CH122385A - Einrichtung zur Messung kleiner Widerstandsänderungen in einer Brückenschaltung mittelst Wechselstrom. - Google Patents
Einrichtung zur Messung kleiner Widerstandsänderungen in einer Brückenschaltung mittelst Wechselstrom.Info
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Description
Einrichtung zur Messung kleiner Widerstandsänderungen in einer Brückenschaltung mittelst Wechselstrom. Zur Messung von Widerstandsänderungen bedient man sich gerne der Brückenschaltung, weil dieselbe grosse Messgenauigkeit erlaubt. Wenn es sich aber um sehr kleine Wider standsänderungen handelt, wie sie beispiels weise bei Temperaturmessungen mit der Wider standsbrücke vorkommen, so waren diese Messungen bisher nur mit Gleichstrom mög lich, weil es zur Zeit kein technisches Wech- selstrommessinstrument gibt, das die erforder liche Empfindlichkeit für die Messung der geringfügigen Stromschwankungen besitzt.
Es ist nun häufig erwünscht, derartige Mes sungen mit Wechselstrom ausführen zu können, wenn nämlich dieser zur Verfügung steht, Gleichstrom dagegen nicht.
Durch die Erfindung wird es möglich, Wechselstrom für die Speisung der Wider standsbrücke zu benutzen und dennoch einen genügend grossen Ausschlag am Messinstrument zu erzielen. Erfindungsgemäss wird als Mess- instrument ein fremd erregtes h'erro-Dynamo- meter verwendet, das heisst ein Instrument, das aus einem Wechselstromelektromagneten und einer in eine Unterbrechungsstelle seines Eisenkreises eingefügten Drehspule mit Gegen feder besteht.
Dieses Instrument ist primär an das Wechselstromnetz angeschlossen, wäh rend es sekundär, das heisst mit seiner Dreh spule an zwei Diagonalpunkten einer Wheat- stone'scheii Brücke liegt, die ihrerseits die der Änderung unterworfenen Widerstände enthält. An den beiden andern Diagonalpunkten liegt ein Blindwiderstand, zum Beispiel eine Selbstinduktion. Diese bewirkt, dass bei Un- symmetrie der Brücke in die Drehspule ein Strom solcher Phase geschickt wird, der mit dem Primärfeld des Instrumentes ein Dreh moment erzeugt.
In der Zeichnung, die drei Ausführungs beispiele für die Erfindung enthält, ist ein Hitzdrahtvakuummeter von bekanntem Prinzip dargestellt, nach welchem die Veränderlich keit der Wärmeabgabe eines elektrisch ge heizten Drahtes von grossem elektrischen Temperaturkoeffizienten mit den Schwankun gen der Luftleere zur Messung und direkten Anzeige des Vakuums benutzt wird. Darin bedeutet g das Messinstrument und m die Widerstandsbrücke, die beispielsweise aus zwei einandör gegenüberliegenden, im Vakuum angeordneten Hitzdrähten a und c und zwei dazwischenliegenden Vergleichswiderständen b und d besteht.
Die Erregerspule e des Instru mentes<I>g</I> wird vom Wechselstromnetz<I>f'</I> un mittelbar oder über einen Transformator und gegebenenfalls noch über einen Vorschalt- widerstand gespeist, der in der Zeichnung weggelassen ist und zwecks Ausgleich der primären Spannungsschwankungen ein Eisen drahtwiderstand in Wasserstoffatmosphäre sein kann. Die Drehspule lt, des Instrumentesg, die auch, wie zum Beispiel in Fig. ä gezeigt, als sogenannte Kreuzspule ausgeführt sein kann, ist an zwei diagonale Ecken A und C des Widerstandsviereckes na angeschlossen.
In der Drehspule<I>lt,</I> wird durch Transformator wirkung ein zusätzlicher Heizstrom für die Hitzdrähte a und c erzeugt. Da die Brücke induktionsfrei ist und die Drehspule lt eben falls praktisch verschwindend kleine Selbst induktion besitzt, erzeugt dieser Zusatzstrom in dem Wechselfeld der Spule e kein Dreh moment, auch dann nicht, wenn die Zweige a und c der Brücke ihren Widerstand - durch Wärmeschwankungen infolge Vakuumvaria- tionen - ändern.
Schickt man nun gemäss Fig. 1 durch die Brücke einen Strom in der Richtung der andern Diagonale BD, so heizt dieser einer seits die Widerstände a und c und überlagert sich denn genannten Zusatzstrom, ohne bei abgeglichener Brücke an den Diagonalpunk- ten AC eine Potentialdifferenz hervorzurufen.
Sind dagegen die Widerstände der Brücke infolge Vakuumänderungen beziehungsweise Erwärmung der Zweige a, r, <I>-</I> nicht mehr abgeglichen, so sind die Spannungsabfälle in den Zweigen a und c verschieden von den jenigen in den Zweigen b und d, infolge dessen tritt eine Potentialdifferenz an den Punkten A und C auf, und es fliesst ein zusätzlicher Strom durch die Drehspule 1a des Instrumentes g. Wenn dieser Strom gegen die Netzspannung keine Phasenverschiebung hat, so ist er gegen das von der Erregerspule e erzeugte Feld um 90 verschoben und erzeugt daher kein Drehmoment.
Um aber ein solches und damit einen Ausschlag des Drehsystems gegen die Kraft seiner Gegenfeder i zu er halten, fügt rnan in den bei B und.D ange schlossenen Hilfsstromkreis eine gegebenenfalls einstellbare Drosselspule k ein.
In Fig. 2 ist die Wirkungsweise der Schaltung durch ein einfaches Vektordia- gramm erläutert. Die Netzspannung E ruft in der Primärspule e des Ferrodynamometers g einen um fast 90 nacheilenden Magnetisie- rungsstrorn Im hervor, mit dem auch das von ihm erzeugte Feld (I) in Phase ist. Durch dieses wird in der Drehspule lt transforma- torisch eine Spannung Ed induziert, die ihrer seits gegen den Kraftfuss (I) um 90 zeitlich zurückverschoben ist.
Diese Spannung schickt bei<B>AG</B> in die Brücke aya den zusätzlichen Heizstrom Ii, der mit der Spannung E" in Phase ist, weil die Induktivität der Spule h selbst vernachlässigbar klein ist und die Brückenwiderstände a, <I>b, e, d</I> induktionsfrei sind.
Da er gegen das Feld 0 um 90 ver schoben ist, erzeugt er kein Drehmoment in der Spule h. Gleichzeitig ist die Brücke bei BD über die Drosselspule k an die Netz spannung E angeschlossen, so dass in Rich tung BD ein gegen die Spannung E nach eilend phasenverschobener Heizstrom 1, flieht.
Wenn bei Erwärmung der Brückenzweige a und c: die Brücke unsymmetrisch wird, fliesst ein Teil Z'6 dieses Stromes I, durch die Dreh spule lt des Instrumentes und setzt sich hier mit dem Zusatzstrom I, zu einem resul tierenden Strom I zusammen. Diejenige Kom ponente A von 1, die mit dem Feld 0 in Phase ist, erzeugt nun ein Drehmoment in der Spule h, die so weit ausschlägt, bis das Gegenmoment der Feder i dem Drehmoment der Spule lr, das Gleichgewicht hält.
Bei der Anordnung nach Fig. 3 ist eine besondere Drosselspule k entbehrlich. Hier wird der 1Vlagnetisierungsstrom Im der Er regerspule e unmittelbar bei E und D in die Brücke geschickt. Da im allgemeinen der volle Magnetisierungsstrorn eine zu starke Belastung der Brückenwiderstände darstellen würde, ist an die Punkte<I>B</I> und<I>D</I> ein Parallelwiderstand a angeschlossen, der einen Teil des Stromes Im aufnimmt. Der Rest dieses Stromes 1m dient zur Heizung der Hitzdrähte a und c.
Bei Unsymmetrie der Brückenzweige fliesst nun ein Teil I2 des Magnetisierungsstromes Im durch die Drehspule h, so dass auch hier wieder ein Drehmoment entsteht, das dem Produkt aus dem Feld (l' und dem Strom I2 entspricht. In der Spule h selbst fliesst, wie aus dem Diagramm Fig. 4 bervorgeht, der resultierende Strom I.
Bei der Schaltung nach Fig. 5 ist die Brücke nur einfach gespeist, und zwar von der Spule<I>lt</I> aus, so dass hier zwischen Instru ment und Brücke nur zwei Leitungsdrähte erforderlich sind. Bei abgeglichenen Brücken zweigen fliesst lediglich der Wattstrom h von A nach 0. Dieser allein heizt hier die Brücke. Entsteht nun durch Vakuumänderung in den Zweigen a und c zwischen den Eck- punkten <I>B</I> und<I>D</I> eine Potentialdifferenz, so fliesst ein Ausgleichstrom 12 durch die an diesen Punkten angeschlossene Drosselspule o und gibt dem Heizstrom eine induktive Kom ponente 12.
Diese Komponente erzeugt mit dem Feld (I ein Drehmoment in der Spule<I>lt.</I> Diagrammatisch wird diese Schaltung eben falls durch Fig. 4 veranschaulicht.
Statt der Drosselspulen k in Fig. 7 und o in Fig. 5 könnten auch Kondensatoren ver wendet werden, denn ein gegen das Feld um 180 verschobener Strom erzeugt mit ihm das gleiche Drehmoment wie ein Strom, der mit ihm in Phase ist.
Die Stärke des Stromes Z2 ist bei allen Ausführungsbeispielen von der Brückenver stimmung und diese wiederum ist von Vakuum abhängig, da die beiden im Vakuum ange ordneten Brückenwiderstände a und c bei zunehmender Verdünnung des wärmeableiten den Gases wärmer werden und ihren Wider stand erhöhen. Das Drehmoment der Spule h aber ist, da das Feld 0 konstant ist, eine direkte Funktion des Stromes 12 und damit des zu messenden Vakuums.
Wie erwähnt, kann die neue Einrichtung auch zu Temperaturmessungen, zum Beispiel für Fernthermometer oder Feuermelder, ferner zur Messung von andern, mit kleinen Wider standsänderungen verbundenen Vorgängen ver wendet werden.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Einrichtung zur Messung kleiner Wider standsänderungen mittelst Wechselstrom, bei der die veränderlichen Widerstände minde stens einen Zweig einer Wheatstone'schen Brücke bilden, dadurch gekennzeichnet, dass an zwei diagonale Eckpunkte der Brücke die Drehspule eines wechselstromgespeisten Ferro- Dynamometers angeschlossen ist, während der Stromkreis der andern Brückendiagonale einen Blindwiderstand enthält. <B>UNTERANSPRÜCHE:</B> 1. Einrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehspule des Instrumentes aus zwei gegeneinander im Winkel versetzten Spulen besteht, also die an' sich bekannte Kreuzspulenform besitzt. 2.Einrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden nicht an der Drehspule des Instrumentes liegenden Eckpunkte der Brücke über einen Blind widerstand an das Wechselstromnetz an geschlossen sind. 3. Einrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Brücke mit ihren nicht an der Drehspule des Instrumentes liegenden Eckpunkten zu seiner Erreger wicklung in Reihe geschaltet ist. 4. Einrichtung nach Unteranspruch 3, da durch gekennzeichnet, dass zur Brücke ein Widerstand (n) parallelgeschaltet ist. 5. Einrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den nicht an die Drehspule angeschlossenen Eckpunk- ten der Brücke ein Blindwiderstand liegt. 6.Einrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Strom für die Speisung der Brücke dem Netz entnommen wird. 7. Einrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Strom für die Speisung der Brücke der Drehspule des Instrumentes als sekundärer Transforma- torwicklung entnommen wird. B. Einrichtung nach Unteranspruch 7, zur Messung eines Vakuums nach dem Prinzip des Hitzdrahtvakuummeters, dadurch ge kennzeichnet, dass der Strom für die Heizung der im Vakuum liegenden Hitz- drähte, die als Zweige der Wheastone'schen Brücke geschaltet sind, ebenfalls der Dreh spule des Instrumentes entnommen wird.
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| CH122385D CH122385A (de) | 1926-07-14 | 1926-07-14 | Einrichtung zur Messung kleiner Widerstandsänderungen in einer Brückenschaltung mittelst Wechselstrom. |
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