Schaltungsanordnung in Fernspreehanlagen. Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Schaltungsanordnung in Fernsprech anlagen für eine Gruppe von gleichwertigen, vielfachgeschalteten, selbsttätigen Schalt werken, die in freier Wahl eine Leitung aus suchen.
Die Erfindung besteht darin, dass die Zahl der Vielfaehleitungen in den in der Such- richtung aufeinanderfolgenden Schaltstellun gen wenigstens in einem gewissen Kontakt bereich derart wechselt, dass beim. Grösser werden der Zahl der Vielfachleitungen die Zunahme geringer- ist als beim Kleinerwerden die Abnahme. Zur Bewältigung der Vermittlung einer bestimmten Anzahl von Gesprächen in der Hauptverkehrsstunde sind Verbindungs leitungen erforderlich, deren Zahl von der Grösse des Gesamtverkehrs und von der Art der Unterteilung des Vielfachfeldes abhängt.
Es ist schon lange bekannt, dass einer Gruppe von anrufenden Leitungen eine Anzahl von abgehenden Leitungen in der Weise zur Ver fügung gestellt wird, dass nur einzelne der abgehenden Leitungen allen anrufenden Lei tungen erreichbar sind, während die Mehr zahl der abgehenden Leitungen nicht für alle anrufenden Leitungen verfügbar ist. Die Leistungen dieser sogenannten gestaffelten Vielfachfelder sind bekannt und schon des öfteren veröffentlicht worden, zum Beispiel in einem Aufsatz von Mag Langer in der "Elektrotechnischen Zeitschrift", 1924, Heft 11, Seite 203 bis 208.
Unter Zugrundelegung dieser_Erkenntnis sollen nun durch die vorliegende Erfindung die Leistungen von gestaffelten Vielfach feldern durch einen besonderen Aufbau der Vielfachschaltung über das bisher bekannte Mass hinaus gesteigert werden.
In den Abbildungen sind die Vielfach leitungen je einer Kontaktreihe für eine An zahl gleichwertiger Wähler, zum Beispiel für die Gruppenwähler einer bestimmten Gruppe schematisch dargestellt. Die Abb. 1 zeigt ein Beispiel für ein bisher gebräuch liches gestaffeltes Vielfachfeld einer Gruppe von 1? Wählern, während in der Abb. 2 als Ausführungsbeispiel der Erfindung eine neue Art der Staffelung von Vielfachfeldern ebenfalls für eine Gruppe von 12 Wählern dargestellt ist.
In den bisher gebräuchlichen Staffeln, welche beispielsweise gemäss der Abb. 1 ge bildet sein können, nimmt die Anzahl der vielfachgeschalteten Kontakte mit dein Ab suchen der Kontakte im Kontaktfeld der Wähler von einer Anfangslage zu, so dass die später abgesuchten Leitungen über eine grössere Anzahl von Wählerkontakten viel fachgeschaltet sind als die vorhergehenden. Es gehen also aus den letzten Schaltstellun gen der -Wähler weniger Vielfachleitungen ab als aus den ersten.
Man hatte beispiels weise bei 12 gleichwertigen Verbindungs einrichtungen, das heisst bei einer Gruppe von 12 Wählern, welche in der Abb. 1 mit I bis KII bezeichnet. sind, in einem Kontakt feld von je 10 Kontakten in den ersten vier Schaltstellungen 1 bis 4 die Kontakte je zweier Wähler vielfachgesalialtet, während in den Schaltstellungen 5 bis 8 die Kontakte von je 6 Wählern und in den letzten beiden Schaltstellungen 9 und 10 sämtliche Kon takte der 1? Wähler einer Gruppe vielfach geschaltet sind.
Durch die Zusammenfassung mehrerer kleiner Gruppen zu einer grösseren Gruppe (drei Gruppen in Stellung 4 zu einer Gruppe in Stellung 5 und zwei Gruppen in Stellung S zu einer Gruppe in Stellung 9 zusammengefasst) wird eine erheblich bessere Ausnutzung der Verbindungsleitungen der '-leinen Gruppe erzielt. Denn die in den kleinen Gruppen auftretenden Verkehrs seliwankungen werden durch Zusammenfas sung der kleinen Gruppen zu einer grösseren Gruppe ausgeglichen, so dass in den kleineren Gruppen nur so viel Verbindungsleitungen vorgesehen zu werden brauchen, als zur Be- wäItigung des Duxchschnittsverkehrs erfor derlich sind.
Der in der Hauptverkehrsstunde in den einzelnen kleinen Gruppen nicht be wäl- tig-te-'erkelir geht dann auf die nachfolgende grössere Gruppe über. w o ein Ausgleich der Belastung eintritt. Allgemein muss bei der Zusammensetzung und Teilung von Verkehrsgruppen berück sichtigt werden, dass die Verkehrsschzv ankung im allgemeinen in jeder Gruppe eine andere ist, d. h., dass die Hauptverkehrsstunden der ein zelnen kleinen Gruppen zu verschiedenen Zei ten liegen.
Werden nun mehrere Teilgruppen, deren Höchstverkehr zeitlich verschieden ist, zu einer --rösseren Gruppe zusammengefasst. so erfolgt ein Ausgleich des Verkehrs, und die Verkehrsschwankungen in der "rossen Gruppe sind bedeutend geringer als die der einzelnen Teihruppen, so dass man bei rich tiger Bemessung des Vielfaelifeldes, welches sich in bekannter @i'cisc> auch rechnerisch feststellen lässt, eine gute Ausnutzung sämt licher Leitungen erzielen kann.
Bei diesen grossen Gruppen braucht man nur den Ge- smtliauptv erlielir bei der Berechnung der Leitungszahl zu berücksichtigen. Es wird also beim Durchschnittsverkehr der grösste Teil der Verbindungsleitungen in Benutzung sein, so dass nur ein sehr geringer Teil der Verbindungsleilungen nicht voll ausgenutzt wird. Diese Ausnutzung der Vielfachleitun- gen ist für die Mirtschaftlichkeit einer Fern sprechanlage von grosser Bedeutung.
Will inan die Zusammensetzung oder Aufteilung der Verkehrsbelastungen von Vielfachleitungs- gruppen rechnerisch erfassen, so muss man bei der Aufteilung einer grossen Gruppe zu der dem Teilungsverhältnis entsprechenden Belastung der Teilgruppen noch einen von der errösserenchzvankun- in der 'Peilgruppe ab- gigen -Prozentsatz häng hinzufügen, um die Belastuner zu erhalten,
welche für die Berechnung der Leitungszahl der Teilgruppe massgebend ist. Diese Erkenntnis ist schon lange bekannt, so dass an dieser Stelle nielit näher darauf eingegangen werden soll.
Umgekehrt kann man von der Belastung der Teilgruppen einen Abzug machen, wenn eine Anzahl Teilgruppen zu einer grossen Gruppe zusammengesetzt wird, da die Veri-ehr:s- sch -ankungen der giessen Gruppr@ nielit gleieli der Summe cler Verkehrsschwankungen der Teilgruppen ist.
Es hat sich nun auf rechnerischem Wege und durch Versuche herausgestellt, dass bei bestimmter Gestaltung des Vielfachfeldes die . Leistung desselben erheblich über das bis her bekannte Mass gesteigert werden kann, so dass eine bedeutend bessere Ausnutzung der einzelnen Vielfachleitungen erreicht wird.
In der Abb. 2 sind beispielsweise in der Suchstellung 1 die Kontakte von je vier \@\ < ihlern I bis IV einer aus 12 Wählern I bis KII bestehenden Gruppe, in Such- stellung 2 die Kontakte von je zwei Wäh lern, in Suchstellung 3 die Kontakte sämt licher 12 Wähler, in Stellung 4 die Kontakte von je sechs Wählern, in Stellung 5 die Kon- talite von je vier Wählern,. usw., vielfach geschaltet.
Zur Schaffung einer derartigen Anord nung haben die schon weiter oben erwähn ten Erkenntnisse geführt, welche sich auf die Zusammenfassung und Teilung von Ver kehrsbelastungen in gestaffelten Vielfach feldern beziehen. Auf rechneriscbem Wege und durch Versuche wurde nämlich fest gestellt, dass die Zuschläge bei Aufteilung einer grossen Gruppe klein und die Abzüge bei Zusammenfassung mehrerer Teilgruppen zu einer grösseren Gruppe gross werden, wenn beim Weiterschreiten im Vielfachfeld in der Suchrichtung bei Zunahme der Anzahl viel fachgeschalteter Kontakte von einer Schalt stellung zur nächsten die Zunahme schnell erfolgt,
und bei Abnahme der Anzahl viel fachgeschalteter Kontakte beim Weiterschrei ten von einer Suchstellung zur nächsten die Abnahme langsam erfolgt.
Diese Massnahme ist in den Schalt stellungen 1 bis 6 durchgeführt. So erfolgt bei Zunahme der Vielfachleitungen von Schaltstellung I nach 2 die Zunahme lang sam, indem eine Gruppe in Stellung 1 in zwei Gruppen in Stellung 2 unterteilt wird. Dasselbe Prinzip ist für die Schaltstellun gen 3 bis 6 verfolgt worden, indem eine Gruppe in Stellung 3 in zwei Gruppen in Stellung 4, eine Gruppe der Stellung 4 in 11/2 Gruppen der Stellung 5, eine Gruppe der Stellung 5 in 11/3 Gruppen der Stel lung 6 aufgeteilt wurden.
Bei Abnahme der Vielfachleitungen in den einzelnen Schalt stellungen dagegen soll gemäss der- Erfin dung die Abnahme schnell erfolgen. Dieses geht beim Übergang von Schaltstellung 2 nach 3 aus der Abb. 2 hervor. Die sechs kleinen Gruppen der Stellung 2 sind zu einer einzigen Gruppe in der Stellung 3 zusammen gefasst.
In den Schaltstellungen 6 bis 10 der Abb. 2 ist diese Massnahme nicht streng durchgeführt worden, obwohl natürlich auch die Staffelung dieser Schaltstellungen in der durch die Erfindung angestrebten Weise vor genommen werden könnte. Da jedoch die ersten Schaltstellungen am stärksten belastet sind, so können schon durch die Anordnung nach dem Ausführungsbeispiel erhebliche Verbesserungen in der Leistung des Vielfach feldes erzielt werden. So wurde durch Rech nung und Messung festgestellt, dass die Zu nahme der Leistung eines nach der Abb. 2 aufgebauten Vielfachfeldes gegenüber der Leistung der bekannten Vielfachfelder (Abb. 1) 121/ % betrug.
Man kann daher eine An lage, deren Wähler mit Vielfachfeldern nach dieser Staffelung versehen sind, mit 121/a weniger Wählern ausrüsten als Anlagen, in welchen die bisher gebräuchlichen Staf feln verwendet werden. Wird diese neue Art der Staffelung auch auf die letzten Schalt stellungen des Wählers angewendet, so wird, wie sich aus Berechnungen. und Messungen ergeben hat, eine Leistungssteigerung bis zu 20 % erhalten.