Bügelstromabnehmer. Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein Bügelstromabnehmer, der einen flachen Schleif bügel aufweist, welcher frei drehbar an einem Stromabnehmergestell gelagert ist und aus durch ausgebogene Rippen versteiftem. Blech besteht, wobei die Breite des Schleifbügels in der Fahrtrichtung ein Mehrfaches des grössten Abstandes der Schleiffläche des Schleif bügels von dessen Drehachse beträgt, zum Zwecke, einem Kippen des Schleifbügels ent gegenzuwirken, wobei ferner der Schwerpunkt des Schleifbügels so unter der Drehachse liegt, dass das Gewicht des unter der Dreh achse liegenden Teils des Schleifbügels diesen stets flach an die Leitung zu halten be strebt ist.
In beiliegender Zeichnung sind Ausfüh rungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes dar gestellt, und zwar zeigen: Fig. 1 einen Querschnitt bezw. Ansicht eines Schleifbügels, Fig. 2 und 3 einen Bügelstromabnehmer mit dem Schleifbügel in Vorder- bezw. Seiten ansicht, Fig. 4 einen Scherenstromabnehmer mit Schleifbügel, Fig. 5 eine weitere Ausführungsform des Bügelstromabnehmers in Vorderansicht, Fig. 6 und 7 einen Scherenstromabnehmer in Vorder- bezw. Seitenansicht,
Fig. 8 einen Querschnitt durch einen Schleif bügel mit zweiteiligem Lagerstück, Fig. 9 einen Querschnitt in grösserem Massstabe durch einen Schleifbügel mit einer Reibungskupplung.
Der Schleifbügel (Fig. 1) besteht aus dün nem Metallblech 1 (z. B. Eisen, Messing, Kupfer, Aluminiumlegierung), welches an bei den Rändern zu Auflaufflächen 2 abgebogen ist, um bei der grossen Breite und dem er forderlichen geringen Gewicht eine weitge hende Steifheit des Schleifbügels zu erzielen. Die an- der den Fahrdraht 4 berührenden Schleiffläche 3 eingepressten Nuten 5, deren Stärke ein Mehrfaches der Blechstärke beträgt, dienen zur Aufnahme eines Schmiermittels. Die Breite b (Fig. 1) des Schleifbügels, bei spielsweise 10-15 cm, ist im Verhältnis zum.
Abstand a der Schleiffläche 3 von der Dreh- achse x, an dem Scheitel des Bügelbogens gemessen, so gross, etwa 5-10fach, dass einem Kippen des Bügels entgegengewirkt wird, weil im Moment, in dem sich die hintere Kante vom Fahrrad entfernt, ein starkes Drehmoment auftritt, das den Bügel wieder in seine ursprüngliche Lage zurück zudrehen bestrebt ist. Um die vordere Kante senkrecht über die Drehachse zu verlegen, d. h. den Bügel zu kippen, wäre eine sehr grosse Kraft notwendig, da der Bügelstrom abnehmer nach unten und der Fahrdraht nach oben auszuweichen gezwungen ist.
Die zur drehbaren Lagerung des Schleif bügels dienenden Ösen 6 sind mittelst Nie ten 8 am Bügel befestigt, deren Köpfe so tief versenkt sind, zum Beispiel in den Schmiernuten 5, dass bis zu der zulässigen Abnutzungsgrenze des Schleifbügels kein Ab schleifen der Nietenköpfe stattfindet. Zu die sem Zwecke liegt der oberste Rand der zur Aufnahme der Nieten dienenden Öffnungen tiefer als die untere Seite der Schleiffläche.
Nach Fig. 8 ist der flache Schleifbügel 1 zwecks Lagerung mit zweiteiligen Lager stücken 6a versehen, mittelst welcher ei, an den aus einem Rundstab bestehenden übli chen Bügel 11 eines einfachen (Fig. 5) oder eines Scherenstromabnehmers (Fig. 6 und 7) drehbar gelagert ist. Soll der Bügel auf einem Scherenstromabnehmergestell angebracht sein, so kann dies unter Zwischenschaltung eines auf dem Scherenstromabnehmergestell kipp bar gelagerten besonderen Rahmens erfolgen.
Obwohl unter normalen Betriebsbedingun gen der flache breite Schleifbügel unter der Wirkung der bei dem Befahren des Fahr drahtes entstehenden Reibung nicht umkippt, so mag es trotzdem vorkommen, dass unter aussergewöhnlichen Umständen, zum Beispiel beim Anschlagen an ein Hindernis, ein Um kippen des schwingbaren Bügels eintritt, was zu Betriebsstörungen, zum Beispiel Abreissen der Querdrähte der Fahrleitung führen könnte. Zur Vermeidung dieses Übelstandes ist es wünschenswert, den Anschlag des Schleif bügels zu begrenzen.
Bei Benutzung eines Scherenstromabneh- mergestells kann zu diesem Zwecke der schwingbare Bügel an der einen oder an bei den Seiten mit einem Fortsatz 9 versehen sein, der zwischen die das Scheitelgelenk 12 des Scherengestells bildenden Stangen 10 ragt. Die an die Stangen 10 anschlagenden Fortsätze 9 begrenzen den Ausschlag des Schleifbügels 1 derart, dass dessen Einsteil barkeit nicht beeinträchtigt, das Umkippen jedoch verhindert wird, und sie verlegen den Schwerpunkt des Bügels unter die Drehachse.
Die Begrenzung des Ausschlages des Schleif bügels kann auch mittelst einer Reibungs kupplung (Fig. 9) erfolgen; welche aus einer zweiteiligen Scheibe 13 besteht, die mittelst der Schraube 1.1 auf die zur Lagerung des Bügels dienende Stange 11 zweckmässig von dieser isoliert befestigt ist. Um die Scheibe 13 ist ein biegsames Band 15, z. B. Stahl band, lose gelegt, in welches zu beiden Sei ten der Welle 11 mittelst Gelenk 20 je ein Hebelarm 16 gelenkig eingeschaltet ist, der reit seiner Dauineufläche 17 lose auf der Scheibe 13 aufruht.
Das Stahlband 15 trägt ferner den Hebelarm<B>18,</B> an dessen Ende ein Gewicht 19 befestigt ist. Dieses dreht in jeder Stellung des Stromabnehmergestells das Bremsrad 15 derart, dass die freien Enden der beiden Bremshebel 16 in einer Wag rechten liegen und sieh in einem solchen Abstande von der untern Seite des Bügels 1 befinden, dass sie nur den zur Anschmiegung an die Fahrleitung erforderlichen Ausschlag des Schleifbügels gestatten. Überschreitet aber der Ausschlag des Schleifbügels dieses Mass, so schlägt der Bügel an den einen der Bremshebel 16, dieser schwingt um seine Daumenfläche 17 etwas aus und zieht das Bremsband 15 an, so dass die als Anschläge wirkenden Hebel 16 fest mit der Welle 11 gekuppelt werden.
Sobald der Bügel wieder in seine Mittellage zurückgekehrt ist, wird der betreffende Bremshebel freigegeben und das Band 15 gelockert.
Die Anpressung des Bügels an den Fahr draht geschieht also nur durch Verlegung des Schwerpunktes unter die Drehaxe. Die unter der Drebaxe liegenden Arme wirken infolge ihres Gewichtes (Massenträgheit) beim Anfahren der Kippwirkung der Reibung ent gegen. Der Schleifbügel schmiegt sich bei jeder Neigung des Bügelstromabnehmers mit der ganzen Breite der Schleiffläche an den Fahrdraht, die Abnutzung wird daher gering und gleichmässig. Auch die Fahrleitung wird geschont, selbst wenn der Schleifbügel aus hartem Eisenblech angefertigt wird.
Infolge der grossen Berührungsfläche kann der Schleif bügel für die höchsten in Betracht kommen den Stromstärken bemessen werden, so dass man in vielen Fällen mit einem einzigen Bügelstromabnehmer auskommen kann, in denen bisher deren zwei angewendet werden mussten.