Antriebseinrichtung für Freifallschützen. Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine mit einer Kupplungsbremse aus gerüstete Antriebseinrichtung für sogenannte Freifallschützen.
Die Freifallschützen dienen zum Abstel len der Wasserturbinen in Notfällen (zum Beispiel beim Versagen des Oldruckreglers). Wie ihr Name andeutet, wirken sie durch freies Fallen der Schützentafel, deren Eigen gewicht nach Auslösen eines Mechanismus die Triebkraft bildet.
Dieser Mechanismus besteht bei den bis heute bekannten Konstruktionen aus einer ausrückbaren Kupplung, die zwischen den Zahnstangentrieben und dem Antriebsmotor sitzt. , Die Lösung der Kupplung geschieht durch Fallen eines Hilfsgewichtes, welches von einem Blinkwerk mittelst Hubmagnetes freigegeben wird. Darauf folgt ungehemm tes Fallen der vom Getriebe gelösten Schützentaf e1.
Die Nachteile der genannten Ausführun gen sind: 1. Die Gefahr der Beschädigung der be weglichen Teile, wenn der Mechanismus bei trockener Wasserkammer ausgelöst wird; dieser Nachteil ist bei einigen bekannten Ausführungen durch Anwendung einer hy draulischen rotierenden Bremse zwar be hoben, jedoch wird das ganze Getriebe sehr verwickelt und entsprechend teuer; 2. Die Unsicherheit der Auslösung einer belasteten glauenkupplung; 3. Der Zwang, das Klinkwerk nach jedem Auslösen neu anstellen zu müssen.
Der Erfinder hat sich die Aufgabe ge stellt, ein Schützenwindwerk zu schaffen, bei dem die erwähnten Nachteile der alten Anordnungen vermieden werden. Erfindungs gemäss wird ein Planetengetriebe mit der Kupplungsbremse in das Windwerk einer Schütze eingeschaltet, wobei die Bremse unterteilt ist und der eine, bei offener Kupp lung die -Geschwindigkeit der fallenden Schütze regulierende Teil dauernd unter der Eilwirkung einer regelbaren Gewichts belastung, der andere, die Kupplung öff nende und schliessende Teil-unter der regel baren Einwirkung eines Lüftungsmagnetes steht.
Die Zeichnungen zeigen ein Ausführungs beispiel, der Erfindung mit Anwendung eines Kegelradplanetengetriebes, und zwar stellt Fig. 1 den Querschnitt durch das Pl < :- netengetriebe und die Bremse, Fig. ? die Ansicht der ganzen Kupplungsbremse, und Fig. 3 die Ansicht der ganzen Freifallschütze in schematischer Ausführung dar.
Die Wirkungsweise des Getriebes ist nach Fig. 1 folgende: Soll die geschlossene Schütze geöffnet werden, so wird die Schneckenradwelle a, -elche zugleich die Welle des Planeten getriebes ist, mittelst. Motors oder von Hand über das Schneckengetriebe angetrieben. Hierdurch dreht sich das mit der Welle a verkeilte Kegelrad b.
Dadurch, dass die Bremstrommel c. die mit den Achsen der Planetenräder d fest, verbunden ist, mittelst der Bandbremsen c und /' festgehalten wird, treibt Kegelrad b über die Planetenräder d das Kegelrad g. welches sich gleiclisclinell, aber entgegengesetzt dreht, an.
Die Bewe- bung wird mittelst Kebelräderpaar h auf die Verbindungswelle i und weiter über ein Vor- g;elege auf die Zahnstangen übertragen.
Bei diesem Antrieb wirkt also das Pla- iLetengetriebe mit den beiden Bandbremsen als Kupplung. Dieselbe Wirkungsweisc1, jedoch mit umgekehrtem Drehsinn, tritt beim normalen Schliessen der Schütze mittelst .@n- triebes von der Motorseite ein.
(Die ge ringere Bremswirkung der einfachen Dand- bremse bei wechselnder Drehrichtung ist bei dein geringen Widerstand der Rollschützen gegen Schliessen nicht schädlich.) Soll die Schütze als Freifallseli,iit,_e wirken, was bei spielsweise beim Versuch der Turbine, durch zugehen, eintritt, so wird die Hauptbremse e mittelst Lüftmagnetes k:
(Fig. 2), welcher automatisch von einem Relais oder durch Handschalter vom Maschinenwärter betä.ti-t wird, gelüftet. Dadurch wird der Mittelteil c finit den Planetenrädern von dem Kegelrad g durch das Eigengewicht der Schützentafel # ani, -etrieben Luld rollt auf dem fest-elialte- Zn neu Kegelrad b (infolge der selbsthemmen den Schnecke)
mit halber Winkelgeschwin- digkeit ab. Die Geschwindigkeit dieser Be wegung wird jedoch durch eine Zusatzbremse /' begrenzt, deren Wirkung zirl.:#a. ? der grossen Bremse betrübt und wuleiie ständig liegen bleibt. Durch die Einstellung des zu gehörigen Laufgewichtes 1 kann die Fall- geschwindigkeit reguliert werden.
Da sich der ganze Vorgang in zirka 10 bis 20 S,-- n abspielt, kann eine Überhitzung des Bremskörpers nicht eintreten. Die Bewegurig der Schützentafel wird bei gefüllter Turbi- nenka.mmer ausserdem durch den Auftrieb der Holzteile der Schützentafel stark ver zögert,
während die Reibung der Rollschütze nur wenig bremst. Die Schütze kann aber auch in jeder Stellung zum Halten gebracht werden, wenn der Luftmagnet entsprechend Olesteuert wird.
Hierdurch ist die Möglichkeit @@@,geben, den 2lleehanisnius beim normalen Abstellen der Turbine spielen zu lassen, da mit dieser im Notfall tun so sicherer arbeitet und nicht etwa jiach monatelangem Still stand festbackt.
Als letzte Funktion der Kupplungs bremse kommt seine Wirli#ung als R.utsch- kupplling hinzu. Diese tritt. ein, sobald der Widerstand der Schützentafel die normale Motorleistung, auf welche die Hauptbremse eiirestellt ist,
iibersteigt und ein Gleiten der' J.'romniel unter dein belasteten Brems band bewirkt. Der Vor-ang ist dann dem des Freifalles entgegengesetzt. Die letzte Eigenschaft des Getriebes wird beim Er reichen der Endstellungen der Schützentafel benutzt, er:
@etzt. also die Wirkung der so- Zfronannten elehtrisehen Endausschalter. wel- che damit überflüssi,-- werden.
Die oben genannten Nachteile ? und 3 sind bei, der beschriebenen Einrichtung da durch vermieden, dass das Ein- und Aus kuppeln durch Anheben bezw. Senken eines mässigen Gewichtes geschieht, ohne da.ss hier bei unbestimmbare Reibungen überwunden werden müssen. Auch die Grösse des Hub magnetes wird dadurch verringert.
Ein Anstellen der Einrichtung ist nach erfolgter Auslösung nicht notwendig, da mit stromlosem Magneten die Schütze wieder betriebsfertig geworden ist.