CH122004A - Verfahren zur Sicherung von Böschungen. - Google Patents

Verfahren zur Sicherung von Böschungen.

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CH122004A
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Federl Fritz
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  Verfahren zur Sicherung von Böschungen.    Stützmauern zur Sicherung von Böschun  gen können unterschieden werden in solche,  die freistehend aufgebaut und dann erst mit  einer Aufschüttung hinterfüllt werden (eigent  liche Stützmauern) und solche, die nur bis  zur     Oberfläche    des Geländes oder einer schon  bestehenden ruhenden     Auffüllung    reichen  (Futtermauern). Die bisherige Berechnungs  weise behandelt beide gleich.  



  Gegenstand der Erfindung ist ein Ver  fahren zur Befestigung von Böschungen,     mit-          telst    dessen ausserordentliche Ersparnisse an  Baustoff' und Arbeitszeit erzielt werden kön  nen.  



  Heute ist der Dimensionierung aller Stütz  mauern, gleichgültig um welche Konstruk  tion es sich handelt, gemeinsam, dass die  Mauerabmessungen derartig stark gemacht  werden,     däss    sie dem     Erddruck    Widerstand  leisten können. Der Erddruck besonders bei  höheren Mauern ist eine sehr grosse Kraft  und seine Abwehr erfordert einen sehr grossen  Aufwand an Baustoffen und Arbeit.  



  Die Standfähigkeit des Erdreichs (Erde,  Sand, Kies, Gerölle     etc.,    auch trockener Lehm    oder     Lehm-Steingemenge)    zeigt zwei verschie  dene Grenzwerte: Die     Anfangsstandfähigkeit     und die     Beharrungsstandfähigkeit.     



  Die     Anfangsstandfähigkeit    des frisch ab  gegrabenen Bodens ist viel grösser, als der  einfachen Reibung zwischen seinen trockenen  Teilen entsprechen würde. Das beweist jede  Kiesgrube, alle     wunden    Fluss- und Meeres  ufer, jede Baggerstelle, besonders wo Löffel  bagger arbeiten. Sogar Aufschüttungen .von  wenigen Monaten Alter gestatten schon wie  der ohne einzustürzen     Abgrabungen,    die er  heblich steilere Neigung haben als der Rei  bungswinkel, ja eingeschwemmtes Land schon  unmittelbar nach erfolgter Wasserversicke  rung. In der Anfangsneigung befindet sich  der Erdkörper im Gleichgewicht: Da von  vorn her, also von der freien Seite, keine  Kraft drücken kann, kann auch von hinten  kein     Erddruck    wirken.

   Es ist also zweifellos  die Kraftwirkung der     Erdschwere    durch Ge  genwirkung anderer Art so vollständig ge  bunden, dass kein Erddruck mehr auftritt.  



  Aber die     Anfangsstandfähigkeit    des unge  bundenen Bodens ist nicht von Dauer. Frost,      Trockenheit und Wind oder Nässe lösen das  Gefüge, genau so wie das Gefüge in den ab  gegrabenen     ("gelösten")    Bodenmengen gelöst  wird. Wenn der Frost weicht oder     trocken     Wetter anhält, lösen sich die Schollen ab  oder es fallen fast ununterbrochen Sandkör  ner oder Kiesel herab, bis sich die     Behar-          rungsneigung    ausgebildet hat, welche ziem  lich genau der einfachen Reibung zwischen  den trockenen Teilen entspricht.  



  Die bisherige     Futtermauerberechnung    geht  von diesem Beharrungszustand aus und muss  es auch wegen der bisherigen Bauweise. Es  ist aber zu beachten, dass der     Erddruck    erst  durch die Arbeitsweise, nämlich das Auf  graben entfesselt wird und die ausserordent  lich weitgehenden baulichen     Massnahmen,    die  zu seiner     Wiederunschädlichmachung    aufge  wendet werden müssen,     hinwegfallen        können,     wenn es gelingt, das Erdreich in seiner ur  sprünglichen Bindung zu erhalten, denn nicht  durch unvermittelte Einstürze, sondern durch  allmähliche Verwitterung von aussen her,  welche das Gefüge jeweils der äussersten Boden  teile löst, die dann,

   ihres gegenseitigen Zu  sammenhanges beraubt, herunterfallen, geht  ja die     Anfangsstandfähigkeit    verloren.  



       Gegen    diese Lösung des Gefüges soll vor  liegende Erfindung schützen. Dies wird da  durch erreicht, dass der Boden höchstens bis  zu einer seiner     Anfangsstandfähigkeit    entspre  chenden Steilheit angeschnitten und sofort  gegen Verwitterung geschützt wird, worauf  eine lediglich zum Verblenden dienende       Mauer    vorgesetzt wird, die infolge der gegen  Verwitterung geschützten, der Anfangsstand  fähigkeit entsprechenden     Abböschung    des Bo  dens nicht durch     Erddruck    beansprucht ist.  



  Das Verfahren gemäss der Erfindung     kann     beispielsweise folgendermassen ausgeführt wer  den  An der Stelle, wo eine Böschung erstellt  werden soll, wird der Aushub nur bis zum  Ort, den die     Rückseite    der künftigen     Ver-          blendmauer    einnimmt, gemacht, und zwar  wird der Boden höchstens bis zu der seiner       Anfangsstandfähigkeit    entsprechenden Nei-         gung    angeschnitten, nachdem er vorher er  forderlichenfalls trockengelegt worden ist.  



  Der Aushub, wenigstens der letzten Teile  des Bodens     zun        'ichst    der Böschung, welcher  die definitive Steilheit bringt, erfolgt nur in       übereinanderliegenden    Einzelabschnitten und  unmittelbar nach Fertigstellung jedes Einzel  abschnittes wird die fertiggestellte Böschungs  fläche übergossen oder bespritzt mit einer  Flüssigkeit oder einem Brei, welcher während  der     Bauzeit    den damit überzogenen Boden  vor Verwitterung schützt. Als Bindemittel  wird am besten Zement in Wasser, reiner  Zement oder Zement mit etwas Sandzusatz  verwendet; es können aber auch andere Binde  mittel geeigneter Art, wie Lehmwasser, Teer  und dergleichen verwendet werden.  



  An die so vorbereitete     Erdböschung    wird       dann    die Matter angelehnt. Die Mauer erfährt  keinerlei     Erddruck.    Sie hat nur die Aufgabe,  für die Zukunft den hinter ihr liegenden  Boden vor Zerfall durch Verwitterung zu  schützen, also Schutz zu sein gegen     Austrock-          nung,        Abwasehung    und besonders Frost. Sie  ist keine     Stützmauer,    sondern eine     Verblend-          mauer.     



  Die für diesen Zweck erforderliche     Stärke,     das ist in unseren Breiten rund 1,10 m,     kann     so lange     beibehalten    werden, bis das Eigen  gewicht des überlagernden     11Iauerteils    so       gross    wird, dass im Querschnitt die zulässige  Beanspruchung des Mauerwerkes überschrit  ten werden würde. Dies wäre zum Beispiel  bei einer Mauer aus Beton mit einer Würfel  bruchfestigkeit von rund 90 kg pro     cm2    und  vierfacher Sicherheit erst bei Überschreitung  einer Höhe von 100 m der Fall.  



  Das     Verfahren    kann     überall    Anwendung  finden, wo es sich um     trockenen    Boden han  delt, also     wasserführende    Schichten nicht an  geschnitten werden oder deren Trockenlegung  möglich ist.  



  Die Kosten für die Schutzhaut werden       überwogen    durch die Verbilligung infolge der  Verringerung der     Aushubmassen,    da ja nur  bis     Mauerrückseitenort    ausgehoben wird und  die     Hinterfüllungskosten    ganz     hinwegfallen,              umsomehr    als ja die     Aushubmassen    noch  dadurch verringert werden, dass die     .mauer     viel geringere Stärke als bisher erhält.  



  Noch viel grösser ist die Einsparung in  den     .Maurerarbeiten    wegen der ausserordent  lichen     Verringerung    des Mauerinhaltes und  durch die Vereinfachung der     Herstellung,    da  es sich gewöhnlich nur um einen glatten,  hinten anliegenden Mauerkörper gleichblei  bender Stärke handelt.  



  Gleichzeitig ergibt sich eine sehr erheb  liche Verkürzung der Bauzeit.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Sicherung von Böschungep in ungebundenem, trockenem oder entwässer tem Boden, dadurch gekennzeichnet, dass der Boden höchstens bis zu einer seiner Anfangs standfähigkeit entsprechenden Steilheit ange schnitten und sofort gegen Verwitterung ge- schützt wird, worauf eine lediglich zum Ver blenden dienende Mauer vorgesetzt wird, die infolge der gegen Verwitterung geschützten, der Anfangsstandfähigkeit entsprechenden Ab böschung des Bodens nicht durch Erddruck beansprucht ist. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Boden stufenweise abgebaut und jeweils sofort gegen Ver witterung geschützt wird. 2.
    Verfahren gemäss Patantanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Boden zum Schutz gegen Ver witterung mit einer Bindemasse überzogen wird.
CH122004D 1925-08-19 1926-08-18 Verfahren zur Sicherung von Böschungen. CH122004A (de)

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