Bürstvorrichtnng an Sprengvagen. Die Erfindung bezieht sich. auf Bürst- vorrichtungen an Sprengwagen, insbesondere Teersprengwaben. Bekanntlich bringt man hinten an diese Wagen eine Bürstvorrich- tung an, durch welche die aus dem davor liegenden Sprengrohr austretende Flüssigkeit über die ganze Breite der Landstrasse gleich mässig verteilt werden soll.
Während die Oberfläche städtischer Strassen im wesent lichen eine wageechte Ebene bildet, sind Landstrassen zumeist ausgefahren, so dass sie grosse Unebenheiten aufweisen, oder es ist der Landstrasse absichtlich eine gewölbte Oberfläche begeben, um sie durch selbst tätiges Abfliessenlassen des Regenwassers trocken zu halten.
Bei den bisher gebräuchlichen Bürstvor- richtungen für Sprengwagen war die gleich mässige Verteilung der Sprengflüssigkeit mir für ziemlich ebene Strassen möglich, bei un ebenen Strassen bilden sich zwischen Bürste und Strassenoberfläche Lücken, durch wel che zu viel Sprengflüssigkeit hindurchtritt. Insbesondere bei der Besprengun- von Lancl- strassen mit Teer macht sich dieser Übelstand. sehr fühlbar.
Nach der Erfindung ist dieser Nachteil dadurch behoben, dass die in der Höhenrich tung unabhängig voneinander nachgiebig ge lagerten und quer zum Wagen aneinander- gereihten Teile einer mehrteiligen Bürste an ihren Haltern um angenähert in der Längs richtung des Wagens liegende Achsen lose drehbar sind.
Die mehrteilige Bürste kann sich dann allen Unebenheiten und Quer schnittsprofilen der Landstrasse selbsttätig anpassen, da jeder Bürstenteil sich nicht nur nach Massgabe der Erhöhungen und Vertie fungen der Strasse, welche diese in ihrem Längsschnitt aufweist, einstellen kann, in dem er gehoben wird oder sich entsprechend senkt, sondern es kann auch jeder Bürsten teil sich nach Massgabe der Erhöhungen oder Vertiefungen einstellen, welche die Strasse in ihrem Querschnitt aufweist, indem er sich um die in der Längsrichtung des Wagens liegende Achse dreht.
Die restlose Abbür- stung der Lstndstrasse und damit die gleich- mässige Verteilung der Sprengflüssigkeit, insbesondere die Gleichmässigkeit der aufzu tragenden Teerschicht ist hiermit gesichert.
Bei Schrubbermaschinen zur Reinigung des Strassenpflasters hat man bereits vorge- sohlagen, den Schrubber aus mehreren Tei len zusammenzusetzen, die unziibliängig von einander in der Höhenrichtung; naeligiel.ig gelagert und quer zum Wagen aneinander- gereilit sind.
Die Schrubber können aber ausser der Auf- und Abbewegung nur noch eine Drehung um quer zum Wagen liegende Achsen ausführen, um grösseren, wagrecht wirkenden Widerständen auszuweichen, eine Anpassung der Bürste an das Querprofil der Strasse findet aber nicht statt.
Ein Ablaufen der Sprengflüssigkeit, ins besondere des Teers, nach den Strassenrinnen hin kann nach Möglichkeit dadurch v erhin- dert werden, dass die mehrteilige Bürste die Gestalt eines die konkave Seite nach dem Wagen zukehrenden Bogens erhält, wie sie für Strassenkehrmaschinen zum Sammeln des Schmutzes in der Mitte der Bürste bekannt ist. Um dabei das restlose Abbürsten der Strasse zu sichern, können die Achsen, um welche die Bürstenteile lose drehbar sind, durch den Krümmungsmittelpunkt des er wähnten Bogens gehen.
Bei dieser Ausge- #ztaitung des Sprengrohres und Lagerung; der Bürstenteile können diese sich allen Un ebenheiten der Landstrasse anpassen, ohne dass ein zu schnelles Ablaufen der insbesondere bei stark gewölbten Stra ssen, stattfinden kann.
Urn durch Anpassung- des Bürstendruckes an die jeweilige Beschaffenheit der Spreng flüssigkeit, insbesondere des Teers, die Stärke der aufzutragenden Schicht in bequemer Weise regeln zu können, können ferner die Bürstenteile an Hebeln angelenkt sein, .die im Bereiche des Standortes des Bedienungs niannes der Sprengvorrichtung verschiebbare Relastungsgewichte tragen.
Der Bedienungs mann kann dann durch Verstellung des Ge- wiclites bei der Fahrt des Wagens den Bür- stendruck dem jeweiligen Zustande der Sprengflüssigkeit anpassen, der bei der Be- sprengung mit Teer von der jeweiligen 1'Jufl.teniperattir abhängt.
Auf der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform eines mit der Bürstenvor- richtung nach der Erfindung ausgerüsteten Teerspren;wagens dargestellt.
Fig. 1 ist die teilweise schematisch ge zeichnete Seitenansicht des hintern Teils des Teersprengwabens: Fig. ? ist: die Stirnan- siclit zu Fig. l: Fig. 3 ist ein Querschnitt nach der Linie A-B der Fig. l;
Fig. -1 bis 6 zeigen die mehrteilige Bürste nach Fig. 3 bei verschiedenen Betriebslagen in grösserem Massstabe.
An dem Rahmen a des Wagens, in wel chem der Teerkessel b gelabert ist, ist seit lich vom Kessel je ein abwärts gebogene:- Träger c befestigt, der am obern Teil mit einem Lagerbock d versehen ist. In diesem Lagerbock ist um den Zapfen c> drehbar ein Hebel j' gela;@ert, dessen Ende ein lä.n,),s%-cr- schiebbares Belastungsgewicht g trägt.
Zwi schen Gewicht y und Drehpunkt e des He bels f ist ein .Stiel 1i. angelenkt, der an sei- neim untern. Ende eine Bürste i.' bezw. i\ trägt.
Die aus den beiden Bürstenteilen i.', i\ bestehende Gresamtbürste hat die Gestalt. eines seine konkave Seite nach dem ZVagen zii kehrenden Bogens, dessen @Iittelpunl;t X alsu unter dem Kessel liebt. Die Bürsten i.', i sind daher im CT'rundriss gewölbt (Fig. 3) und an ihrer Stossstelle nach einer Gehrun;
s- linie k geschnitten, um IAcken zu vermei den. Die Träger c sind am untern Ende durch ein als Stand für den Bedienen Ts- inann der Sprengvorrichtung dienende Blech I miteinander fest verbunden.
Die Stiele b sind mit Vierkantteilen in durch rechteckige Offnungen <I>n</I> des Bleches<I>I</I> hin durchgeführt, so dass die Bürsten i', i\ keine Drehungen um die Stiele ausführen können, also in der Z\'agrechtcben@ ihre gegenseitige Lage beibehalten.
An den Stielen lr sind die BürsteiAörper o ang;#clenl;t, und zwar tim wagrechte Bol zen h lo.:c# (lrelihar, deren Achsen Y-Y durch den Mittelpunkt des Kreises gehen, nach wclcliem die Bürsten- gewölbt sind. Diese Achsen liegen daher nahezu in der Längsrichtung des Wagens.
Das dicht vor den Bürsten i', i= angeordnete Sprengrohr r für dein Teer ist der bogenförmigen Ge stalt der Bürsten angepasst und wird von zwei Zuleitungsrohren s getragen, die an den am Kessel h befestigten Dreirvegha.hn <I>t</I> angeschlossen sind. In der Mitte des Spreng- rohres <I>r</I> ist eine Scheidewand u vorgesehen, so dass im Bedarfsfalle nur eine Strassen hälfte oder nur ein schmaler Weg geteert; werden kann.
Jeder Bürstenteil i' bezvv. i2 kann zu diesem Zwecke; in von der Strasse v abgehobener Lage (Fig. 2) festgestellt wer den.
Beim Teeren einer Landstrasse v wird durch den auf dem Tritt d befindlichen Be dienungsmann der flüssige Teer aus dem ir gendwie beheizten Kessel h in das Spreng- rohr r gelassen, aus dem er auf die Strasse <I>v</I> fliesst, wobei er durch die Bürsten<I>i',</I> i2 gleichmässig verteilt wird. Erhöhungen und Vertiefungen, welche die Strasse in ihrem Längsschnitt aufweist, kann sich die zwei teilige Bürste dadurch anpassen, dass sich die Bürstenteile unabhängig , voneinander heben und senken können.
Die gleichmässige Verteilung des Teers wird aber auch durch Erhöhungen öder Vertiefungen im Quer schnittsprofil der Landstrasse v nicht ge stört, da. sich die Bürstenteile i', i2 in im we sentlichen senkrechten Querschnittsebenen der Strasse drehen können.
Hat zum Beispiel die Landstrasse v das aus Fig. 9. ersichtliche Querschnittsprofil, so dreht sich der Bürstenteil il, um den Bolzen p, bis die nachgiebigen Borsten möglichst. gleichmässig zur Anlage gekommen sind. Fig. 5 zeigt eine stark gewölbte Landstrasse, bei. der sich beide Bürstenteile il, i2 entgegen gesetzt zueinander um die Bolzen p drehen. Fig. 6 zeigt eine in der Mitte stark ausge fahrene Landstrasse und veranschaulicht die Selbsteinstellung der Bürstenteile.
Hierdurch ist die lückenlose Abbürstun g der Landstrasse v und damit die Gleichmässigkeit der aufge- tragenen Teerschicht bei jedem Querschnitts profil der Strasse gewährleistet.
In der Regel haben die Landstrassen die aus Fig. 5 ersichtliche Wölbung, um das Regenwasser schnell in die .Seitenrillen ab laufen zu lassen. Beim Teeren derLandstrasse ist ein zu schnelles Ablaufen des Teers nach den Strassenrinnen durch die bogenförmige Ausgestaltung des Sprengrohres r und der zweiteiligen Bürste il, i2 verhindert, da die Enden des Sprengrohres und der Bürste dem Wagen zugekehrt sind. und somit Stau flächen für den Teer bilden, der abwärts strömen will. Durch diese Stauflächen wird die Strömungsgeschwindigkeit des Teers ver kleinert, so dass er Zeit findet, sich auszu breiten.
Durch die bogenförmige Ausbildung des .Sprengrohres r ist dafür gesorgt, dass der Bürste auf ihrem ganzen innern Umfange die gleiche Teermenge zugeleitet wird.
Der Druck mit dem die Bürstenteile il, i' auf der Landstrasse v aufliegen, hängt hier bei von dem Moment ab, das durch das Be lastungsgewicht g und seinem Abstand vom Drehpunkt e des Hebels f gebildet ist. Da der Grad der Dünnflüssigkeit des aus dem Spreng- rohr r austretenden Teers von der jeweiligen Lufttemperatur abhängt, muss der Bedie nungsmann diesen Druck während des Teerens regeln können.
Er braucht zu. diesem Zwecke nur die in Reichweite neben ihm befind lichen Gewichte g der beiden Bürstenteile züx verschieben. Ist bei warmem Wetter der Teer sehr dünnflüssig, so schiebt er die Gewichte g nach dem Wagen zu, damit die Bürsten il, i2 nur mit leichtem Druck auf der Landstrasse v aufliegen. Ist der Teer dickflüssig, so schiebt er die Gewichte nach dem Ende der Hebel f hin, wodurch der Bürstendruck vergrössert wird, so dass auch nur eine Teerschicht der gewünschten Stärke aufgetragen wird.
Die mehrteilige Bürste kann natürlich aus einer grösseren Anzahl von Einzelteilen be stehen, die unabhängig voneinander heb- und senkbar sind und sich um Achsen einstellen können, die in der Längsrichtung des Wa- lcyens liegen.