniigend starken Druck auf die. Futtermasse auszuüben, wäh- rend eine schon verhältnismässig wenig höhere oder niedrigere Temperatur den-Gärungs- prozess verändert und dadurch leicht ein Ver-. derben der ganzen Futtermasse herbeif#hrt.
Zur raschen Erzielung des richtigen Wärmegrades, unabhängig vom jeweiligen Feuchtigkeitsgehalt der in den Silo einge brachten Futtermasse, ist bereits die k#nst- liche Erw#rmung durch in den Silo eingebaute Heizschlangen oder durch Elektrizität vorgeschlagen. Beides hat sich jedoch nicht- in dem gewünschten RaBe bewährt, weil die W#rme dabei nicht genügend gleichmässig die Futtermasse durchdringt. Und zwar ist die Wärme, in unmittelbarer Nähe der Rohr-' schlangen bezw. der Elektroden zu stark, in : einiger Entfernung davon jedoch zu gering.
Beispielsweise beträgt bei elektrischer Erwärmung die Temperatur an den Wänden, wo sich die Elektroden befinden, 90 , im Innern des Silos dagegen nur 20#. Au#er- dem ist die Erw#rmung mittelst Elektrizit#t kastspielig und nicht überall anwendbar.
Das Ziel der vorliegenden Erfindung liegt nun darin,dasnaitbarmachenvonGrün- futter durch #berf#hrung in ,,S##pre#futter auf dem Wege der G#rung in einfaaher und zugleich zuverlässiger Weise und unabhängig von dem jeweiligen Feuchtigkeitsgehalt der eingebrachten Futterstoffe bewirken zu können.
Dieses Ziel wird bey. dey den Gegenstand der Erfindung bildenden Verfahren dadurch erreicht, dass das in den Silo eingebrachte Futter durch unmittelbares Einblasen heisser Gase von unten bis auf etwa 50 erwärmt und dann einem starken Pressdruck unterworfen wird. Die Erzielung dieses PreBdruckes kann vorteilhaft daclurch bewirkt werclen, da# die Gase aus dem Futtermittel nach dem Zudecken des letzteren wieder nach unten abgesaugt werden und dabei die atmosphärische Luft von oben auf die auf Unterdruck stehende Futterschicht nachdrückt. Dadurch lässt sich, wie Versuche ergeben haben, auf einfache Weise selbst unter den ungiinstigsten Verhältnissen die erstrebte Gärung und das gewünschte Süsspressfutter erzielen.
Zur Ausübung des Verfahrens kann man einen Silobehälter gewöhnlicher Bauart zweckmässig in Verbinclung mit einem Koksofen und einer Luftpumpe benützen, welche gleichzeitig als Kompressor zu arbeiten vermag und durch ein Rohrleitungssystem mit dem Silo und dem Ofen so verbunden ist, dass dadurch wahlweise die Abgase des Koksofens unter mehr oder weniger starker Beimischung von Frischluft von unten in den Silo gedrüekt und'auch zusammen mit etwaiger
Feuchtigkeit wieder aus diesem herausgesaugt werden können.
Auf der Zeichnung ist eine solche Anlage in einem Ausführungsbeispiel schematisch dargestellt. Dabei ist a der Silobehälter mit einem rostartigen Boden b. Unterhalb des letzteren ist eine Rohrleitung c anges, chlos sen, die über einen Wasserabscheider d-mit- telst der beiden Dreivegehähne f, g wahlweise mit der Druck-und Saugseite einer Pumpe h in Verbindung gebracht werden kann.
An die Saugseite der Pumpe ist über den Dreiwegehahn g ferner das Abzugrohr k eines Koksofens m angeschlossen, während auf der Druckseite an den Dreiwegehahn jf sich ein freimündendes Rohr n anschlie#t. Der Betrieb und die Wirkungsweise dieser Einrich- tung ist wie folgt :
Nachdem in bekannter Weise von Hand oder maschinell ein Einfüllen der Futtermasse in den Silobehälter a vorgenommen ist, werden die warmen Abgase des Koksofens H ;
mittelst der Pumpe h von unten in den Silo eingepumpt, und es wird dabei durch ent sprechende Einstellung der Klappe pf so viel Luft den Heizgasen beigemischt, dass die Temperatur des in den Silo eingedrückten
Gasluftgemisches etwa 50 bis 60 Celsius beträgt, wie an dem vor dem Silo angebrachten Thermometer r erkennbar ist.
Durch das Eindrücken dieses heissfen Gasluftgemisches wird das Futter in kürzester Zeit unter gründlicher Durcharbeitung angewärmt. Dabei kann auch die Temperatur im Innern des Silos durch darin angebrachte Thermometer st#ndig beobachtet und durch die Menge des zugeführten. Gasluftgemisches der jeweiligen Beschaffenheit, insbesondere dem Feuchtigkeitsgehalt der Futtermasse entsprechend geregelt werden, so dass in kürzester Zeit die gewünschte Erwärmung der Futtermasse auf 50 bis 60 eintritt.
Nach dem Füllen und Erwär, men des
Silos wird das Futter mit einer Lage von trockenem Häcksel überdeckt. Ferner legt man einen losen Deekel s auf und dichtet diesen mit einer etwa fussdicken Schicht t vom feuchten Lehm ab. Darauf lässt man die Pumpe in umgekehrter Richtung arbeiten, so dass die Gase aus dem Silo abgesaugt werden und das Futter durch den von oben auf den Deckel wirkenden Luftdruck gleichmässig zusammengepresst wird, während die Lehmschicht entsprechend heruntersinkt.
Schädliche Lücken, die zu Faul-und Schim- melstellen oder zu Randfäulnis Anlass geben, werden mit Sicherheit vermieden, so dass wesentliche Futterverluste nicht eintreten können. Die Anwendung mechanischer Kraft zum Pressen, deren Anwendung äusserst kostspielig ist, kommt überhaupt nicht mehr in Frage, und man erhält trotzdem ein vorzüg- liches Süsspressfutter, weil durch die sofortige Einwirkung heisser Luft von etwa 50 alle Fäulnis-und Essigs#ureerreger get#tet wer- den.
Nur die erwünschten Milchsäurebakte- rien vermögen sich zu bilden und zu halten und dienen der Bildung eines vorzüglichen S##pre#futters. Das wiederholte Einblasen der trockenen, warmen und Auspumpen der feuchten Luft bewirkt den für eine gute Konservierung gewünschten Grad von Trokkenheit. Das konservierte Grünfutter verlierb nut wenig an Nährwert und ist monatelang haltbar.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH 1 : Verfahren zum Haltbarmachen von Gr#n- futter auf dem Wege der Umwandlung in S##pre#futter durch Herbeif#hrung einer entsprechenden Gärung unter Druck in Silobehältern, dadurch gekennzeichnet, dass die für die Gärung erforderliche Temperatur von etwa 50# durch unmittelbares Einleiten hei- sser Gase von unten in das in den Silo eingebrachte Futter herbeigeführt und darauf der Press druck auf das Futter ausgeübt wird.UNTERANSPRUCHE : 1. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass als hei#e. Gase die Verbrennungsgase eines Koksofens be nutzt werden.2. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass der Pressdruek durch Wiederabsaugen der Gase und den dadurch auf die abgedeckte Oberfläche des Futters ausgeübten Druck der atmosphäri schen Luft bewirkt wird.3. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, da# den heissen Ga sen vor Eintritt in den Silo eine bestimmte regelbare Menge Frischluft beigemischt und dadurch die Temperatur der einzu leitenden Gase genau der jeweiligen Be schaffenheit des Futters angepasst wird.PATENTANSPRUCH H : Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Patentanspruch 1 und Unteran- sprüchen 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daB eine zwischen einem die hei#en Gase liefernden goksofen und dem Silo angebrachte Pumpe durch eine Rohrleitung so mit diesen beiden Teilen verbunden ist, da# sie wahlweise aus dem Koksofen in den Silo oder aus dem Silo in die freie Luft fördern kann.UNTERANSPRUCH : 4. Vorrichtung zur Ausübung des Verfah rens nach Patentanspruch I und Unteran sprüchen 2 und 3 nach Patentanspruch II, gekennzeichnet durch eine in der Sauglei tung der Pumpe. angeordnete verstellbare Klappe zur regelbaren Beimischung von Frischluft zu den hei#en Gasen zwecks Temperaturregelung der in den Silo einge führten Gase.
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