CH124324A - Verfahren zur Behandlung von Stapelfaser aus Kunstseide. - Google Patents
Verfahren zur Behandlung von Stapelfaser aus Kunstseide.Info
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Description
Verfahren zur Behandlung von Stapelfaser aus Kunstseide. Stapelfaser aus Kunstseide lässt sich schlecht verspinnen, weil die Fasern zu glatt sind, so dass die einzelnen Fasern aneinander leicht abgleiten. Hierdurch ergeben sich ver schiedene Unzuträglichkeiten, vor allen Dingen Ungleichmässigkeiten in der Dicke und Halt barkeit der Vorgarrre und Garne. So ist zum Beispiel auch eine genügende Haltbarkeit solcher Garne nur zu erzielen, wenn man die Garne verhältnismässig stark dreht (hohen Drehungsgrad anwendet).
Es hat sich nun gezeigt, dass man diesen Fasern eine gewisse Rauhigkeit erteilen und die Haftfähigkeit der Faseroberfläche und dadurch ihre Spinnfähigkeit erhöhen kann, wenn man dem Fasergut feste Stoffe vor dem Spinnen bezw. vor der Krempel zusetzt. Als Zusätze kommen in Frage pulverige, amorphe und erdige Stoffe aller Art anor- ganiseher.oder organischer Natur, wie Infu- sorienerde, Talkum, Zement, Oxyde oder Salze von Metallen usw. Auch die Behand- lung mit festen Kolloiden gibt einen ähn lichen Effekt.
Unter Umständen ist es vorteilhaft, mit der Behandlung mit festen Stoffen eine me chanische Behandlung wie Rühren, Schleudern, Stampfen, Pressen, Trockenwalken usw. in Vorbereitungsmaschinen der Spinnerei in trockenem oder nassem Zustande zu ver binden oder zeitlich vorangehen oder darauf folgen zu lassen. Versuche haben gezeigt, dass die Fasern infolge der oberflächlichen Rauhung in erhöhtem Masse die Fähigkeit erhalten, durch mechanische Behandlung sich zu kräuseln, zu winden und zu knicken. Hierdurch wird ihre Spinnfähigkeit ebenfalls noch verbessert: Bekanntlich wird Stapel faser heute schon vielfach mit einer Kräuse lung versehen.
Auch solche schon vorge- kräuselte Stapelfaser ist aber noch schwer spinnbar, sie wird durch die Anwendung des vorliegenden Verfahrens wesentlich ver bessert. Man kann sie zunächst mit der ober- flächlichen Rauhung versehen und dann durch mechanische Behandlung kräuseln. Für diese obigen Arbeitsweisen wird der Schatz nur insoweit beansprucht, als lediglich eine reine mechanische Beimischung der festen Stoffe zu der Stapelfaser vorliegt.
Die nach dem vorliegenden Verfahren behandelte Stapelfaser weist, wie Versuche gezeigt haben, eine wesentliche Verbesserung ihrer Eigenschaften in bezug auf Festigkeit, Weichheit und Volumen der daraus herge stellten Produkte auf. Sie hat ferner einen matten Glanz und eine gewisse Kräuselung. Sie ähnelt der Wolle vielmehr als unbehan delte Faser, sie ist spinntechnisch wertvoller und lä(.it sieh beispielsweise beim Kamm garnverfahren, Streicbgarnverfahren und der gleichen viel leichter und feiner ausspinnen als unbehandelte Stapelfaser.
Da die Rauhig- keit der Faseroberfläche das Haften unter stützt, braucht man diese Garnre auch nicht so stark zu drehen wie Garne aus unbe handeltem Fasern. Die Garne sind auch volu minöser, weicher und reissfester als sonst.
Ausführungsbeispiel: Die Stapelfaser wird, nachdem sie ge schnitten ist, mit einer Ölemulsion geschmälzt, darin in einen Krempelwolf aufgelockert; in diesem Zustande wird sie einer Schleuder mühle aufgegeben, gleichzeitig mit der Faser wird der Schleudermühle etwa 50 % des Fasergewichtes an Infusorienerde zugeführt.
Von der Schleudermühle aus, in der die Mischung und die Behandlung vor sich geht, gelangt das Material in einen Entstaubungs- wolf, am besten in einen Spiralklopfwolf, in dem das Material entstaubt wird. Nach dem Entstauben kann es, wie in der Spinnerei üblich, nochmals geschmälzt und darin ge sponnen werden.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Behandlung von Stapel faser aus Kunstseide zwecks Erhöhung der Spinnbarkeit derselben und Verbesserung der Eigenschaften der daraus hergestellten Pro- dukte in bezug auf Festigkeit, Weichheit und Volumen, dadurch gekennzeichnet, dass dem Fasergut feste Stoffe vor dem Spinnen zugesetzt werden. UNTERAN SPRüCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass Stapelfaser, die ge krempelt wird, die festen Stoffe vor der Krempel zugesetzt werden. 2. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass dem Fasergut gekörnte, feste Stoffe zugesetzt werden. 3.Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass dem Fasergut kristallinische, feste Stoffe zugesetzt werden. 4. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass dem Fasergut amorphe Stoffe zuge setzt werden. 5. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass dem Fasergut feste Kolloide zuge setzt werden. 6. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Fasergut einer mechanischen Behandlung in Vorberei- tungsmaschinen der Spinnerei unter worfen wird. 7.Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die mechanische Behandlung in Vor bereitungsmasehinen der Spinnerei gleich zeitig mit dem Zumischen der festen Stoffe vorgenommen wird. B. Verfahren nach Patentanspruch und Un- teranspruelr 6, dadurch gekennzeichnet, dass die mechanische Behandlung in Vor bereitungsmaschinen der Spinnerei vor dein Zumischen der festen Stoffe vor genommen wird. 9. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die mechanische Behandlung in Vor- bereitungsmaschinen der Spinnerei nach dem Zumischen der festen Stoffe vor genommen wird. 10.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass vorgekräuselter Sta pelfaser feste Stoffe zugesetzt werden.
Applications Claiming Priority (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| AT124324X | 1925-01-23 | ||
| AT230225X | 1925-02-23 | ||
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Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH124324A true CH124324A (de) | 1928-01-16 |
Family
ID=27150562
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH124324D CH124324A (de) | 1925-01-23 | 1925-11-25 | Verfahren zur Behandlung von Stapelfaser aus Kunstseide. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH124324A (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE942831C (de) * | 1952-10-15 | 1956-05-09 | Muehlen Sohn Fa | Verfahren zur Erhoehung der Waermebestaendigkeit natuerlicher oder kuenstlicher Fasern |
| DE950671C (de) * | 1954-01-06 | 1957-01-31 | Erwin Hering | Gleitmittel |
| DE1083493B (de) * | 1954-02-20 | 1960-06-15 | Basf Ag | Praeparationsmittel, Avivagemittel und Schmaelzemulsionen fuer das Verbessern der Verspinnbarkeit von natuerlichen und chemischen Fasern oder ihren Gemischen |
-
1925
- 1925-11-25 CH CH124324D patent/CH124324A/de unknown
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE942831C (de) * | 1952-10-15 | 1956-05-09 | Muehlen Sohn Fa | Verfahren zur Erhoehung der Waermebestaendigkeit natuerlicher oder kuenstlicher Fasern |
| DE950671C (de) * | 1954-01-06 | 1957-01-31 | Erwin Hering | Gleitmittel |
| DE1083493B (de) * | 1954-02-20 | 1960-06-15 | Basf Ag | Praeparationsmittel, Avivagemittel und Schmaelzemulsionen fuer das Verbessern der Verspinnbarkeit von natuerlichen und chemischen Fasern oder ihren Gemischen |
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