Nikrotelephon. Bei der Verwendung von Mikrotelephonen d. h. von an einem gemeinsamen Handgriff befestigtem Mikrophon und Telephon im Fern sprechbetrieb wurde vielfach die unangenehme Erfahrung gemacht, dass beim starken Sprechen im Telephon hohe pfeifende Töne von kurzer, oder auch von ziemlich langer Dauer in störendem Grade hörbar werden. Diese Stö rung ist ganz besonders dann bemerkbar, wenn sehr empfindliche Mikrophone, leichte Handgriffe und leichte Telephone für die Herstellung der Mikrotelephone zur Verwen dung gelangen, und wenn die Mikrophon- und die Telephonmembranen nahezu gleiche Eigenschwingungen aufweisen.
In diesem Fall ist es nämlich leicht möglich, dass starke Schwingungen der Telephonmembrane durch die Telephondose und durch den Handgriff auf die Mikrophondose und auf die Mikrophon membrane übertragen werden, und dass die Schwingungen derletztereninfolgeUmformung in elektrische Stromschwingungen, sowie in folge ihrer Verstärkung durch die Mikro phonbatterie elektromagnetisch auf die Tele- phorrmembrane zurückwirken und sie in Eigen schwingung erhalten.
Die vorliegende Erfindung betrifft nun ein Mikrotelephon, bei welchem diese in der Fern sprechtechnik als "Pfeifen des Mikrotelephons11 bezeichnete Wechselwirkung zwischen Tele phon und Mikrophon dadurch verhindert ist, dass der Handgriff, das Telephon und das Mikrophon so massiv konstruiert werden, dass die Eigenschwingungen des Handgriffes nicht mehr als 1000 Schwingungen in der Sekunde, die Eigenschwingungen des Telephons, sowie diejenige des Mikrophons nicht weniger als 1800 Schwingungen in der Sekunde beträgt.
Überdies wird zweckmässigerweise das Tele phon am Handgriffe so befestigt, dass sein Boden auf der Auflagefläche des Handgriffes nur an den die Befestigungsschrauben enge umschliessenden Stellen aufliegt, während er an den übrigen Stellen von ihm um einige Millimeter entfernt ist. Dies wird entweder dadurch erreicht, dass die Bodenfläche des Telephons an jenen Stellen um einige Milli meter erhöht oder dass zwischen die ebene Bodenfläche und die ebene Auflagefläche des Handgriffes kleine scheibenförmige Unterlagen auf die Befestigungsschrauben aufgeschoben sind.
Durch diese Befestigungsart werden all- fällige Schwingungen des mittleren Boden teils der Telephondose verhindert, sich über den Handgriff auf das Mikrophon fortzupflan zen. Aus dem gleichen Grunde kann auch das Mikrophon derart am Handgriffe so be festigt sein, dass nur der Rand seines Metall bechers auf den Handgriff aufzuliegen kommt, während sein wirksamster und am leichtesten mitschwingender mittlerer Teil vollständig frei bleibt, und nur Schwingungen der Mikro phonmembrane aufnimmt.
Zum leichteren Verständnis des Erfindungs gegenstandes und seiner besonderen Merkmale, soll nachstehend ein Ausführungsbeispiel durch Beschreibung und Zeichnung erläutert werden. Die in der letzteren enthaltenen Figuren stel len folgende Ansichten dar: Fig. 1. Die Seitenansicht eines Mikrotele- phons, sowie Querschnitte des obern und untern Teils des Handgriffes, am ersteren befestigten Telephons und des im letzteren eingeschraubten Mikrophons; Fig. 2 und 3.
Vorderansichten des Hand griffes und der an seinem obern und untern Ende angebrachtenVerbindungsklemmen, nebst schematischen Angaben von zwei verschiedenen Schaltungen der beiden Telephonwicklungen und ihrer Verbindungen mit dein Mikrophon und mit den Adern der Leitungsschnur; Fig. 4. Vorderansicht des Handgriffes ohne Telephon und ohne Mikrophon, nebst Ansicht der Anordnung der Schnurklemmen; Fig. 5. Ansicht des Telephons von der Bodenseite; Fig. 6. Ansicht des Mikrophons von der Rückseite.
In Fig. 1. 2, 3 und 4 ist der ans plas tischer Isoliermasse bestehende Handgriff 7 mit seinen beiden zur Befestigung des Tele- phons 5 und des Mikrophons 6 bestimmten Endflächen 19 und 29 dargestellt.
Im Innern desselben befinden sich drei in den Handgriff eingebettete Verbindungsdrähte 8, 9 und 10, deren obere Enden nach Fig. 2 und 3 mit den drei in die plastische Masse eingebetteten und mit innern Schraubengewinden versehenen Metallmuttern 11, 11, 11 (siehe Fig. 1 und 4) und deren untere Enden in bezug auf 8 und 10 mit den in Fig. 2 und 4 sichtbaren Klemmen 23 und 21 und in bezug auf 9 mit der im untern Ende des Handgriffes be festigten Metallhülse 12 verbunden sind.
Das in Fig. 1 und 5 dargestellte Telephon 5 ist ein sogenanntes Dosentelephon und be steht aus der dickwandigen und aus plastischer Isoliermasse hergestellten Dose 21, aus der auf die Dose aufgeschraubten Hörmuschel 39, ans der zwischen dieser und dem obern Do senrande festgeklemmten Eisenblechmembrane 38 und aus der am Dosenboden mittelst drei Schrauben 27, deren Muttern in den Dosen boden eingelassen sind, befestigten Magnet partie 15, deren Konstruktion als bekannt vorausgesetzt werden darf und keine besondere Merkmale aufweist.
Das Telephon ist durch drei Schrauben 22, welche in das Gewinde der im Handgriffe eingebetteten drei Metall hülsen 11 passen, auf dem flach gefrästen äussern Teil der obern Endfläche 19 des Handgriffes festgeschraubt. Der mittlere Teil von 19 ist jedoch etwas vertieft. Auf der untern Seite des Dosenbodens befinden sich drei scheibenförmige und flach gefräste Er höhungen 43, in deren Mitte die Löcher für die Schrauben 22 durchgebohrt und mit Me tallhülsen 20 ausgebüchst sind.
Beim Auf schrauben des Telephons auf die Handgriff fläche 19 bleibt der mit der Telephonmernbrane am stärksten mitschwingende mittlere Teil des Dosenbodens von der Endfläche 19 des Handgriffes entfernt, so dass die stärksten Schwingungen der Membrane 38 und des Dosenbodens nicht auf den Handgriff 7 und durch diesen auf die Mikrophonmembrane 32 übertragen werden. Es ist einleuchtend, dass dieser Zweck der auf der untern Seite des Dosenbodens befindlichen Erhöhungen 43 auch dadurch zu erreichen ist, dass man sie durch scheibenförmige Zwischenlagen ersetzt, durch welche die Endfläche des Handgriffes und Bodenfläche des Telephons auseinander ge halten werden.
Das Mikrophon besteht aus einem Metall becher 31, welcher mit seinem Ansatze 36 in die am untern Ende des Handgriffes 7 ein gebettete Metallhülse 12 eingeschraubt wird, aus der am Boden des Bechers isoliert an gebrachten Kohlenkapsel 30 des Mikrophons, aus der darüber im obern Teil des Metall bechers 31 gelagerten und durch einen Feder ring 35 festgehaltenen Mikrophonmembrane 32 und aus dem über den Becher 31 äufge- schobenen und auf seinem flachen Teile mit Schlitzen versehenen Schalldeckel 40.
Die Konstruktion und die Befestigungsart der Kohlenkapsel 30 der Membrane 32 und der Stromzuführungsfedern 18 und 37 ist die all gemein gebräuchliche und darf wohl als be kannt vorausgesetzt werden. Im übrigen ist die Zusammenstellung des Mikrophons die folgende: Nachdem die Zeitungsschnur 28 in den Handgriff nach Fig. 4 einmontiert ist, wird der aus plastischem Isoliermaterial her gestellte Isolierring 16 (siehe Fig. 1 und 6) so auf die untere Endfläche 29 des Hand griffes 7 (siehe Fig. 1 und 4) aufgelegt, dass sein Vorsprung 46 in die Ausfräsung 44 (Fig. 4) der Handgrifffläche 29 passt.
Hierauf wird derMetallbecher mit einmontierterKohlen- kapsel 30 und Membrane 32 mit seinem un tern Ansatze 36 in die Metallhülse 12 des Handgriffes eingeschraubt, bis der Isolierring 16 mit seiner Fläche 29" (siehe Fig. 1 und 6) auf der Endfläche 29 des Handgriffes (siehe Fig. 1 und 4) und der Absatz 14 des Metall bechers 31 auf der Fläche 14a des Isolier- ringes 16 fest aufsitzt. Dabei wird die Kon taktfeder 18 gegen den Stellring der Kohlen kapsel 30 gedrückt.
Zuletzt wird der Schall deckel 40 über den Metallbecher 31 aufge schoben und an dem im Isolierring 16 be festigten Metallreifen 17 mit einigen Schrauben 41 festgeschraubt. .
Die bisher beschriebene Konstruktion des in der Zeichnung dargestellten Ausführungs beispiels des Erfindungsgegenstandes ist aber an und für sich noch nicht hinreichend, um das in der Einleitung erwähnte Pfeifen des Telephons mit Sicherheit zu verhüten. Zu diesem Zwecke müssen Handgriff, Telephon und Mikrophon so kräftig und massiv her- gestellt werden, dass ihre Eigenschwingungen den am Anfange dieser Beschreibung ange führten Bedingungen genügen.