CH120360A - Verfahren zur Herstellung von Oxydkathoden für Entladungsröhren und gemäss diesem Verfahren hergestellte Oxydkathode. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Oxydkathoden für Entladungsröhren und gemäss diesem Verfahren hergestellte Oxydkathode.

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CH120360A
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      Verfahren    zur Herstellung von     Ogydkathoden        für    Entladungsröhren     und.    gemäss diesem  Verfahren hergestellte     Ogydkathode.       Die     Erfindung    betrifft die Herstellung der  unter dem Namen     "Ogydkathode"    bekannten  Elektroden für Entladungsröhren, wie z. B.  Sende- oder Empfangslampen für drahtlose  Telegraphie,     Telephonie    und ähnliche Zwecke,  Röntgenröhren und Gleichrichter. Die bisher  bekannten Elektroden dieser Gattung bestehen  aus einem Körper, z.

   B. aus Platin, der mit  einer     Metalloxydschicht    überzogen ist, die bei  Erhöhung der Temperatur eine sehr starke  Elektronenemission zeigt, wie z. B. die     Erd-          alkalioxyde.     



  Es hat sich herausgestellt, dass die Her  stellung dieser Elektroden, die zuerst von       \Vehnelt    beschrieben worden sind, verschie  dene Schwierigkeiten mit sich bringt. So  störten z. B. das Abfallen der     Oxydschicht     und die ungleichmässige Erhitzung der Schicht  während der Verwendung als Elektroden; was  eine unbeständige Wirkung zur Folge hat.  



  Zum Verbessern der Eigenschaften von       Oxydkathoden    hat man schon viele Vorschläge  gemacht. So hat man z. B. vorgeschlagen,  die wirksame Schicht in der Form eines Kar-    Kern aus Platin und Nickel anzubringen. Bei  Erhitzung entsteht erst Nickeloxyd und     Erd-          alkalioxyd    und dann eine Nickel und das       Erdalkalioxyd    enthaltende Verbindung, die  später wieder in Nickel und das Oxyd zer  fällt.  



  Auch hat man schon vorgeschlagen, einen  Metallkörper an der Oberfläche ein wenig zu  oxydieren, um ihm eine     muhe    Oberfläche zu  geben und ihn darauf in ein Bad von ge  schmolzenen     Erdalkalihydroxyden    zu bringen.  



  Bei den bekannten Verfahren besteht die       Schwierigkeit,    dass     häufig    die Schicht des  wirksamen Stoffes ungleichmässig verteilt wird  und aus den bisher verwendeten     Erdalkali-          verbindungen    werden häufig Stoffe frei, die  den Metallkern angreifen oder die Entladung  in anderer Weise nachteilig beeinflussen kön  nen. Bei der Verwendung von unedlen     b'Ie-          tallen    als Kern ist z. B. bei Vorhandensein  eines Übermasses von     Sauerstoff    die Gefahr  .nicht ausgeschlossen, dass der     Metallkern-von     dem Sauerstoff derart angegriffen wird, dass  er bald durchbrennt.

   Eine weitere Schwie-      in den manchen Stadien der Bearbeitung,  welche die     Oxydkathode    zu durchlaufen hat,  was zugleich mit sich bringt, dass die Mög  lichkeit einer Beschädigung der wirksamen       Schicht    und des     Abfallens    derselben vergrössert  wird. Auch kann bei der Verwendung von  unedlen Metallen für den Kern eine stabile  Verbindung zwischen dem     Erdalkalioxy    d und  dem Stoffe des Kernes gebildet werden, wel  che Verbindung bei Erhitzung nicht wieder  zerfällt.  



  Wo in dieser Beschreibung von einem Kern  die Rede ist, ist darunter sowohl ein Kern  draht, auf dem das wirksame Oxyd ange  bracht wird, wie ein zur Unterstützung des  wirksamen Oxyds dienender Körper jeder  andern Form zu verstehen.  



  Die Erfindung hat den Zweck, die erwähn  ten     Schwierigkeiten    zu beheben, die     lferstel-          lung    von     Oxydkathoden    zu vereinfachen und  ein gutes Anhaften der wirksamen Oxyd  schiebt zu erzielen.    Die Erfindung hat zugleich den Zweck,  die Verwendung von unedeln Metallen als  Unterstützung für die     Oxydschicht    zu ermög  lichen, ohne dass diese Unterstützung durch  schädliche Bestandteile der     aufgebrachten     Schicht geschwächt wird.  



  Gemäss der Erfindung wird ein Metall  körper an der Oberfläche wenigstens teilweise  oxydiert und es wird darauf mindestens ein       Edelalkalimetall    mit dem Körper derart in  Berührung gebracht, dass an der Oberfläche  des Körpers     Erdalkalioxyd    entsteht.

   Es hat  sich herausgestellt, dass das     Erdalkalimetall,     wenn es mit dem oxydierten Metallkörper in  Berührung gebracht wird, wenigstens grossen  teils in das Oxyd des     Erdalkalimetalles    ver  wandelt wird, wozu die     Oxydschicht    des     ssle-          tallkörpers    wahrscheinlich in hohem Masse  mitwirkt, obwohl möglicherweise die Oxyda  tion auch zum Teil mittelst in der Umgebung  des Metallkörpers vorhandenen Sauerstoffes  erzielt werden kann.

   Es hat sich herausge  stellt, dass die in dieser Weise angebrachte       Oxydschicht    fest mit dem Kern     verbunden     ist,     was    die Folge einer Reduktion der Oxyd-         schiebt    des     Metallkörpers    sein kann, wodurch  die Oberfläche dieses Körpers porös wird und  das wirksame Oxyd sich in den Poren ab  setzt.  



  Zweckmässig wird als Kern ein unedles  Metall verwendet, das einen nicht zu nied  rigen Schmelzpunkt hat, wie z. B. Wolfram,       Molybdän,        Nickel    oder dergleichen, oder Le  gierungen solcher Metalle. Wolfram hat sich  als sehr geeignet erwiesen.     Wolframdraht    wird  in der Industrie in mancherlei Stärken, ins  besondere mit sehr kleinen Durchmessern,  verwendet. Es hat eine     grofje    Zugfestigkeit,  was insbesondere bei dünnen Drähten wichtig  ist. Auch wenn die Unterstützung nicht in  Drahtform verwendet wird, bietet das Wolfram  Vorteile. So lässt es sich z. B. leicht oxy  dieren und das gebildete Oxyd verdampft  nicht leicht.

   Auch ist Wolfram durch seinen  hohen     Schmelzpunkt    bei der Temperatur, bei  der die     Oxydkathode    betrieben wird, noch  wenig in Gefahr, von der bedeckenden Schicht       angegriffen    zu werden.  



  Die     Erdalkalimetalle        kömien    auf verschie  dene Weisen mit dem oxydierten Körper in  Berührung gebracht werden. Es kann z. B.  eine leicht     zersetzbare        Erdalkaliverbindung,     die keinen     Sauerstoff    enthält und     aus    der bei  Erhitzung das     Erdalkalimetall    frei wird, auf  der Oberfläche angebracht werden. So kann  z.

   B. eine     Stickstoffverbindung    der     Erdalkali-          metalle,wie        Bariumazid        (BaN,s),    auf dem Kern  angebracht werden, welche Verbindung bei  Erhitzung in     Bariumnitrid,    Barium und Stick  stoff zerfällt. Das in dieser Weise frei wer  dende Barium wird wahrscheinlich     von    der       Oxydschicht    des Kernes oxydiert und fest  gehalten.  



  Man hat aber gefunden, dass es vorteil  haft ist, den Metallkörper, nachdem er oxy  diert worden ist, mit einem     Erdalkalimetall-          dampf    zu umgeben. Bei Anwendung dieser  letzteren Form des Verfahrens hat es sich  herausgestellt, dass das     Metall    in     Darnpfforrn     so wirksam ist, dass es sehr leicht von dem  Kern aufgenommen und auf diesem als     Erd-          alkalioxyd    abgesetzt wird. Ein weiterer Vor-      <I>teil</I> dieser Form des Verfahrens ist die mit  diesem erzielte Gleichmässigkeit und Reinheit  der wirksamen Schicht, welche für eine gute  Wirkung der     Oxydkathode    von besonderer  Bedeutung sind.  



  Es empfiehlt sich in vielen Fällen, das       Erdalkalimetall    während der Entlüftung der  Entladungsröhre mit dem oxydierten Körper  in Berührung zu bringen, was den Vorzug  hat, dass beim Entlüften frei werdende     Un-          reinigkeiten    sofort weggepumpt werden und  dass, falls das     Edelalkalimetall    in Dampfform  mit dem Kern in Berührung gebracht wird,  dies in der Entladungsröhre selbst geschehen  kann, ohne dass dafür ein besonderer entlüf  teter Raum nötig ist.  



  Das     Erdalkalimetall    kann in der Form  einer leicht     zersetzbaren        Erdalkaliverbindung     in der Entladungsröhre angebracht werden und  diese Verbindung kann während der Entlüf  tung der Röhre derart erhitzt werden, dass  sie zersetzt und dass das freiwerdende     Erd-          alkalimetall    durch Verdampfung zum oxy  dierten Körper geführt wird. Zu     diesem     Zwecke kann der zu zersetzende Stoff z. B.  auf einer oder mehreren der Elektroden auf  gebracht werden, und es können die Zerset  zung und Verdampfung durch die Erhitzung  dieser Elektroden während der Entgasung ge  schehen.  



  Obwohl es sich herausgestellt hat, dass  eine besondere Erhitzung der zur Unterstüt  zung dienenden Körper nicht unentbehrlich  ist, so ist dennoch eine, jedoch nicht zu hohe  Erhitzung des Kernes erwünscht. Wahrschein  lich wird dadurch die Reaktion zwischen dem       Erdalkalimetall    und dem Oxyd des Kernes  gefördert.  



  Die gemäss dem Verfahren nach der Er  findung hergestellte     Oxydkathode    bietet man  che Vorteile. Da das     Erdalkalimetall    selber  mit der Unterschicht in Berührung gebracht  wird, wird dadurch vermieden, dass die Unter  schicht der Einwirkung etwaiger schädlicher       Stoffe    aus der Oberschicht, wie z. B. eines  Übermasses von Sauerstoff, ausgesetzt wird.  
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         gut an der Oberfläche und Emissionsvermögen  und Lebensdauer der erfindungsgemässen Oxyd  kathode genügen hohen     Anforderungen.     



  Um eine gute Wirkung der     Oxydkathode     zu erzielen, empfiehlt es sich, den Draht zu  ;,altern". Dies geschieht z. B. dadurch, dass  der Draht allmählich auf eine hohe Tempe  ratur gebracht und einige Zeit auf dieser  Temperatur gehalten wird. Das Emissions  vermögen wird durch diese Bearbeitung we  sentlich erhöht.  



  Falls die wirksame Schicht dadurch auf  dem Kern der Kathode aufgebracht wird, dass       Erdalkalimetalldampf    während des Entlüf  tungsverfahrens mit dem Kern in Berührung  gebracht wird, so wird sich das     Erdafkali-          metall    in der Röhre ausser auf dem Kern,  auch auf andern Teilen innerhalb der Röhre,  z. B. auf Poldrähten und auf der Röhren  wand, absetzen. Es hat sich aber heraus  gestellt, dass diese Absetzung in den meisten  Fällen keine Schwierigkeiten zur Folge hat;  es kann sogar das abgesetzte Metall als rei  nigender Stoff für eine etwaige Gasfüllung,       bezw.    für das Vakuum günstig wirken.  



  Das folgende Beispiel diene zur Verdeut  lichung der Erfindung, welche jedoch, wie aus  dem Vorausgehenden hervorgeht, nicht auf  dieses Ausführungsbeispiel beschränkt ist.  



  In einer Entladungsröhre wird als Kern  für die Kathode ein     Wolframdraht    angebracht,  der an der Luft. auf eine Temperatur von  etwa 600   C erhitzt und dadurch oxydiert  worden ist, welche Oxydation aber auch auf  andere Weise stattfinden kann. Eine andere  Elektrode, z. B. die Anode, wird auf der der  Kathode zugekehrten Seite mit einer geringen  Menge von     Erdalkaliverbindungen,    wie z. B.  von     Bariumazid,    versehen. Die Röhre wird  darauf entlüftet, wobei die Anode auf eine  Temperatur von etwa 1100 bis 1200   C er  hitzt wird, um die in ihr aufgenommenen  Gase auszutreiben. Die auf dieser Elektrode  angebrachte     Erdalkalimetallverbindung    wird  durch diese Erhitzung zersetzt werden. Ba  riumazid z.

   B. zerfällt schon bei ungefähr 150  
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           schon das freiwerdende Barium. Durch die  Erhitzung während der Entlüftung wird der  zur Unterstützung der wirksamen Katho  denschicht dienende Draht schon dermassen  erhitzt (ungefähr auf     450-5001'    C bei zen  traler Anordnung der Kathode innerhalb der  Anode), dass eine besondere Erhitzung des  Kerns überflüssig wird. Das Barium wird auf  dem Kern niedergeschlagen und in das Oxyd  verwandelt, wobei wahrscheinlich grossenteils  Reduktion des oxydierten     Metalles    stattfindet.  Der     Bariumdampf    wird sich auch z. B. auf  der Wand, auf den Poldrähten und wahr  scheinlich auch auf der wirksamen Schicht  der Kathode niederschlagen.

   Beim Betrieb der       Entladungsröhre    wird gegebenenfalls auf der  Kathode vorhandenes metallisches Barium  verdampfen oder mit Hilfe der     Oxydsehicht     des Metallkörpers bald in     Bariumoxyd        umge-          wandelt    werden.  



  Eine andere Methode zum Aufbringen des       Erdalkalioxyds    auf die Kathode besteht darin,  dass die auf einem sogenannten     Fül>chen    einer  Entladungsröhre aufgestellten Elektroden in  die leicht     zersetzbare    Verbindung, wie Ba  riumazid,     eingetaucht    werden. Nachdem das  Füsschen in die Entladungsröhre eingeschmol  zen ist, wird nun während des Entlüftungs  verfahrens das Barium sowohl durch Zerset  zung des auf der Kathode vorhandenen Ba  riumazids, wie auch durch Verdampfung von  einer odermehreren der andern Elektroden hin  weg mit der Kathode in Berührung gebracht.  



  In der Zeichnung ist beispielsweise eine       Drei-Elektrodenröhre    für drahtlose     Telephonie     dargestellt, in der 1 die Kathode mit aus        olfram    bestehendem Kern bezeichnet, der  gegebenenfalls noch einen     Wolframoxydüber-          zug        aufweist    und an der Oberfläche mit     Erd-          alkalioxyd    bedeckt ist, und in welcher Zeich  nung 2 die Anode und 3 das Gitter bezeich  nen. Die Elektroden sind in bekannter  Weise auf einem in einer entlüfteten Glas  röhre 4 eingeschmolzenen Füsschen aufgestellt.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH T, Verfahren zur Herstellung von Oxydka- thoden für Entladungsröhren, dadurch gekenn- zeichnet, dafl# ei,) Metallkörper an der Ober fläche wenigstens teilweise oxydiert wird und dann mindestens ein Erdalkalirnetall mit dem Körper derart in Berührung gebracht wird, dass an der Oberfläche des Körpers Erdalkali- oxyd entsteht. UNTERANSPRüCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass der Metallkörper aus Wolfram besteht. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass derMetallkörper, nach dem er oxydiert worden ist, von Erdalkali- metalldampf umgeben wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass das Erdalkalimetall während derEntlüftung derEntladungsröhre mit dem oxydierten Körper in Berührung gebracht wird. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch I und Unter anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass in die Entladungsröhre eine leicht zersetz- bare Erdalkaliverbindung eingebracht wird, welche Verbindung während der Entlüf tung der Röhre derart erhitzt wird, dass sie zersetzt und das freiwerdende Erdalkali- metall durch Verdampfung zum oxydierten Körper geführt wird. 5. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteransprüchen 3 und 4, dadurch gekenn zeichnet, dass der oxydierte Körper wäh rend dessen Berührung mit dem Erdalkali- metall erhitzt wird.
    PATENTANSPRUCH I1 Nach dem Verfahren nach Patentanspruch I hergestellte Oxydkathode. UNTERANSPRÜCHE: 6. Oxy dkathode nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass sie einen Wol- framkern enthält.
CH120360D 1924-12-27 1925-11-14 Verfahren zur Herstellung von Oxydkathoden für Entladungsröhren und gemäss diesem Verfahren hergestellte Oxydkathode. CH120360A (de)

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