CH117879A - Verfahren zur Herstellung von mit Oxydkathoden versehenen Entladungsröhren. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von mit Oxydkathoden versehenen Entladungsröhren.

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CH117879A
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  Verfahren zur Herstellung von mit     Ogyclkathoden    versehenen Entladungsröhren.         Die    Erfindung     betrifft    die Herstellung  von Entladungsröhren mit     Oxydkathoden,     wie zum Beispiel von Sende- oder Empfangs  lampen für drahtlose Telegraphie oder     Te-          lephonie    oder zu ähnlichen Zwecken.  



  Bei der Herstellung von Entladungs  röhren hat man schon vorgeschlagen, die  Elektroden während des Entlüftungsverfah  rens mittelst eines     Hochfrequenzmagnetf        eldes     zu erhitzen, um die Elektroden von gegebe  nenfalls     okkludierten    Verunreinigungen zu  befreien. Auch hat man schon vorgeschla  gen,     Hochfrequenzerhitzung    von Elektroden  anzuwenden, um Stoffe, die in Dampfform  in den Entladungsröhren vorhanden sein  müssen und zu diesem Zwecke auf einer  Elektrode angebracht sind, in Dampfform  zu bringen.  



  Bei dem Verfahren gemäss der Erfindung  wird bei der Herstellung von     Oxydkathoden-          Entladungsröhren        Hochfrequenzerhitzung    zur       Herstellung    der     Oxydkathode    verwendet.  Man kann nach diesem Verfahren eine be  triebssichere Entladungsröhre erhalten, die  eine lange Lebensdauer hat und in der eine    Kathode mit grossem Emissionsvermögen  vorhanden ist.  



  Gemäss' der     Erfindung    werden     in    einer  Entladungsröhre ein Metallkörper, der zur  Unterstützung der wirksamen     Oxydschicht     der Kathode bestimmt ist, und     mindestens     eine weitere Elektrode angeordnet, auf der  eine Verbindung     bezw.    eine Mischung von  Verbindungen vorhanden ist, aus der durch  Erhitzung mindestens ein     Erdalkalimetall     frei     wird,    worauf diese Elektrode von einem       Hochfrequenzmagnetfeld    derart erhitzt wird,  dass die Zersetzung der Verbindung statt  findet und das     Erdalkalimetall    verdampft  und zum Teil auf den Metallkörper nieder  geschlagen wird,

   wo es einem     Oxydations-          prozess    unterworfen wird. Zweckmässig wird  dieses Verfahren während der Entlüftung  der Entladungsröhre ausgeführt.  



  Das Verfahren gemäss der Erfindung  bietet manche Vorteile. Zunächst stellte es  sich heraus, dass die so erzeugte wirksame  Schicht auf dem sie trabenden Metallkörper  fest haftet und die bei bekannten Oxyd  kathoden vielfach auftretende, von Röhre     züi         Röhre variierende Wirkung infolge ungleich  mässiger Verteilung der Schicht bei den  in dieser Weise     hergestellten        Oxydkathoden     vermieden wird. Weiter enthält die wirk  same Schicht der Kathode weniger Verun  reinigungen, als bei den bekannten Verfah  ren zur Herstellung von     Oxydkathoden    der  Fall ist.  



  Auch erlaubt die Anwendung des Ver  fahrens gemäss' der Erfindung, die Anzahl  der Stadien der Bearbeitung der Entladungs  röhre und der in diesem angeordneten Oxyd  hathode bedeutend kleiner zu halten, als  dies bei den bekannten Verfahren der Fall  Ist.  



  Zweckmässig werden für das Verfahren  gemäss der Erfindung ein oder mehrere     Azide     der     Erdalkalimetalle    benutzt. Diese Ver  bindungen sind leicht     zersetzbar    und die  bei der Zersetzung freiwerdenden Stoffe.  wie     Erdalkalinitrid    und Stickstoff, haben  keinen nachteiligen Einfluss auf die Eigen  schaften der Röhre und insbesondere des  Kathodenkernes. Unter "Kathodenkern" ist  in dieser Beschreibung der     obgenannte    Me  tallkörper, der sowohl ein Kerndraht, wie  auch ein zur Unterstützung der wirksamen  Schicht dienender Körper anderer Gestalt  sein kann, zu verstehen.  



  Für den Kern kann ein Metall mit nicht  zu niedrigem Schmelzpunkt verwendet wer  den, das leicht entgast werden kann. So  kann zum Beispiel Nickel oder ein Edel  metall benutzt werden. Gute Ergebnisse hat  man mit einem gegebenenfalls mit Kupfer  überzogenen Kern aus     Platin-Rhodium    er  zielt.  



  Ein     vorgä.ngiges,    oberflächliches Oxy  dieren des Kernes hat den Vorzug, dass die  Oberfläche rauh wird, so dass ein sehr gutes  Anhaften der wirksamen Schicht erzielt  wird. Überdies kann eine     Oxydschicht    auf  dem Kern bei der Oxydation des mit dem  Kern in Berührung kommenden     Erdalkali-          metalldampfes    mithelfen. Es hat sich sogar  herausgestellt, dass bei genügender Oxyda  tion der Kernoberfläche ein besonderer     Oxy-          dationsprozess'    des     Erdalkalimetalles    über-    flüssig wird.

   Dies hängt von der     Zersetz-          barkeit    des an der     Kernoberfläche    vorhan  denen Oxyds und von der Dicke der be  nötigten     Erdalkalimetalloxydschicht    ab.  



  Ist der Kathodenkern nicht oxydiert,  oder ist die durch die     Oxydschicht    des Ker  nes erhaltene Oxydation des     Erdalkali-          metalles    nicht genügend, so kann ein wenig  Sauerstoff in die Röhre eingelassen und die  Kathode, wenn nötig, erhitzt werden, wor  auf der überflüssige Sauerstoff durch wei  tere Entlüftung der Röhre entfernt. werden  kann.  



  Die Herstellung von Entladungsröhren  der beschriebenen Gattung kann noch da  durch vereinfacht werden, dass man die Zer  setzung der Er     dalkaliv        erbindungen    und die  Verdampfung des     Erdalkalimetalles    wäh  rend der Entgasung der mit. diesen Verbin  dungen versehenen Elektroden vor sich ge  hen lässt.  



  Man versteht, dass Gitterelektroden, ins  besondere, wenn sie die Form einer Spirale  aufweisen. nicht gut durch eine Hoch  frequenzerhitzung entgast. werden können.  Die Erfindung bietet nun ein einfaches  Mittel, um diesen Übelstand zu beheben,  nämlich dadurch, dass die     Erdalka.liverbin-          dungen    auf der Anode oder den Anoden  einer Gitterröhre angebracht und dass wäh  rend oder nach der Verdampfung des     Erd-          alka.limetalles    eine oder mehrere der     gitter-          förmigen    Elektroden auf ein positives Po  lential in bezug auf die Anode oder  Anoden     gebracht    werden,

   wobei     letz-          iere    von einem     Hochfrequenzmagnetfeld     derart erhitzt werden,     da.ss    die auf den Ano  den vorhandenen     Erdalkalimetallverbindun-          gen    eine genügende Menge von Elektronen  aussenden, um die gitterförmigen Elektroden  durch Elektronenbombardierung zu entgasen.  Zweckmässig geschieht diese Entgasung,  nachdem die Verdampfung des     Erdalkali-          z2    stattgefunden hat.

   Es hat sieh  nämlich herausgestellt. dass sogar bei einer  Erhitzung von langer Dauer die Erdalkali  verbindungen nicht ganz von der Anode  oder den Anoden entfernt werden, sondern      dass ein Teil wahrscheinlich durch Reaktion  mit aus der Anode frei werdenden Stoffen  in mehr stabile     Erdalkaliverbindungen    um  gewandelt werden. Beim Erhitzen der mit  diesen Verbindungen versehenen Anoden  zeigt es sich, dass ein von diesen Verbindun  gen erzeugter, kräftiger Elektronenstrom  von der Anode ausgeht. Um die Kathode  vor dem Auftreffen von Elektronen zu  schützen, kann sie während der Bombardie  rung einer oder mehrerer gitterförmiger  Elektroden auf das Potential der Anoden  gebracht     -werden.     



  Die nach dem so ausgebildeten Verfah  ren hergestellte Entladungsröhre hat den  Vorzug, dass die     Elektroden    sehr gut ent  gast sind, und dass die Kathode ein hohes  Emissionsvermögen hat, das sie eine lange  Zeit beibehält. Der     Erdalkalimetalldampf,     der durch die     Hochfrequenzerhitzung    von  einer oder mehreren Elektroden in der Röhre  erzeugt wird, setzt sich nicht nur auf der  Kathode, sondern auch auf andern Teilen  innerhalb der Röhre ab. Es hat sich aber  herausgestellt, dass aus diesem Absetzen für  das Funktionieren der Röhre seine Schwie  rigkeiten entstehen.

   Im Gegenteil, das ab  gesetzte Metall kann die Eigenschaften der  Röhre noch verbessern, da es sowohl     in    Va  kuumröhren, wie in gasgefüllten Röhren       Unreinigkeiten    aufnimmt.  



  Gute Ergebnisse hat man     mit    dem fol  genden Verfahren zur Herstellung von     Drei-          Elektrodenröhren    für drahtlose     Telephonip     erzielt. Ein Draht aus     Platin-Rhodium,    ge  gebenenfalls mit einem Kupfermantel, der  an der Luft oxydiert sein kann, sowie eine  Anode und eine Gitterelektrode     werden    in  einer Entladungsröhre angeordnet. Das  Gitter kann zum Beispiel     schraubenlinien-          förmig    sein und den Draht umhüllen, und  die als zylindrische Platte gestaltete Anode  bann wiederum das Gitter umhüllen.

   Auf  der Anode ist an der innern Seite     ein@Trop-          fen    in Wasser gelöstes     Erdalkaliazid;    zum  Beispiel     Bariumazid,    aufgebracht, aus dem  das Wasser zweckmässig vor dem Einführen  der Anode in die Entladungsröhre verdampft    wird. Die Entladungsröhre wird darauf an  eine Vakuumpumpe angeschlossen und vor  läufig entlüftet, wobei die Röhre zweck  mässig erhitzt wird.  



  Darauf wird die Anode von einem Hoch  frequenzmagnetfeld auf Glühhitze gebracht,  wobei erst das     Bariumazid,        wenigstens     grösstenteils, zersetzt und darauf das frei  werdende     Bariummetall    verdampft wird.  Ein Teil davon trifft den Draht und setzt  sich auf diesem ab, gegebenenfalls schon in  der Form von     Bariumoxyd,    das durch Re  duktion der     Kupferoxydschicht    oder durch  eine Reaktion mit in der Röhre vorhande  nen Restgasen gebildet werden kann.

   Ein  anderer Teil des Bariums setzt sich an an  dern Stellen,     wie    auf dem     Gitter    und auf  der Röhrenwand, ab.     Wenn    nötig, kann  darauf ein     wenig    Sauerstoff in die Röhre  eingelassen werden, um das auf der Kathode  vorhandene     Bariummetall    zu oxydieren.  Auf der Platte bleibt ein Teil des Barium  metalles zurück, der wahrscheinlich von in  der Röhre vorhandenen     Verunreinigungen     gebunden ist, die stabile     Verbindungen    mit  dem Barium bilden.

   Darauf wird das Gitter  mit dem     positiven    Pol und die Anode und  zweckmässig auch die Kathode mit dem ne  gativen Pol einer     ,Stromquelle    von     etwa        150     bis 200 Volt verbunden. Die Anode wird  darauf abermals     hochfrequent    'erhitzt und  sendet dabei einen intensiven Elektronen  strom aus, der grossenteils auf das Gitter  trifft. Die Röhre bleibt unterdessen an die       Vakuumpumpe    angeschlossen. Die Kathode  kann gegebenenfalls erhitzt werden, so dass  sie auch in geringem Masse Elektronen aus  sendet, wodurch die Kathode gegen das Auf  treffen von Elektronen geschützt wird.

   Das  Gitter wird so lange bombardiert, bis es in  genügendem Masse entgast ist, was aus dem  Verschwinden von     Lichterscheinungen    wäh  rend der     Bombardierung    geschlossen werden  kann, das auf das Verschwinden von Rest  gasen aus der Röhre deutet.  



  Darauf wird die Röhre     zugeschmolzen.     Es empfiehlt sich, die Entladungsröhre zu  "altern". Zu diesem Zwecke     wird    der Glüh-      laden allmählich, gegebenenfalls absatzweise,  zum Beispiel     mittelst    eines elektrischen  Stromes, auf Glühhitze gebracht. Das ,;Al  tern\ hat zur Folge, dass das emittierende  Vermögen der     Oxydkathode    wesentlich er  höht     wird.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Ent- Iadungsröhren mit Oxydkathoden, dadurch gekennzeichnet, dass ein zur Unterstützung der wirksamen Oxvdschicht der Kathode bestimmter Metallkörper und mindestens eine weitere Elektrode, auf der eine Ver bindung bezw. eine Mischung von Verbin dungen vorhanden ist, aus der bei Erhitzung mindestens ein Erdalkalimetall frei wird, in einer Entladungsröhre angeordnet werden, worauf diese Elektrode von einem Hoch frequenzmagnetfeld derart erhitzt wird,
    dass die Zersetzung der Verbindung stattfindet und das Erdalkalimetall verdampft und zum Teil auf dem Metallkörper niedergeschlagen wird, w o es einem Oxydationsprozess unter- worfen wird. U\ TERAN SPRCCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die genannte Ver bindung; bezw. Mischung von Verbindun gen, aus mindestens einem Erdalkali- metallazid besteht. ?.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Zersetzung der Verbindung und die Verdampfung des Erdalkalimetalles während der Entgasung der mit diesen Verbindungen versehenen Elektroden stattfindet. 3. Verfahren nach Patentanspruch, zur Her stellung von mit einer Oxydkatliode, min destens einer Anode und mindestens einer gitterförmigen Elektrode versehenen Ent ladungsröhren, dadurch gekennzeichnet, dass die Erdalkaliverbindung, bezw. die Erdalhaliverhindungen, auf der Anode angebracht werden,
    dass die gitterförmige Elektrode auf ein positives Potential in bezug auf die Anode gebracht wird und dass letztere von einem Hochfrequenz- magnetfelde derart erhitzt wird, dass die auf der Anode vorhandenen Erdalkali- verbiiidungen eine genügende Menge von Elektronen aussenden, um die gitter förmige Elektrode durch Elektronenbom bardierung zu entgasen. .t. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Kathode während der Bombardie rung der gitterförmigen Elektrode auf das Potential der Anode gebracht wird.
CH117879D 1924-12-24 1925-11-12 Verfahren zur Herstellung von mit Oxydkathoden versehenen Entladungsröhren. CH117879A (de)

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