CH118844A - Verfahren zur Herstellung eines Desinfektionsmittels. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines Desinfektionsmittels.

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CH118844A
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Actien-Gesellschaft R Fabriken
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Rhenania Verein Chemischer Fab
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  Verfahren zur Herstellung eines Desinfektionsmittels.    Die Erfindung betrifft ein Verfahren  zur Herstellung von Desinfektionsmitteln  und besteht darin, dass an sich desinfizierende  Stoffe mit     Rhodanverbindungen    versetzt  werden.  



  Es wurde gefunden, dass     Rhodanverbin-          dungen,    wie zum Beispiel     Rhodanalkalien,     befähigt sind, beträchtliche Steigerungen der  desinfizierenden     bezw.    antiseptischen Wir  kungen anorganischer, wie auch     organischer     Desinfektionsmittel zu bewirken.

   Man kann  zum Beispiel die Wirkung stark desinfizie  render     Schwermetallverbindungen,    zum Bei  spiel solcher des     Quecksilbers    und Silbers,  beträchtlich steigern, wenn man für An  wesenheit passender Mengen von     Rhodan-          verbindungen,    welche selbst nur geringe des  infizierende Wirkungen     besitzen,    Sorge trägt.

    Ebenso gelingt es, die desinfizierenden     bezw.     antiseptischen Wirkungen     organischer    Des  infektionsmittel verschiedener     Art,    zum  Beispiel von Alkoholen, wie Äthylalkohol,       Isopropylalkohol,    ferner zum Beispiel von       Phenolhy        droxyl-haltigen    Verbindungen, zum    Beispiel Phenol,     Chlormetakresolnatrium,          Guajakol,        Oxy-Chinolin,    ferner zum Beispiel  von Aldehyden, zum Beispiel Formaldehyd,       Furfurol,    ferner von zum Beispiel hetero  zyklischen Verbindungen, wie zum Beispiel  von     Terpenen,

      wie zum Beispiel     Terpineol,     Nelkenöl und dergleichen, durch Zusatz von       Rhodanverbindungen    zu steigern.  



  Die     aktivierende    Wirkung der     Rhodan-          verbindungen    dürfte zum. Teil auf die Fähig  keit     derselben    zurückzuführen sein, auf Ei  weiss und dergleichen Substanzen quellend       bezw.    lösend zu wirken. Infolge dieser  Eigenschaften dürften die     Rhodanverbin-          dungen    die Hüllen der Bakterien in. eine  Form überführen, welche befähigt ist, den  Zutritt der eigentlichen Desinfektionsmittel,  wie zum Beispiel     Sublimat,        gresol    und der  gleichen, zu dem Kern der Keime zu erleich  tern.

   Auf die lösenden und quellenden Eigen  schaften der     Rhodanverbindungen    dürfte  weiterhin auch die Tatsache zurückzuführen  sein, dass die     aktivierende    Wirkung derselben,  insbesondere auch bei Gegenwart von Ei-           weissstoffen,    Schleim, Eiter und dergleichen,  besonders vorteilhaft in Erscheinung tritt.  



  Versuche haben ergeben, dass die für die  Aktivierung - in Betracht kommenden     Rho-          danverbindungen,    wie zum Beispiel     R.hodan-          kalium    und andere Leichtmetallverbindungen  des     R.hodans,    nicht nur befähigt sind, an sich  quellend und lösend auf Protein und der  gleichen Substanzen zu wirken, sondern  dass sie überraschenderweise auch die Fähig  keit besitzen, die     Quellungsbehinderungen,     wie solche durch     Schwermetallsalze    und an  dere Desinfektionsmittel ausgelöst werden,  zu beheben, ja,

   sogar trotz     Anwesenheit     koagulierend wirkenden     Schwermetallsalze     und dergleichen noch eine     Quellungserhöhung     im Vergleich zu der quellenden Wirkung von       reinem    Wasser zu bewirken.  



  Die den Desinfektionsmitteln zur Er  zielung der Wirkungssteigerung     zugesetzten     Mengen von     Rhoda.nsalzen    sind abhängig  von der Wahl des Desinfektionsmittels, von  dem in Aussicht genommenen Verwendungs  gebiet und dergleichen. Man wird     znm    Bei  spiel einem an sich stark     koagulierend    wir  kenden     Desinfektionsmittel    grössere Mengen  von zum Beispiel     Rhodanalkali    zusetzen als  einem     sehwäeher    koagulierenden Desinfek  tionsmittel.

   Ebenso wird man Desinfektions  mittel, welche in einem Eiweiss, Schleim,  Eiter oder dergleichen     enthaltenden    Milieu  wirken sollen, grössere Mengen von     Rhoda.n-          salz    zusetzen. Die zur Erzielung optimaler  desinfizierender und antiseptischer     "Wirkung     erforderlichen Zusätze von     Rhodanverbin-          dungen    werden zweckmässig durch     Vorver-          suche,    welche zum Beispiel mit Hilfe von       'Milch        durchgeführt    werden können, ermittelt.

    Ausgezeichnete Wirkungen können zum Bei  spiel dann erzielt werden, wenn die Ge  brauchslösungen Konzentrationen von etwa,  einem Zehntel normal     Rhodan    aufweisen.  Eine derartige     Rhoda.nkonzentration    ist im  allgemeinen     geeignet,    die koagulierende Wir  kung selbst stark: koagulierender Desinfek  tionsmittel<U>auf</U> Eiweiss und dergleichen  Stoffe nicht nur aufzuheben, sondern dar  über     hinausgehend    trotz     Anwesenheit    der         koagulierend    wirkenden Stoffe eine die  quellende     Wirkung    von Wasser     übertreffende.          Quellungssteigerung,    zu bewirken.  



  Zwecks Gewinnung von Desinfektions  mitteln gemäss dem Verfahren der Erfindung  kann man zum Beispiel derart vorgehen,  dass man den als Ausgangsstoff dienenden  desinfizierenden Stoffen die zur Aktivierung  derselben erforderlichen Mengen von     Rhodan-          verbindungen,    zum Beispiel     R.hodanalkalien,          einschliesslich        Bliodanammonium    oder     Rlio-          danerdalkalien,        Ii.lioda.nmagnesium,    zusetzt.

    Man kann die     Komponenten    zum     Beispiel     gleichzeitig oder     aufeina.nderfolgend    in ein  Lösungsmittel für dieselben, vorzugsweise  Wasser, eintragen.     1Tan    kann zum     Beispiel     auch derart verfahren, dass man     zunächst     Mischungen,     welche    die Bestandteile in pas  senden Mengen enthalten, herstellt und diese  dann in gewünschte, zur     Anwendung    ge  eignete Formen, wie Lösungen,     Suspensionen,     Salben-, Pasten-,     Stäbchenform    und der  gleichen,

       überführt.    Man kann zum Beispiel  auch     derart    v     or-Ulien,    (lass     ina.n    zunächst die  eine Komponente, zum Beispiel mit einer  Salbengrundlage verreibt und dann die an  dere zugibt. In gegebenen Fällen kann man  auch mehrere Desinfektionsmittel mitein  ander kombinieren und die Mischung mit  Hilfe von     Pthodanverbindungen    aktivieren  oder mehrere     R.hodanverbindungen    mit  einem oder mehreren Desinfektionsmitteln  kombinieren.

   Den gemäss dem Verfah  ren der Erfindung     lierstellbaren    Desinfek  tionsmitteln können auch noch andere, die  Beschaffenheit des Desinfektionsmittels be  stimmende Stoffe, zum Beispiel Schaum  mittel, wie     Sa.ponin,    zugesetzt werden.  



       Zwecks    Aktivierung     organischer    Des  infektionsmittel nach dem vorliegenden Ver  fahren verfährt     nian    zum Beispiel derart,  dass man (las     Desinfektionsmittel,    zum Bei  spiel     Chlormetacresolnatrium,    und die zur       Aktivierung    erforderliche Menge von     Rho-          dankalium    in     tvässe,rige    Lösung überführt.  



  In gleicher     "\'eise    kann in-,in Desinfek  tionsmittel     anorganischer    'Natur herstellen.  Bei Verarbeitung von anorganischen Des-           infektionsmitteln,    welche, wie zum Beispiel  Quecksilberchlorid, befähigt sind, mit dem       R.hodansalz    komplexe Salze, zum     Beispiel          (K2lIg        (CNS)4,    zu bilden, ist so zu verfah  ren, dass das fertige Produkt aus einem Ge  misch der Komplexverbindung mit der zur  Aktivierung bestimmten     Rhodanverbindung     besteht.  



  Manche anorganische     Desinfektionsmittel,     zum Beispiel gewisse komplexe Silbersalze,  wie zum Beispiel     Protargol    und Albargen,  werden beim Zusammenbringen mit     R.hodan-          salzen    unter Bildung von     -Niederschlägen     aufgespalten. Derartige Salze sind mithin  nicht geeignet. Dagegen eignet sich zum Bei  spiel     Silberkaliumcyanid    ausgezeichnet zur  Herstellung von durch     Rhodansalze    aktivier  ten silberhaltigen Desinfektionsmitteln.  



  Abgesehen von den durch Anwesenheit  von     Rhodanverbindungen    erzielbaren Wir  kungssteigerungen mit Bezug auf des  infizierende und antiseptische Wirkungen  bietet die Erfindung auch noch Vorteile  nach andern     Richtungen    hin. Es hat sich  zum Beispiel gezeigt, dass die Desinfektions  mittel, welche Reizwirkungen auf die  Schleimhäute ausüben, bei Kombination mit       Rhodanverbindungen    diese     Reizwirkungen     mehr oder weniger verlieren.

   Schliesslich  können durch Kombinationen teurer des  infizierender Körper mit billigen     R.hodan-          verbindungen    auch noch insofern Vorteile  erzielt werden, als bei Anwendung geringe  rer Mengen der teuren, desinfizierend wir  kenden Verbindungen gleiche und sogar er  höhte Wirkungen erzielt werden können.  



  Der rechtliche Schutz wird für das vor  liegende Verfahren nur für die Herstellung  von Desinfektionsmitteln, die nicht als  Arzneimittel dienen, beansprucht.         Beispiele     1. 10     gr    feingepulvertes     Silberkalium-          cyanid    werden in 50 Liter 2     %iger    wässeriger       R.hoda.nkalilösung    bei Zimmertemperatur un  ter Rühren eingetragen.  



  2. Ein Teil     Quecksilberrhoda.nid    und       12.1    Teile     Rhodanka.lium    werden mit    125 Teilen Wasser verrührt und mit  Wasser auf einen Viertelliter aufgefüllt.  Zum Gebrauch wird die Lösung im Ver  hältnis 1     :20    verdünnt.  



  3. 4     gr        Chlormetacresol    werden mit der  zur Bildung des     Natriumsalzes    nötigen Menge  10     %iger        Natronlauge    versetzt, nach erfolg  ter Lösung 30     _        gr    10     %ige        R.hodankalium-          lösung    zugegeben und mit Wasser auf  100     cm-'    aufgefüllt. Verwendung in Ver  dünnung 1:20.  



  4. Einem     Desinfektionsmittel,    welches  hergestellt wurde durch Zusammenbringen  einer wässerigen Lösung von 2     gr        Dioxy-          chinolinsulfat    mit einer zur Fällung der  Schwefelsäure     nicht    ganz ausreichenden  Menge von,     Bajiumrhodanicl    in der Hitze;

         Abfiltrieren    von . dem ausgeschiedenen Ba  riumsulfat und Versetzen des Filtrates mit  der zur Bildung der gewünschten     Rhodan-          verbindung        nötigen    Menge von     Rhodan-          kaliumlösung,        wird    eine solche Menge von  weiterer     ebensolcher    Lösung zugesetzt, dass  das Endprodukt einen Gehalt an freiem       Rhodankalium    aufweist.  



  5. Bei der technischen Oxydation von  Methylalkohol entstehende     forma-Idehydhal-          tige    Dämpfe werden in eine 50 %     Rhodan-          kali    enthaltende wässerige Lösung bis zur       gewünschten        Formaldehydkonzentration    ein  geleitet.  



  Es ist bereits bekannt,     rhodansalzhaltig#3          Formaldehydgelatine    dadurch herzustellen,  dass     Formaldehydgelatinelösungen    bestimm  ter     Konzentrationen    in Gegenwart von     Rho-          danalkalien    oder     Rhodanerdalkalien    zu  gemischt     wird.    Bei diesem Verfahren haben  die     Rhodansalze    den Zweck, die Bildung  unlöslicher Verbindungen zwischen Form  aldehyd und Gelatine zu verhindern. Die  Menge des     Rhodansalzzusatzes        richtet    'sich  demgemäss nach     dieser    Zweckbestimmung.

    Demgegenüber beruht das Verfahren gemäss  der vorliegenden Erfindung auf der Er  kenntnis, dass     Uhodansalze    die desinfizierende  Kraft organischer Desinfektionsmittel zu  steigern vermögen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung eines Des infektionsmittels, dadurch gekennzeichnet, dass an sich desinfizierende Stoffe, die mit Rhodansalzen chemische Umsetzungen nicht erleiden. zwecks Steigerung ihrer desinfizie renden Wirkung mit Rhodanverbindunben versetzt werden.
    UNTERANSPRü CIIE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gehennzeiehnet, dass Komplexverbindun- gen von Rhodansalzen mit desinfizieren den lletallv erbindunben mit Rhodan- salzeia versetzt werden.
    ?. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch \,ehennzeichnet, dass Iiomplexverbindun- gen von R.hodansalzen mit Quecksilber- chlorid mit Rhodansalzen versetzt. wer den. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass ein solches Des infektionsmittel verwendet wird, welche durch (las Rhodansalz bei Gegenwart von Lvsungsmilteln nicht zersetzt wird.
    f. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als desinfizierender, mit Rhodanverbindunben zu versetzender Stoff Silberall@alicva.nid verwendet wird.
CH118844D 1924-06-27 1925-06-06 Verfahren zur Herstellung eines Desinfektionsmittels. CH118844A (de)

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