CH115213A - Verfahren zur Herstellung einer Masse zum Tamponieren von Wunden. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung einer Masse zum Tamponieren von Wunden.Info
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Description
Verfahren zur Rerstellunt einer Masse zum Tamponieren von Wunden. Die bisher üblichen Tampons für durch Verletzungen oder chirurgische Eingriffe hervorgerufene Wunden bestehen aus Ge weben (Gaze, Scharpie oder dergleichen), mit denen die Wunden ausgefüllt werden. Sie haben den Übelstand, dass sie bis zur völ ligen Heilung sehr häufig erneuert werden müssen; eine Arbeit, die nicht nur bei jedes maliger Wiederholung grösste Sorgfalt hin sichtlich Keimfreiheit erfordert, sondern auch sehr umständlich und zeitraubend, so wie unangenehm für den Patienten ist.
Auch verzögern derartige Tampons, so notwendig sie an sich für die Heilung sind, infolge der mit ihrer Erneuerung verbundenen mechani schen Beeinflussung der Wunde deren enfl- hültige Schliessung nicht unwesentlich..
Gegenstand der Erfindung ist, ein Verfah ren zur Herstellung einer Masse, die in dick flüssigem Zustande in die Wunde eingefällt werden kann und iix dieser erstarrt, wobei sie im Verlauf des Heilungsprozesses von dem Körper resorbiert werden kann. Damit sind alle oben erwähnten Übelstände der bekann- l:
en Gewebetampons beseitigt, und es ist un- ter Umständen noch der Vorteil erreicht, dass die Wundränder, ohne dass sie vernäht zu werden brauchen, allein durch die verkle bende Wirkung der Tamponmasse zusam mengehalten werden.
Es hat sich gezeigt, dass das im Blut enthaltene Plasma bei geeigneter Vorbehand- lung eine den gestellten Anforderungen ge nügende Tainponmasse liefert. Gemäss dem Verfahren wird Blut mindestens von den roten Blutkörperchen befreit und die ver bleibende Flüssigkeit dann mit einem un giftigen, ihre Gerinnung verzögernden Stoff in solcher Menge versetzt, dass sie hinsicht lich ihrer Gerinnungsfähigkeit mindestens annähernd in einen labilen Gleichgewichts zustand gelangt, -#vörauf die Masse steril ab gefüllt wird.
Man kann das Verfahren bei spielsweise so ausführen, dass man frisch ab gezapftes Menschen- oder Tierblut durch Ab schleudern von den roten Blutkörperchen be freit und der verbleibenden Flüssigkeit ge wisse Salze, z. B.
Natriumcitrat, die das-Ge- rinnen der Flüssigkeit verzögern oder ver hindern, in solcher Menge zusetzt, dass das Besireben der Flüssigkeit zti gerinnen und die sie daran hindernden F,inflüsse sich ge- rade die Wage halten,
class also die Flüssig- l@eit sich gewissermassen in einem labilen Glcichgewichtszustande befindet. Das Ab- schleudern der roten Blutkörperchen hat den Zweck, durch den Farbunterschied der in die Wundo gebrachten Tampollmasse Blutun- gen der Wunde feststellen zu können.
Ge- gegebenenfa.lls könnten aus dem zur Verwen dung kommenden Blut ausser den roten Blut- körperchen auch noch die flüssiger. Bestand teile des Serums abgeschieden werden, so dass nur noch mehr, oder weniger reines Blut plasma übrig bleibt.
Die sämtlichen be schriebenen Massnahmen sind natürlich unter möglichster Wahrung der Keimfreiheit durch- zuführen. Die erhaltene, ziemlich dickflüs- sige, im labilen Gleichgewichtszustand be- finrlliehe Masse wird dann zwecks Aufrecht erhaltung dieses Gleichgewichtszustandes vollkommen steril abgefüllt. Das Abfüllen kann entweder in Ampullen oder andere,
zweckmässig an ihrer Innenwandung mit einem Paraffinüberzug versehene Gefässe er folgen. Vorteilhaft ist es, jeder Ampulle, bezw. jedem Gefäss gleichzeitig einen Behäl ter für das vor der Tamponierung zuzuset zende Calciumcliloricl, sowie zwei Schälchen beizugeben, um das Ganze in eine sterile Umhüllung zu bringen, so dass alles Not wendige für die Tampoilierung dem Arzt bei der Behandlung von Wunden an Unfallorten oder andern Stellen,
an denen ihm die Hilfs mittel einer Klinik nicht zur Verfügung ste llen, sofort zur Hand ist. Auch Laien können sich dann bei leichteren Verletzungen schnell selbst behandeln.
Die so erhaltene Masse kann nun unmit telbar für Tamponadeii verwendet werden, wenn der in ihr herrschende labile Gleichge wichtszustand kurz vorher durch Zusetzen einer Salzlösung, z. B. einiger Tropfen einer Lösung von Calcinmchlorid, gestört wird.
Ge schieht das nämlich, so erstarrt die Masse kurz nach dem Einbringen in die Wunde und wird voll dieser während des elann schnell und ohne störende @ingril\fe verlaufenden Hüi- lun gsprozessen rcsorlliert.
Wenngleich auch I'ie@rlilitt wegen seiner .lrtfremdheit hinsicbtlicli der Resorbierbar- hcit:
in menschlichen @Vuiiden hinter 1@1"eli- scllenblut zurüchaeht. so kommt für die ge- werbiriässige Heh@ic#llnng der Tamponmasse Tierblut aus nahelic@@endcn Gründen in erster Linie in Frage.
Die Masse kann auch einfach zum Ver kleben voll Wunden verwendet werden. Auch können ihr selbst@-erständlicli konservierende oder desinfizierende Stoffe zugefügt sein, Als keimhemmende Zusatzstoffe haben sich <B>z</B> als ganz besonders vorteihaft Eucnpinuni bill-#-droeliloricum,
Vuzin iuld andere Stoffe der gleichen Gruppe voll Chininderivaten her ausgestellt, da, sie in der erforderlichen Konzentration weder die Wund rewebe schä digen, noch die Gerinnung:svorgänge stören.
Claims (1)
- <B>PATENTANSPRUCH:</B> Verfahren zur Herstellung einer Masse zum Tamponieren voll Wunden, dadurch ge kennzeichnet, dass nlan Blut mindestens voll den roten Blutkörperchen befreit und die verbleibende Flüssigkeit mit einem ungif tigen, ihre Gerinnung verzögernden Stoff in solcher Mellge versetzt.,dass sie hinsichtlich ihrer Gerinnen gsfälügkeit mindestens annä hernd in einen labilen Gleichgewichtszustand gelangt, worauf man die Masse steril abfüllt. UN TERASPRtTCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man das zur Verwen- dung kommende Blut ausser voll den roten Blutkörperchen auch noch von den flüs sigen Bestandteilen des Serums befreit.. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch @ehennzeichnet, dass man der Masse als Konservierungsmittel ein Chininderivat zusetzt..
Applications Claiming Priority (1)
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| DE115213X | 1924-02-19 |
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| CH115213D CH115213A (de) | 1924-02-19 | 1925-01-15 | Verfahren zur Herstellung einer Masse zum Tamponieren von Wunden. |
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| CH (1) | CH115213A (de) |
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1925
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