CH121342A - Verfahren zur Darstellung eines neuen Kondensationsproduktes der Anthrachinonreihe. - Google Patents

Verfahren zur Darstellung eines neuen Kondensationsproduktes der Anthrachinonreihe.

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CH121342A
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Ig Farbenindustrie Ag
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  Verfahren     zur        Darstellung    eines neuen Kondensationsproduktes der     Anthraehinonreihe.       Es     wurde    gefunden, dass     1-Amino-4-ogy-          anthrachinon    mit Formaldehyd bei Gegen  wart von sauren Kondensationsmitteln unter       geeigneten    Bedingungen in Reaktion tritt,  unter Bildung von einer neuen beständigen  Verbindung, welche als Ausgangsmaterial  zur Herstellung von     wertvollen        Farbstoffen     verwendbar ist.

   Die neue Verbindung enthält  offenbar zwei oder mehr     Anthrachinonkerne     durch den     Formaldehydrest    verkettet. In or  ganischen Lösungsmitteln ist sie im allge  meinen sehr schwer löslich. Sie ist gänzlich  verschieden von den Produkten, die beispiels  weise nach dem Verfahren des Deutschen  Reichspatentes Nr.     123'745    durch     Einwirkung     von Formaldehyd auf     Aminoanthraahinone     in indifferenten Lösungsmitteln erhalten wer  den können und ganz lockere Verbindungen  sind, welche schon durch verdünnte Mineral  säure in     ihre    Komponenten zerfallen.  



  Das vorliegende Verfahren hat auch  nichts gemein mit demjenigen des Deutschen  Reichspatentes Nr. 156056, nach welchem  unter     Anodendung    eines sehr grossen Über-    Schusses von Formaldehyd (in dem Beispiel  werden auf 1     Mol.        a-Aminoanthrachinon    50       Mol.        Formaldehyd    verwendet) bei Gegenwart  von Mineralsäuren am Stickstoff     methylierte          Aminoanthrachinone        erhalten    werden.  



  Für das vorliegende Verfahren können die  verschiedensten sauren     Kondensationsmittel     verwendet werden, wie zum Beispiel wasser  haltige Schwefelsäure, Gemische von Eisessig  und Schwefelsäure oder Phosphorsäure, oder  Eisessig und Salzsäure, Borsäure, Phosphor  oxychlorid, Aluminiumchlorid usw.  



  Es ist bekannt,     -dass        a-Aminoanthrachinon     und viele seiner Derivate in konzentrierter  Schwefelsäure auf Zusatz von Formaldehyd  intensiv gefärbte Lösungen geben. Es han  delt sich dabei aber um ganz lockere Verbin  dungen, die nur     in    konzentrierter     Schwef        el-          säure    beständig     sind    und beim Eingiessen der       Schwefelsäurelösung    in Wasser     in        ihre    Kom  ponenten zerfallen.

   Auch bei dem vorliegen  den     Verfahren    bildet sich, sofern als     Konden-          sationsmittel    wasserhaltige Schwefelsäure  von genügender Konzentration angewendet      wird, zunächst dieses primäre     Anlagerungs-          produkt,    welches sich dann in das neue Pro  dukt umwandelt, womit in der Regel ein cha  rakteristischer Farbenumschlag und geringe  Temperatursteigerung verbunden sind. Diese       1Jmwandlung    erfolgt verschieden rasch, je  nach der Temperatur.

   Während sie zum Bei  spiel beim     1.4-Aminooxyanthrachinon    in  Schwefelsäure von 70 %     H,S04-Gehalt    bei  Gegenwart von Formaldehyd bei gewöhn  licher Temperatur langsam aber vollständig  erfolgt, ist sie bei 70 bis 80   in ganz kurzer  Zeit beendet.  



  Das neue Produkt enthält mehr als 1     1M1.     Formaldehyd, von denen 1     Mol.    weniger fest  gebunden ist und sich leicht abspalten lässt.  Hierbei entsteht dann ein Körper, der nur  noch 1     Mol.    Formaldehyd enthält.  



  Für die technische Verwendung dieses  Produktes ist es nicht immer notwendig, den  Körper rein darzustellen.  



  Die Bildung des neuen Produktes in       Schwefelsäure    wird durch Borsäure wesent  lich begünstigt.  



  Man kann auch solchen Formaldehyd ver  wenden, der aus einem bei der Kondensation  Formaldehyd abspaltenden Mittel, wie zum  Beispiel     Trioxymethylen,        Paraformaldehyd,          Formaldehydbisulfit,        Methyla.l,        Methylen-          diazetat    entsteht.

      <I>Beispiel 1:</I>  20 Teile gepulvertes     1.4-Aminooxy-          ä.nthrachinon    werden in 600 Gewichtsteile  Schwefelsäure von 70 %     H2S04-Gehalt    ein  getragen, die Mischung auf<B>90'</B> erhitzt, auf  25   abgekühlt und in die durch abgeschie  denes Sulfat des     1.4-Aminooxyanthrachi-          nons    dick gewordene Masse 10 Gewichtsteile       Paraformaldehyd    eingetragen. Unter zeitwei  ligem Umrühren     lässt    man bei etwa<B>25'</B>  stehen.

   Es entsteht allmählich eine blauvio  lette Lösung des lockeren     Anlagerungspro-          duktes.    Lässt man nun längere Zeit, 12 bis  36 Stunden, bei Zimmertemperatur stehen,  so findet die Umwandlung zu dem neuen Pro  dukt statt. Die Flüssigkeit färbt sich inten-         s.iv    olivgrün, der neue Körper scheidet sich  zum grössten Teil     kristallinisch    ab und kann  in üblicher Welse durch     Absaugen    usw. iso  liert werden. In kurzer Zeit findet die Ein  wandlung statt, wenn     man    den Ansatz nicht  bei gewöhnlicher     Temperatur    stehen lässt, son  dern auf etwa 70 bis     ?5      erwärmt.

   Es findet       dann    plötzlicher     Uinschla.g    der Farbe von  Blauviolett nach Grün statt, unter     Abschei-          dung    des neuen Kondensationsproduktes.  Dieses löst sich in konzentrierter Schwefel  säure mit     dichroiticher    Farbe, in dicker  Schicht erscheint die Farbe violett, in dün  ner blau. Beim Eingiessen der schwefelsauren  Lösung in Wasser erhält man einen violetten  Niederschlag.     Bei_    längerem Stehen der       Schwefelsäurelösung,    rascher beim Erwär  nien derselben auf dein Wasserbade, wird sie  braun. Beim Eingiessen dieser braunen  schwefelsauren Lösung in Wasser erhält man  einen grünblauen Niederschlag.

   Erhitzt man  die braune     Schwefelsäurelösung    auf etwa  180 bis 190  , so wird sie nach und nach  schön rotviolett, und setzt man dieser Lösung  Borsäure zu, so wird sie schön blaugrün. Das  Produkt soll als     Zwischenprodukt    für Farb  stoffe Verwendung finden.  



  <I>Beispiel 2:</I>       ZO        Gewichtsteile:        1.4-Aminooxyantlira-          chinon,    10 Gewichtsteile     Paraformaldehyd     und 1500 Gewichtsteile Eisessig werden auf  90   erwärmt. Zu der blauvioletten Lösung,  welche das lockere Additionsprodukt enthält,  werden 200 Gewichtsteile Schwefelsäure von  96 % zugegeben. Nach kurzer Zeit schlägt  die Farbe nach Grün um. Man lässt erkalten,       nutscht    den abgeschiedenen kristallinischen  Niederschlag ab und wäscht ihn erst mit Eis  essig, dann mit     Alkohol.    Man erhält so den  selben Körper, wie in Beispiel 1, in sehr rei  ner Form.  



  <I>Beispiel 3:</I>  20 Gewichtsteile     1.4-Aminooxyanthra-          chinon,    10     Gewiehtsteile    Borsäure, 600 Ge  wichtsteile Schwefelsäure von 70 % werden  auf 80 bis 90   erhitzt, dann auf 22   abge  kühlt und nun 5 Gewichtsteile Paraform-           aldehyd    eingerührt. Die Lösung wird fast  momentan violett unter gleichzeitiger Lösung  des abgeschiedenen Sulfates des 1.     4-Amino-          ogy        anthrachinons.    Nach kurzer Zeit schlägt  dann die Farbe nach Grün um und die Lö  sung wird durch das abgeschiedene Konden  sationsprodukt fast fest. Das Kondensations  produkt ist identisch mit dem des Beispiels 1;  es liegt in nicht ganz reiner Form vor.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Darstellung eines neuen Kondensationsproduktes der Antrachinon- reihe, dadurch gekennzeichnet, dass man auf 1.4-Aminoogyanthrachinon Formaldehyd bei Gegenwart eines sauren Kondensationsmittels so einwirken lässt, dass eine stabile Verbin dung entsteht, welche durch Wasser oder ver dünnte Säure nicht mehr in ihre Komponen ten zerlegt wird und die sich in konzentrier ter Schwefelsäure dichroitisch blaurot löst; in dicker Schicht erscheint die Farbe dieser Lösung violett, in dünner blau.
    Beim Ein- giessen der schwefelsauren Lösung in Wasser erhält man einen violetten Niederschlag; bei längerem Stehen der Schwefelsäurelösung, rascher beim Erwärmen derselben auf dem Wasserbade, wird sie braun. Beim Eingie ssen dieser braunen schwefelsauren Lösung in Wasser erhält man einen grünblauen Nieder schlag. Erhitzt man die braune Schwefel säurelösung auf etwa 180 bis<B>190',</B> so wird sie nach und nach schön rotviolett, und setzt man dieser Lösung Borsäure zu, so wird sie schön blaugrün. Das Produkt soll als Zwi schenprodukt für Farbstoffe Verwendung finden. UNTERANSPRUCH: Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass aus einem bei der Kon densation Formaldehyd abspaltenden Mittel erzeugter Formaldehyd verwendet wird.
CH121342D 1924-12-09 1925-12-05 Verfahren zur Darstellung eines neuen Kondensationsproduktes der Anthrachinonreihe. CH121342A (de)

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