Klärbecken zur Frischwasserklärung, insbesondere zur Frischwasserklärung von Hansabwässern. Die Erfindung betrifft. eine Verbesserung der durch den Patentanspruch II des Haupt patentes geschützten Kläranlagen,
bei denen das Abwasser in einem ständig licht- und luftdicht abgeschlossenen und auf Temperatur gehaltenen Schla.uim- raum. einer mechanischen Klärung unter zogen und der sich dabei ausscheidende Sink- und Schwimmschlamm in diesem Schlammraum einer biologisch-bakteriologi- schen Aufzehrung unterworfen wird.
Bei diesen so arbeitenden Kläranlagen hat sich nun in manchen Fällen gezeigt, dass sich ini Laufe der Zeit, bei besonders fetthal- ligen Abwässern" verhältnismässig starke Schwimmdecken bilden, die in der Haupt sache aus Fett bestehen und dem Angriff der Bakterien widerstehen, also nicht aufge zehrt werden. Diese im Lauf der Jahre zu nehmende Schwimmdecke hemmt auch die. freie Auf- und Abwärtsbewegung des Schwimmers des Erregerapparates.
Diese Nachteile werden nach der Erfin- dungdadureh behoben, dass derSchlammraum- in zwei. Räume aufgeteilt wird, und zwar in einen Sinkschlammraum, in dem der Sink schlamm der Aufzehrung unterworfen wird, und in einen Schwimmsehlammraum, in dem sich die Fett- und Schwimmstoffe ansam- meln und der im wesentlichen die Rolle eines Fettfängers spielt.
Diese Aufteilung des Schlammraumes hat den Vorzug, dass eine Scheidung der Stoffe stattfindet in solche, die der Gärung und Aufzehrung unterwor fen sind und in Schwimm- und hauptsächlich Fettstoffe, die je nach ihrer Zusammen setzung wieder verwertet werden können. Die Fettstoffe werden dabei fast gänzlich aus dem Sinkschlammraum ferngehalten, so dass eine Schwimmdeckenbildung im Schlamm- zehrraum nahezu ausgeschlossen ist.
Was sich an der Wasseroberfläche des Schlamm- zehrraumes ansammelt, wird bei dem perio disch erfolgenden Aufsteigen und Nieder gehen des in ständiger Gärung befindlichen Inhaltes des Sehlammzehrraumes mit den hochgehenden, sich entgasenden Schlamm fladen vermengt und sinkt mit diesen wie der zu Boden. Damit, macht sich auch die bei einem Ausführungsbeispiel des Haupt- patentes für die beschleunigte Schlammzeh- rung vorgeschlagene Erregervorrichtung mit ihrem Schwimmkörper überflüssig,
und es genügt als Ruhe- und Fortpflanzungsstätte für die Bakterien eine einfache Hohlsäule mit Öffnungen.
Als wesentliches Merkmal der Erfindung nach dem Patentanspruch des Hauptpaten tes ist der gänzlich unterhalb der Erdober fläche eingebaute, luft- und lichtdicht abge schlossene Schlammzehrraum anz iselien. Dieses Merkmal hat also wesentliche 13c- deutung für jenen Raum der Kläranlage, in welchem die Aufzehrung und Verflüssigung des Schlammes erfolgt.
Der luft- und licht dicht abgeschlossene tiefe Einbau des Bek- kens ist aber nicht notwendig für jene Räu me der Kläranlage, in denen sich die Fett stoffe ansammeln, die überhaupt nicht zu verflüssigen sind. Falls auf die Wiederge winnung der Fettstoffe Wert gelegt wird, oder falls sich bei besonders fetthaltigere Ab wässern eine Entfernung der Schwimmdeeke notwendig erweist, so ist es zweckmässig, diese Räume zugänglich zu machen. Hin sichtlich der Schlammzehrungsräume muss aber ihr luft- und lichtdichter Abschluss und ihre sorgfältige Isolierung gegen Kälte bei behalten werden.
Diesen Bedingungen trägt die Erfindung nach dem Hauptpatent durch die Vermauerung der Ausstiegöffnung und durch die Erdüberdeckung Rechnung. Da die Luft ein schlechter Wärmeleiter ist, wird eine Bleichgute Isolation auch erzielt, wenn statt der Erdüberdeckung eine Luftkammer über dem abgeschlossenen Schlammzehrraurn vorgesehen wird.
Das Wesen der Erfindung besteht also darin, dass der Schlammraum, das heisst jener Raum,. in den die auszuscheidenden Sink und Schwimmstoffe übertreten, in einen luft- und lichtdicht abgeschlossenen, gegen Kälte gut isolierten Schlammzehrraum für die Senkstoffe und in einen von aussen zugäng lichen Schwimm- und Fettsammelraum un terteilt wird.
Um dies zu erreichen, ist, wie beim Hauptpatent, der Klärraum unterhalb des Wasserspiegels eingebaut, von dem aus die Senkstoffe in den Schlainmzehrriiuin und die Schwimm- und Fettstoffe in den Schwiminschlammraum oder Fettfänger über treten können.
Dabei ist aber noch Sorge getroffen, dass die sich nachträglich im Schwimmschlammra.um in geringem Masse ausscheidenden Senkstoffe ebenfalls in den Sinkschlammraum übertreten können, so daE, sich im Fettfängerraum tatsächlich nur Schwimm- und Fettstoffe befinden, die ohne Zerstörung des licht- und luftdichten Ab schlusses des Schla.inmzelirraumes abge schöpft oder sonst-#vic, entfernt werden kön nen.
Die Unterteilung des Schlammraumes in einen Schlammzehrraum und in einen Fett fängerraum kann in verschiedener Weise er folgen. Dabei können Teile der Wandungen des Klär- oder Absitzraumes mit besonderen ein- oder angebauten Wandungen des Bek- kens den Schwiminschlammraum oder Fett fänger bilden, der entweder neben oder über dem Klärraum gelegen sein kann und den Übertritt eventueller Senkstoffe nach dem Schlammzehrraum hin gestattet.
In der Zeichnung sind drei Ausführungs beispiele der Erfindung dargestellt, und zwar zeigt die Fig. 1 einen senkreehten Längsschnitt einer Ausführungsform des Klärbeckens, und die Fig. 2 einen solchen Schnitt durch eine andere Ausführungsform des Beehens. Die Fig. a und -1 stellen zwei zueinander senkrechte Längsschnitte einer dritten Ausführungsform dar.
In allen drei Ausführungsformen sind (las Klärbecken als Ganzes mit a, der Schlammzehrraum mit h. der Klär- oder Ab sitzraum mit e, die> Zuleitung des Abwasser:
mit d und seine Ableitung mit e, die un- t(,rn Austrittsschlitze vom Klärraum zuni Schlammzehrraum mit X und die obern Schlitze vom Klärraum zum Schwimm schlammraum mit ybezeichnet. Der Schlamm raum kann durch Ein- oder Anbauten derart unterteilt sein, dass ein besonderer Schwimm- schlaminraum oder Fettfängerraum f gebil det wird,
der durch Sehlitze mit dein f.igentlichen Schlammzehrraum b in Verbin dung stehen.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 1 tritt das zu klärende Abwasser durch die Zuleitung d in den unterhalb des Wasser spiegels liegenden Absitz- oder Klärraum c ein; dort scheiden sich die Sinkstoffe durch den Schlitz<I>x;
</I> nach dem Schlammzehrraum <I>b</I> ab, während die Schjvimmstoffe durch den Schlitz y in den Schwimmschlamm oder Fettfängerraum f übertreten. Dieser Fett- fä.ngerraum f wird dadurch gebildet, dass eine oben abgeschlossene zylindrische durch auf der Zeichnung nicht dargestellte Arme mit dem Gehäuse a, verbundene Trennwand y in das Abwasser hineinragt, und zwar so weit, dass ihr unteres Ende mit der Trenn- wand h des Absitzraumes c einen Schlitz bildet,
durch den gegebenenfalls im Schwimmschlammraum f sich abscheidende Sinkstoffe nach dem Schlammzehrraum b übertreten können. Die biologisch-bakterio- logische Verflüssigung der Sinkschlammteil- chen erfolgt in dem Schlammzehrraum b und in dem von der Zylinderwand g und der Decke 7c umschlossenen Raum, während sich die Ansammlung der nicht zu verflüssigen den Schwimmstoffe in dem Raum f vollzieht.
aus dem die Schwimmstoffdecke, falls er forderlich, abgeschöpft werden kann. DerAb- schluss des Beckens wird durch eine Decke i gebildet, über der sich die Erdüberdeckung oder eine isolierende Luftkammer na befin det, die eine leichte Zugänglichkeit zu dem Klärbecken gestattet. Das Abwasser strömt in geklärtem und nicht fauligem Zustand durch -das Ablaufrohr e ab. Zur Unter stützung der Schlammzehrung dient ein ein facher Erregerapparat, der in manchen Fäl len auch fortgelassen werden kann. Er be steht aus einem einfachen Rohr n mit Öff nungen o.
Der Querschnitt des Beckens kann rund oder rechteckig sein; entsprechend der Querschnittsform ändern sich dann auch die Gestaltung der Absitz- und Schlammräume, und die Art des Zu- und Ablaufes des Ab wassers.
' Bei der Ausführungsform nach Fig. <B>2</B> er- folgt die Unterteilung des Schlammraumes in den Sinkschlamm- oder Schlammzehrraum b und in den Schwimmschlamm- oder Fett- fä.ngerraum f dadurch, dass der Absitzraum c zwischen -diese beiden Räume<I>b</I> und<I>f</I> ge schaltet ist. Das Abwasser gelangt durch den Zulauf d in den Absitzraum e, in dem die Trennung der Stoffe nach unten und oben hin durch die Schlitze<I>x</I> und<I>y</I> erfolgt.
Die Trennwand l% des Absitzraumes c bildet zu gleich einen Wa,ndungsteil der Schwimm schlammräume f, die als Schächte bis zur Erdoberfläche reichen. Sie bildet ferner mit der Klärbeckenwand g einen untern Schlitz z zwecks Überleitung des sich nachträglich im Schwimmschlammraum f ausscheidenden Sinkschlammes, der in den Schla,mmzehr- raum b abrutscht.
Im Schwimmschlamm raum f kann also eine Zersetzung des Schlammes durch Ausfaulung und Gärung nicht eintreten, es können sich dort nur die Fett- und sonstigen Schwimmstoffe ansam meln, die nach Abnahme der Deckel p abge schöpft werden können. Die Verflüssigung des Sinkschlammes erfolgt in bekannter Weise im Schlammzehrraum b durch die anaeroben Bakterien, das heisst durch Gä rung, Ausfaulung und Vergasung. Der Schlammzehrraum b ist durch eine Decke i mit abgedichteten Revisionsdeckeln r abge deckt, über der sich die isolierende Luftkam mer m anstatt der Erdüberdeckung befindet. Die Luftkammer ist durch eine Decke s ab geschlossen.
Auch hier ist der Schlammzehr- raum luft- und lichtdicht und isolierend ab geschlossen.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 3 und 4 ist der Absitzraum c in bekannter Weise durch ein quer durch den Schlamm- zehrraum b unterhalb des Wasserspiegels verlaufendes, ungefähr ovalen Querschnitt aufweisendes Gerinne gebildet.
Der S'chwimm- schlammra.um f wird durch die Trennwände ei. gebildet, die von der Zwischendecke i un- ier Belassung der Schlitze r bis zu den Wän den h des Absitzraumes c hinabreichen. Das Abwasser gelangt durch den Zulauf d in den Absitzraum c, in dem die Ausscheidung der Stoffe je nach ihrem spezifischen Ge wicht nach unten und oben hin durch die Schlitze x und y stattfindet.
Auch liier ge langen alle Sinkstoffe durch die Schlitze x und z in den Schlaminzehrraum b, während sich die Schwimm- und Fettstoffe fast aus schliesslich im Fettfängerraum f ansammeln, die durch Abnahme des Deckels p abge schöpft- werden können.
Zwischen der Decke i: des- Beckens a. und der mit dem Erdboden bündig liegenden Decke s befindet sich die isolierende Luftkammer -iii. Auch bei dieser Ausführungsform ist der Sinkschlammrauni, in dem die Aufzehrung und Verflüssigung der überhaupt zu verflüssigenden Stoffe er folgt, luft- und lichtdicht abgeschlossen. Diese Ausführungsform ist in baulicher Hin sicht besonders einfach und billig Herzustel len.