CH112213A - Verfahren zur Herstellung gerbfertiger Blössen. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung gerbfertiger Blössen.

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CH112213A
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Roehm Dr Otto
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  Verfahren zur Herstellung     gerbfertiger    Blössen.    Gegenstand der vorliegenden Erfindung  bildet ein Verfahren zur Herstellung     gerb-          fertiger    Blössen, bei dem die Felle und Häute  zunächst mit mehr oder weniger konzentrier  ten Lösungen der Salze der Alkalien (zum  Beispiel mit     Ammonsalzen)    oder Erdalkalien  unter Zusatz von Säure behandelt werden;  sodann wird die Säure neutralisiert und im  Notfalle werden die Salze ausgewaschen.  Als Säuren kann man Salzsäure, Milchsäure,  Ameisensäure oder auch andere verwenden.

    Sodann wird mit Ammoniak, dem andere  alkalisch wirkende Verbindungen, zum Bei  spiel     Natriumhydrexyd,        Calciumhydroxyd,     Natriumkarbonat - sei es für sich allein  oder gleichzeitig mehrere dieser alkalisch wir  kenden Mittel -     beigegeben    werden können,  die Enthaarung durchgeführt.  



  Die Säure kann entweder den Lösungen  der Salze der Alkalien oder Erdalkalien un  mittelbar zugesetzt werden oder aber es er  folgt zunächst eine Behandlung mit den       Salzlösungen;    und erst dann erfolgt der  Säurezusatz mit nachfolgender gemeinsamer         Einwirkung    von Salzlösung und Säure.  Die Neutralisation der Säure kann entweder  im besonderen Arbeitsgang erfolgen oder  aber die entsprechend vorbehandelten Häute  und Felle     werden    unmittelbar mit Ammoniak       bezw.    Ammoniak 'mit alkalischen Zusätzen,  zum Beispiel     Natriumkarbonat,    in     Berührung     gebracht, wobei eine über die zur Neutrali  sation notwendige Menge an Gesamtalkali  angewendet wird.

   Die unmittelbare Neutra  lisation mit Ammoniak     bezw.    mit     Ammoniak     und alkalischen Zusätzen erfolgt insbesondere  dann, wenn die Salze nicht ausgewaschen  werden. Im übrigen ist es auffallend, dass  das vorliegende Verfahren gestattet, dass die  Salze in den Blössen verbleiben können, weil  in der     Gerbereipraxis    der Grundsatz besteht,  salzhaltige Felle und Häute vor dem     Äschern     vom Salz zu befreien, weil sie sonst schwer  oder erst nach längerer Zeit die Haare lassen.

    Das Verbleiben der Salze in den Fellen hat  den Vorteil, dass mehrstündiges Waschen in  fliessendem Wasser oder mehrtägiges Wässern  unter     öfterer        Erneuerung    des Wassers er  spart bleiben,      Das Ammoniak kann in Lösung oder gas  förmig verwendet werden.  



  Wenn auf reine und zähe Narben Wert  gelegt wird, so ist es vorteilhaft, die ent  haarten Felle mit Soda oder     atznatron    zu  schwellen und sodann mit Enzymen der       Bauchspeicheldrüse    zu beizen.  



  Im einzelnen wird das Verfahren folgen  dermassen ausgeführt:  1.<B><I>100</I></B> kg gesalzene Kalbfelle werden  mit 300 Liter Wasser und 15 kg Kochsalz  gewallt und nach einem Tag wird 1 kg Salz  säure zugesetzt. Nach 24 Stunden werden  die Felle aus der Lösung genommen und mit  300 Liter Wasser, dem 3 kg Ammoniak  und 3 kg Soda beigegeben sind, gewalkt.  Bereits nach einer Stunde kann enthaart  werden.  



  2. 100 kg gesalzene     Rindshäute    werden  mit 300 Liter Wasser, 15 kg Kochsalz einen  Tag lang behandelt; sodann wird 1 kg Salz  säure zugesetzt. Nach 24 Stunden werden  die Felle in einen geschlossenen Raum ge  bracht, in den 1 kg Ammoniak eingeleitet  wird. Nach wenigen Stunden kann enthaart  werden.  



  Die beschriebenen Einzelmassnahmen sind  zwar bekannt: insbesondere ist es bekannt,  für die     Äscherung        Alkalien    zu verwenden.  Jedoch tritt bei dem vorliegenden Verfahren  an Stelle der gewöhnlichen Weiche ein  Weichen mit Salz und Säure und der     Äscher-          prozess,    welcher gewöhnlich mit Kalk aus  geführt wird, wird durch eine ganz be  stimmte Behandlung mit Ammoniak, sei es  für sich allein oder mit alkalischen Zusätzen,  ersetzt.

   Bei dem vorliegenden Verfahren ist  eine weitgehende Schonung der Haare und  der Wolle vorhanden und dennoch eine un  erwartet schnelle und stets gleichmässige und  <B>0</B>     atfe        Enthaarung        ausführbar.   <B>-</B>     Im        übrigen     ist die Anwendung von Ammoniak wesent  lich. Wird zum Beispiel nach der beschrie  benen     Vorbehandlung    in der beim     Äschern     üblichen Konzentration nur Natronlauge ver  wendet, so sitzen die Haare fest und lassen    sich weder nach einer Stunde, noch auch  später entfernen.

   Gegenüber bekannten     Ent-          liaarun-sverfahren    unter Anwendung von  Ammoniak zeichnet :ich das hier angegebene  durch die ganz bestimmte     Vorbehandlung     der Häute und Felle und durch die über  raschend gute und schnelle     Wirkung    aus.  



  Es ist hiermit erstmalig ein Verfahren  beschrieben, bei dein ohne eine Schwellung  der Häute unmittelbar enthaart werden kann,  was bisher nur beim     Schwitzverfahren    mög  lich war.  



  Die Vorteile der nach diesem Verfahren       -erbfertig    gemachten und sodann gegerbten  Blössen zeigen sich darin, dass das ganze Le  der, also auch die Seiten, welche sonst dünn  sind, eine volle     Durchgerbung    zeigen, dabei  einen vorzüglichen     -Narben    besitzen und voll,  weich, elastisch sind.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung -erbfertiger Blössen, dadurch gekennzeichnet, dass die Felle und Häute mit Lösungen der Salze der Alkalien oder der Erdalkalien unter Zusatz von Säure behandelt werden, und dass sodann die Säure neutralisiert und mit Ammoniak die Enthaarung bewirkt wird. UNTERANSPRüCHE 1.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Felle und Häute mit Lösungen der Salze der Alkalien oder der Erdalkalien unter Zusatz von Säure behandelt werden, und dass so dann die Säure neutralisiert und mit Ammoniak, dem alkalische Verbindungen beigegeben sind, die Entlia.arun- bewirkt wird.
    Verfahren naeli Pat;entanspriich und Un- teransprucli 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Salzliiun-en Ammoniumverbin- dungen verwendet werden. Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 1 und ?, dadurch gekein- zeichnet, dass die Salze ausgewaschen wer den. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 1 bis 3, dadurch gekenn zeichnet, dass die enthaarten Felle und Häute mit einem alkalischen Schwell- mittel behandelt, hierauf ausgewaschen und mit einem Beizmittel gebeizt wer den.
CH112213D 1924-04-01 1924-06-13 Verfahren zur Herstellung gerbfertiger Blössen. CH112213A (de)

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