CH120739A - Einrichtung zur Druckwassergewinnung aus unterirdischen Karstgerinnen. - Google Patents

Einrichtung zur Druckwassergewinnung aus unterirdischen Karstgerinnen.

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CH120739A
CH120739A CH120739DA CH120739A CH 120739 A CH120739 A CH 120739A CH 120739D A CH120739D A CH 120739DA CH 120739 A CH120739 A CH 120739A
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Glogau Carl
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Glogau Carl
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    • EFIXED CONSTRUCTIONS
    • E02HYDRAULIC ENGINEERING; FOUNDATIONS; SOIL SHIFTING
    • E02BHYDRAULIC ENGINEERING
    • E02B8/00Details of barrages or weirs ; Energy dissipating devices carried by lock or dry-dock gates
    • E02B8/04Valves, slides, or the like; Arrangements therefor; Submerged sluice gates

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
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  • Civil Engineering (AREA)
  • Structural Engineering (AREA)
  • Sewage (AREA)

Description


  Einrichtung zur Druekwassergewinnüng aus unterirdischen Karstgerinnen.    In Gegenden mit Karsterscheinungen  befinden sich dauernde, variable oder perio  dische Ansammlungen von Wasser, wie zum  Beispiel Seen, Teiche, Ströme, Flüsse, Bäche,  Quelltöpfe, Wasserbecken etc., auch in     Do-          linen,    Erdtrichtern etc., welche ohne Zufluss  aus einem oberirdischen Wassernetz doch  einen Abfluss liefern. Zuweilen sind eine  oder mehrere Ansammlungen Teile von einem  ganz oder teilweise unterirdischen Flusslauf,  welcher streckenweise verschieden heissen  kann. Die Ansammlung kann ganz oder  teilweise von Felsen verdeckt und nur der  Abfluss sichtbar sein.  



  Das Wasser folgt dem Gesetze kommuni  zierender Röhren. Das sind Gefässe, welche  unterhalb des Wasserspiegels durch einen  Hohlweg verbunden sind. Alle Gefässarme  gehen nach oben. Das Wasser steht im Falle  des Gleichgewichtes in allen Armen Bleich  hoch. Ist ein Arm kürzer und fliesst dem  längeren Arm Wasser zu, so fliesst es so  lange aus dem kürzeren heraus, bis es, ab  gesehen von der     Überwindung    von Be  wegungshindernissen, in beiden Armen       Olleichhoch    steht. Ist ein kürzerer Arm nicht    vorhanden, so bleibt der längere Arm übrig  und entleert sich völlig. Diese Arme sind  von Natur gegeben. Es sind unterirdische  Naturwege.  



  Man beschränkte sich bisher darauf,  einen oder beide Arme ganz oder teilweise  durch einen künstlichen Wasserweg, zum  Beispiel Stollen, Schacht, Bohrloch     etc.,    zu  ersetzen. Der Kunstweg dient zur Erschlie  ssung von unterirdischen Druckwasserbehäl  tern mit     Grundwasser        bezw.    mit Grund  wasserquellen. Es wurde entweder festes Ge  birge entwässert oder das natürliche Wasser  reservoir von     Überlaufquellen    benutzt oder  artesischer Wasserdruck verwertet.  



  Die Entwässerung des festen- Gebirges  erfolgt in Gegenden. in welchen schräge, ge  neigte, wasserundurchlässige Schichten mit  durchlässigen abwechseln. Der Kunstweg       wird    mit geringem Gefälle derart in das Ge  birge getrieben; dass in allen durchlässigen  Schichten die Wässer angezapft werden.  Die durchlässigen Schichten bilden mit dem       Kunstwege    infolge seines Gefälles den län  geren Arm.     Ein    kürzerer     Arm    ist hier nicht  vorhanden.      Die Benutzung des natürlichen Wasser  behälters von Überlaufquellen geschieht in  Gegenden mit einer schüsselförmigen Schicht  im Untergrunde. Das Wasser sammelt sich  in der Schüssel an, bis sie überläuft.

   Hier  benutzt man das Gebirge bis zur Höhe der  als Überläufe wirkenden Quellen als natür  lichen Behälter, indem man ebenfalls einen  Kunstweg mit geringem Gefälle durch das  undurchlässige Gebirge von der Seite zur  natürlichen Schüssel treibt. Man schliesst ihn  durch eine Dammauer oder Dammtür etc. ab,  ordnet als Abfluss einen Rohrstrang etc.  



  an und baut einen Schieber hinein. An  einem Druckmesser kann man ablesen, wie  hoch das Wasser im Gebirge steht. Dieser  Behälter bildet mit dem geneigten Kunst  wege den längeren Arm. Der kürzere Arm  ist ebenfalls gleich Null.  



  Die Verwertung artesischen Druckes ge  schieht in Gegenden mit ebenfalls schüssel  förmigem Untergrunde. Zwischen zwei un  durchlässigen Schüsseln lagert eine wasser  führende Schüssel, die mit ihrem Rande an  höheren Orten zutage tritt und dort von  atmosphärischen Niederschlägen gespeist  wird. Auch hier bedient man sich eines  Kunstweges. Man senkt denselben von oben  in die Erde und durchbohrt die über der  wasserführenden Schüssel gelagerte und wie  eine Decke wirkende undurchlässige Schüs  sel. Die Durchbohrung ist der Kunstweg  und bildet den kürzeren Arm. Die gefüllte  Schüssel ist der längere Arm. Infolge des  Druckes, den die Wasserfüllung im längeren  Arm auf den kürzeren ausübt, steigt das  Wasser im Bohrloch etc. empor, tritt wohl  auch über die Bohröffnung hinaus oder  springt in einem Strahl in die Höhe.

   In  letzterem Falle wird über dem Kunstwege,  zum Beispiel dem Bohrloch, noch ein be  sonderer Kunstweg, wie zum Beispiel ein  Steigrohr, errichtet. Man kann dann mit dem  Nasser Maschinen treiben. In Algerien leitet  man das artesische Wasser auf niedrig ge  legene Wasserräder und in Amerika nutzt  man den Druck aus, mit dem das Wasser    ausströmt. So gewinnt man in Dakota durch  Aufstellen einer Turbine 350 PS.  



  Bei allen     bisher    bekannten Anwendungen  von     unterirdischem    Gebirgswasser handelt  es sich stets um Kunstwege, in die auch  noch künstliche unterirdische     Absehluss-          bauten,    wie zum Beispiel Grundwassersperren  etc., eingeschaltet sein können.  



  Karstgegenden sind an ihrer Oberfläche  wasserarm, dagegen wird der Untergrund  von Wasseradern, Flüssen etc. durchzogen,  die auch teilweise zutage treten können.  



  Die kommunizierenden Gefässe in Karst  gegenden führen nicht Grundwasser, sondern  Bergwasser oder Flusswasser. Der längere  Arm ist bei normalem Wasserstande nie mit  Wasser bis oben gefüllt. Er ist ein Natur  weg. Der Wasserspiegel der Ansammlung  oder die Überflutungshöhe ihres     Abfluss-          wehres    etc. stellt den Wasserstand des kür  zeren Armes dar. Auch er ist ein Naturweg.

    Das Karstwasser bewegt sich in den unter  irdischen     Naturwegen    wie in nicht gefüllten  Röhren oder wie in oberirdischen     Flüssen,          Kanälen,    Stromschnellen, Wasserfällen     etc.     Es steht unter keinem     Überdruck,    sondern  nur unter der     @@'irhung    der eigenen Schwere.  Es fliesst auf der Sohle von     überdeckten    Ge  rinnen, die im übrigen mit Luft erfüllt sein  können.  



  Man liess die     Ka.rst.@vassermassen    bisher       ebenso        abflicssn.    wie sie zutage treten, und  baute erst ihre     Abflussstreeke    in bekannter   'eise zu     einem        Kunstwege    um.  



  Der Fall, dass der kürzere Arm so kurz  ist, dass er praktisch ganz     fortfällt,    also  gleich Null ist, und nur der längere Arm  vorhanden     ist.    tritt ein, wenn zum Beispiel  ein     unterirdischer    Fluss mehrmals sichtbar  wird, oder     wenn    der     Wasserausbruch    nicht  unterhalb des Wasserspiegels der Ansamm  lung, sondern ausserhalb, etwa als höher oder       seitlich    gelegene Quelle, stattfindet, die sich  nach längerem oder kürzerem Wege in das  Sammelbecken ergiesst.  



  Solche höher gelegene     Karstquellen,    die  den Abfluss nicht gefüllter Rohrleitungen  darstellen, hat man     gefasst,    Von dieser hoch-      gelegenen Fassungsstelle führt ein an  geschlossener Kunstweg zu Tal.  



  Fernur fängt man Karstwasser vor dem  Versinken ab. Man leitet es von dieser  Fassungsstelle ebenfalls in einem Kunstwege  zu Tal. Man legt den unterirdischen Wasser  lauf, den längeren Arm, trocken. Man liess  ihn bisher unbenutzt.  



  Die vorliegende Erfindung bezieht sich  nicht auf solche unterirdische Behälter, wel  che bereits von Natur aus mit Grundwasser  erfüllt sind und durch einen Kunstweg erst  erschlossen werden müssen. Sie bezieht sich  vielmehr auf unterirdische Karstgerinne, also  auf einen Naturweg.  



  Man hat bisher nicht vermutet, aus den  ohne nutzbaren Überdruck ausfliessenden  Karstquellen eine nutzbare Druckerböhung  ohne Kunstweg gewinnen zu können.  



  Zweck der Erfindung ist die Erzeugung  einer Druckerhöhung im eigenen, von Natur  kostenlos dargebotenen und bisher nicht be  nutzten unterirdischen     Karstgerinne    als  Naturweg und ferner der Fortfall aller kost  spieligen Kunstwegebauten.  



  Die Erfindung besteht darin, dass man  den Verschluss, zum Beispiel Dammauer,  Dammtür ete., nicht mehr an einem Kunst  wege anordnet, sondern an dem Naturwege  selbst. Der Verschluss kann auch als Wind  kessel, Druckwasserschloss etc., sowie auch  mehrteilig ausgebildet werden.  



  Während der Inbetriebsetzung entnimmt  man unten weniger Wasser, als oben zu  fliesst. Dadurch steigt das Wasser in dem  unterirdischen Naturarm in die Höhe.  Dann entsteht im Naturwege Druckwasser.  Die erreichte unterirdische Stauhöhe wird  während des normalen Betriebes konstant  gehalten. Selbstverständlich kann die unter  irdische Stauhöhe bei Hochwasser, Nieder  wasser etc. oder bei Kombination mit Wasser-    speichern, Stauweihern, Talsperren, Riesel  feldern etc. variieren.  



  Die in Karstgegenden zu Regenzeiten  periodisch auftretenden Ansammlungen lie  gen an der obern Öffnung des unterirdischen  Naturweges und     können    durch Regulierung  seines Abflusses in dauernde Ansammlungen  verwandelt werden. Auch kann der Erfin  dungsgegenstand mit einem Kunstwege oder  mehreren     'kombiniert.    werden.  



  Auf diese Weise ersetzt der gänzlich  kostenlos zur Verfügung stehende unter  irdische Naturweg. den kostspieligen Kunst  weg.  



  Da der Naturweg oft grosse Entfernun  gen unterirdisch durchläuft, zum Beispiel ,  40 km, so ist der neue wirtschaftliche Er  folg der Erfindung durch Ersparnis der  Baukosten für einen langen Kunstweg  offensichtlich. Die Ersparnis beträgt unter  Umständen bis zu 80 % des bisher . nötigen  Anlagekapitals. Natürlich wird auch ent  sprechend an jährlichem Zinsendienst und  Betriebskosten gespart.  



  Das gemäss dieser Erfindung gewonnene  Druckwasser kann     selbstveständlich    für  alle Zwecke verwendet werden, so zum     Beie     spiel für Wasserversorgungszwecke, Kraft  zwecke     etc.'    '

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Einrichtung zur Druckwassergewinnung aus unterirdischen Karstgerinnen, dadurch gekennzeichnet, dass der ein- oder mehr teilige regelbare Verschluss am Ausflussende des Naturweges angeordnet ist, mit dem Zwecke, den Naturweg selbst dauernd mit Wasser zur beliebigen Verwendung anzu füllen und den Bau von Kunstwegen zu ersparen.
CH120739D 1926-05-07 1926-05-07 Einrichtung zur Druckwassergewinnung aus unterirdischen Karstgerinnen. CH120739A (de)

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