CH118464A - Verfahren zum Bleichen von Faserstoffen. - Google Patents

Verfahren zum Bleichen von Faserstoffen.

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CH118464A
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Aktiengesellsch Koeln-Rottweil
Opfermann Dr Erich
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Koeln Rottweil Aktiengesellsch
Opfermann Dr Erich
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  Verfahren zum Bleichen von Faserstoffen.    Es ist bekannt, dass Faserstoffe aller Art,  wie z. B. Holzzellstoff, Hanf-, Jute-, Flachs-,  Strohzellulose usw. mit technischen     Hypo-          chloritlaugen    gebleicht werden. Diese Bleich  langen reagieren meistens schwach     ätzalka-          liseh.    Da aber durch den     Bleichprozess    saure  Abbauprodukte und Kohlensäure im Über  schuss gebildet werden, verschwindet diese       ätzalkalische    Reaktion unter Bildung von  Karbonaten,     Bikarbonaten    und Salzen orga  nischer Säuren. Die Phase wird neutral     resp.     sauer.  



  Dadurch aber wird     unterchlorige    Säure  frei, die faserschädigend wirkt, was sich in       dein    Ansteigen der Kupferzahl und der     lauge-          und        schwefelnatronlöslichen    Bestandteile zum  Beispiel in gebleichtem Holzzellstoff leicht  nachweisen lässt.  



  Nach dem Verfahren gemäss vorliegender       Erfindung    geschieht das Bleichen der Faser  stoffe derart, dass man dieselben mit     Hypo-          chloritlaugen    und einer solchen Menge alka  lisch reagierender     Hydroxyde    behandelt, dass    eine schwache     Ätzalkalinität    bis zur Beendi  gung der Bleiche erhalten wird, wobei unter       Ätzalkalinität    - die auf der Wirkung von  aus     Hydroxyden    entstehenden     Hydroxylionen     (OH') beruhende     Alkalinität,    welche in be  kannter Weise nachgewiesen werden kann,  zu verstehen ist.

   Hierdurch wird ein Auf  treten freier     unterchloriger    Säure     verunmög-          licht    und die     oberwähnten    Nachteile werden  demgemäss vermieden. Zur Erreichung des erfin  dungsgemässen Zweckes genügen verhältnis  mässig geringe, dem Bleich- und     Auswasch-          grad    des     Faserstoffes    und der Härte des       Fabrikationswassers    angepasste     Hydroxyd-          zusätze,

      um in Kombination mit der üblichen  Chlorkalk- oder     Natriumhypochloritbleiche     zum Beispiel einen Holzzellstoff von höchster  Weisse und guter Festigkeit zu erzielen, der  in bezug auf seine übrigen Eigenschaften  ebenfalls den höchsten Anforderungen ent  spricht, d. h. eine Kupferzahl von nur zirka  1     %        aufweist;

          und,        während        _        nach        den        üb-          lichen    Bleichverfahren die in Schwefelnatron       löslichen        Bestandteile        12-15        %        und        mehr         betragen,

   zeigen die nach dein neuen Ver  fahren hergestellten höchstens eine     Löslich-          keit        von        6-9        %.        Dabei        ist        man        an        die     Einhaltung der üblichen Temperaturen von  zirka<B>35'</B> C bei dem neuen Verfahren nicht  gebunden, sondern kann auch höhere Tempe  raturen     anwenden.     



  Als     Hydroxy    de lassen sich z. B. verwen  den;     Ätzalkalien,    Erdalkalien,     Magnesium-          hydroxyd    usw.         Beispiel:     Aus     Zweckmässigkeitsgründen.    wird man  überall dort, wo durchführbar, den     Faserstoff     zum Beispiel zuerst einer normalen, richtig  dosierten     Vorbleiche    nach irgend einem der be  kannten Bleichverfahren unterziehen und dann  gut auswaschen, denn in dem ersten Stadium  der Bleiche wird der     Faserstoff    überhaupt  nicht     angegriffen,

      weil das zugefügte blei  chende Agens restlos von den     Inkrusten    auf  gezehrt wird.  



  Nach dem Auswaschen bleicht man dann  mit der berechneten Menge     Hypochlorit    unter  Zusatz von zirka 10%     Ätzalkali    oder der äquiva  lenten Menge von sonstigen,     Hydroxylionerr     liefernden     Hydroxy    den, wie vorwiegend den       Hydroxyden    der alkalischen Erden, einschliess  lich     Magnesiumhydroxyd,    fertig, so dass die  Bleichflotte bis zur Beendigung der Bleiche  ihre     Ätzalkalinität    behält.

      Ist eine     Vorbleiche    aus technischen Grün  den nicht durchführbar, muss die zuzusetzende  Menge     Hydroxyd    den Verhältnissen so a     nge-          passt    werden, dass derselbe     Endeffekt    erzielt  wird.  



  Das     Hydroxyd    kann sowohl dein Faser  stoff vor Zugabe der     Hypochloritbleichlauge,     wie auch der Bleichlauge selbst beigegeben  werden. Man kann aber auch eine, die zur Auf  rechterhaltung der schwachen     Ätzalkalinität     bis zur Beendigung der Bleiche nötige Menge  an     Hydroxyden    bereits .enthaltende     Hypo-          chloritlauge    verwenden.

   Ebenso kann das       Hydroxyd    nach Zugabe der Bleichlauge zum  Faserstoff     portionsweise    in Intervallen oder  kontinuierlich so eingetragen werden, dass    stets eine schwache     ätzalkalische        Reaktion     aufrecht erhalten bleibt.  



  Im Sinne der vorliegenden     Erfindung    sind  auch die verschiedensten Kombinationen zwi  schen     Hypochloritlaugen    und     Hydroxyden     verwendbar wie zum Beispiel     Calciumhypo-          chlorit    und     Ätznatron    oder     Natriumhypochlorit     und     Ätzkalk,    ferner     Calciumhypochlorit    und       Ätzkalk    oder     Natriumhypochlorit    und Ätz  natron     usw.     



  Für das angegebene Verfahren wird der  Schutz nur soweit beansprucht, als es sich  nicht um eine für die Textilindustrie in Be  tracht     kommende    Behandlung von. Textil  fasern handelt.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Bleichen von Faserstoffen aller Art, dadurch gekennzeichnet, dass rnan die Faserstoffe mit Hy pochloritlaugen und einer solchen Menge alkalisch reagierender Hydroxyde behandelt, dass eine schwache Ätzalkalinität bis zur Beendigung der Bleiche erhalten wird. UNTERANSPRüCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Hydroxyd Ätz alkali verwendet wird.
    2. Verfahren nach Patentansprech, dadurch gekennzeichnet, dass als Hydroxyd Erd- alkalihydroxyd verwendet wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, da[,) als Hydroxyd Dlag- nesiumhydroxy d verwendet wird. 4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die alkalisch reagierenden Hydroxyde den Faserstoffen vor der Zugabe der Hypochloritlaugen zu fügt. 5.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man dem Faserstoff eine Hypochlorit und Hydroxyd enthal tende Lösung zufügt. 6. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die benötigte Menge Hydrogyd nach der Zugabe der Hypo- chloritlauge zum Faserstoff sofort diesem letzteren zugesetzt wird. 7. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man einen vorge- bleichten Faserstoff verwendet.
CH118464D 1924-05-22 1925-03-09 Verfahren zum Bleichen von Faserstoffen. CH118464A (de)

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