Verfahren und Anlage zum Bleiehen -von Fasergut. Die vorliegende Erfindung betrifft ein Ver fahren und eine Anlage zum Bleichen von Fasergut.
Nach dem vorliegenden Verfahren wird das Fasergut mit Bleichflüssigkeit gleichmässig durchsetzt, aber nicht dünnflüssig gemacht und hernach, zwecks Lüftung der Masse, diese der Einwirkung eines gasförmigen Stoffes ausgesetzt. Die Anlage zur Durchführung dieses Verfahrens weist erfindungsgemäss eine Kombination von Einrichtungen für die Her stellung eines gleichmässigen, verhältnismässig trockenen Gemisches von Bleichflüssigkeit und Fasergut mit Einrichtungen zur Durch lüftung des Gemisches unter Vermeidung einer Umrührung der Masse auf.
Beispielsweise Ausführungsformen der neben dem Verfahren den Gegenstand der Erfindung bildenden Anlage sind in den bei liegenden Zeichnungen veranschaulicht, wo Fig. 1 einen Bestandteil der Anlage von Fig. 2 schaubildlich und zum Teil im Schnitt, Fig. 2 schematisch im Seitenriss die Ge samteinrichtung der Anlage, Fig. 3 eine Variante zu Fig. 2, Fig. 4 eine Variante zu Fig. 1, und Fig. 5 eine andere Variante zu Fig. 2 mit der in Fig. 4 veranschaulichten Vorrichtung zeigt.
In Fig. 2 bedeutet 1 die Zuleitung für das zu bleichende Gut in einen Konzentrator 2, welcher ein beliebiger Apparat sein kann, der sich zum Abwässern der Masse eignet und welcher diese bis zu dein erwünschten Dichtegrad (z. B. ungefähr 35<B>0/0)</B> bringen kann. Von diesem Konzentrator wird die Masse zu einem im Folgenden als Ausgleichturm 3 be zeichneten Teil 3 geführt, der zum gleich mässigen Beschicken des nachfolgenden Misch apparates 5 mit ungebleichter Masse in gleich artiger Menge dient.
Am Boden dieses Turmes 3 befindet sich ein Schaber 58. der mittelst einer Welle 45 angetrieben wird. Der Misch apparat 5 ist ein vom Einlauf 6 nach dem Auslauf 7 am weiteren Ende konusförmig sich erweiternder Kasten mit einer Welle 10, die Schaufeln 12 und eine Riemenscheibe 11 trägt. An den Apparat 5 sind ein Bleich- mitteleinlauf 9 und ein Wassereinlauf 8 all geschlossen. Der Bleichmitteleinlauf 9 ist mit einem oberhalb des Apparates 5 liegenden Verteilungskaten 13 für Bleichmittel ver bunden. Der Kasten 13 besitzt eineu Einlauf 14, einen Auslauf 15 und einen Überlauf 16. Der Einlauf 14 befindet sich am Boden des Verteilungskastens 13; an ihn ist die Zulei tung 17 angeschlossen.
Der Überlauf 16 steht in Verbindung mit der Rohrleitung 18, (lud der Auslauf 15 ist über ein Regulierungs ventil 21 mit der Rohrleitung 19 eines Mess- kastens 20 verbunden. Der Messkasten 20 ist eine an sich bekannte Einrichtung und ist hier dazu bestimmt, an die zum Bleich mitteleinlauf führende Rohrleitung 22 Bleich mittel in bestimmten Mengen abzugeben.
Von dein Wasserverteilungskasten 23 mit Wasser zuleitung 24. und einem- Überlauf 25 führt eine Rohrleitung 26 zu einer Messkiste 27, welche mit dem Wassereinlauf 8 arii IVlischurrgs- apparat 5 durch die Rohrleitung 28 verbun den ist. Das Wasser wird mit derjenigen Temperatur hinzugeführt, die zum Erwärmen bezw. zur Abkühlung der Masse im Alisch- apparat verlangt wird.
Die Aufgabe des Mischapparates 5 ist die gleichmässige Mischung der ungebleichten Masse mit den notwendigen Mengen voll Bleichmittel und Wasser. Es tritt keine Bleichwirkung in diesem Mischungsapparat ein, weil die Masse darin nur kurze Zeit ver bleibt; die blasse, das Bleichmittel und das Wasser werden hier nur gründlich und gleich mässig gemischt. Ein Kanal 29 führt voll dem Mischapparatauslauf 7 zu eitlem Bleichturm 30, der einen Einlauf 31 an seinem obern Ende 32 und am Boden 34 einen Trichter 35 mit Auslauföffnung 33 besitzt. Der Trichter 35 führt zu einer Waschkammer 36. alt die sich eine Mischkammer 37 anschliesst.
Von diesen zum Waschen und weiteren Mischen der Masse dienenden Kammern 36, 37 führt ein Kanal 40 zu einem Bleichturm 41, der seinerseits über Wasch- und Mischräume 42 mit einem Bleichturm 44 verbunden ist, voll wo ein Kanal zu einem Wasch- und eitlem Sammelbehälter (nicht gezeichnet) führt. Die Türme 30, 41, 44 sind von einer ge meinsamen Welle 45 durchdrungen; die über Zahnräder 47 und 48 voll einer Welle 46 angetrieben wird. Die Welle 45 ist hohl und ist am obern Ende mit einem feststehenden Rohr 49 durch die Stopfbüchse 50 verbun den.
Das Rohr 49 ist an einen Behälter 51 angeschlossen, der hier in Verbindung mit einem Luftkompressor 52 veranschaulicht ist, obwohl anstatt Luft auch andere Stoffe dem Behälter 51 zugeführt werden können, je nach der Art des Prozesses, der ausgeführt werden soll. Für das Beispiel ist angenommen; dass Luft beim Bleichen der Masse verwendet wird. Sichelförmige Murrdstiielze 53, welche hohl sind, erstrecken sich von Ringen 5.1, welche all der Welle 45 befestigt sind.
Die Hohl räume der Mundstücke 53 stehen in Verbin dung mit dem Innern der Welle 45 und sind mit Löchern 55 auf ihrer ganzen Länge ver seben. Die Mundstiicke 53 drehen sich mit der Welle und passieren die Bleichmasse, wobei komprimierte Luft aus den Löchern 55 in die Masse hineinströmt, dieselbe durch dringt und die gasförmigen Dekompositions- produkte austreibt.
Ein Ausgleicharrn 56 in jedem Turm dient zur gleichmässigen Verteilung der ein tretenden Masse. Dieser Arm 56 ist mittelst eines Ringes 57 an der Welle 45 fest artge bracht, und zwar vorzugsweise all der ent gegengesetzten Seite der Welle 45 in bezug auf das Mundstück 53. Ein gleichfalls sichel förmiger Schaberarrn 58 ist mittelst eines Ringes 59 all der Welle 45 befestigt und etwa dem Arm 56 gleichgerichtet. Er dient dazu, den Boden 3.1 zu schaben und die Masse in Bewegung gegen den zentralen Auslauf 35 zu halten.
Ein Flüssigkeits-Spritzrohr 60 ist unter halb jeden Turmes all dessen Boden 34 an geschlossen, um die Fortbewegung der Masse zu erleichtern.
Die Masse, die schon gründlich rnit Bleich mittel und Wasser gemischt worden ist, strömt in den Bleichturm 30 kontinuierlich und in demselben Grad, wie sie unter Wir kung des Schabers am Boden des Turmes entfernt wird, so dass der Turm immer in passender Höhe gefüllt ist.
Die Masse befindet sich in konstanter Bewegung vom obern Ende bis zum Boden des Turmes 30; doch ist die Bewegung lang sam genug, um eine genügende Einwirkung von Bleichmittel und Luft zu gestatten.
Die Masse bewegt sich vom obern Ende bis zum Boden im Bleichturm, und das Mund stück und der Schaberarm im Turm bewegen sich mit so geringer Geschvs indigkeit, dass keine nennenswerte Umrührung der Masse vor sich geht. Die einzige Umrührung, wel cher die Masse ausgesetzt ist, findet im Misch apparat vor dem Eintritt in den Turm statt.
Fig. 3 veranschaulicht eine Anlage zur Behandlung der Masse in zwei Stufen, in der ersten Stufe mit höherer Dichte und in der zweiten Stufe mit niedrigerer Dichte. Das zu bleichende Fasergut wird aus dem Kon- zentrator 2 zu einem Ausgleichungsturm 3; von da in einen -.iNlischapparat Sund von diesem zu einem Bleichturin 30, danach zu eitlem Waschapparat 36 und dann zu einer andern Mischeinrichtung 37 geführt.
Bis zum Austritt der Masse aus dein Waschapparat 36 ist das Verfahren genau dasselbe, wie bei der Anlage nach Fig. 2; es wird nun aber die teilweise gebleichte Masse, anstatt in einen andern Bleichturm, über die Misch einrichtung 37 in einen Apparat 75 von be liebiger Art, der sich zum Bleichen der hasse mit niedrigerem Dichtegrad eignet, geleitet. Das endgültige Bleichen der Masse wird in diesem letzten Apparat vollführt. Es ist ge funden worden, dass beim Bleichen auf diese Art ein vorzügliches Produkt erreicht wird, mit bedeutender Ersparnis an Unkosten und Zeit.
Der Ausgleichungsturm und die Bleich türme haben vorzugsweise runden Querschnitt, doch können auch Türme mit rechteckigem Querschnitt von der Form, wie in Fig. 4 und ä veranschaulicht, benutzt werden, wo von einem Rohr 61 Röhren 62 sich in den Turm 63 erstrecken. Diese Röhren sind mit Löchern 64 versehen zur Verteilung von Luft oder eines andern gasförmigen Stoffes in die im Turm sich befindende Masse. Zum Ausstossen der Masse in dem Trichter 65 dienen ein Spritzrohr 66 und umlaufende Bodenrost organe 67.
Bei der Durcbführung des Verfahrens unter Anwendung der beschriebenen Ein richtungen kann man das Bleichen der Masse von hoher Konzentration oder Dichtigkeit in kontinuierlichem Betriebe ausführen; die un- gebleichte Masse zusammen mit dem Bleich mittel und dem notwendigen Wasser kann dem Apparat kontinuierlich zugeführt werden, und es wird ein gleichmässiger Strom von gebleichter Masse am andern Ende des Appa rates abfliessen; dabei erhält man eine Masse ausgezeichneter Qualität, wie sie für die vielen Zwecke, wobei z. B. Zellulosenmasse verwen det wird, also zur Herstellung von Papier, Kunstseide und vielen andern Handelspro dukten, verlangt wird.
Man erreicht, dass bei dieser Bleichmethode das Bleichmittel gleich mässig durch die Masse verteilt wird, so dass es den physikalischen Eigenschaften der Masse nicht schadet. Ferner ist es möglich, das Bleichen auf einfache Weise auszuführen, so dass die Leistungsfähigkeit des Betriebes erhöht wird. Zugleich wird eine gleichmässige Parbennuance des gebleichten Produktes ge sichert. Dabei wird ein gründliches Mischen der Masse mit dein Bleichmittel und die Durchführung des Bleichens in einer mehr zufriedenstellenden und ökonomischen Weise als bei den bekannten Prozessen erreicht.
Die beschriebene Anlage ist besonders für das Bleichen von Masse für Herstellung von Papier, Kunstseide und andern ähnlichen Produkten geeignet; sie kann aber auch in der gezeigten Form mit Vorteil für andere Zwecke verwendet werden, besonders wo es von Bedeutung ist; ein gutes Durchdringen eines behandelten Materiales zur Erreichung guter Resultate zu erlangen. Anstatt Luft zu verwenden, können auch andere Gase oder sowohl, Gase als auch Flüssigkeiten verwendet werden. Das Verfahren nach vorliegender Erfin dung ist ausschliesslich zum Bleichen von Fasern bestimmt, die als solche für die Ver wendung in der Textilindustrie nicht in Be tracht kommen.