CH108658A - Verfahren und Vorrichtung zur Destillation lockerer Massen. - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Destillation lockerer Massen.Info
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Description
Verfahren und Vorrichtung zur Destillation lockerer Massen. Die Hülsen von Cerealien, wie Korn, Reis und Maiskolben, und solche Stoffe, wie Stroh und dergleichen, bilden in Ackerbau treibenden Ländern grosse Abfallmengen, da wenig oder gar kein Nutzen in den Gegen den, wo sie entstehen, aus ihnen gezogen werden kann. Der Transport solcher Abfall stoffe ist zu kostspielig im Verhältnis zu ihrem Wert; auch zum Verbrennen in Ofen oder zur Kesselfeuerung, wie beispielsweise für Dampferzeugung, sind diese Stoffe nicht geeignet, weil bei ihrer Verbrennung meist gefährliche Funkenbildung entsteht.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung, die solche Stoffe und auch viele andere Materialien destillier fähiger Art, wie beispielsweise Torf, Kohle und Ölschiefer, durch Destillation auszunüt zen erlaubt. Das Wesentliche des Verfahrens besteht zuvörderst darin, dass die Materialien unter Luftabschluss geglüht und dabei die gas- und dampfförmigen. Nebenerzeugnisse, wie Gas, Kohlenwasserstoffe, Öl, Teer und Ammoniak, sowie der Koks, gewonnen wer den.
Weiter werden gemäss der Erfindung die Koksbestandteile unter Benutzung eines Teils oder der gesamten Menge des gewonne nen Teers oder Peches zu Briketts gepresst, so dass eire gut transportierfähiges und wert volles Brennmaterial entsteht.
Vorteilhafte Einzelheiten des neuen Ver fahrens bestehen noch darin, dass der Koks vor dem Herauskommen an die freie Aussen luft staubfein pulverisiert wird, und ferner in der Benutzung eines Stromes von nicht sauerstoffhaltigem' Gas zum Durchspülen des Materials, ehe es in die Vorrichtung kommt, um die in dem Material enthaltene Luft zu verdrängen und dadurch seine Ver brennung bei der Erhitzung zu verhüten.
Die Vorrichtung besteht in der Haupt sache aus einer luftdichten Kammer und wenigstens einer durch diese mit Abdichtun gen hindurchgeführten drehbaren Trommel, die auf ihrer Aussenseite Leisten zur Auf nahme des von aussen ihr zugeführten Xa- terials trägt, und an deren innerer Seite eine Heizgasführung enthält. Das Material wird so in dünner Schicht auf der von innen be heizten Trommelfläche- ausgebreitet und schnell und gleichförmig destilliert.
Vor teilhaft sind noch, eine Reihe von Einzel heiten, die später beschrieben sind, wie bei spielsweise ein wärmespeichernder Kern in nerhalb der Trommel, eine Vorrichtung, die das Material auch auf einem Teil der Unter seite der Trommel gegen diese andrückt, eine Walzenvorrichtung zum Auspressen der Luft aus dem Material am Eingang der Vor richtung und verschiedene weitere Einzel heiten.
Die Zeichnung veranschaulicht die Vor richtung an einem Ausführungsbeispiel, und zwar ist: Fig. 1. ein Längsschnitt, Fig. 2 ein Querschnitt.
Die beheizte Oberfläche ist eine drehbare Trommel 1, die durch Tragringe 2 auf nicht dargestellten Tragrollen üblicher Art ge lagert ist, und ein gezahnter Ring 3 ist auf der Trommel vorgesehen, in Eingriff mit einem Zahnrad 4, das von einer :-eigneten Kraftquelle angetrieben ist. Die Trommel ist auf ihrer Aussenseite mit Schaufeln oder Leisten 5 ausgerüstet, die in beiden Umfangs richtungen so gebogen sind. dass sie Taschen bilden, die das Material über einen grossen Teil des Umfanges an der Trommel an- lieYeii(1 erhalten.
Ein Gurt 6 aus (licht ge wobener Drahtgaze ist über Rolleis 7 so aus gespannt, dass er das Material auch unten an der abwärts laufenden Seite der Trommel noch dicht an deren beheizte Fläche ange drückt erhält, um somit die Heizungsdauer so lang als möglich zu machen.
Zur Heizung der Trommel ist an ihrem einen Ende eine Feuerung 8 vorgesehen, die um ihren Innenraum durch einen gebogenen Rauchkanal 9 unter Vermittlumg eines Trommel-Einlasskanals 10 angeschlossen ist. Am andern Ende ist ein Auslasskanal 11 vor gesehen. In ihrem mittleren Teile enthält die Trommel einen Kern 12 mit koniseher Kappe 13 an dem einen Ende, zum Zweek, die Heiz gase wirksam gegen die zu heizende: Innen seite der Trommelwandungen zu drängen.
Die Teile 10, 12 und 13 bestehen aus ivitrme- speicherndem Material, wie beispielsweise Schamotte, und sind mit der Trommel zu sammen drehbar, um deren Temperatur cntig- lichst gleichförmig zu gestalten.
Am untern Teile der aufwärts laufen den Trommelseite ist ein Zulauf für das zn behandelnde Material vorgesehen, in Gestalt: eines Einlassgehäuses 14, in dessen Mündungs teil 15 ein Paar drehbarer und geeignet an getriebener Walzen 16 gelagert ist. Das zu destillierende Material wird dem Gehäuse 14 dadurch unter einem Druck zugeführt, durch den die im Material enthaltene Luft aus getrieben und am Eintreten in das Gehäuse verhindert wird.
Ein Auslassgehäuse 17 ist unterhalb der Trommel vorgesehen, und an diesem ist unten eine nicht gezeichnete #Ter- sehlussvorrichtung beliebiger Art vorgesehen, die das Herausführen des Kokses ohne Zu tritt von Luft ermöglicht.
Eine hammer artig wirkende, geeignet angetriebene, schwin gende Platte 1.9 ist auf einer Welle 20 so in dem Auslassgehä use 17 gegenüber von dessen -'@Tandung vorgesehen, dass das am Ende der Rolle 7 herabfallende destillierte Material zwischen ihr und der Wanden ,l# pulverisiert wird und dadurch vor seinem Austritt an die freie Luft eine kompakte, festliegende Masse bildet,
Die MTandungen des Auslassgehäuses 17 können durch einen ZVassermantel oder eine sonstige Kühlv orrich- tung umgeben sein, um das Material weiter gegen Verbrennung im Augenblick des Zu- trrittes der Luft zu sichern.
Rund um die obere Seite der Trommel 1 ist eine D'estillationskammer gebildet, mit- telst zweier Gehäuse 21 und 22, die die Auslässe für die bei der Destillation frei werdenden gasförmigen Bestandteile bilden.
Ein solches Gehäuse genügt, wenn alle gas förmigen Erzeugnisse gemeinsam abgezogen werden sollen, um d.arnaeh voneinander ge trennt zu werden: aber noch mehrere solche Gehäuse können vorg_,esehen werden, wenn die ganze Trennung , unmittelbar von den verschieden stark beheizten Umfangsteilen der Trommel aus vorgenommen werden soll.
Eine Öffnung 23 oder ein besonderer Kanal verbindet den obern Teil des Einlassgehäuses 14 mit dem Gasauslass 21, so dass ein Strom des erzeugten Gases von der Trommel durch das eintretende Material im Gehäuse 14 hindurchstreicht und zusammen mit der in dem Material enthaltenen Luft durch die Öffnung 23 und das Auslassgehäuse 21 ab zieht. Dadurch wird das Material vor sei nem Zutritt zur Trommel vollständig von Luft befreit und gegen Verbrennung bei der Erhitzung geschützt; zugleich erwärmt das heisse Gas das Material, so dass das Destillierverfahren wirksam beschleunigt wird.
Eine luftdichte Verbindung zwischen der umlaufenden Trommel und den an sie an stossenden Rändern der Kammer ist durch eine Mehrzahl von Ringen 24 und 25 aus gebildet, die an der Kammer bezw. an der Trommel vorgesehen sind und zwischen ein ander eingreifen. An die tiefsten Stellen der diese Ringe umschliessenden Gehäuse sind Rohre 26 angeschlossen, die mit nicht sauer stoffhaltigem Gas von etwas mehr als atmo sphärischer Spannung gespeist werden. Bei spielsweise wird mittelst einer Pumpe ein Teil des gewonnenen Leuchtgases der De stillation in diese Rohre eingeführt. Hier bei ist selbst in dem Falle, dass in der De stillationskammer ein Vakuum entsteht, das Eintreten von Luft in diese Kammer ver hindert.
Es tritt nur das zugeführte Dich tungsgas ein, und Verbrennung des Destil- lationsmaterials oder auch das Entstehen explosionsgefährlicher Gas-Luft-Mischungen ist verhütet.
Zu noch weiterer Verbesserung der Luft dichtheit der Kammer kann das eine Ring system fortfallen und die Kammer und die Trommel an dem der Feuerung 8, 9 gegen überliegenden Ende geschlossen sein, indem die Einlass- und Auslasskanäle für die Feuer gase beide an demselben Ende innerhalb der Trommel vorgesehen werden.
Das Arbeitsverfahren ist zum Beispiel folgendes Das Destillationsgut wird durch Ein schütten in das oben offene Zulaufgehäuse 15 an den Walzen 16 zugeführt, und diese pressen es in das Einlassgehämse 14, wo es von dem aufsteigenden Gas durchspült wird. Durch die Walzen wird dabei der grösste Teil der im Material enthaltenen Luft aus getrieben und durch das Gas wird der Rest ausgespült; das Gas wird durch diese ge ringe Luftmenge für Leuchtzwecke und son stige Brennzwecke nicht unbrauchbar, weil die Luftmenge zu gering ist, als dass sie das Gas explosiv machen könnte.
Aus dem. Einlassgehäuse 14 fällt das Ma terial als Band von dünner Schichtdicke auf die rotierende Trommel 1 und wird von den Leisten 5 mitgenommen, so dass es dauernd an der von innen beheizten Trommelwand anliegt und auf deren Temperatur, beispiels weise bis 400 oder<B>600',</B> erwärmt wird. Durch die Kanäle 21 und 22 ziehen dabei die Gase ab, die insbesondere auch den so genannten Urteer, das heisst bei wenig hoher Temperatur entstehenden Teer, mit abführen und die Gewinnung aller wertvollen Bestand teile ermöglichen, wie beispielsweise Ammo niak, Benzin und Kohlenwasserstoffe, die für die Anilinindustrie wertvoll sind.
Das an der Trommel 1 anliegende Ma terial fällt schliesslich ganz unten von dieser ab und wird durch die Vorrichtung 19, 20 pulverisiert, wobei der lockere Koks auf ein Fünftel oder einen noch geringeren Teil seines früheren Volumens gebracht wird; dies geht ohne Schwierigkeit vor sich, weil durch die Destillation das Material voll ständig seiner früheren Elastizität beraubt ist, so dass es sich mit geringem Kraftauf- wande in ein feines und sich sehr dicht lagerndes Pulver verwandeln lässt, das nicht mehr leicht brennt und daher in wenig ge kühltem Zustande der Luft ausgesetzt wer den kann.
An Stelle des Pulverisierens ge nügt bei manchen Materilien eine Kühlung, oder es genügt auch, wenn das Material in einem mit Deckel versehenen Gefäss bis zur vollständigen Kühlung aufbewahrt wird.
Der pulverisierte und gekühlte Koks wird dann zu Briketts verarbeitet, indem er mit einem Teil oder der ganzen Masse des aus der Destillation gewonnenen Teers oder Peches gebunden wird. Besonders gute Ergebnisse werden erreicht, wenn 10 bis 20 % Bindemittel dem Koks zugesetzt wer den. Eine besonders günstige Bindefähigkeit <B>ergibt</B> sich ferner für das teerartige Binde mittel, wenn dieses bei bestimmten Tem peraturen durch Destillation gewonnen wird. Man kann beispielsweise, wird nur der Teer aus einem der Gasabzüge 21 oder 22 ver wendet, oder aus der gesamten Teermasse, durch eine nochmalige Destillation zwischen ganz bestimmten Temperaturen einen Teil des Teeres als Bindemittel gewinnen.
Auf diese Weise ergibt sich ein Bindemittel, das die Briketts gerade richtig fest macht, so dass weder ein Zerfliessen der Briketts bei hoher Aussentemperatur, beispielsweise in heissem Klima, noch auch ein Zerbröckeln eintritt. Die geeigneten Temperaturen für die Destillation des Bindemittels sind für jedes Material durch Versuch leicht festzu stellen.
Eine besonders gute Destillation gemäss vorliegendem Verfahren ergibt sich auch bei Benutzung mehrerer Trommeln, die schräg übereinander liegen, so dass das Material auf kürzestem Wege und ohne Staubaufwirbelung von einer Trommel zur andern fällt. Diese Trommeln können hintereinander in einen gemeinsamen Rauchkanal eingeschaltet sein, so dass sie verschieden hohe Temperaturen für Vorwärmung und Destillation besitzen.
Die erzeugten Gase können an jeder Trom mel einzeln abgesaugt werden. ZÄTeiter. kön nen die Trommeln von abwechselnd entgegen gesetzten Enden her mit den Heizgasen ge speist werden, so dass ein Teil des zu de stillierenden Materials, der bei einer Trom mel über das zuletzt von den Heizgasen er reichte weniger heisse Ende läuft, bei der nächsten Trommel über das heisseste Ende läuft. Auf diese Weise werden sämtliche Teile des zu destillierenden Materials ganz besonders gleichförmig erhitzt und destil liert.
Claims (1)
- <B>PATE,</B> NTANSPRUCH1: Verfahren zur Destillation lockerer Mas sen, dadurch gekennzeichnet, dass das Ma terial unter Luftabscliluss geglüht, dabei die gas- und dampfförmigen Nebenerzeugnisse gewonnen und der erzeugte Koks unter Be nutzung der bei der Destillation gewonnenen Kohlenwasserstoffe als Bindemittel zu Bri ketts verarbeitet wird. <B>UNTERANSPRÜCHE</B> 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Bindemittel für den Koks .aus dem gewonnenen Teer durch eine zweite Destillation gewonnen wird. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der bei Destillation erhältliche Koks, bevor er der Luft aus gesetzt wird, pulverisiert wird.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass ein Strom von nicht sauerstoffhaltigem Gas durch das Ma terial hindurchgeleitet wird, ehe es der Erhitzung unterworfen wird. -1-. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das b@atelial in die Destillationskammer durch eine Vor richtung hineingeführt wird, die es als Band von dünner Schichtdicke presst.PATENTANSPRUCH II- Vorrichtung zur Durchführung des Ver fahrens nach Patentanspruch T, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrirhtung eine luftdichte Kammer und wenigstens eine durch diese mit Abdichtungen hindurch geführte drehbare Trommel aufweist, die auf ihrer Aussenseite mit Leisten zur Aufnahme des von aussen ihr zugeführten Materials ver sehen ist lind innerhalb ihrer Wandungen eine Heiz<B>e</B> asfülirung enthält.UNTERA-.\7SPRttCIIE 5. Vorriehtun2: nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass die Trom mel auf ihrem Aussenumfange mit längs- laufenden Schaufeln oder Leisten bewetzt ist, die Taschen bilden, so dass sie das Material auf einem grossen Umfangs teile an der Trommel halten. G. Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass am untern Teile der Trommel ein über Rollen aus gespannter Gurt so angelegt ist, dass er das Material dicht gegen die Trommel fläche drückt. i.Vorrichtung nach Patentanspruch 1I, dadurch gekennzeichnet,. dass als Zufüh rungsvorrichtung ein Paar drehbarer Walzen vorgesehen ist, die parallel zu der Destilliertrommel liegen und die das Material gepresst in die Vorrichtung hineinführen. B. Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass eine Öff nung den obern Teil des Einlassgehä uses mit einem Gasauslass verbindet, so dass das eintretende Material von Gas durch spült wird. 9.Vorrichtung nach Patentanspruch 1I, dadurch gekennzeichnet, dass die Kam merwandungen an den Stellen, wo sie die Trommel berühren, ringförmige Ge häuse mit einer Zuführungsvorrichtung für sauerstofffreies Gas besitzen. 10. Vorrichtung nach Patentanspruch 1I, dadurch gekennzeichnet, dass innerhalb der beheizten Drehtrommel ein gern so vor gesehen ist, dass er die Heizgase gegen die innere Umfangswandung der Trom.. mel drängt. 11.Vorrichtung nach Patentanspruch II und Unteranspruch 10, dadurch gekenn zeichnet, dass der gern aus wärme speicherndem Material besteht und in der Trommel befestigt ist, so dass er reit dieser umläuft. 12. Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass im Auslass- teil der Kammer eine bewegliche Vor richtung zum Pulverisieren des Kokses vor seiner Herausgabe an die Luft vor gesehen ist. 13.Vorrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Trommeln schräg übereinander so vor gesehen sind, dass das Material von einer zur nächstfolgenden fällt, und dass alle diese Trommeln hintereinander in einen gemeinsamen Rauchkanal eingeschaltet sind.
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