Verfalizen zur Herstellung eines fliissigen Brennstoffes. Vorliegende Erfindung betrifft ein Ver fahren zur Herstellung eines flüssigen Brenn stoffes im grossen, welchen man für die ver schiedensten Zwecke verwenden kann; das Verfahren gestattet, den Brennstoff auf wirtschaftliche Art zu erhalten.
Das Verfahren gemäss vorliegender Er findung ist dadurch gekennzeichnet, da-ss man ein Produkt, welches mindestens einen Al kohol enthält, zusammen mit mindestens einem Karburierungsmittel destilliert.
Das Verfahren kann so ausgeführt wer den, dass man das Produkt der alkoholischen Gärung eines Motors beliebigen Ursprunges, das noch sekundäre Gärungsprodukte ent hält (das heisst Produkte, welche von sekun dären Gärungsprozessen, die sich nach Be ginn der alkoholischen Gärung bilden, her rühren) verwendet; man kann auch Roh alkohol (das heisst die unter 100 C erhalte nen Destillationsprodukte, welche vom Was ser getrennt sein können) oder nur die Pro dukte der sekundären Gärungen (wie Vor lauf und Nachlauf der Destillation) oder natürlichen Äthylalkohol verwenden. Fer ner kann man synthetischen Äthylalkohol im rohen oder reinen Zustand benützen.
Man kann zu dem für die Herstellung des Brenn stoffes verwendeten Rohprodukt, und zwar zu dem nach Beendigung der alkoholischen Gärung erhaltenen Rohmost, wobei sich die ser vergorene Most noch in den Gärbehäl- tern befindet und noch keiner andern Be handlung unterworfen wurde, oder zu dem Rohalkohol, oder zu dem synthetischen oder natürlichen Äthylalkohol, ausser den Kar- burierungsmitteln Denaturierungsmittel, gä rungsfeindliche Substanzen, sowie Geruch- oder Farbstoffe zufügen.
Der Brennstoff gemäss vorliegender Er findung kann dadurch erhalten werden, dass man irgend welche der nachstehend unter A aufgeführten Substanzen mit irgend wel chen der nachstellenden unter B aufgeführten liarburierungsmittel der Destillation unter wirft: A. 1.
Das Produkt der alkoholischen Gä rung und die Produkte der sekundären Gä rungen von organischen Substanzen, wie: 1. zuckerhaltige Stoffe, wie Rohr- oder Rübenmelasse, Trester, Mahuablüten (Bassia latifolia, Familie der Sapotaceen), Mango- fruchte (Mangifera, indica, Familie der Anarcadiaceen), der Agabe (Agave aineri- cana, Familie der Amaryllidaceen) und an dere; 2. stärkehaltige Stoffe, wie Camote (span.
Batate), Kartoffeln, Manioka und andere Knollen, Mais, andere Zearealien (die letz teren vorteilhafterweise in verdorbenem Zu stand) und andere; 3. zellulosehaltige -Stoffe, wie Torf, Sul- fit-Holzstoff, Pflanzenstengel und andere Produkte; 4. irgend welche andere gärbare Kohle hydrate.
Die Gärungsprodukte können folgender massen eingeteilt werden: a) destillierbare alkoholische Gärungs produkte und destillierbare Sekundärpro- dukte, welche im vergorenen Most enthalten sind; b) destillierbare alkoholische Gärungs produkte und destillierbare Sekundärpro- dukte, welche inan vom Moste durch De stillation getrennt hat, z. B. Rolialkobol; c) Produkte der sekundären (xärtingen allein (wie Vorläufe und Nachläufe der De stillation).
Il. Äthylalkohol irgend welchen Ur sprunges, synthetisch oder natürlich und von beliebiger Konzentration.
B. Karburierungsmittel folgenden Ur sprunges; 1. Rohpetrol; 2. Produkte der direkten und destrul- tiven Destillation (Krachen) von Mineral ölen mit einem Siedepunkt zwischen 100 und {220 a C.
3. Produkte der Steinkohlendestillation; 4. Synthetische Karburierungsmittel; 5. Naphtalin und seine Polymere, Tetra- ]in CioH,- und andere.
Die unter B aufgeführten Stoffe werden hei der praktischen Ausführung des Verfah- rens entsprechend der Wahl der unter A aufgeführten Stoffe gewählt.
Um den Brennstoff herzustellen, kann man beliebigen unter A aufgeführten Pro- dukten der alkoholischen Gärung beliebige unter B aufgeführte Karburierungsmittel beigeben, das Ganze in einem geschlossenen oder offenen Gefäss während einer gewissen Zeit stehen lassen und das Gemisch schliess lich destillieren, und zwar fortlaufend oder fraktioniert, mit Hilfe von den gebräuch- liehen Apparaturen.
Wenn die gesetzlichen Bestimmungen vorschreiben, dass der neue Brennstoff dena turiert sein muss, so kann man auf folgende Art vorgehen: Nachdem man die oben genannte lIi- schung hergestellt hat, fügt man derselben zu: C. Substanzen, welche Bor enthalten, zwechmässigerweise Borsäureester, wie z. B.
Methylborsäureester, Athylborsäureester und andere Derivate; D. polymere Aldehyde, beispielsweise Paraformaldeliyd und -le;aformaldehyd, we gen ihrer' gärungsfeindlichen Eigenschaft;
El. Pflanzenteere; E-. Methylalkohol mit Zusatz von Ace ton in verschiedenen lIengenverhältnissen (das Handelsprodukt Methylen);
E". Acetonöle, aus Fetten erhaltene py- rogerie Produkte (oder das unbestimmte Gre- misch von Alkoholen, Betonen und deren Polymere etc., welche durch Syntliese erhal ten werden. "Syntlio1" lind "Synthine").
Um einen Brennstoff darzustellen, wel cher solche Denaturieriingsinitted enthält;- -verfährt man wie folgt: Man mischt die aus den Serien A und B gewählten Stoffe und gibt zu diesem Cxe- misch noch C lind E', oder D und E-, oder D und E , oder ein beliebiges anderes Ge misch dieser Stoffe in geschlossenen Behäl tern und unterwirft, das Ganze der fraktio nierten oder kontinuierlichen Destillation, entweder bei erhöhtem Druck,
bei Atmo sphärendruck oder Unterdruck, in Appara ten, wie sie in der Destilla.tionsindustrie gebräuchlich sind. Die unter C, D, E1, E=, E:' erwähnten Stoffe (auf vorstehende Art ge mischt) können auch dem durch Destillation der unter A und B aufgeführten uid aus- gewählten Stoffe erhaltenen Brennstoff bei gegeben werden. . <I>Beispiel:</I> Man gibt zu<B>100</B> Volumteilen Rohalkohol (A), welcher wasserfrei ist, 10 Volumteile eines leichten und flüssigen Produktes, das durch die Destillation von Steinkohle (B) er halten wurde, wie z. B.
Rohbenzol (D), 5 % an Gewicht von Paraformaldehyd oder Metaformaldehyd (EZ), 10 Volumteile eines zweckmässig unreinen Gemisches von Me thylalkohol (75 %) und Aceton (25 %) (das handelsübliche "Methylen"). Das so herge stellte Gemisch wird der Destillation unter worfen, um den Brennstoff herzustellen.
Man kann den Brennstoff auch auf fol gende. Weise herstellen: Man destilliert in einem ersten Apparat Most und lässt die Destillationsprodukte (das heisst die Produkte der alkoholischen Gärung und der sekundären Gärungen) in einen zwei ten Destillationsapparat übertreten, welcher direkt ,mit dem ersten Apparat verbunden ist. Im zweiten Destillationsapparat wird das Destillations.produkt des ersten Appa rates mit Karburierungs- und Denaturierungs- mitteln gemischt und das Ganze einer er neuten Destillation und Kondensation unter worfen.
Man kann auch den gleichen Brennstoff dadurch erhalten, dass man in einem ersten Destillationsapparat Rohalkohol oder un reinen Alkohol und Äthylalkohol (sogar ab soluten Alkohol), und zwar natürlichen oder synthetischen Ursprunges, destilliert und das Destillationsprodukt in einen zweiten Destil- lationsapparat leitet, der direkt mit dem ersten verbunden ist und welcher Karburie- rungs- und Denaturierungsmittel, Farbstoffe: etc., je nach dem gewünschten Brennstoff, enthält.
Das aus dem ersten Apparat aus tretende Produkt mischt sich mit den im zweiten Apparat enthaltenen Stoffen, und das Ganze wird Schliessich der Destilfation und Kondensation unterworfen.
Man kann irgend welche der vorstehend aufgeführten Denaturierungsmittel verwen- den oder auch ein von der Behörde vorge schriebenes und gemeinsam mit den andern gewählten Substanzen destillieren, oder man kann es auch dem hergestellten Brennstoff beigeben.
Um den Brennstoff von in ihm enthalte nem Wasser zu befreien, kann man ihn in Dampfform öder in flüssiger Form mit Ka- liumkarbonat oder mit Kalk oder mit Chlor calcium, Chlorzink oder irgend einer andern wasseraufnehmenden Substanz behandeln. Dasselbe erreicht man mit aceotropischen Systemen, durch Atmolyse oder durch Va kuumdestillation.
Um den Brennstoff mit Kohlenstoff an zureichern, kann man ihn in dampfförmigem oder flüssigem Zustand mit Azetylen oder andern Karburierungsmitteln, die gasförmig, flüssig oder fest sein können, behandeln oder auch mit sehr fein pulverisierter Kohle, die auf beliebige Art suspendiert \werden kann. Die Karburierungsmittel können im flüssigen Zustand in Lösung oder in Suspension ver wendet werden.
Durch Denaturierung des Brennstoffes wird es leicht, mit grosser Genauigkeit nach zuweisen, ob der Brennstoff zur Herstellung anderer Produkte verwendet wurde, da diese andern Produkte Substanzen enthalten, wel che als vom Brennstoff stammend nachge wiesen werden können.