Vorrichtung zur Bearbeitung von Lichtbildstreifen. Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Apparat zum Entwickeln, Fixieren, Wässern und Färbe von Films. Die Haupt vorteile desselben sind: Verwendung geringer Entwieklermengen, Entwickeln ausserhalb der Dunkelkammer, Beobachtungsmöglichkeit während des Entwickelns, Regelung der Entwicklungsdauer, Regelung der Entwick- lertemperatur.
In der Zeichnung stellt Fig. 1 einen Schnitt nach der Ebene C-D durch eine Ansicht einer beispielsweisen Ausführungs form dar; Fig. 2 zeigt- eine teilweise nach der Ebene A-B geschnittene Draufsicht; Fig. 3 ist eine Filmführungsrolle, wie solche zum Spannen der Filmstreifen in die Glas röhren eingehängt sind. Der Filmbehälter 1 ist abnehmbar ,an der Wand 2 befestigt und wird von der Konsole 3 getragen. Die Film rolle 4 wird in der Dunkelkammer eingelegt und der Film 5 geht durch den schmalen, lichtdichten Schlitz 6 in das Innere des eigentlichen Apparates.
Der durch die Wände 2, 7, 8, 9, 10, 11 gebildete Raum ist vorne durch eine in Fig. 2 als offenstehend an- gedeutete Tür 12 lichtdicht geschlossen. Über der Türe ist eine rote Glasscheibe 13 angebracht, welche die Beobachtung des Films während der Entwicklung ermöglicht, wenn die im Lampenkasten 14 befindlichen elektrischen Lampen 15, 16, welche hinter der farbigen Glasscheibe 17 liegen, ein geschaltet werden. Zum genauen Beobachten des Films während der Entwicklung dienen die Lupen 18, 19, 20.
In offener Verbindung mit dem Kasteninnern steht der elektrische Ofen 21 mit der Heizspirale 22, vermittelst dessen die Temperatur des Entwicklers auch im Winter auf die notwendige Höhe gebracht und durch ein aussen am Kasten befindliches Thermometer beobachtet werden kann. Der Entwickler kommt in die Glasrohre 23, die unten in Auslassröhrchen 24 endigen. Dasselbe Auslassröhrchen haben alle andern langen Glasrohre. Im Rohre 25 ist Wasser. In jedes der Rohre hängt, durch den Film streifen 5 getragen, an einem oben mit einem Knopf 26- versehenen und unten winklig ab gebogenen Draht 27 leicht drehbar auf gesteckt eine aus Hartgummi oder dergleichen hergestellte Rolle 28, deren Herausfallen der Stift 29 verhindert (Feg. 3).
Zur Führung des Filmstreifens dient der Rand 30, Die Ausnehmung 31 verhindert, dass die Bild schicht durch die Rolle beschädigt wird.
Der gegen Lichteinlass abgedichtete Schlitz 32 oben in der Wand 8 lässt den Lichtbild streifen in den durch die Wände 8, 33, 34, 35 gebildeten offenen rechten Abteil des Appa rates eintreten. Die in. diesem Abteil be findlichen Rohre 36, 37, 38, 39, 40 enthalten teils Fixierbad, teils Wasser zum Auswiis- sern; 41 ist mit Färbelösung gefüllt, wenn der Film gefärbt werden soll.
Den Antrieb des Apparates besorgt der Elektromotor 42, von dem aus mittelst Motor scheibe 43, Scheibe 44 die Umdrehungszahl ins Langsame übertragen wird. Auf der gleichen Achse mit 44 sitzt die Stufen scheibe 45, die mit der Gegenstufenscheibe 46 zusammen es ermöglicht, durch die Kegel räder 47, 48 der Welle 49 verschiedene Ge schwindigkeiten zu erteilen. Auf der Welle 49 sind Federn 50 angeordnet welche die auf der Welle verschiebbar, aber nicht drehbar aufgesteckten Friktionsscheibchen 51 gegen die lose sitzenden Kegelrädchen 52 driiclzen und diese durch Reibung mitnehmen.
Die Rädchen 52 stehen mit den Gegenrädchen 53 in Eingriff und drehen die auf den kleinen Wellen 54 festgemachten Zahntrommeln 55, deren Zähne in die Lochungen des Filmes eingreifen und denselben auf diese Weise transportieren. Am Ende der Wellchen 54 sind Handrädchen 56, mittelst welcher man, da die Kegelrädchen 52 nur durch Friktion mitgenommen werden, jeder einzelnen Zahn trommel 55 eine relativ schnellere oder lang samere Bewegung geben kann, als die übrigen durch die Welle 49 erhalten. Dreht man rascher, wird der Filmstreifen im vorher gehenden Glasrohr verkürzt und die Rolle 28 gehoben; der Film verweilt also in die sem Rohre kürzere Zeit; im nachfolgenden findet der entgegengesetzte Vorgang statt.
Beim Zurückhalten des Handrädchens ver längert sich der Film im vorhergehenden Glasrohre und verkürzt sich im nachfolgen- ,den. Dadurch hat man es erstens in der Hand, die Baddauer zu verlängern oder zu verkürzen; zweitens kann man den Film auf diese Art behufs Betrachtung durch die Lupe einige Zeit stillstehen lassen. Durch die Ausnehmung 57 verlässt der Film den Apparat und seht über die Lenkrolle 58 zur im mit Wasser gefüllten Behälter 59 gelagerten Rolle 60. Letztere wird mit Hilfe der aufklappbaren Friktionsscheibe 61 und der vom Vorgelege betriebenen Scheibe 62 gedreht.
Die Funktion des Apparates ist folgende: Der in der Dunkelkammer gefüllte Filmbehälter 1 wird an die Wand 2 gestellt, das Stück des frei leerausstehenden Films mit dem sogenannten Vorspann, einem Stück unpräparierten Filmstreifens, welcher durch den ganzen Apparat läuft, verbunden und der Motor in Bewegung gesetzt. Durch die Scheiben 43, 44, 45, 46 und die Kegelräder 47, 48 wird die dem ganzen Apparat ent lang laufende Welle 49 gedreht. Die auf dieser Welle sitzenden Kegelräder 52 drehen ihrerseits wieder durch die Gegenräder 53 die einzelnen )Ärellchen 54 mit den Zahn trommeln 55 und ziehen so den Filmstreifen, welcher durch die Rollen 28 in den Glas rohren gespannt wird, durch den ganzen Apparat.
Die mit Hilfe der Friktionsscheibe 61 vom Vorgelege gedrehte -Filmrolle 60 wickelt den Streifen 5 im Wasserbade auf. Die fortsehreitende Entwicklung kann durch die roten Seheiben 13 beobachtet werden.
Zur genaueren Beobachtung dienen die Lu pen 18, 19, 20; durch Verlängern oder Ver kürzen der Filmstücke in den einzelnen Glasröhren mittelst Vorausdrehens oder @u- rückh.altens der Handrädchen 56 (an deren Stelle auch Kurbeln 62 verwendet werden können) kann man das Verweilen des Films in den einzelnen Bädern regulieren.
Ausser dem lässt sich < ler Gang der Maschine schneller oder lan-:samer einrichten durch Anwendung eines Regulierwiderstandes be kannter Art beim Motor und durch Ände rung der Geschwindigkeit mittelst der Stu- fenseheiben. PATENTANSPRUCH:
Vorrichtung zur Bearbeitung von Licht bildstreifen, mit abnehmbaren, in der Dunkelkammer zu füllendem Filmbehälter, dadurch gekennzeichnet, dass der Film wäh rend der Dauer der Entwicklung mittelst von einer dem ganzen Apparat entlang gehenden Welle (49) angetriebenen Zahn trommeln (55) durch die Bäder enthaltende, in einem lichtdicht gegen chemisch wirk same Strahlen ,abgeschlossenen Kasten (2, ?, 8, 9, 10, 11) befindliche Glasrohre (23, 25) gezogen und so ohne Dunkelkammer bei Tageslicht entwickelt werden kann.