CH124323A - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von gezwirnter Kunstseide aus Kupferoxydammoniakzelluloselösungen nach dem Nassstreckspinnverfahren. - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von gezwirnter Kunstseide aus Kupferoxydammoniakzelluloselösungen nach dem Nassstreckspinnverfahren.

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CH124323A
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"Cuprum" Aktiengesellschaft
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Cuprum Ag
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  Verfahren und     Vorrichtung    zur Herstellung von gezwirnter Kunstseide aus       Kupferoxydammoniahzelluloselösungen    nach dem     Nassstrechspinnrerfahren.            Frrter    den zahlreichen Arten der Her  stellung von     künstlicher    Seide aus     Zellulose-          lösungen    haben sich schliesslich nur das     Vis-          koseverfahren    und das     Kupferoxydammoniak-          verfahren    nach der     Nassstreckspinr)

  methode     als grosstechnisch brauchbar     erwiesen.    Während  aber bei der Herstellung von     Viskosekunst-          seide    durch die Einführung der Zentrifuge  zum gleichzeitigen Aufspeichern und Zwirnren  der Fäden schor) frühzeitig eine erhebliche  Abkürzung und Verbilligung des Fabrikations  ganges möglich war, ist die Einführung der       Spinnzentrifuge    zur Vereinfachung des textilen  Teils bei der Fabrikation der Kupferseide  bisher auf besondere Schwierigkeiten ge  stossen.  



  Die Zentrifuge bietet den Vorteil, dass  dabei in eurem Zuge ein     aufhaspelbarer        Pa-          den    mit einer unmittelbar     verwendungsfähigen          Zwirnung    erhalten werden kann. Bei der       bekannten    technischen Ausgestaltung des       Viskosespinnprozesses    wird der Faden von  oben her in eine entsprechend rasch laufende       Spinnzentrifuge    eingeführt, wobei der Faden    infolge der     Zentrifugalkraft    unter gleichzeitiger       Verdrehung    an die Trommelwand geschleudert  und dort in gekreuzten Lagen in Form eines  sogenannten Spinnkuchens gesammelt wird.  



  Nach dem     Nassstreckspinrrnvpr;ahren    wird  die Kupferseide in einem     Streckspinngefäss,     kurz Trichter     gend.nnt,    erzeugt. Als     Fällrnittel     kommt     bekanntlich    meist ein     neutrales    oder  schwach alkalisches Bad irr     Anwendung.    Die  so erzeugten noch kupferhaltigen Fäden wur  den bisher auf Haspel,     Spulen    oder dergleichen       aufgesammelt    und vor oder auf dem Haspel,  der Spule oder dergleichen mit verdünnter  Säure     abgesäuert.     



  Es wurde versucht, dieses     Nassstreck-          spinnverfahren    mit dem     Zentrifugenverfahren     zu vereinigen. Zu diesem     Zweck    wurden die  in den     bekannten        Streckspinrrgefässen    er  zeugten Fäden in einer dem     Viskoseverfahren     entsprechenden Weise in die Spinntrommel  eingeführt.

   Die Fäden wurden alsdann in  mannigfacher Art in der Spinntrommel mittelst  verdünnter Schwefelsäure     abgesäuert    und in       bekannter    Weise     fertiggestellt.    Andere Ver-      suche wurden so durchgeführt, dass man die  Fäden in der besagten Weise in die Zentri  fuge einspann, den erhaltenen Kuchen auf  liaspelte und dann erst die erhaltenen Stränge  in bekannter Weise     absäuerte    und hierauf  wie üblich weiter verarbeitete. In allen Fällen  wurden keine befriedigenden Ergebnisse er  zielt. Je nach den zahlreichen Abänderungen  der Versuchsbedingungen war der Glanz oder  der Griff minderwertig, oder die Seide war  teilweise verklebt oder enthielt Flaum.

   Meist  wies sie     mehrere    dieser     Fehlur    zugleich auf.  



  Weitere Versuche haben ergeben, dass  sich ein zufriedenstellendes Endprodukt er  zielen     1ä        sst,    wenn man den     Faden    vor der       Zentrifuge,    und zwar     unter    Spannung ab  säuert, indem man     zwischen        Absäurevorrich-          tung    und Zentrifuge eine     Zugvorrichtung    ein  baut, welche einerseits der Spinnzentrifuge  den Faden zuführt, anderseits den Zug der       Zentrifuge    so verstärkt, dass die notwendige  Spannung erzielt wird.  



  Demgemäss ist Gegenstand der Erfindung  ein Verfahren zur Herstellung gezwirnter  Kunsteide aus     Kupferoxydainmoniakzellulose-          ldstingen,    bei dem der Faden nach Verlassen  der     Spinnvorrichtung    unter Spannung     abge-          säuert    und hierauf durch eine Spinnschleuder       eingezogen    und gezwirnt wird. Den     (xegen-          stand    der Erfindung bildet auch eine ent  sprechende Vorrichtung.  



  Da in der Spinnzentrifuge die dein Faden  etwa noch anhaftende Säure     abgeschleudert     wird, so muss der     Absäurevorgang    beendet  sein, wenn der Faden in die     Spinnzentrifuge     eintritt. Um dies mit Sicherheit zu erzielen,  ist es zweckmässig, den Weg des Fadens  vom Spinngefäss bis an die Zentrifuge zu  verlängern. Das kann geschehen durch ge  eignete Anordnung von Abzugsrollen,     zum     Beispiel durch Hochlegen der Rollen, so     dalä     der Faden aus dem Säurebad zunächst auf  steigt und dann wieder zur     Spinnzentrifuge          heruntergeht.    Man kann auch den Faden um  die Abzugsrolle ganz herumführen und so  den Weg verlängern.  



  Die Abzugsrollern können glatt,     gerippt     oder gezahnt sein. Sie können aus Glas,    Porzellan, Weich- oder Hartgummi und an  dern säurebeständigen Materialien bestehen.  ebenso etwaige     Führungsrollen.     



  Um einen     gleiclirnäfäigen        Fadentitre    zu  erhalten,     ist    es notwendig, dass der Faden  an der Abzugsvorrichtung genügende Adhäsion  findet, damit er nicht gleitet. Hierzu ist eine  ausreichende Länge der     Berührungsstrecke     zwischen Rolle und Faden notwendig.

   Diese  kann erreicht werden durch Vergrösserung  des     Umschlingungswinkels,    Vermehrung der       Rollenzahl,        Vergrölierung    des     Rollendurch-          messers,        Aiipressungsrollen    mit     Gewichts-          oder    Federbelastung und dergleichen.  



  Auf der     Zei        linung    ist eine Vorrichtung  nach der Erfindung in mehreren Ausführungs  formen dargestellt:       Fig.    1 zeigt eine Vorrichtung reit hoch  gelegter     Abzugsrolle,          Fig.    2 eine Vorrichtung mit grossem     Um-          schlingungswinkel    an der Abzugsrolle,       Fig.    3 eine Vorrichtung mit     Anpressungs-          rolle,          Fig.    4 eine Vorrichtung mit verhältnis  mässig     geringem        Umschlingungswinkel,

      bei  der durch     geeignetes    Material oder durch  Vergrösserung des Rollendurchmessers die nö  tige Adhäsion zwischen Rolle und Faden  gesichert ist;       Fig.    5 zeigt eine Variante der Vorrichtung  nach     Fig.    1.  



  Bei     Fig.    1 tritt der Faden aus der Aus  trittsöffnung 2 des     Spinngefälles    1 aus, geht  unter der Umkehrstange 3 und der Leitrolle 5,  welche beide in das     nnit    verdünnter Schwefel  säure gefüllte     (xefäss    6 tauchen, hindurch     auf     die     zwangsläufig    angetriebene Abzugsrolle 7,  von welcher aus der Faden durch das     soge-          nanite    Spinnrohr 9 in die Spinnzentrifuge 8  gelangt. Zur Vergrösserung der auf den Faden  wirkenden     mitnehmenden    Kraft kann auch  die Rolle 5 angetrieben werden.  



  Bei der andern     Ausführungsform    nach       Fig.    2 haben die     Bezugszeichen    dieselbe Be  deutung. An Stelle des     Säui-egefäfies    6 tritt  aber eine geneigte mit Säure     betropfte    Rinne.  Der Faden ist zur Vergrösserung der Adhäsion       uin    die Rolle<B>7</B> herumgeschlungen.      Bei beiden     Ausfübrungsformen    kann die  Leitrolle unter Umständen auch weggelassen  werden.

   Statt den abziehenden Faden bei  der Umkehrstange 3 oder auf dem Wege von  der     Umkehrstange    3 nach der Abzugsrolle 7  mit Säure zu behandeln, wird auch bereits  ein Erfolg erzielt, wenn die Abzugsrolle 7  in     verdünnter    Säure umläuft, wie in     Fig.    5  gezeigt ist oder mit solcher berieselt wird,  und es ist von Vorteil, wenn hierbei fortge  setzt etwas Säure längs des gespannten  Fadens gegen die Umkehrstange hin zurück  läuft.  



  Man kann bereits mit einer Abzugsrolle  allein als Leitvorrichtung arbeiten.     Diesfalls     ist der auf die Abzugsrolle     auflaufende    Fa  den zu berieseln, beziehungsweise mit Säure  zu behandeln. Es ist indessen vorteilhaft,  der Abzugsrolle 7 einen Fadenführer oder  eine Umkehrstange 3 beizuordnen, welche  bremsend auf die Abzugsgeschwindigkeit  wirken, so dass der Faden zwischen Faden  führer beziehungsweise Umkehrstange und  Abzugsrolle unter eine bestimmte, höhere  Spannung kommt, und es hat sich als be  sonders günstig erwiesen,

   den Faden an  dieser Stelle und unter dieser- so erzeugten  Spannung     abzusäuern.    Diese Spannung     kann     durch geeignete Formgebung des Faden  führers beziehungsweise der Umkehrstange 3  verschieden gross gestaltet werden. Auch  kann man diese Fadenspannung durch ge  eignete     Lagenausbildung    der Leitrolle 5 ver  grössern. Die Spannung     darf'    aber ein ge  wisses Mass nicht übersteigen, da der Faden  sonst durch die vielen Reibungsstellen be  schädigt werden kann.  



  In     Fig.    3 ist neben der hochliegenden  Abzugsrolle 7 eine     Anpressungsrolle    10 an  geordnet, die von einem Arm 11 getragen  wird. Der Arm 11 kann sich um eine Achse 12  drehen. Wenn das Eigengewicht der Rolle 10  für den     Anpressungsdruck    nicht genügt; so  kann durch eine Feder oder eine Gewichts  belastung die     Anpressung    vergrössert werden.    Schliesslich hat sich auch die Vergrösse  rung des Rollendurchmessers,     Fig.    4, als ge-         eignetes    Mittel zur Erzielung einer ausreichen  den Berührungslänge erwiesen.  



  Man kann auch das Gleiten     zwischen     Faden und Rolle durch Verwendung geeig  neten Materials verhindern. Die Abzugsrollen  können entweder ganz aus diesem Material  bestehen, oder damit bekleidet sein. Als be  sonders     .adbäsionsfähiges    Material bat sich  Kautschuk erwiesen. Auch andere säurefeste       Stoffe    sind geeignet, zum Beispiel Kunstharz  und Mischungen von Kunstharz. mit säure  festen Stoffen oder säurefesten Metallegie  rungen. Bei diesen Materialien genügt ein  verhältnismässig kleiner     Umschlingungswinkel,     vergleiche F     ig.    4.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: I. Verfahren zur Herstellung von gezwirnter Kunstseide aus Kupferoxydammoniakzellu- loselösungen nach dem Nassstreckspinn- verfahren, dadurch gekennzeichnet, dass der Faden nach Verlassen der Spinnvor richtung unter Spannung abgesäuert und hierauf durch eine Spinnschleuder einge zogen und gezwirnt wird.
    IL Vorrichtung zur Ausführung des Verfah rens nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, dass hinter der Nassspinn- vorrichtung und der Absäurevorrichtung eine Zugvorrichtung und dann eine Spinn schleuder zum Einziehen und Zwirnen des fertigen Fadens angeordnet sind. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass die Mitnahmefähigkeit der Zugvorrichtung, die dem Faden die notwendige Spannung erteilt, so gewählt ist, dass ein Schleifen des Fadens auf ihr verhindert wird. 2.
    Vorrichtung nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass die als Faden abzugsvorrichtung dienende Rolle hoch gelegt ist. 3. Vorrichtung nach Patentanspruch 1I, da durch gekennzeichnet, dass der Faden um die Abzugsrolle herumgeschlungen ist. Vorrichtung nach Patentanspruch 1I, da durch gekennzeichnet, dass eine als Faden abzugsvorrichtung dienende Rolle in ver dünnter Säure umläuft. Vorrichtung nach Patentanspruch<B>Il</B>, da durch gekennzeichnet, dass eine als Faden abzugsvorrichtung dienende Rolle reit ver dünnter Säure berieselt wird. 6.
    Vorrichtung nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass die Berührungs länge zwischen einer als Zugsvor@ricliturrg dienenden Rolle und dem Faden, durch Wahl eines grossen I:mschlingungswinkels #:
    o gross ist, dass der Faden auf der Rolle nicht schleifen kann. Vorrichtung nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass die Berührungs- länge zwischen ziner als Zugvorrichtung dienenden Rolle und dc-m Faden durch Wahl eine. grAen Rollundurelimessers so gross gemacht ist, dass der Faden auf üer Rolle nicht schleifen kann.
    B. Vorrichtung naeli Patentanspruch 1I. da durch gekennzeichnet, dass die Berührungs länge zwischen Zugvorrichtung und Faden durch Anwendun- mehrerer Rollen so gross gemacht wird, dass der Faden auf dein Rollen nicht schleifen kann. 9.
    Vorrichtung nach Patentanspruch 1I und -Unteranspruch ?, gekennzeichnet durch Anpressungrollen, die die Fadenreibung auf der Abzugsrolle ei-li;lien.
CH124323D 1925-11-02 1926-10-04 Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von gezwirnter Kunstseide aus Kupferoxydammoniakzelluloselösungen nach dem Nassstreckspinnverfahren. CH124323A (de)

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