CH126493A - Verfahren zur Durchführung chemischer Reaktionen bei erhöhter Temperatur. - Google Patents
Verfahren zur Durchführung chemischer Reaktionen bei erhöhter Temperatur.Info
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Description
Verfahren zur Durchführung chemischer Reaktionen bei erhöhter Temperatur. Im schweizerischen Hauptpatent \ r. 117 ??8 ist ein Verfahren angegeben zur Durchführung chemischer Prozesse bei er höhter Temperatur, wobei ein Stoffgemisch oder mindestens Teile desselben im Zustande grosser innerer Beweglichkeit, das heisst ge körnt oder flüssig im Innern eines rasch um laufenden Drehgefässes durch Zentrifugal kräfte auf dessen Wand ausgebreitet und fixiert werden. Dabei erfolgt die Erhitzung des Reaktionsgemisches durch elektrische Widerstandsheizung. Falls das Reaktions gut ausreichend elektrisch leitet, bildet es im zentrifugal ausgebreiteten Zustande selbst das Heizelement. Es wird zu diesem Zwecke zwischen Elektroden ausgebreitet.
Ist die Leitfähigkeit nicht ausreichend, so wird aus einem geeigneten leitenden Material von gro sser innerer Beweglichkeit ebenfalls durch Zentrifugalwirkung ein Heizelement gebildet. Dabei kann dieses durch geeignete Wahl der Dichte der Heizmasse sowohl auf der äussern oder innern Seite der Reaktionsschicht, als auch diese durchsetzend angeordnet werden.
Dieses Verfahren führt zu einem neuen Ofentypus, dem des ra.schlaufenden Dreh- Ofens, den man mit Rücksicht auf die Wir kungen, die auf den Ofeninhalt ausgeübt werden, als Zentrifugalofen bezeichnen kann.
Von hervorragender Wichtigkeit ist dabei ein Merkmal der Erfindung, das im genannten Hauptpatent implizite schon enthalten, im Zusatzpatent Nr. 124 086 für einen beson deren Fall deutlich formuliert und darge legt ist, nämlich die Möglichkeit, die Aus- fütterung der äussern, aus Festigkeisrück- sichten zweckmässig metallischen Ofenhülle ebenfalls durch Zentrifugalwirkung zu er zeugen.
Diese Ausfütterung mit losem Ma terial kann nicht nur auf denkbar einfache Weise angebracht und wieder entfernt. wer den, sondern es steht hierzu im Hinblick auf thermische, elektrische und chemische Festig keit eine Auswahl von Stoffen zur Verfügung, wie sie bei fester Ausfütterung niemals von ähnlicher Reichhaltigkeit und Billigkeit sein kann. Eine Reihe von elektrothermischen Pro zessen, genannt seien nur Al-Nitrid und Cy- anidprozess, liessen sich bis jetzt nicht durch führen, weil .die Ofenbaumaterialien, ins besondere die Ofenausfütterungen, nicht wi derstandsfähig genug hergestellt werden konnten.
Beim Zentrifugalofen mit Innen heizung und Zentrifugalausfütterung ent fallen alle diese Schwierigkeiten.
Für die Innenheizung des Zentrifugal- ofens können beliebige Wärmequellen heran gezogen werden, wie zum Beispiel wärme strahlende Heizelemente, wie glühende Drähte, Stäbe, Lichtbögen usw., die im Ofen innern angeordnet werden und elektrisch be trieben werden; vor allem aber erhitzte Gase, die das Reaktionsgut durchstreichen. Diese letztere Erhitzungsart ist zwar auch dann vorhanden, wenn andere Wärmequellen im Innern des Ofens ungleiche Temperaturver teilung und daher Gaszirkulation hervor rufen.
Bei Heizung durch erhitzte Gase wer den jedoch die letzteren zweckmässig durch ausserhalb des Ofens liegende Mittel, beispiels weise Gebläse, in Bewegung gesetzt. Der Wärmeinhalt kann den Heizgasen auf an sich bekannte Weise mit elektrischen oder nicht elektrischen Mitteln entweder vor Eintritt in den Ofen oder im Ofen selbst erteilt werden; beispielsweise kann ein brennbares Gas mit Luft gemischt vor oder nach Eintritt in den Ofen verbrannt werden.
Im Falle von Gas- reaktion, bei welchen Gase absorbiert wer den, wie zum Beispiel Stickstoff bei Azo- tierungen, wird zweckmässig ,das zu.zufiih- rende Gas als Wärmeträger verwendet.
Besondere Vorteile ergeben sich aus der Kombination der Heizung durch erhitzte Gase und durch elektrische Heizelemente im Ofen selbst, insbesondere durch das Zentri- fugalheizelement des eingangs erwähnten Hauptpatentes.
Diese Kombination ist beim Zentrifugalofen leichter als bei andern Ofen konstruktionen durchführbar, weil es sich um einen geschlossenen Ofen handelt und weil der Ofeninhalt vollständig symmetrisch an geordnet ist, und führt zu einer vorzüglichen Wärmewirtschaft. Es kann nämlich der Wärmeinhalt der heissen Reaktionsmassen nach beendeter Reaktion durch Gasströme auf noch nicht zu Ende reagiertes oder auf erst anzuwärmendes Reaktionsgut übertragen wer den.
Sodann können die heissen Abgase eines in vollem Betrieb stehenden Ofens ebenfalls zur Anwärmung noch kalter Ofen und ihres Inhaltes benützt werden.
Dies lässt sich am besten realisieren, in dem man mehrere Ofen von verschiedenem Betriebszustande zu einem Ofenstrang ver einigt, das heisst sie in Serie schaltet.
Die Kombination von Gasströmen mit im Ofen befindlichen elektrisch betriebenen Heiz- elementen ergibt ausserdem die wertvolle Möglichkeit, einen raschen Wärmeaustausch zwischen Heizelement und Reaktionsgut, so wie zwischen Stellen ungleicher Temperatur im Innern des Reaktionsgutes herbeizu führen und damit die Reaktion schnell zu beendigen.
Der Bau eines zweckentsprechenden Ofens zur Realisierung des vorstehendenVerfahrens ist für den Fachmann ohne weiteres aus be kannten Elementen möglich Die im folgen den mitgeteilten Ausführungsformen bieten jedoch einige besondere Vorteile.
Der Zentrifugalofen, schematisch in Fig. I dargestellt, besitzt einen Eisen- oder Stahl zylinder 1, der leicht drehbar gelagert ist als äussere Hülle. Für chemische Zwecke kommt meist horizontale Lagerung in Frage, und es ist dann vorteilhaft, von Lagerungen und Antrieb durch Aufhängen des Ofen körpers an Tragrädern mittelst Ketten oder einem ähnlichen Tra.nsmissionsmittel Ge brauch zu machen (in der Fig. I durch 2 und 3 angedeutet). Unter Umständen kann auch eine Rollenlagerung Verwendung finden. Die Stirnseiten des Ofens sind durch aufge- flanschte Platten 4 verschlossen.
In diesen sind zentrale Öffnungen 5 angebracht mit Ansatzstutzen 6 von genügender Weite, um die Beschickung des Ofens und die Zu- und Abfuhr von Gasen leicht zu ermöglichen. Verschlussplatten und Ansatzstutzen tragen zweckmässig eine feste Wärmeschutzschicht 7, während beim Ofenmantel eine feste Aus fütterung entbehrt werden kann, da der Wärmeschutz leicht aus lockerem Material nach dem Zentrzfugalverfahren erzeugt wer den kann. Für manche Fälle wird diese ein fache Konstruktion schon genügen.
Dann nämlich, -,venn die Innenheizung allein durch erhitzte Gase vorgenommen wird und das Reaktionsgut nur in dünner Schicht und grober Körnung vorliegt. Bei grosser Schicht-- dicke des Reaktionsgutes ist es dagegen nötig, durch besondere Blassnahmen das wärme- iragende Gas zu zwingen, seinen Weg durch die Reaktionsschicht zu nehmen. Das lässt sich leicht erreichen durch Anbringen einer Zwischen-wand 8, die nur exzentrisch ange brachte Durchlässe 9 hat.
Das Heizgas tritt demnach zentral in den Ofen ein und ver lässt den Reaktionsraum am äussern Rande der Reaktionsschicht, oder nimmt den umge- kehrten Weg.
Die Arbeitsweise mit diesem beschrie benen oder einem ähnlich gebauten Zentri- fugalofen ist die folgende: In den zunächst ruhenden leeren Ofen wird das Material für die -\Ärä.rmeschutz- schicht eingebracht und der Ofen hierauf in rasche Umdrehung versetzt, wobei Umdre hungszahlen von zirka. 50 bis einige Hundert per Minute, je nach Ofendurchmesser, in Frage kommen.
Das lose Wä.rmeschutz- material, das häufig zweckmässig aus einer Komponente des Reaktionsgemisches oder aus einem Reaktionsprodul_i; besteht, wird durch die Drehung zu einer gleichmässigen Schicht <B>10</B> auf cler Innenfläche des Ofenmantels aus- 'rebreitet. Statt in den ruhenden Ofen kann man das Wärmescliutzmaterial auch in den schon in Drehun,-- befindlichen Ofen ein bringen.
Nach dieser Einformung des Ofen futters wird nun in den rasch umlaufenden Ofen das Reaktionsgut eingebracht und in gleichmässige Schicht 11 verteilt. Hierzu homnicn vorteilhaft mechanische Besehik- hungs v orricht.unY;en zur Anwendung.
Hier auf kann mit: dem Einleiten des wärmetra- Irenclen Gases begonnen werden. Nach Be- des Prozesses ist es oft vorteilhaft, den gesamten Ofeninhalt herauszunehmen. Dies kann momentan erfolgen, wenn der zylindrische Ofenmantel in seiner ganzen L-Inge, soweit der Reaktionsraum reicht, auf- gekIa.ppt werden kann.
Es wird meist ge- nügen, die Konstililition gemäss Fig. II, die einen Schnitt durch den Ofenmantel dar stellt, auszuführen und zwei aneinanderlie- gende Viertelssektoren aufklappbar zu ma chen.
Für die Kombination von heissen Gasen und elektrischen Erhitzungsmitteln bleibt die Ofenkonstruktion in ihren Grundzügen die vorstehend gesiehilderte. Neu hinzukommen Elektroden im Ofeninnern, Schleifringe und Bürsten aussen. Fig. III zeigt eine Ausfüh rungsform eines Zentrifugalofens für die be sonders leistungsfähige Kombination der elektrischen Erhitzung mit zentrifugal er zeugtem Heizelement und der Erhitzung durch heisse Gase.
Der Ofenmantel 1 ist auch hier wieder ein zweckmässig metallener, am besten stählener Zylinder, der zweckmässig a a us mehreren Zylindersegmenten mit Hilfe von Flanschen zusammengesetzt wird.
In den beiden stirnseitigen Segmenten 2 sind den Reaktionsraum begrenzende Zwischenwände 3, .1 untergebracht. Diese dienen: zurSteuerung der Gasströmung im Ofeninnern, indem das Gas beispielsweise durch die zentrale Öff nung 5 eintritt und durch am äussern Rande der Reaktionsschicht liegende Öffnungen 7 austritt oder aber den umgekehrten Weg ge führt wird. Besonders einfach wird der Ofen aufbau, wenn diese Zwischenwände zugleich als Elektroden :dienen können.
Man kann sie zum Beispiel aus Kohlenstoffsteinen von genügender Leitfähigkeit oder überhaupt aus Elektrodenkohle aufbauen. Zwischen fliesen Elektrodenplatten bildet sich dann durch Zentrifuga.lwirkung das verbindende Heiz- element 8 aus lockerer Widerstandsmna;sse. Der elektrische Strom wird den stirnseitigen Zylindersegmenten 2 und 3 über Schleifringe und Bürsten zugeführt.
Die Zylindersegmente 2 und 3 müssen natürlich von dem mittleren Teil des Ofenmantels elektrisch isoliert wer den. Es ist zweckmässig, diesen mittleren Teil des Ofenmantels auch hier der Länge nach aufklappbar zu machen, um den Ofeninhalt momentan entleeren zu können.
Es ist vorteilhaft, auch die mittleren Segmente des Ofenmantels voneinander zu isolieren urrd falls deren mehrere vorhanden sind, die Isolation durch geniigend hohe Wi derstände zu überbrücken. Hierdurch erreicht man den Vorteil, dass die gesamte Ofen spannung von Segment zu Segment gleich mässig abfällt, so dass die Spannungsdifferenz zwischen Ofenmantel und den innern leiten den Partien klein ausfällt und elektrische Durchschmelzungen der Ofenwand nicht ein treten können:
Claims (1)
- PATFNTANKPRTTf;FT T Verfahren zur Durchführung chemischer Reaktionen bei erhöhter Temperatur, dadurch gekennzeichnet, dass ein Reaktionsgemisch im Zustande grosser innerer Beweglichkeit durch Zentiifugalkräfte auf der Innenwand eines rasch rotierenden, einen Rotationskörper bil denden Gefässes ausgebreitet und mindestens zeitweise fixiert wird, wobei eine zum Wär- ineschutz erforderliche Ausfütterung des Ge fässes mindestens zum Teil ebenfalls durch Zentrifugalwirkung aus einem losen Material geformt wird. UNTERANSPRüCHE 1.Verfahren nach Patentanspruch I, gekenn zeichnet durch die Verwendung erhitzter, durch ausserhalb des Reaktionsgefässes be findliche Mittel in strömende Bewegung versetzte Gase, als Wäimequellen. <B>91</B> Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ausser den Gasen für die Erhitzung des Reaktionsgutes noch im Reaktions gefäss befindliche elektrisch betriebene Heizelemente benützt werden.PATENTANSPRUCH II: Reaktionsgefäss zur Durchführung che mischer Reaktionen bei erhöhter Temperatur nach Patentanspruch I, gekennzeichnet durch einen drehbaren metallenen Hohlzylinder, dessen Stirnseite durch metallene, mit Öff nungen für Beschickung mit Reaktionsgut und Zu- und Abfuhr von Gasen versehene Platten verschlossen sind und in welchem Zwischenwände angebracht sind, die mit Durchlässen zur Führung der strömenden Gase versehen sind. .UNTERANSPRüCHE 3. Reaktionsgefäss nach Patentanspruch 1I, insbesondere für kombinierte Erhitzung des Reaktionsgutes durch erhitzte Gase und durch mittelst Zentrifugalwirkung ge- bildetesHeizelement, dadurch ,gehennzeich- net, dass die zylindrische Aussenhülle des Reaktionsgefässes aus mehreren gegenein ander elektrisch isolierten Zylinderseg menten aufgebaut ist. 4.Reaktionsgefäss nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass die zur Steu erung der Gase dienenden Zwischenwände aus elektrisch leitendem Material be stehen, zum Zwecke der Verwendung als Elektroden. Reaktionsgefäss nach Patentanspruch 1I, dadurch gekennzeichnet, dass der das Re aktionsgut enthaltende Teil der Ofenhülle zwecks momentaner vollkommener Eilt. leerung der Länge nach aufklappbar ist.
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE861998C (de) * | 1935-11-21 | 1953-01-08 | Norton Ges M B H Deutsche | Verfahren und Ofen zur Herstellung von Karbiden des Bors, Siliciums, Titans oder Wolframs |
-
1927
- 1927-05-01 CH CH126493D patent/CH126493A/de unknown
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