CH121557A - Verfahren zur elektrischen Behandlung von dielektrischen Kohlenstoffverbindungen, zum Zwecke molekulare Änderungen hervorzubringen. - Google Patents
Verfahren zur elektrischen Behandlung von dielektrischen Kohlenstoffverbindungen, zum Zwecke molekulare Änderungen hervorzubringen.Info
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Description
Verfahren zur elektris@hen Behandlung von dielektrischen Kohlenstoffverbindungen, zum Zwecke molekulare ¯nderungen hervorzubringen. Es ist bekannt, mit Hilfe elektrischer Fel der oder durch ultraviolette Strahlen, Rönt genstrahlen oder dergleichen besondere Wir kungen physikalischer und chemischer Art zu erzeugen. Unter anderem benutzt man ein derartiges Verfahren zur Erhöhung der ZÏh flüssigkeit von geeigneten Olen oder ölartigen Fliissigkeiten, indem man die zu behandeln- den Stoffe in dünner Schicht über die Platten eines Kondensators in Gegenwart von Gasen leitet unter Anwendung mässiger Entladungs- diehten. Von den bekannten Verfahren dieser Art unterscheidet sich das neue grundsätzlich da durch, dass eine ausserordentlich hohe Ener- gieladung zur Einwirkung auf den zu be handelnden Stoff gebracht wird, so dass als unmittelbare Folge dieser hohen Energieladung eine äusserst feine Verteilung der zu behandelnden Stoffe erzielt wird. Man lässt, die ionisierenden Mittel auf ein Gemisch von Gas mit der betreffenden, zu behandelnden Eohlenstoffverbindung einwir- ken. Ist diese eine Flüssigkeit, so kann das Gas mit der durch Schaumbildung möglichst foin vorverteilten Flüssigkeit gemischt ioni siert werden, und zwar durch auf Grund hoher Spannungen erzeugte elektrische Fel der, um eine möglichst starke Energie ladung der Teilchen zu erreichen ; die darch Zerstäubung bezw. Einleitung von Gasen er zielte Schaumbildung wird durch die elek- trischen Kräfte ausserordentlich unterstützt, ja sogar in der Hauptsache erst hervorgeru- fen. Diese Unterstützung der Feinverteilung durch elektrische Kräfte lässt sich vielleicht dadurch erklären, dass bei Einwirkung hoher Energieladung auf die Kohlenwasserstoffe deren Moleküle teilweise unter Gasentwick lung aufgespalten werden. Unter den Arbeits bedingungen des neuen Verfahren wird nicht nur die sparsamste Ausnutzung der aufgewendeten Energie im Hinblick auf die Wir- kung erreicht, sondern es werden auch neue Arbeitserfolge möglich, die nach den bisher bekannten Verfahren unerreichbar sind. Die näheren Bedinglmgen für das Entstehen möglichst hoher und wirksamer Energieladungen sind in der Wissenschaft und Technik bekannt und bedürfen deshalb keiner weiteren Beschreibung. Die Neuartig- keit des Verfahrens ist aus folgenden Bei- spielen ersichtlich : Beispiel 1 : Man setzt in bekannter Weise ein Gefäss ¯ elektrischen Entladungen aus, in welchem sich Wasserstoff und ungesättigte Kohlen- wasserstoffe bezw. ungesÏttigte Fettsäuren befinden. Falls letztere sich im flüssigen Ag gregatzustand befinden, bringt man sie mit dem Wasserstoff in. mögliclist feine Vertei- lung. Durch die hohe Energieladung, welche die elektrischen Teilchen empfangen, lagert sich der Wasserstoff an die ungesättigten Verbin, dungen an. Unter sehr starkem Aufschäumen entstehen bei verhältnismässig geringem Energieaufwand die gesättigten Verbindungen. Dieses Verfahren kann zur HÏrtung von Fettsäure und Fetten Verwendung finden. Beispiel 2 : Man f llt ein geeignetes Gefäss zum Teil mit einer der Oxydation zu unterwerfenden flüssigen Kohlenstoffverbindung, zum Bei- spiel einem Alkohol, einem Aldehyd, einem methylierten Kohlenwasserstoff oder derglei- chen ; der übrige Teil des Gefässes ist mit Sauerstoff gefüllt. Man lässt nun eine elek- trische Entladung auf den Inhalt des Ge fates einwirken und bringt gegebenenfalls schon vorher die Flüssigkeit durch Einleiten von feinverteiltem Sauerstoff zum Aufschäu- men ; das etwa, Überschäumende wird wieder in das Gefäss zurückgeleitet. Sofort nach Einschaltung der elektrischen Entladungen tritt ein ausserordentlich intensives Aufsehäumen der Masse ein und es findet eine Anlagerung von Sauerstoff an die betreffende Kohlen stoffverbindung olne Verbrennung derselben statt. Beispiel 3 : In einem geeigneten Gefäss (siehe Zeich- nung), in welchem sich ein nicht reaktions- fähiges Gas befindet, werden geeignete, nichet fette Íle, z. B. Mineralöle, mit dem Gas in Schaumform gebracht. Durch Zuführung eines Wechselstromes hoher Intensität an die Platten des Kondensators K erhält man hohe Entladungsdichten, die auf den Inhalt des Gefässes einwirken. Man beobachtet sofort nach Einschalten der elektrischen Kraftquel- len ein ausserordentlich starkes Aufschäumen der Reaktionsmasse. Durch die Einwirkung der elektrischen Energie tritt unter den ge nannten Umständen eine Polymerisation ein, welche die angestrebte Erh¯hung der Vis kosität fiir den betreffenden Rohstoff zur Folge hat@ Bei Anwendung dieses Verfahrens werden übelstande vermieden, die bei zusammenhängenden Fl ssigkeitssehichten stets auftreten. In Fl ssigkeitsschichten werden nur die Molekel der obersten Schicht polyme risiert, während die tiefer Hegenden Schich- ten unverändert bleiben. Die Polymerisation dieser obersten Schichten wird dann leicht weiter getrieben als erw nseht, so da¯ sich feste Ausscheidungen bilden, während der übrige Teil des Öls noch nicht die höchst erreichbare ViskositÏt hat. Man kann also naeh diesem neuen Verfahren die Viskosität bis zu ihrem Bestpunkt gleichmässig in der ganzen Masse des Gutes erhöllen, ohne dass die sonst auftretenden festenAusscheidungensich bilden. Ein weiteres Ausf hrungsbeispiel wird nachstehend mit den technischen Einzelhei- ten unter Beifügung der Zeichnung mitge- teilt. Man fiillt einen Plattenkondensator K, dessen Platten mit einer d nnen Isoliermasse (Ílpapier, Emaille sin, d, wie in beifolgender Zeiehnung dargestellt, mit der zu behandelnden Flüssigkeit F, z. B. Ö1, und legt nun eine Wechselstromspannung von hoher lonisierungskraft (hohe Spannung, hohe Frequenz) an. Der Kondensator nimmt näehst nur sehr wenig Energie auf : sorgt man für Feinverteilung des Rohstoffes, was zum Beispiel aucli durch Einleiten eines Gasstromes aus Feinverteilungsd sen geschehen kann, so nimmt der Isondensator bald mehr Energie auf, und d es tritt eine lebhafte Schaumbildung des Íls unter gleichzeitiger physikalischchemischer Änderung des Rohstoffes ein. Hierbei ist wesentlich die Anwen- dung eines Dielektrikums ; wird dieses zerstört, so hört die Schaumbildung im wesentlichen auf und es bleibt nur die gegebenen- falls durch den besonderen Gasstrom erzeugte Schaumbildung zurück. Das durch die angelegte Spannung ununterbrochen ionisierte Gas wird nach Durchgang durch den feinen Flüssigkeitsschaum durch die Pumpe P in den Raum J gepumpt und im Kreislauf durch die Düsen wieder in die Flüssigkeit gespritzt. Von den Eigenschaften der betreffenden zur Verarbeitung geeigneten Kohlenstoffver- bindungen und den physikalisch oder chemisch bedingten Möglichkeiten der Änderungen ihrer stofflichen Eigenschaften hängt die Anwendbarkeit des Verfahrens auf diese und die Art ihrer technischen Nutzung ab, wie aus den vorstehend gekennzeichneten Aus führungsbeispielen genügend hervorgeht. Im einzelnen Falle werden, soweit notig, die besten Arbeitsbedingungen, zum Beispiel hin sichtlich des Gases oder der Gasmischung, der Temperatur-und Druckverhaltnisse, des Ver hältnisses von Energiemenge und Zeitdauer, durch Versuche festgestellt. Der Vergleich des angemeldeten Verfahrens in betriebsmässiger Ausführung mit dem bekannten Verfahren der Behandlung von Stoffen mit Glimmentladung fällt durchaus zugunsten der vorliegenden Erfindung aus. Aus einer Reihe von 34 Fabrikationsüber- wachungen betreffend die Polymerisation von Ölen mittelst elektrischer Glimmentladungen in Trommelvorrichtungen mit achsial be festigten und durch diese drehbar beweg lichen, für die Berieselung mittelst der zugef hrten Fl ssigkeit eingerichteten Plattenkondensatoren zwecks Erh¯hung der ZÏhflüssigkeit eines Schmieröls von 6, 8 Engler bei 50 C auf etwa 20¯ Engler bei 50 C wurde für 102 Tonnen Íl ein Verbrauch von 322000 Kilowattstunden Strom berechnet. Daraus folgt, dass pro Kilo 01 bei diesem Verfahren 3, 15 Kilowattstunden verwendet werden musste. Bei Anwendung des neuen Verfahrens wurden zur Erzielung derselben Wirkung bei demselben Rohmaterial nur eine Energie von-2, 37 Kilowattstunden pro Kilo bl benötigt, also eine Stromersparnis von 25 % erzielt. Ausser der infolge günstigerer Ober flächenverteilung des Öls erreichten besseren Ausnutzung des Stromes bietet für diese und jede andere Art der betriebsmässigen Durchführung des neuen Verfahrens die Benutzung des feststehenden und deshalb ohne Schwie- rigkeiten kühlbaren Elektrodensystems die Möglichkeit der zum Beispiel f r Ozonharstel- lung bekannten Anwendung von Hochfre- quenzströmen und mit ihr den Vorteil, dass die Apparatur verkleinert und verbilligt, die Betriebsspannung erniedrigt, die Entladungsdichte erhöht, an Isoliermaterial und anRaum und-Arbeit gespart und die Betriebssicher- heit erhöht werden kann. Das ist wichtig für die Schaffung grösserer Anlagen zur Verwartung der Erfindung.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH : Verfahren zur elektrischen Behandlung von dielektrischen Kohlenstoffverbindungen in Gegenwart von Gasen, dadurch gekenn- zeichnet, dass grosse Energiemengen durch Wechselstrom von hoher Entladungsdichte in einem Kondensator unter Zwischenschaltung eines Dielektrikums zur Einwirkung auf die mit den Gasen in Schaumform gebrachten Kohlenstoffverbindungen zum Zweck der Hervorbringung molekularer Änderungen der Verbindungen gebracht werden, wobei die Entladungsdichte so gro¯ gewählt wird, dass durch die Einwirkung der Entladung eine äusserste Feinverteilung der behandelten Stoffe stattfindet.
Applications Claiming Priority (1)
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